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Rüstungsdeal: Helikopter-Bestellung bringt de Maizière neue Kritik ein
DPA

Erst die "Euro Hawk"-Affäre, nun Vorwürfe bei einem anderen Rüstungsdeal: Verteidigungsminister de Maizière wollte eigentlich Geld sparen, indem er für die Bundeswehr weniger Hubschrauber kauft als geplant. Doch die SPD wirft ihm vor, einen "lausigen Deal" verhandelt zu haben.

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Palmstroem 22.06.2013, 16:29
10. Wer hat´s bestellt

Zitat von sysop
Erst die "Euro Hawk"-Affäre, nun Vorwürfe bei einem anderen Rüstungsdeal: Verteidigungsminister de Maizière wollte eigentlich Geld sparen, indem er für die Bundeswehr weniger Hubschrauber kauft als geplant. Doch die SPD wirft ihm vor, einen "lausigen Deal" verhandelt zu haben.
Schon lustig, dass gerade die SPD den Verteidigungsminister kritisiert. Denn Scharping und Struck haben für 50 Milliarden neue Rüstung bestellt und nun meckert man, dass die verkleinerte Bundeswehr das Zeug nicht mehr braucht.

"So droht Scharpings Etat, der bis 2006 bei 24,4 Milliarden Euro jährlich eingefroren ist, an der Vielzahl der nebeneinander laufenden Vorhaben zu ersticken. Dort die neue Weltrolle Deutschlands, hier der dringend notwendige Modernisierungsbedarf der Truppe. Darum mahnt auch die Verteidigungsexpertin der Grünen, Angelika Beer, zu baldigen Nachbesserungen "Würden alle Beschaffungsvorlagen verwirklicht, scheitert die Haushaltskonsolidierung."

Dabei ist der geplante Ankauf von 73 Großraumtransportern vom Typ Airbus A400M (veranschlagte Kosten: 8,6 Milliarden Euro) noch nicht einmal der größte Brocken. Drei weitere bereits beschlossene Großvorhaben schlagen noch einmal mit über 20 Milliarden Euro zu Buche. Das sind

■ 80 Kampfhubschrauber des Typs "Uhu" für 3,1 Milliarden Euro;
■ 134 Transporthubschrauber des Typs "NH90" für 3,9 Milliarden Euro;
■ 180 Kampfjets vom Typ "Eurofighter" für 14,6 Milliarden Euro.

Insgesamt plant die Hardthöhe mit Rüstungsausgaben von fast 50 Milliarden Euro bis 2015." (Der SPIEGEL 19.02.2002)

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Lankoron 22.06.2013, 16:29
11. Also bei

solchen Rechenkünsten sollte man doch die restlichen 63 Helikopter für den Preis von knapp 224 Millionen kaufen und sie anschließend wieder an Interessenten verkaufen...da mach man nen Bombengeschäft mit!! Das gesamte Rüstungdebakel gehört mal auf den Prüfstand...es kann doch nicht sein, dass laufend neue Konzepte für die Bundeswehr erarbeitet und umgesetzt werden, die Rüstungsplanung aber immer noch den kalten Krieg gewinnen will. Aber man wird sehen...auch dieses Debakel wird mit dem vertrauen von Angie durch den CDU_Haushaltsausschuss udn anschließend noch durch den Bundestag durchgewunken...

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u.loose 22.06.2013, 16:35
12. Den Roten

fällt wohl gar nichts mehr ein... Wahlkampf mit einem einzigen Thema - Hauptsache es hört nicht auf den Namen Peer....

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g.hensel 22.06.2013, 16:38
13. Konsequenzen

Der Mann sollte endlich Schaden vom Deutschen Volk abwenden und gehen. Wie kann man fuer weniger Ware fast den gleichen Preis zahlen und das noch als guten Deal verkaufen. Er hat entweder keine Ahnung oder ist extrem ueberfordert. Ich vermisse auch irgendwelche Visionen fuer die zukuenftige Ausgestaltung der Bundeswehr.

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marthaimschnee 22.06.2013, 16:38
14.

