Forum: Politik
Rüstungsprojekt A400M: Airbus ruft Militär-Flieger wegen Rissbildung zurück
DPA

Neue Hiobsbotschaften vom A400M: Airbus will an allen ausgelieferten Militär-Fliegern Teile des Rumpfs austauschen, dort waren Risse entdeckt worden. Der Mangel betrifft auch zivile Airbus-Flieger.

Seite 1 von 9
shardan 13.05.2016, 20:49
1. Fehlplanung

Wie so manches große Projekt ist der A400M eine Fehlplanung größten Ausmaßes... wie viele Millionen an Steuergeldern sind auf dem Umweg über die EU eigentlich da hinein geflossen, noch bevor die Militärs da Aufträge vergeben haben? Einstampfen, Aufträge zurückziehen und ein zuverlässiges, bewährtes Flugzeug kaufen statt einem Fass ohne Boden, dass immer neue Kosten aufwirft.

Beitrag melden
Bruno 13.05.2016, 20:49
2.

"So wurden die betroffenen Flugzeugteile aus einer speziell entwickelten Aluminium-Zink-Legierung nach wohl auch in zivilen Flugzeugen verbaut." Mit Sicherheit nicht... A400M und A350 sind 2 komplett verschiedene Flugzeuge. Viel wahrscheinlicher ist, dass die betreffende 7XXXer Legierung auch in anderen Flugzeugen verwendung findet, d. h. aber nicht, dass die gleichen Teile verbaut wurden. Wenn die zulässigen Festigkeitswerte für diese Legierung zu hoch angenommen wurden, könnte es aber in der Tat teuer werden

Beitrag melden
oldman2016 13.05.2016, 20:57
3. Falsche Legierung?

Hört sich irgendwie an, als ob am falschen Ende gepart worden ist. Risse hatte doch auch der A 380, wenn ich mich richtig erinnere. Airbus soll sich in Air-Riss-Bus umbenennen.

Beitrag melden
trallafitti 13.05.2016, 21:02
4. Tja,...

...wahrscheinlich haben die Optimierer wieder zugeschlagen. Kosten und Prozesse müssen ja ständig optimiert werden. Macht sich in den Kalkulationen hervorragend, rächt sich halt später. Gerade heute hatte ich ein Gespräch mit jemandem aus der Baubranche. Der hat mir gesagt, dass er nicht verstünde, warum man Dinge erst mal möglichst billig macht, und dann teuer nachbessern muss. Da könnte man es doch gleich von Anfang an vernünftig machen, kommt am Ende günstiger. Sieht halt nur in der Anfangskalkulation blöd aus. Selber Schuld.

Beitrag melden
bissig 13.05.2016, 21:02
5.

Gut, Airbus hat Probleme mit dem Ding. Kann ich auch verstehen - wenn eine Firma, die bisher mit Turbinen angetriebene Zivilflugzeuge gebaut hat, ein Flugzeug entwickeln soll, das wesentlich extremere Flugmanöver ausführen muss, härteren Belastungen ausgesetzt ist, mit dem der Besitzer kein Geld verdienen kann und welches mit neu zu entwickelnden Turboprop-Motoren angetrieben wird, dann ist so etwas zu erwarten. VW-Ingenieure und Ferrari-Konstruktuere können auch nicht ohne Weiteres einen Panzer oder einen LKW entwickeln, der auf Anhieb funktioniert und alle Erwartungen erfüllt. Gerade Flugzeuge sind IMMER Kompromisslösungen, bei denen man glaubt, verschiedensten teils konkurrierenden Anforderungen bestmöglichst gerecht zu werden.

Diejenigen, die jetzt jammern und schimpfen, wollten es aber nicht anders. Es gab ja Alternativen, und entgegen dem Wunsch von Airbus musste es dann auch noch ein neu zu entwickelndes europäischesTriebwerk sein.

Die Probleme, die es bei den neuen Fliegern gibt/gab, liegen daran, dass man technisches Neuland betreten hat. Ganz einfach. Die De Havilland Comet (Alu-Druckkabine) ist damals auch vom Himmel gefallen, weil Risse aufgetreten sind, mit denen man nicht gerechnet hat. Sowas nennt man auch unternehmerisches Risiko. Wollte man ein Produkt heutzutage solange entwickeln und testen, bis es 100% ausgereift ist, müssten wir Produkte kaufen, die technisch auf dem Stand von vor 10 Jahren sind.

Beitrag melden
mansiehtnurmitdemherzengu 13.05.2016, 21:09
6. Jede Woche eine neue Hiobsbotschaft

Ist das jetzt der HS 30 der Gegenwart?

Beitrag melden
OskarVernon 13.05.2016, 21:29
7.

Zitat von trallafitti
...wahrscheinlich haben die Optimierer wieder zugeschlagen. Kosten und Prozesse müssen ja ständig optimiert werden.
Stimmt - ist aber auch politisch so gewollt und vergaberechtlich festgeschrieben. Ganz zu schweigen von den wachsamen Medien wie dem Spiegel:
Als Privatmensch und kleiner Unternehmer, der nur mit eigenem Geld hantiert, bin ich vorzugsweise in "meinem" Netzwerk aus bekannten und bewährt zuverlässigen Geschäftspartnern unterwegs, auch wenn´s auf den ersten Blick teurer ist - man stelle sich vor, solch Kungelei im Hause Airbus käme raus:
Geht gar nicht - dann muss man halt mit solchen Folgen leben...

Beitrag melden
gelikiel 13.05.2016, 21:29
8. Probleme über Probleme

hier kann man nur nach Professor Laurence Peter sagen:

..schlimmer gehts immer

Beitrag melden
transparenz_&_Anti-Korrup 13.05.2016, 21:36
9. Warum muss man Ingenieurwesen wohl studieren

so ein Flugzeug ist eben kein holzboot. Und bei anderen Neuentwicklungen im militärischen Flugzeugbau sieht es ähnlich aus. egal ob USA mit raptor und f35 oder auch Russland mit ihren Transport Fliegern.
es ist einfach nicht trivial so etwas neues zu konstruieren, gerade mit den technischen Möglichkeiten von heute.
ich denke, in 10 Jahren ist es ein brauchbares Flugzeug und die gewonnenen Erkenntnisse werden gut angelegtes Geld sein.
das Geld ist ja nicht weg, damit wird Forschung betrieben und Personal bezahlt.
besser als es in Bereiche ohne Produktion zu geben.

Beitrag melden
Seite 1 von 9
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!