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Russland-Bild des Westens: Putin, die Waldhexe
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Weihnachten ist die Zeit der Märchen. Eins der gruseligsten handelt vom bösen Russen Putin, der uns mit seinen Trollen den Kopf verdrehen will. Beweise gibt es kaum. Hauptsache man glaubt daran.

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zeisig 26.12.2017, 09:21
110. Zustimmung.

Ich ärgere mich immer wieder über die mangelnde Bereitschaft des Westens, mit Russland einen Dialog auf Augenhöhe aufzunehmen, anstatt die Russen als böse Buben hinzustellen und mit Sanktionen zu belegen. Es muß endlich aufhören, daß der Westen sich in die inneren Angelegenheiten Rußlands einmischt. Russland ist geografisch gesehen unser natürlicher Partner und Nachbar. Diese Nachbarschaft sollten wir gut pflegen, liegen doch in Russland unermessliche Bodenschätze und Energieressourcen.

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styxx66 26.12.2017, 09:33
111. Objektivität wäre öfters mal angebracht.

Zitat von vulcan
Und was soll uns der Artikel jetzt sagen? Das wir dem armen Putin alle ganz furchtbar Unrecht tun? Ich glaube nicht - dazu häufen sich entsprechende Meldungen viel zu sehr. Verharmlosung und Spott von Herrn Augstein sind jedenfalls nicht im Mindesten hilfreich. Auch nicht seine sinnlosen Vermutungen über US-U-Boote, die 'Glasfaserkabel' anzapfen, worüber sich die NATO nicht beschwert. Warum wohl nicht? Weil es nicht stattfindet vielleicht? Im Gegensatz dazu finden russische Einflüge in NATO- und neutrale Staaten ganz real statt; immer wieder. Es werden Luftangriffe auf skandinavische Länder simuliert, usw. Und russische U-Boote werden von der NATO ganz besonders beobachtet. Ich glaube jedenfalls einer solchen Meldung deutlich eher als irgendeinem Hexenmärchen aus Moskau bzw. einem Dementi oer sonstiger plumper Propaganda von dort. Da kann Herr Augstein schreiben, was er mag.
Und was soll uns der Artikel von H. Augstein sagen? Dass wir dem armen Putin alle ganz furchtbar Unrecht tun? Nein werter Forist, so interpretiere ich diesen Artikel nicht. Meine Interpretation lautet schlicht und einfach, wenn mehrere Staatsoberhäupter, in Ost und West, ähnliche Nummern abziehen und Taten begehen, wird immer mit verschiedenem Mass gemessen. Die im Osten waren die Bösen, sind die Bösen und werden anscheinend immer die Bösen bleiben. Diese Maxime, diese Ansicht ist nichts Neues und schon seit über tausend Jahren weit verbreitet. Es ist auch nachvollziehbar, wenn man bedenkt, was von dort (Mongolen, Hunnen und Co.)schon über Europa hereingebrochen ist. Es ist jedoch falsch, dass die Westler gut, edel und die großen Menschenfreunde sind, egal was sie tun oder unterlassen. Im Zeitalter des Raubtierkapitalismus sind sich diese Herrschaften leider alle ziemlich ähnlich, egal wo sie herkommen.

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prestupnik 26.12.2017, 09:41
112. Augsteins Einseitigkeit

Natürlich versucht Putin gerade die EU zu destabilisieren, weil diese ihm zu mächtig ist. Indem er einerseits die russischsprachige Bevölkerung in der Ukraine „schützt“ und andererseits offen seine Sympathie für Europas Rechtspopulisten bekundet und vermutlich auch finanziell unterstützt. Und natürlich verharmlost Augstein aus alter linker Verbundenheit die Aktivitäten Russlands, weil er Russlands Schweinereien stets mit dem vergleicht, was die Amis ohnehin schon längst und in ganz anderem Ausmaß machen. In einem Punkt hat er allerdings recht: in unseren Medien wird Putin dämonisiert und als Feind dargestellt. Richtiger wäre zu erkennen, dass Russland ganz andere und manchmal konträre Vorstellungen hat, wie sich unser Kontinent entwickeln soll. Daher sind Putin gegenüber Härte in Kombination mit rationaler Gelassenheit von Nöten.

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leo-k 26.12.2017, 09:44
113. Ein Feindbild ist immer gut

um von sich selbst abzulenken. Natürlich will jeder Politiker seinen Machtanspruch geschickt manifestieren und mit Nebelkerzen von sich ablenken. Rußland möchte aufgrund seiner Größe gern wieder mitspielen, doch das von Amerika abhängige Europa läßt es nicht. Wie blauäugig muß man sein, wenn man die Welt in Gut und Böse einteilt. Im kleinen wie im Großen gilt die Weisheit, das das Hemd näher als der Rock (altertümlich für Jacket) ist.

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at.engel 26.12.2017, 10:36
114.

Keine Ahnung, auf was Augstein nun hinaus will. Ich für meinen Teil mache halt trotz allem immer noch einen Unterschied zwischen den USA und Russland - und hoffe, dass Trump in drei Jahren nicht wiedergewählt wird. Bei Putin kann ich mir das z.B. sparen: Der wird so oder so wiedergewählt. Und im Zweifelsfall eben ohne Gegenkandidaten, und sonst ändert er auch gerne mal die Verfassung... Das gehört so mit zu den feinen Unterschieden.

