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Rücktritt der Armeeführung: Türkisches Militär kapituliert vor Erdogan

Es ist das Ende einer fast hundert Jahre dauernden Militärdominanz: Die türkische Armeeführung ist geschlossen zurückgetreten,*die*Macht der*Generäle*ist gebrochen. Der große Gewinner ist Ministerpräsident Erdogan -*seine Position*ist jetzt so stark*wie nie zuvor.

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kyon 30.07.2011, 12:11
1. Kontinentaldrift

Zitat von sysop
Es ist das Ende einer fast hundert Jahre dauernden Militärdominanz: Die türkische Armeeführung ist geschlossen zurückgetreten,*die*Macht der*Generäle*ist gebrochen. Der große Gewinner ist Ministerpräsident Erdogan -*seine Position*ist jetzt so stark*wie nie zuvor.
Das bedeutet, dass sich der Kontinentaldrift beschleunigt und die Türkei sich weiter von Europa entfernt.
Und das ist gut so für Europa, nicht aber für die Türkei.

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ToastedByLaw 30.07.2011, 12:14
2. Ah

Zitat von sysop
Es ist das Ende einer fast hundert Jahre dauernden Militärdominanz: Die türkische Armeeführung ist geschlossen zurückgetreten,*die*Macht der*Generäle*ist gebrochen. Der große Gewinner ist Ministerpräsident Erdogan -*seine Position*ist jetzt so stark*wie nie zuvor.

Jetzt ist ja der Weg frei. Mal schauen wie lange es dauert, bis die Imame ihren Einfluß geltend machen werden. Ich vertraue trotzdem auf die aufgeklärten Türken.

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WUT 30.07.2011, 12:17
3. Schwarz.

Zitat von kyon
Das bedeutet, dass sich der Kontinentaldrift beschleunigt und die Türkei sich weiter von Europa entfernt. Und das ist gut so für Europa, nicht aber für die Türkei.
Wieso ist es gut für Europa? Erklären Sie mir bitte das? Warum dieser Türkenhaß?

Es ist für niemandem gut, auch nicht für die Bevölkerung in der Türkei oder der Bevölkerung in Europa. Keiner weiß, was Erdogan vor hat oder was sein Ziel ist. Niemand weiß wohin der Weg geht. Europa hat am Anfang Erdogan unterstützt, weil das Militär immer ein Dorn im Auge war und Erdogan diese schwächte und das Land "demokratisierte". Aber man sieht ja, wohin die Demokratisierung führt: Ins NIEMANDSLAND!

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raka 30.07.2011, 12:18
4. .

Zitat von kyon
Das bedeutet, dass sich der Kontinentaldrift beschleunigt und die Türkei sich weiter von Europa entfernt. Und das ist gut so für Europa, nicht aber für die Türkei.
Ich glaube auch, dass sich die Türkei eiter von der EU entfernt. Hoffentlich erledigt sich damit die Beitrittsdiskussion.
Es könnte schon sein, dass die Türkei sich auch weiter in Richtung islamischer Staat entwickelt, die Armee stand ja bisher immer davor. Aber wenn es der Wille der Türken ist, dann muss man das akzeptieren, ob es uns passt oder nicht.
Hauptsache das findet außerhalb der EU statt.

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xzz 30.07.2011, 12:20
5.

Damit ist der letzte Garant des türkischen Laizismus gefallen. Erdogan hat nun freie Hand.

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EarlGrey67 30.07.2011, 12:24
6. Die Demokratie hat schon verloren

Der letzte Satz des Artikels "Ob aber auch die Demokratie gewinnt, muss sich erst noch zeigen" ist wohl ein schlechter Witz, wenn im Artikel zugleich auf drakonische Maßnahmen gegenüber der Presse und Haft ohne Anklage in vielen Fällen verwiesen wird. Presse mundtot zu machen und jeden, der nach Opposition und Gefährdung der eigenen Macht riecht, einzubuchten, hat mit Demokratie schon jetzt nicht mehr allzuviel zu tun.

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1923 30.07.2011, 12:24
7. ist das eine freudige Nachricht?

Was hier vom Verfasser des Artikels "als Sieg von Erdogan" geschildert wird, ist mitunter eine verfrühte Beurteilung der Situation. V. a. weiß noch niemand, wie die Öffentlichkeit die Rücktritte des Oberkommandos aufnehmen wird.

Aus der Sicht der EU, und Deutschland als zentrale Macht Europas ist der Rücktritt in Wahrheit keine erfreuliche Entwicklung.

Ist der Widerstand der Armeeführung gebrochen? Gegen wen hatte die Armeeführung Widerstand geleistet? Diese Fragen werden in dem Artikel nicht erörtert.

So wie vor der Besatzung des Iraks leisteten die Generäle auch Widerstand gegen die amerikanischen Bestrebungen, die Türkei und ihre Militärmacht im Falles eines Angriffes auf den Iran zu instrumentalisieren. Wenn der Widerstand der Militärführung nun gebrochen sein soll, wie der Autor behauptet, ist es anzunehmen, dass die Türkei sich jetzt vollends bei den Bestrebungen der USA partizipieren wird, den Mittleren Osten neu zu formen. Ich denke nicht, dass das vorteilhaft für Deutschland sein wird.

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donbernd 30.07.2011, 12:27
8. gut

Zitat von EarlGrey67
Der letzte Satz des Artikels "Ob aber auch die Demokratie gewinnt, muss sich erst noch zeigen" ist wohl ein schlechter Witz, wenn im Artikel zugleich auf drakonische Maßnahmen gegenüber der Presse und Haft ohne Anklage in vielen Fällen verwiesen wird. Presse mundtot zu machen und jeden, der nach Opposition und Gefährdung der eigenen Macht riecht, einzubuchten, hat mit Demokratie schon jetzt nicht mehr allzuviel zu tun.
Dieser Kommentar ist besser als der gesammte Subtext des Artikels

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duk2500 30.07.2011, 12:28
9. ein anatolischer Hugo Chavez?

Die türkischen Streitkräfte haben bei allen begangenen Fehlern in den letzten Jahrzehnten die kemalistische und weltliche Republik Türkei gegen die Extremisten von links, rechts und aus dem religiösen Lager verteidigt.

Diese Zeiten sind jetzt wohl vorbei, dem laizistischen Kemalismus hat Erdogan nachhaltig und unter Applaus der EU das Rückgrat gebrochen.

Ob das nachhaltig der Demokratisierung in dieser Region nützt ist zu bezweifeln. Sehr viel wahrscheinlicher ist die Weiterführung der Islamisierung des Landes.

Nach dem mächtigen und sehr klug mit vermeintlich demokratischen Methoden ausgeschalteten Erzfeind in den Streitkräften wird Erdogan sich jetzt der politischen Opposition in den nicht-religiösen Parteien zuwenden.

Danach führt er das Land als Vollmitglied in die EU.

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