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Russland-Beziehungen: Putins Dinner mit Gabriel und Schröder
DPA/ Thomas Trutschel/ photothek.net

Die Ukraine, Syrien und andere Krisen waren die Themen: Außenminister Gabriel hat in St. Petersburg ein Vier-Augen-Gespräch mit Kremlchef Putin geführt. Beim anschließenden Abendessen trafen sie einen alten Bekannten.

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aurichter 03.06.2017, 11:16
1. Ganz wichtig

Zitat/ "Russlands Löhne sind heute ähnlich niedrig wie in China,", sagt AHK-Geschäftsführer Matthias Schepp, früher SPIEGEL-Korrespondent in Moskau. Die Bevölkerung sei aber im Vergleich zu anderen BRICS-Staaten besser qualifiziert. Die deutsche Wirtschaft, das wird in St. Petersburg klar, setzt auf Russland./Ende. Alles andere ist wie so oft egal, Hauptsache die Produktionskosten sprich primär die Arbeitskosten sind extrem niedrig und lassen die Kassen bei deutschen Unternehmen klingeln. Wer davon in der Kette durch "Sonderzahlungen" noch profitiert, man mag gar nicht fragen.

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pragmat 03.06.2017, 11:49
2. Ach Herr Gabriel

Statt Plauderstunden in St. Petersburg sollte Herr Gabriel sich einen schönen Tag in Berlin machen und abwarten, was denn der US-amerikanische Außenminister Tillerson in der Ukraine erreicht. Bevor nämlich die Frage um die Rechte der russischen Minorität in der Ukraine gelöst ist, wird es keine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland geben. Dafür sorgt schon Herr Putin.

Die deutsche Industrie/EU lebt von der Hoffnung, die USA und andere würden die Sanktionen gegen Russland aufgeben, nur weil Mr. Trump angeblich so tolle Beziehungen zu Russland hat. Das ist ein Irrtum. Zu der Frage könnte Herr Gabriel mal den republikanischen Senator McCain fragen. Telefongespräche nach Washington sind ja wohl erlaubt.

In der Zwischenzeit kann die EU Flüssiggas aus den USA kaufen und sich Nordstream II aus dem Kopf schlagen, auch wenn Gazprom mit Engelszungen redet.

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discprojekt 03.06.2017, 11:57
3. Also,

das, glaube ich, ist der richtige Weg. Gespräche und Handel, Zuhören und Verstehen. Sabelrasseln, Kriegsgeschrei, Sanktionen, Rechthaberei, Machtgebaren, das ist eher etwas für, ja sagen wir, hilflose Menschen.

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fortelkas 03.06.2017, 12:01
4. Richtig so

.......hoffentlich haben wir in Berlin (und im übrigen Europa) bald eine politische Konstellation, die die unsinnigen und durch nichts gerechtfertigten Wirtschaftssanktionen gegen Russland aufhebt. Und Mr. Trump merkt (falls er überhaupt politisch etwas merkt), dass Europa eine eigenständige Außen- und Wirtschaftspolitik betreibt, unabhängig von den USA.
Erwin Fortelka

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jowitt 03.06.2017, 12:23
5. pragmat

Zitat von pragmat
Statt Plauderstunden in St. Petersburg sollte Herr Gabriel sich einen schönen Tag in Berlin machen und abwarten, was denn der US-amerikanische Außenminister Tillerson in der Ukraine erreicht. Bevor nämlich die Frage um die Rechte der russischen Minorität in der Ukraine gelöst ist, wird es keine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland geben. Dafür sorgt schon Herr Putin. Die deutsche Industrie/EU lebt von der Hoffnung, die USA und andere würden die Sanktionen gegen Russland aufgeben, nur weil Mr. Trump angeblich so tolle Beziehungen zu Russland hat. Das ist ein Irrtum. Zu der Frage könnte Herr Gabriel mal den republikanischen Senator McCain fragen. Telefongespräche nach Washington sind ja wohl erlaubt. In der Zwischenzeit kann die EU Flüssiggas aus den USA kaufen und sich Nordstream II aus dem Kopf schlagen, auch wenn Gazprom mit Engelszungen redet.
Herr Gabriel ist unser Außenminister. Da ist es sicher sehr richtig, hier mit anderen Staatslenkern zu sprechen.

