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Rückt die Republik nach links?

Die einst bei der SPD verpönte politische Zusammenarbeit mit der Linken ist wieder im Gespräch. Ist eine weitere Annäherung zwischen Sozialdemokraten und der Partei Oskar Lafontaines denkbar? Rückt die Republik nach links?

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IDECT 08.09.2009, 20:38
710. Rückt die Republik nach links

die CDU wird sich in Zukunft daran gewöhnen müssen,mit einer starken Linken zu leben. Man wird diese Partei nicht länger ignorieren können.

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Rosbaud 08.09.2009, 21:11
711. Mises - nein danke

Zitat von spieglfechter
Das ist ja alles schön und gut. Nur, was hat der 1913 in den USA etablierte, real existierende, seit WKII weltweit wuchernde und seit Anfang der 70er hochbeschleunigte protofaschistische US FEDalismus mit den partiell äußerst präzisen Analysen von Mises zu tun - oder gar mit einem System nach van Mises Vorstelllungen ? NICHTS.
Ist also der „FEDalismus“ alleine schuld an der zurzeit grassierenden Krise? Die Anbetung der heiligen Dreifaltigkeit des freien Marktes – Deregulierung, Privatisierung, Liberalisierung – spielt keine Rolle für Sie? Wenn Sie tatsächlich so denken sollten, müsste ich Ihnen Realitätsverweigerung unterstellen.

Um zu illustrieren, wie Mises getickt hat, ein Ausschnitt aus einem Artikel im „manager-magazin:

"Ihr seid nichts als ein Haufen Sozialisten", soll von Mises einst auf einer Tagung der liberalen Mont-Pèlerin-Gesellschaft, zu deren Mitgliedern neben Hayek zum Beispiel auch Milton Friedman und Walter Eucken gehörten, den Anwesenden zugerufen haben, bevor er wutschnaubend den Raum verließ. Euckens Ordoliberalismus sowie die Versuche Röpkes und Walter Lippmanns, dem Interventionsstaat einen festen Platz im liberalen Gedankengebäude zu verschaffen, hielt Mises laut Jörg Guido Hülsmann "für völlig verfehlt".

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Tubus 08.09.2009, 21:14
712. Opposition

Zitat von IDECT
die CDU wird sich in Zukunft daran gewöhnen müssen,mit einer starken Linken zu leben. Man wird diese Partei nicht länger ignorieren können.
Vor allem wird sich die SPD daran gewöhnen müssen. Im Gegensatz zu Strauß (keine Partei rechts von der CDU/CSU)ist es ihr nicht gelungen weder die Grünen noch die Linken wegzuintregieren. Ein Ergebnis der Müntestrategie "Opposition ist Mist" Regiert mal weiter. Bis der Letzte das Licht aus macht.

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Rosbaud 08.09.2009, 21:29
713. Man sollte es mit einem Linkskeynesianismus versuchen

Zitat von smallbrother
Als jemand, der die Folgen sozialistischer Planwirtschaft am eigenen Leibe erfahren musste, sehe ich zur leistungsbezogenen Wirtschaftsform keine Alternative.
Passen Sie auf, dass Sie nicht vom Regen in die Traufe kommen. Nach dem Zusammenbruch der realsozialistischen Länder ist auch der Boden unter den kapitalistischen Ländern ins Schwanken geraten. Wohin der marktradikale Weg führt, lässt sich zurzeit besichtigen.

Meiner Meinung nach gibt es aber einen dritten Weg: den Linkskeynesianismus. Und genau diesen Weg möchte die Führungsspitze der Linkspartei gehen.

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Tolotos 08.09.2009, 22:08
714.

Zitat von smallbrother
Als jemand, der die Folgen sozialistischer Planwirtschaft am eigenen Leibe erfahren musste, sehe ich zur leistungsbezogenen Wirtschaftsform keine Alternative.
Wo sehen Sie denn diese "leistungsbezogenen Wirtschaftsform"?

Wenn ich sehe, wie z. B. das Ausplündern von Karstadt durch sein Management und das weltweite Ausplündern der Realwirtschaft durch die Geldwirtschaft auf Kosten der Arbeitnehmer honoriert wird, dann scheint das Wirken der real existiereden, globalisierten und politikbefreiten Weltwirtschaft doch eher nach dem Motto zu funktionieren:

"Reale Leistung darf sich niemals wieder lohnen!"

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yogtze 08.09.2009, 22:43
715. Nur nicht den Kopf verlieren!

Zitat von Tubus
Dass das beim nächsten Mal auch so läuft würde ich den Kopf wetten. Nicht meinen aber Ihren!
Guten Abend,
schätze, Sie sind im Vorstand einer "notleidenden" Bank? Hab' mal irgendwo gehört, da zockt man auch ganz gerne und lässt dann andere dafür bluten;-)
Andererseits scheinen Sie ja Ihren Kopf bereits verloren zu haben ob der Panik vor einer starken Linken, die die den Neoliberalen den Weg an die Macht versperren könnten!

