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Rot-schwarzes Bündnis: Wie man sich eines Feindes entledigt
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Kaum jemand ist bei der Linkspartei so verhasst wie der Berliner Historiker Hubertus Knabe. Jetzt wurde er seines Amtes enthoben - mit freundlicher Hilfe aus dem Kanzleramt. So gehen Intrigen heute.

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anton_otto 04.10.2018, 16:35
1. Infam

Man muß schon sehr naiv oder böswillig sein, um den politischen Aspekt abzustreiten. Natürlich ist die Stasi-Gedenkstätte der sich modern gebenden "Linkspartei" ein Dorn im Auge. Da ist dann jede Trickserei erlaubt: Daß man Knabe keine Informationen lieferte und ihm jetzt deswegen Untätigkeit vorwirft, ist infam. Die Vorwürfe, die in den Tagen um die Entlassung Knabes erhoben wurden, sind nicht minder schwammig: "Struktureller Sexismus" und "Frauenbild aus den 50er Jahren" kann alles und nichts bedeuten, es bedarf dann auf der ganz linken Seite auch keiner genaueren Erklärung.

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grünbeck,harald 04.10.2018, 16:35
2. Primitiver Hetzer

Für mich ist Knabe kein Historiker sondern primitiver Hetzer, der in das politische Lager paßt. Wer den Faschismus und die DDR gleichsetzt, verdreht die Geschichte. Wo ist seine Aufarbeitung z.B. der Rolle der Geheimdienste der alten Bundesrepublik gegenüber der DDR. Warum bleiben diese Akten geschlossen,vielleicht fällt das so demokratische Kartenhaus BRD zusammen. Warum hat man dazu keine Interesse, auch von den Medien aus? Eine einseitige Aufarbeitung der Geschichte der DDR ohne die Wechselverhältnisse zu beleuchten ist für mich eine Verdummung der alten Bundesbürger aber auch der heutigen Jugend der BRD. Solche Historoker wie Knabe behindern das Zusammenwachsen in der BRD.

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steueramtsrat 04.10.2018, 16:42
3.

Gestern war Tag der Einheit. 27 Jahre Einheit. Es gibt eine Partei, die gab es vor dem 03.10.1990 in der DDR und nach dem 03.10.1990 im vereinigten Deutschland und zwar die LINKE (vormals PDS). Es gibt in dieser Partei Menschen, die sind nach dem 03.10.1990 geboren; es gibt Menschen, die sind in dieser Partei und vor dem 03.10.1990 in den alten Ländern geboren; es gibt Menschen, die lebten in der DDR und sind erst nach dem 03.10.1990 in diese Partei eingetreten. Diese Menschen wollen Sie alle dafür verantwortlich machen, was die alte SED verbrochen hat. Dann ist der BND der Nachfolger und damit identisch mit der Abwehr bzw. des RSHA, der Verfassungsschutz mit der Gestapo, das Auswärtige Amt und die anderen Ministerien und Behörden sind dafür verantwortlich zu machen, was ihre Vorgänger bis zum 08.05.1945 so verbrochen haben. Wie wäre es mal damit? Die Konservativen waren am 30.01.1933 die Steigbügelhalter Hitlers. Sollten man denen das nicht auch mal vorhalten? ist ja noch nicht so lange her und absolut gerechtfertigt. Seltsam, die ganzen besorgten Bürger darf man nicht zu Nazis erklären, dass wäre eine unzulässige Verallgemeinerung, aber die LINKE soll sich immer vorhalten lassen, dass sie noch die alte SED wäre.

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vox veritas 04.10.2018, 16:43
4.

Das Ganze riecht doch nach einer Masche à la Kießling-Affäre aus dem Jahr 1984. Das war damals auch inszeniert.

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mostly_harmless 04.10.2018, 16:47
5.

Nuja. Jemand, der Lafos Kontakte zur SED zu einem seiner Lieblingsthemen macht, aber die Kontakte von Strauss zur SED mit keiner Zeile erwähnt, macht sich jedenfalls einer Sache nicht verdächtig: Wissenschaftlicher Objektivität..

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mac4me 04.10.2018, 16:49
6. Keine Verschwörungstheorie

Das ist eine astreine Intrige. Keine Verschwörungstheorie ist die Annahme, dass es sich hier um Zersetzung in klassischer Stasi-Manier handelt. Es ist wesentlich mehr als eine Intrige, denn Knabe war einer der engagiertesten Kämpfer gegen Stasi-Profiteure und -Seilschaften in der vereinigten Republik. Denn die Stasi hatte im Westen höchstwarscheinlich viel mehr Einfluss und Mitarbeiter auf der Liste, als bekannt ist.

Knabe hatte 190 Anträge auf Akteneinsicht in diesem Zusammenhang gestellt, nur 29 wurden ihm genehmigt. Dabei geht es um die sogenannten Rosenholzakten, 381 CD-Roms, auf denen v.a. Auslands-Karteikarten der HVA enthalten sind. Diese gelangten an den CIA und später an die Birthler-Behörde. Die hat aber die Anträge sehr restriktiv beschieden und kaum Informationen herausgegeben.

Knabe untersteht dem Kultursenator Lederer. Dieser ist von der Linken, und die Linke hat überhaupt kein Interesse daran, dass alte Stasi-Seilschaften öffentlich werden. Knabes designierte Nachfolgerin ist nun ausgerechnet Marianne Birthler. Ein Schelm, der Arges dabei denkt. Da will Lederer den Bock zum Gärtner machen. Man kann nur hoffen, dass die Kündigung Knabes gerichtlich nicht durchgeht.

Knabe hat die Zahl der Besucher auf über 470.000 pro Jahr erhöhen können. Dies zeigt war eine ausgezeichnete Arbeit. Mit seiner durchsichtigen Abservierung hat sich Lederer eindeutig übernommen. Er will die Sexismus – Hysterie nutzen, um seinen Intimfeind loszuwerden. Dafür zeugt, dass dieser nicht mal die Gelegenheit hatte, eindeutig Stellung zu nehmen. Das geht hoffentlich nach hinten los.

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Benefranz2 04.10.2018, 17:00
7. Opportunismus aus kindlichem Trotz

Kenne den Fall nicht gut genug. Dennoch unterstützt Hr. Fleischhauer anscheinend die Aussage von Hrn Knabe, dass die Linke im Grunde genommen die SED im neuen Gewand ist. Kann man so sehen. Er bockt aber, wenn man der Meinung ist, dass die AFD im Grunde gekommen die NPD in blau ist. Also lassen sich bei den „Konservativen“ auch alle genannten Formen des Opportunismus beobachten. Es kommt aber noch eine dazu: Opportunismus aus kindlichem Trotz. Und das macht die Rechten gefährlich.

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Strichnid 04.10.2018, 17:01
8.

Zitat von anton_otto
Man muß schon sehr naiv oder böswillig sein, um den politischen Aspekt abzustreiten. Natürlich ist die Stasi-Gedenkstätte der sich modern gebenden "Linkspartei" ein Dorn im Auge.
Die Gedenkstätte sicher nicht, aber Knabe ja - zu Recht. Der Mann war schon vor diesem Skandal viel zu ideologisch reaktionär.

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Grummelchen321 04.10.2018, 17:05
9. Fakt ist

das sich die Linke nie vom SED Unrechtsregime distanziert hat.Auch wenn ich in einigen Punkten auf deren politischer Linie bin ist das ein Grund diese nicht zu wählen.

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