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Rote-Khmer-Tribunal: Der kühle Exekutor fühlt keine Schuld

Ein kleines Rädchen - so sieht sich der Angeklagte beim ersten Rote-Khmer-Prozess. Freimütig berichtet Folterchef Kaing Guek Eav alias Duch, wie er sein blutrünstiges Handwerk von CIA und KGB gelernt hat. Er beruft sich auf Befehlsnotstand: "Ich war meinen Oberen ergeben wie dein deutscher Schäferhund".

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Klaus S. 03.05.2009, 10:37
1. Ausser Spesen nichts gewesen.

Warum muss man 150 millionen ausgeben um einen Prozess zu fuehren? Warum findet der Prozess erst jetzt statt? Die Nazi Prozesse wurden dagegen im Schnellverfahren durchgeuehrt (Was richtig war!!). Das ganze ist eine Farce des Westens um der Welt zu zeigen das sie etwas unternehmen. Warum haben sie in den 70er Jahren nichts unternommen?
Viele Fragen und es wird keine Antworten geben. Besser man haette das Geld fuer direkte Hilfe fuer die Opfer Familien eingesetzt. So ist das halt. Von den 150 millionen geht ein grossteil an die Auslaender damit sie gemuetlich anreisen koennen und gut untergebracht sind und 50% in die Korruption. Das ist das Gleiche wie bei den Mitarbeitern der Hilfsorganisationen die immer nur grosse Autos fahren und sich Nachts in den Hotel Bars und anderen Bars rumtreiben. Ich glaube mir ein Urteil erlauben zu koennen, da ich Cambodia sehr oft bereise.Wenn alles vorbei ist kann man sagen "Ausser Spesen nichts gewesen".

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ThFuegner 03.05.2009, 10:39
2. Die einzige Verdrängung..?

Es wird nicht nur in Deutschland mit zweierlei Maß gemessen.
Die Verbrechen der Braunen werden uns allenthalben vor Augen geführt. Und das ist richtig und gut so.
Das darf und soll sich nie wiederholen.
Und die Verbrechen der "Roten"?
Es sind nicht nur die Roten Khmer und Vietcong, die Verbrechen in der Sowjetunion unter Stalin (Gulag) forderten etwa 20 Millionen Opfer, Maos Revolution kostet etwa 80 Millionen Menschen das Leben.
Im Kampf der roten Ideologie sterben noch heute Menschen unter dem "Leuchtenden Pfad", die SED- Nachfolgepartei versucht die Verbrechen der Stasi und Mauertoten zu banalisieren,..
Selbst die Krawalle Tausender verfassungsfeindlicher Linksautonomer werden mehr als Banale Mai- Rituale zur Kenntnis genommen, (Körting) während sich bei Ansammlungen von ein paar Hunderten Rechter ein Sturm der Entrüstung erhebt und man die Demokratie in Gefahr sieht.

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Sveto 03.05.2009, 10:54
3. Kbw

War das nicht die Jugendliebe unserer famosen Ulla Schmidt? Da wundert einen allerdings nichts mehr - sie will ja auch nur heute nur glauben, was in ihr ideologisch verbohrtes Weltbild passt (und schiebt das vorhersehbare Scheitern ihres perversen "Gesundheitsfonds" (ein schönes Beispiel für "Neusprech" im Sinne Orwells) jetzt flugs auf die Wirtschaftskrise).

Schon irgendwie lustig: Wer in seiner Jugend auch nur einmal die "erste Strophe" gesungen hat, der kann in der deutschen Politik nie mehr etwas werden, aber der Kotau vor linken Massenmördern u.ä. wirkt sogar karrierefördernd (siehe etwa Joschka Fischers Auftritt auf dem PLO-Kongress 1969 in Algier oder Daniel Cohn-Bendits mehr als nur zweifelhafte Ergüsse in "Der grosse Basar" (1975), dort inbesondere Seiten 139 bis 147).
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RobbiTobbi 03.05.2009, 12:25
4. So fern, so nah

Zitat von sysop
"Ich war meinen Oberen ergeben wie ein deutscher Schäferhund".
Herr Duch irrt. Ein deutscher Schäferhund hat Charakter.

Vielleicht meint er einfach "deutsch"? Und denkt an Joscha Schmierer, damals einer der KBW Oberfuzzies ("Zentralkommitee") und während der Massemnorde zu Besuch bei der Bruderpartei in Kampuchea?

Mit der erstaunlichen Karriere 20 Jahre später ins Aussenministerium wechseln zu dürfen. Ins deutsche Aussenministerium, als Angestellter von Joschka Fischer.

Was hat ihn qualifiziert? Meiner Meinung nach dasselbe, was einem Kiesinger eine Ohrfeige einbrachte. Politische und menschliche Blindheit.

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Papa_Oystein 03.05.2009, 13:11
5. weil...

Zitat von Klaus S.
...Warum findet der Prozess erst jetzt statt? Die Nazi Prozesse wurden dagegen im Schnellverfahren durchgeuehrt (Was richtig war!!). Das ganze ist eine Farce des Westens um der Welt zu zeigen das sie etwas unternehmen. Warum haben sie in den 70er Jahren nichts unternommen?
Warum? Ist doch offensichtlich: Weil man der Täter nicht habhaft werden konnte. Der Westen hatte schlicht keinen Zugriff auf Kambodscha in den 70ern, nachdem die USA das Land bombardiert, den Krieg aber verloren hatten (es mangelt im Westen viel mehr an der Aufarbeitung der völkerrechtswidrigen Massentötungen seitens der USA). Deutschland war 1945 komplett erobert und hatte kapituliert - die faktische Voraussetzung für eine schnelle juristische Aufarbeitung von Staatsverbrechen.