Ich werde aber leider Recht behalten, denn die derzeitige SPD- Führung ist zu feige und/oder zu dumm, um dem Wählerwillen nach einer linken Mehrheit in diesem Land zu folgen!
Die derzeitige für mich kaum noch nachvollziehbare Nibelungentreue der SPD zu den Konservativen bis hin zum eigenen Untergang sollte Sie heute Nacht ruhig schlafen lassen...Auch wenn Sie es dieser SPD- Führung nur mit Misstrauen und Unterstellungen danken.

Da es erst in der Opposition eine neue SPD- Führung geben wird, die den Wählerwillen nach einer linken Mehrheit respekiert, werde ich meinen Kopf wohl auch nach Ihrer Wette behalten können und heute Nacht auch recht gut schlafen;-)

...Ihnen hingegen wünsche ich Albträume mit Oskar als Kanzler, harharhar;-)

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kdshp 09.09.2009, 23:12
716.

Zitat von IDECT
die CDU wird sich in Zukunft daran gewöhnen müssen,mit einer starken Linken zu leben. Man wird diese Partei nicht länger ignorieren können.
Hallo,
was sie selber schuld ist denn je schelchtere politik die CDU/CSU macht desto stärker die linken kräfte und das ist auch gut so.

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Gast100100 09.09.2009, 23:13
717.

Zitat von Emil Peisker
Nun, Gast hundert/hundert Ein Beitrag von Michael Miersch, und wo ist die Nachricht? Ein ausgewiesener Ökologiefeind und....
Sagt Ihnen zB das Telefax, MP3 etc etwas? Das hätte genauso gut in den Cicero-Artikel als Beispiel für unsere technikfeindliche Gesellschaft gepasst. Bei uns entwickelt, im Ausland vermarktet.

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Schlaubi555 09.09.2009, 01:35
718. Vollkommen richtig!

Zitat von Rosbaud
Passen Sie auf, dass Sie nicht vom Regen in die Traufe kommen. Nach dem Zusammenbruch der realsozialistischen Länder ist auch der Boden unter den kapitalistischen Ländern ins Schwanken geraten. Wohin der marktradikale Weg führt, lässt sich zurzeit besichtigen. Meiner Meinung nach gibt es aber einen dritten Weg: den Linkskeynesianismus. Und genau diesen Weg möchte die Führungsspitze der Linkspartei gehen.
Richtig gesehen.
Das Problem ist nur, daß, abgesehen von den unvermeidlichen PR-Schreibern, die´s für Geld machen, die angebotsorientierte Schule der Volkswirtschaft eine Pseudo-Religion ist. Sie können argumentieren, wie Sie wollen, einen "religiös Erleuchteten" werden Sie nicht umstimmen.

Da können Sie die durchschlagendsten Argumente haben, da kann das Bankenwesen in Trümmern liegen und der Export bis zu 30% einbrechen, sie werden immer ihr Glaubensbekenntnis "Der Markt regelt alles" dagegen halten. Und da dieses, mit den Geboten "Mehr Netto vom Brutto" und "Sozial ist was Arbeit schafft", frei von jeglichen überprüfbaren Fakten (der Grund für den Namen der FDP) ist, kann keiner der Jünger oder der Hohen-Priester Sinn, Henkel usw. von der Realität überzeugt werden.

Religiöser Wahn ist von einem guten Psychiater teilweise heilbar, nur dauert es lange. Vielleicht kann man denen ja als Erstz-Religion den Katholizismus, oder besser den Buddhismus anbieten, dann wären die weniger gefährlich.

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gaga007 09.09.2009, 07:27
719.

Zitat von Rosbaud
Passen Sie auf, dass Sie nicht vom Regen in die Traufe kommen. Nach dem Zusammenbruch der realsozialistischen Länder ist auch der Boden unter den kapitalistischen Ländern ins Schwanken geraten. Wohin der marktradikale Weg führt, lässt sich zurzeit besichtigen. Meiner Meinung nach gibt es aber einen dritten Weg: den Linkskeynesianismus. Und genau diesen Weg möchte die Führungsspitze der Linkspartei gehen.
Friedrich August von Hayek (... zählt zu den wichtigsten Denkern des Liberalismus im 20. Jahrhundert. 1974 wurde er aufgrund seiner bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Geld- und Konjunkturtheorie mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet)sagte ... "seien wirtschaftliche Prozesse zu komplex, als dass sie zentralisiert gesteuert werden könnten. Auf Grund dieses nur sehr bedingt zur Verfügung stehenden Steuerungswissens sei es nicht möglich, „antizyklische“ Prozesse durch den Staat anzuregen. Dieses Wissensdefizit der öffentlichen Hand gepaart mit der dem staatlichen Handeln unterstellten inhärenten Tendenzen zum Selbsterhalt der Verwaltung sowie der fortschreitenden Bürokratisierung führen nach Hayek zu einem vermehrten Einnahmebedarf des Staates, der die wirtschaftliche Entwicklung erheblich erschwere. Demzufolge seien „antizyklische“ Maßnahmen der öffentlichen Hand mit Sicherheit zum Scheitern verurteilt."

Die Praxis und das wirtschaftliche Scheitern aller sozialistischen / kommunistischen Volkswirtschaften bestätigt diese Aussage - die Linkspartei läuft den falschen Idealen hinterher. Die Wähler unterliegen einem Irrglauben, wenn sie annehmen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage durch die Politik der Linkspartei verbessern würde.

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