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kajoter 26.12.2017, 10:39
115. ... and what about:

RT und die mittlerweile nachgewiesenen INet-Propagandabüros in St. Petersburg? Die Unterstützung des Front National? Die Nähe zu dem Trump-Lager? Die unübersehbare Todesrate von russischen, kritischen Journalisten und Oppositionellen? Das offensichtlich politisch gesteuerte Justizsystem? Usw. - usw.
Die Geschichte mit den beiden U-Booten liest sich zuerst ja ganz stimmig. Wenn man aber bedenkt, um welche Verbindungslinien es sich handelt, nämlich hauptsächlich um die von Europa nach Nordamerika, wird klar, dass ein Vergleich zumindest auf einem Bein heftig hinkt.
Alle, die ein entsprechendes Alter aufweisen, mögen sich bitte an die Zeiten der UdSSR erinnern. Ein für den Westen systematisch abgeschottetes Land, das mitsamt seiner sog. Satelliten nur ein winziges Minimum an Transparenz bot. Es gab die Kreml-Astrologen, die z.B. aus der Aufstellung der Parteibonzen während der Mai-Parade etwas über deren Machtstellung herauszulesen versuchten.
Während sich die Politik des Westens offen wie ein Scheunentor darstellte - zumindest außerhalb der Geheimdienste, war der gesamte Ostblock terra incognita. Die UdSSR hatte die Abschottung und Undurchsichtigket ihres Landes nahezu perfektioniert.
Und man erinnere sich an Putins Ausspruch über die Auflösung der UdSSR als größte politische Tragödie des 20. Jahrhunderts oder an seine Begründung der Krim-Annexion. Aber auch an seine Lügen, die er während deren Durchführung verbreitete.
Man muss nicht eins und eins zusammenzählen, sondern kann deutlichst höhere Zahlen addieren, um auf Putins Intentionen schließen zu müssen.
Russland ist ein Land, dass sich ohne die Ressourcen der einstigen UdSSR die gewünschte Weltmachtstellung nicht wird erarbeiten können, wie es sich die erhebliche militärische Aufrüstung eigentlich nicht leisten kann. Dementsprechend setzt man auf eine möglichst große Destabilisierung des Westens, weshalb man die bereits o.a. Werkzeuge in Stellung gebracht hat. Für mich hat das nichts mit der Baba Yaga, sondern vielmehr etwas mit Realismus zu tun.
Ob all das für einen Deutschen wünschenswert ist, steht auf einem völlig anderen Blatt.

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t.biancone 26.12.2017, 10:50
116. Brilliant geschriebene Kolumne

Besten Dank für Ihre Kolumne. Sie ist ein Lichtblick im Blätterwald Deutschlands. Alles, was die US-Regierung ihren russischen „Kollegen“ vorwerfen, tun sie selber. Es empfiehlt sich, die NSA und deren Aktivitäten richtig zu untersuchen. Im Vergleich zur NSA sind die russischen Hacker nur schlechte Lehrlinge.

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frank moegling 26.12.2017, 10:50
117. Ach du grüne neune da ist ja die liebe Hexe Baba Jaga lebt sie noch?

Eine gruselige Kolumne aus der Welt, wie wir sie uns als Kinder nicht haben träumen lassen wenn wir einmal groß sind.

Ich kenne auch die Märchen der Hexe Baba Jaga, als Ost-Berliner Nachkriegskind des Kalten Krieges und habe sie nicht als bedrohlich empfunden.

Auch wenn die Völkerfreundschaft mit dem Baba Jaga Land nicht so war wie vom Politbüro gewünscht, so gab es doch einige Kontakte mit sehr liebenswerten Menschen.

Ich verstehe und begreife auch nicht welchem Geist die unnötige Gedankenlosigkeit der Hetze gegen Russland dienen sollen, wir haben weis G-tt genug eigene Probleme an der Backe.

Vielleicht kann uns ja die Bundeszentrale für politische Bildung weiter helfen oder der Bundespräsident in seiner Eigenschaft als Schirmherr des Europäischen Kulturerbejahr Sharing Heritage 2018 bittet den europäischen Teil von Russland um die Teilnahme.

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bauklotzstauner 26.12.2017, 11:13
118.

Zitat von Listkaefer
von RT- Russia Today sein. Komplett unakzeptabel! Die Troll-Fabrik in Petersburg ist erwiesen. Von dort kommen ungezählte Postings, die den Westen zersetzen sollen.
Machen Sie sich doch nicht lächerlich!

Selbst wenn alles, was uns hier über diese "Trollfabrik" erzählt wurde der Wahrheit entspräche, würden da gerade mal zwei Dutzend Leute sitzen, die soziale Foren etc. in der EU "betreuen". Da die allermeisten dort das russische Internet bearbeiten sollen.

Und die sollen für mehrere zehntausend Postings pro Stunde in deutschen Kommentarspalten verantwortlich sein?
Wieviele schaffen Sie denn so am Tag? Das ist doch völlig aus der Luft gegriffen!

Und - um mal den Vergleich mit den USA zu benühen: Laut Edward Snowdens Dokumenten beschaftigt allein die NSA 27.000 Leute mit der "Betreuung sozialer Netzwerke"... Aber wir fürchten uns halt lieber vor ein paar Hundert "Putin-Trollen"....

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shrufu 26.12.2017, 11:16
119.

Gut das es mal ein Schwergewicht ausspricht. Ich hatte auch schon den Eindruck die Troll Debatte sollte so Was wie eine Entschuldigung für den rechten und unmenschlichen Verhaltensweisen sein von denen manche getrieben sind. Aber es bleibt ungeklärt so lange keine Beweise da sind.
Der Feind Terrorismus scheint zu verschwinden und der neue schon bereit zu stehen.

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