Und was die rechte der russischen Minorität in der Ukraine anbelangt: Wo werden denn die beschnitten? Merwürdiger Weise sind ja die meisten Gebiete, in denen auch Russen leben sehr ruhig. Nur dort, wo Russland interveniert hat, gibt es immer wieder Kämpfe.

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KingTut 03.06.2017, 12:33
6. Sanktionen

Es ist nachvollziehbar, dass sich Putin ein Ende der Sanktionen gegen sein Land wünscht, denn die wirtschaftliche Lage ist aus seiner Sicht besorgniserregend. Dabei dürften die Sanktionen nur zum Teil verantwortlich sein, wie ein interessanter Spiegel-Artikel mit dem Titel "Putins Wirtschaftsbilanz" gestern offenbarte. Danach brachen die Einkommen der Russen innerhalb von zwei Jahren um 30 % ein.
Man kann sich hier nur wundern, dass die Bevölkerung noch still hält.

Selbstverständlich ist eine Normalisierung des Verhältnisses zu Russland wünschenswert, aber dazu gehört auch eine Berechenbarkeit in dessen Politik. Nach der Krim-Annexion fragen sich z.B. die baltischen Länder zu Recht, ob sie nicht irgendwann das gleiche Schicksal ereilt. Das erfordert vertrauensbildende Maßnahmen seitens Russlands, damit alle Mitglieder des gemeisamen europäischen Hauses endlich in Frieden und ohne Furcht voreinander in Wohlstand leben können.
Der Ball liegt jetzt bei Putin.

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alice 03.06.2017, 12:40
7. Schröder war dabei

Da stellt sich die Frage, warum war Schröder dabei. Ist Gabriel etwa unfähig, alleine mit Putin zu reden oder sollte Gabriel von Putin und Schröder auf die russische Seite gezogen werden.

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lalito 03.06.2017, 12:42
8. normal

Zitat von keine Zensur nötig
dass Herr Bidder einen derartig sachlichen Beitrag verfasst. Ich wünsche mir sehr, dass das eine Fortsetzung findet.
Na, wenn überm Teich Heliozentrismus und seltsame Umgangsformen fröhliche Urständ feiern, kann eine andere, will sagen vernünftigere Herangehensweise an bisher gern Verteufeltes doch nur fruchtbar sein.

Zumal man Richtung Osten tatsächlich aufeinander zugehen kann, Richtung Westen werden nicht nur die Füsse nass und kalt.

Nu ja, die Augen sind ja eh tränennass angesichts der Sitcom aus dem weißen Hause.

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pragmat 03.06.2017, 12:48
9. Tja also

Zitat von jowitt
Herr Gabriel ist unser Außenminister. Da ist es sicher sehr richtig, hier mit anderen Staatslenkern zu sprechen. Und was die rechte der russischen Minorität in der Ukraine anbelangt: Wo werden denn die beschnitten? Merwürdiger Weise sind ja die meisten Gebiete, in denen auch Russen leben sehr ruhig. Nur dort, wo Russland interveniert hat, gibt es immer wieder Kämpfe.
Tja, da müssen sie mal den Herrn Putin fragen, der mit dieser Begründung die Separatisten in den Volksrepubliken Donezk und Luhansk mit Waffen und Soldaten unterstützt. Diese Gegend würde ich ja nicht als sehr ruhig bezeichnen.

Mit der gleichen Begründung wurde auch die Krim in die Russische Föderation eingegliedert, falls Sie sich daran noch erinnern.

Und das wiederum ist eine Folge des Sturzes von Herrn Janukowitsch, der den Regionen mehr Selbständigkeit im Rahmen eines föderalen Staates geben wollte, aber nicht durfte.
Und, was die Separatisten angeht, so unterstützen wir ja die Kurden in der Türkei, die mit der gleichen Begründung wie Herr Putin unterwegs sind.

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