Wie wäre es mit einer Haftpflichtversicherung für Minister? Die Policen werden wohl dank des Schadensrisikos trotz exzellenter Beziehungen zur Versicherungswirtschaft nicht ganz billig, aber man hat ja ebenso gute Beziehungen zur Finanzwirtschaft und kann sich das Geld zu einem ähnlich vorteilhaften Zinssatz leihen, wie die Baken von der EZB.

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domkom 22.06.2013, 16:39
15.

Dann ist der Preis pro Hubschrauber mal eben von 50 Millionen auf 72,5 Millionen gestiegen. Wer wundert sich da noch über Pisa?

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rainer_daeschler 22.06.2013, 16:41
16. Vertuschung eines Preisanstiegs?

Wenn man für 139 statt 202 Hubschrauber 10,1 Mrd. € statt 10,3 Mrd. € zahlen soll und darauf eingeht, dann ist man von den kaufmännischen Rechenkünsten eines durchschnittlichen Flohmarktstandbetreibers doch sehr weit entfernt. Das ist auch nicht vorstellbar, denn über solchen Preise entstehen nicht durch die Rechenkunststücke eines Minister mit seinem Taschenrechner am Verhandlungstisch. In der Preisfestlegung sind ganze Abteilungen involviert.

Offensichtlich handelt es sich um die Vertuschung eines enormen Preisanstiegs für die bestellten Hubschrauber. Über 200 Mio. € gespart macht sich besser in der Presse, als um ca. 4,4 Mrd. € teurer geworden (Gesamtkosten wären dann: 14,67 Mrd. €).

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aussieman 22.06.2013, 16:44
17.

Super. 63 Kampfhelis für den Preis von 224 Mio. Da bin ich dabei, die kauf ich dem Hersteller sofort ab, wenn sie der Bund nicht für den Preis will....

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xehris 22.06.2013, 16:48
18. Schützende Seilschaften

Zitat von sysop
Erst die "Euro Hawk"-Affäre, nun Vorwürfe bei einem anderen Rüstungsdeal: Verteidigungsminister de Maizière wollte eigentlich Geld sparen, indem er für die Bundeswehr weniger Hubschrauber kauft als geplant. Doch die SPD wirft ihm vor, einen "lausigen Deal" verhandelt zu haben.
Die SPD kann zetern, wie sie will, de Maiziere bleibt im Amt, da er unter dem besonderen Schutz der Kanzlerin steht.
Thomas de Maizière ist nicht irgendein Vertrauter Angela Merkels: Er ist der wichtigste Mann der Kanzlerin. Die beiden sind durch die Geschichte ihrer beiden Familien eng miteinander verbunden. Schon Merkels Vater hatte eine enge Beziehung zu den de Maizieres und Lothar de Maiziere war einer von Angela Merkels wichtigsten Förderern. Sie hat den de Maizieres viel zu verdanken.

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nguelk 22.06.2013, 16:49
19. Schwer ...

Ohne Kenntnis der alten Verträge ist dieses Ergebnis schwer zu beurteilen. Insofern kann es gut sein, dass noch " gut" verhandelt wurde. An dieser Stelle kann es gut sein, dass der Verteidigungsminister Gefangener ultralang laufender Rüstungsprojekte ist, die Bedarf decken, den es seit 20 Jahren nicht mehr gibt. Grundsätzliches liegt hier im Argen. Will man schneller werden, muss man Abstriche machen bei der Goldkante. Also Ware von der Stange, die nicht die Beste der Welt ist, sondern einfach nur tut, was sie soll.
Das ist insofern nicht kritisch, als das Rüstungsgüter mehrheitlich ohnehin überflüssig sind und deswegen gilt: billiger Schrott ist besser als teurer!

Ausserdem sollte man sich als Staat lösen von der albernen Idee, eigene Hochtechnologie- Rüstungsunternehmen peppeln zu müssen ( a la Strauss). Das nacht abhängig und führt zu komplexen Betrachtungen, die meist in die Hose gehen.

Wenn also etwas nicht mehr beherrschbar ist und nur noch ein Ärgernis: weg damit ! Und den zuständigen Minister samt Ministerium gleich mit.

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