Zitat von Klaus S.
...Besser man haette das Geld fuer direkte Hilfe fuer die Opfer Familien eingesetzt....
Nein, beides ist nötig; die Herstellung des Rechtsfriedens ist sogar noch nötiger, und noch schwieriger, soe ist aber Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft und damit für die Heilung oder wenigstens Kompensierung der Wunden.

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Haywood Ublomey 03.05.2009, 13:16
6. Das stärkste Stück

hat sich „der Westen“ aber erst nach dem Sturz der Roten Khmer geleistet. Da wurde endgültig und unleugbar bekannt, was sich in Tuol Sleng und anderswo abgespielt hat, denn diese Knochengebirge hätten die einmarschierten Vietnamesen nicht so schnell fälschen können. Und was geschah? Der Sitz Kampucheas bei der UNO ging an die Roten Khmer (mit Sihanouk als Grüßaugust), China führte eine „Strafexpedition“ nach Nordvietnam durch und Thailand wurde zu einem häßlichen kleinen Krieg gegen Kampuchea ermuntert. Es wurde ein klassischer Stellvertreterkrieg der Großmächte ausgetragen, angeheizt dadurch, daß die USA ihre Pleite in Vietnam noch lange nicht verdaut hatten, China den Verlust seines maoistischen Feldversuchslabors nicht verknusen konnte und die Sowjetunion durch ihr rabiates Agieren in Afghanistan die ganze Welt gegen sich aufbrachte. Die Kambodschaner haben das noch weitere 20 Jahre lang ausbaden müssen; ähnlich schlimm traf es nur noch die Afghanen und Angolaner.

Soviel zu den Großmächten. Was machten die Kleinstaaten und Gernegroße? In Stockholm fand noch im November 1979, fast ein Jahr nach dem Sturz der Verbrecherbande, ein „Pol-Pot-Solidaritätskongreߓ statt, zu dem u.a. die halbe KBW-Führung pilgerte, die heute dem linken Flügel der Grünen Realitätsblindheit und der Linkspartei mangelnde Demokratiefähigkeit vorwirft.

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filou11 03.05.2009, 13:21
7. Kamboschanischer Holocaust

Ich habe gerade Siem Reap (Angkor Wart) besucht. Erfreulich ist zu sehen, wie sich dieses Land, genauer gesagt die jungen Menschen, bemühen nach vorne zu kommen. Vieles funktioniert nur mit und durch die Unterstützung von Ausländern wobei die Japaner eine führende Rolle spielen. Es sind Privatleute aus Japan welche da finanzielle Unterstützung leisten. Das Kinderkrankenhaus kann nur dank der Spenden von Ausländern die Behandlung der Erkrankten Kinder sicherstellen, da die Eltern kein Geld für die Behandlung haben. Es ist traurig zu sehen welche Schlangen von Müttern mit ihren Kindern dort warten. Eine Krankenversicherung gibt es nicht.

Ich stelle mir die Frage, ob und was der Prozess gegen einen der am kamboschanischen Holocaust beteiligt war, für die Menschen dort bringt. Bei Pol Pots Holocaust wurden 3 Mio. Menschen des damals 12 Mio. Einwohner zählenden Landes systematisch vernichtet. Zuerst kamen die Militärangehörigen , dann die Brillenträger und zuletzt die Mönche dran. Die systematische Ermordung von 3 Mio. Menschen, das sind 25 % der Einwohner, wurde eine ganze Generation vernichtet welche jetzt fehlt. In der Geschichte der Menschheit ist dieser Holocaust gerade wegen seiner präzisen Planung einmalig. Das sollten wir nicht vergessen!

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DJ Doena 03.05.2009, 13:22
8. CIA Waterboarding

Zitat von sysop
Ein kleines Rädchen - so sieht sich der Angeklagte beim ersten Rote-Khmer-Prozess. Freimütig berichtet Folterchef Kaing Guek Eav alias Duch, wie er sein blutrünstiges Handwerk von CIA und KGB gelernt hat. Er beruft sich auf Befehlsnotstand: "Ich war meinen Oberen ergeben wie dein deutscher Schäferhund".
Vielleicht sollte er Obama fragen. Wenn man nur befehle befolgt hat, kann man ja nicht plötzlich hinterher angeklagt oder gar verurteilt werden, das wäre ja unfair - CIA Waterboarding anyone?

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kein Ideologe 03.05.2009, 13:23
9. ich bin entsetzt,

das Thema steht hier schon 3 1/2 Stunden und bisher hat noch niemand klar gesagt:
1. Daß das alles ganz anders war
2. Daß das noch nicht der richtige Sozialismus war
3. Daß die Amerikaner schuld sind
4. Das der Kapitalismus schuld ist
5. Daß der richtige Sozialismus noch kommt

und ganz wichtig, es wurde noch nicht klar gesagt, daß die Bankster natürlich viel schlimmer sind.
na vielleich schlafen die Inhaber der Wahrheit noch, sie hatten ja vorgestern große Party.


Ich halte es für eine Riesenleistung, das Kambodga wieder wieder so etwas wie funktionierende Staatlichkeit in den Griff bekommt, und wenn es in der jetzigen Phase nur über Korruption läuft, dann ist das eben so. Das ist mit praktisch ausgerotteter Elite ein schwieriges Unterfangen. Ich vermute, ein früheres Aufarbeiten war gar nicht möglich. Verdrängung ist nicht immer etwas schlechtes, manchmal ist sie notwendig daß die Überlebenden weiterleben können. Der Vergleich mit Nürnberg ist Unfug, die westdeutsche Justitz war erst in den 60igern so weit Nazi-Unrecht vernünftig zu bearbeiten. Die Ostdeutsche hat es gar nicht versucht, da ging es nur um Zweckurteile.

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