Forum: Politik
Rot-Grün in NRW abgewählt: Krafts Absturz
Getty Images

Eben noch beliebte Landesmutter, jetzt große Verliererin: SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist in NRW krachend gescheitert. Wie konnte es so weit kommen?

Seite 16 von 17
Madmathew 15.05.2017, 09:42
150.

Zitat von leander_hausmann
Ich zitiere aus der UN-Charta:" Bildung ist für alle da auch für leute mit behinderung. Sie sollten die selben Chancen haben wie normale Schüler". Tja mein Freund Inklusion ist eben doch Menschenrtecht und nun troll dich. Wenn du das nachlesen willst dann tu das bitte im Internet. Und zieh nicht über leute her, die gute arbeit gemacht haben. :D
Wie gut die Arbeit der Kraft-Regierung war, kann ich als Außenstehender nicht beurteilen - scheinbar aber nicht gut genug um die Masse der Bürger für ihre Wiederwahl zu begeistern.
Bezüglich der Inklusion deuten Sie die Aussage in der UN-Menschenrechtscharta allerdings, bewusst oder unbewusst, falsch.

Die Forderung nach die gleichen Bildungschancen für Behinderte lässt doch bewusst offen, wie diese konkret umgesetzt werden müssen. Eine Mehrheit der Bildungsforscher und ein Großteil der Lehrer sind dabei der Ansicht, dass das bisherige System der Förderschulen diesen Schülern mit Abstand am besten gerecht wird. Eben weil deren Stärken dort gezielt gefördert und mit die persönlichen Handicaps von dafür ausgebildeten Fachleuten betreut werden.

Im Übrigen zeugt der Tenor ihres Posts von ganz schlechtem Stil gegenüber anderen Foristen und lässt vermuten, dass Sie mit Niederlagen im demokratischen Wettbewerb nicht wirklich souverän umzugehen wissen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rennflosse 15.05.2017, 09:43
151. Sparprogramm

Zitat von weltverkehrt
Vielleicht schauen Sie a) bevor Sie zitieren, wen Sie zitieren, denn am Ende ist es der falsche Kommentar, und b) steht in Ihrem Zitat der UN-Charta weder das Wort Inklusion, noch steht dort, dass geistig behinderte Menschen im Gymnasium am besten aufgehoben sind und dort die größten Chancen erhalten. Auch Förderschulen widersprechen nicht der UN-Charta.
Wenn sich die SPD mit Bildungspolitik beschäftigt, hat sie stets nur Verschlechterungen für die Menschen im Sinn.
Sämtliche Projekte, Reformen usw. sind nichts als verkappte Sparprogramme.
Dass behinderte Menschen einen besonderen Förderungsbedarf haben können, wird wohl niemand ernsthaft bestreiten. Besonders wenn es um geistig behinderte Menschen geht.
Inklusion bedeutet aber, diesen Menschen die besondere Förderung zu verwehren und sie schlicht mit Nichtbehinderten zusammen zu sperren. Wobei alle am Ende Verlierer sind. Das ist Inklusion made by SPD.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rennflosse 15.05.2017, 09:49
152. Wer wählt

Wer als Politiker immer nur darauf achtet, wie er in bestimmten Medien gelobt wird, der wird am Ende scheitern.
Die "Süddeutsche", der WDR, der "Spiegel" usw. das sind keine Mehrheiten und nicht einmal Mehrheitsbeschaffer, weil die Menschen sich nicht auf Dauer betrügen lassen.
Wer Politik für Minderheiten macht, der wird auch nur von Minderheiten gewählt. Wer Politik gegen die Menschen macht, der bekommt von ihnen nur wenig Stimmen.
Wer die von ihm zu verantwortenden Probleme negiert, den holt die Realität am Wahlabend ein.
Insofern war das Ergebnis für einige Spitzenkräfte hoch verdient. Frau Kraft hatte immerhin so viel Charakter, ihren Rücktritt zu verkünden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
privatbahn 15.05.2017, 09:52
153. Moderieren alleine reicht nicht, hinschauen wäre notwendig gewesen

Sicher ist es nicht die alleinige Niederlage der Hannelore Kraft.
Aber sie war Trainer am Spielfeldrand. Sie hat zwar ein paar Wechsel vorgenommen, aber allem Anschein nach nicht auf den richtigen Positionen.
Vorallem Ralf Jäger ist ihr auf die Füße gefallen. Ihre Treue zu ihm läßt sich weder erklären noch nachvollziehen.
Ferner hatte sie ihren Koalitionspartner nicht im Griff. Noch schwerer wiegt, dass Hannelore Kraft und die SPD es zugelassen haben, dass die GRÜNEN sich auf Politfeldern profilieren durften, die aufgrund ihrer Inhalte gegen die Bedürfnisse, Erwartungen und Wünsche der SPD-Wähler gerichtet waren.
So wie Schulbildung und Inklusion aufgesetzt wurden geschah es vorallem zum Schaden all jener Kinder die ohnehin schon aus einem schwierigeren sozialen Lernumfeld kommen.
Die Integration von Flüchtlingskindern erfolgte ebenfalls in Schulen, die sich überwiegend außerhalb jener Einrichtungen befinden in denen Eltern aus einem mehrheitlich bürgerlich bewohnten Milieu daheim sind. Ich sehe das am Beispiel der Grundschule unserer Tochter. Gerade zwei Flüchtlingskinder fanden den Weg dorthin. Das es nicht mehr wurden geschah auch unter freundlicher Einflussnahme einer GRÜN wählenden Elternschaft.
Der ÖPNV wurde in den vergangenen Jahren gar nicht weiterentwickelt. Der Startschuss für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) -auch Dank der GRÜNEN- immer wieder verschleppt. Viele Menschen im Land hatten den Eindruck, dass die GRÜNEN weder einen Ausbau des Straßen- noch des Schienennetzes wünschten. Hannelore Kraft aber ließ GRÜNE und in deren Schlepptau NABU/BUND gewähren.
Das Thema Emissionen durch Dieselfahrzeuge ist eine inszenierte Lachnummer des GRÜNEN Spitzenpersonals. Solange in GRÜNEN Milieus mindestens der Zweitwagen vor der Tür steht ist das kaum glaubhaft vermittelbar. Selbstredend mit Diesel-Motor bestückt und aus dem Hause deutscher Automobilbauer.
Hannelore Kraft hat schlichtweg nicht erkannt was ihr Koalitionspartner da für ein Spiel getrieben hat.
Die neoliberale Ökopartei, mit erkennbarem Hang zur sozialen Abgrenzung nach unten, einer Ausgrenzung von Flüchtlingen innerhalb ihrer Milieus, einem Hang zu beruflichen Tätigkeiten, die ihnen ein Auskommen aus Förder- und Steuergeldern des Themenspektrums "neue Energien" sichert hat zulasten der SPD-Stammwähler erfolgreich ihre Lobbypolitik durchgesetzt und ihr Vermögen vermehrt.
Zum Verhängnis wurde den GRÜNEN ihre Fehleinschätzung in der Flüchtlingspolitik. Die Willkommenskultur kannte in ihren eigenen Reihen doch engere Grenzen. Beim Blick auf das Kölner Wahlergebnis wird deutlich, dass die bisherige GRÜNE Wählerschaft die Dinge wohl etwas anders gesehen hat, als die Bundes-GRÜNEN.
Hannelore Kraft hat die Stimmung im Land falsch eingeschätzt, sich vom sogenannten "Schulz-Effekt" in Sicherheit wiegen lassen und mehr moderiert als regiert.
Darüber hinaus hat sie sich auch persönlich und politisch langfristig falsch aufgestellt. Sie hätte nach der Kanzlerkandidatur greifen sollen. Der "Schulz-Effekt" wäre ausgefallen und der Wähler könnte erleben wie es ist, wenn zwei Frauen nach der Macht im Kanzleramt greifen.
In diesem Sinne bleibt von Hannelore Kraft: "Danke für nichts!"

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thedoctor46 15.05.2017, 09:59
154. 3 Gründe...

... - die - meiner Meinung nach - für den Absturz verantwortlich sind:
1.) Ein SPD-Innenminister - Ralf Jäger - der sich lieber mit "Blitzermarathons" in die Schlagzeilen gebracht hat, als mit der wichtigeren Arbeit zur inneren Sicherheit - wobei nicht nur die Silvesternacht in Köln als negativstes Beispiel in Erinnerung geblieben ist.

2.) Eine grüne Schulministerin - Löhrmann - die in den letzten 4 Jahren nur durch Arroganz und Inkompetenz "glänzte".

3.) Eine Kanzlerin, die es geschickt verstanden hat, einen ehemaligen Vertrauten quasi "über Bande" für die Landtagswahl in NRW zu inszenieren.
Man muß Frau Merkel nicht mögen - aber sie ist eine äußerst geschickte, politische Schachspielerin.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
privatbahn 15.05.2017, 10:01
155. Mittelmaß

Zitat von kuschl
Schön war der Erklärungsversuch der Frau Löhrmann, die die Überforderung bei der Bildungspolitik bei anderen sah. QED. Die Politik in diesem Land wird leider vielfach von in den Parteien hochgespültem Mittelmaß bestimmt.
Sie meinen also Lehrer (Frau Löhrmann) und Pädagogen (Herr Jäger)? Wer sich in einem beruflich Umfeld tummelt, in dem Veränderungen und Entwicklungen durch den Chef/Dienstherren so nicht eingeplant sind bzw. sich auf eine inhaltlich falsche Fokussierung beziehen, der kann nur ins Mittelmaß abrutschen.
Der digitale Fortschritt in den Schulen in NRW kennt in der Tat enge Grenzen. Es mangelt an Lehrern die in großer Zahl bereit wären sich an diesen gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen zu beteiligen. Da es aber keinen Ansporn von außen gibt und das Schulministerium nicht den Eindruck vermittelt sich unter "Digital" und "Revolution" etwas im modernen Sinne vorstellen zu können, bleibt auch die Förderung der Lehrer unter Rot-Grün kategorisch aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bronko 15.05.2017, 10:07
156. @ #6

Wow... Inklusion als Menschenrecht ist also eine Anmaßung? Der Behinderte soll also bloß nicht auch noch glauben, dass er gleich viel wert ist, wie ein normaler Mensch, ne? Da habe ich lieber eine Nullnummer wie Kraft, die festlegt, was Menschenrechte sind; Hauptsache Sie sind es nicht!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
privatbahn 15.05.2017, 10:11
157. Die Abghängten haben sicher nicht CDU und FDP gewählt

Zitat von Listkaefer
... CDU-Wählern nicht die Stimmung verderben, aber der als Supermann und Bäumeausreisser ganz berühmte Laschet wird zusammen mit der FDP genau so wenig für die Abgehängten tun wie Trump und seine Milliardärsminister. Jetzt wird NRW wieder neoliberal: Verhätschelung der Konzerne durch Förderungen und niedrige Steuern, soziale Bremsen für die da unten. Elitenförderung statt Chancengleichheit, die Ungleichheit wird weiter wachsen, wie die Vorstandsgehälter. Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.
Glauben Sie ernshaft das die Abgehängten durch ihr Wahlverhalten hier den Ausschlag zugunsten von CDU und FDP gegeben haben?
Okay in gewisser Weise wohl schon, aber sicherlich nicht weil sie aktiv ihr Kreuz bei den beiden Parteien gesetzt haben.
Bleibt die Frage warum die LINKE nicht stärker von den Abgehängten profitiert hat? Sind die vielleicht gar keine Alternative zur SPD? Vermutlich fehlt diesen Menschen eine echte Interessenvertretung. Die SPD ist auf jeden Fall nicht, die GRÜNEN sowieso nicht, na ja und die LINKE wohl auch nicht so richtig.
All das kann man aber nicht CDU und FDP zum Vorwurf machen. Die haben ihre Wähler mobilisiert und wie ich denke haben wir auch das richtige gewählt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ontologix II 15.05.2017, 10:25
158. Johannes Rau gesucht

1908 instruierte ein britischer Militaergeheimdienstler Offiziere ueber die Eigenschaften preussischer Soldaten.
Ein Pommer marschiert, bis er tot umfaellt. Ein Brandenburger marschiert, bis er umfaellt. Ein Sachse marschiert, bis er muede wird, und ein Rheinlaender marschiert solange es ihm passt.
Und diesen Schunkel-Rheinlaendern praesentierte die SPD erst den nassforschen Hanseaten Steinbrueck und dann die knochentrockene Ariel-Clementine Kraft. Das musste schiefgehen.
Der Gefuehlsmensch Johannes Rau wurde 20 Jahre lang immer wieder gewaehlt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thedoctor46 15.05.2017, 10:28
159.

Zitat von privatbahn
....also Lehrer (Frau Löhrmann) und Pädagogen (Herr Jäger)? ....
...es ist noch schlimmer: Jäger's Grundqualifikation ist Groß- und Außenhandelskaufmann. Er hat - im Gegensatz zu Frau Löhrmann - sein Pädagogikstudium nie abgeschlossen, bzw. nie das für die Tätigkeit als Lehrer/Pädagoge notwendige zweite Staatsexamen absolviert.
Mit einem größeren Maß an Inkompetenz konnte man das so immens wichtige Amt des Innenminsters nicht besetzen.... .

Das ist - der reinen, fachlichen Logik nach - eigentlich das klassische Amt für Juristen.
Laschet ist Jurist - mal schauen, wie sein Kabinett aussieht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 16 von 17