Forum: Politik
Russland: "Der Westen will einen Regimewechsel"
AFP

Die Sanktionen gegen Russland seien nur dazu da, die Regierung zu stürzen. Das behauptet der russische Außenminister Sergej Lawrow. Doch während die Wirtschaft schwächelt, profitiert Präsident Wladimir Putin.

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Spirit in Black 22.11.2014, 20:32
1. Spiel mit dem Feuer

Wer meint, Putin sei eine schlechte Alternative für Europa, sollte sich mal dessen Widersacher ansehen. Mit einem Navalny oder Schirinowsky an der Spitze könnte bald ein ganz anderer Wind wehen...

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iman.kant 22.11.2014, 20:38
2. Jetzt wird er schrill!

Es ist soweit. Die Sanktionen scheinen zu wirken. Putin hat Angst von der Geschichte weggespült zu werden. Dem Westen dafür die Schuld zu geben ist nichts als Propaganda. Der Westen ist nicht an einem solchen Szenario interessiert. Ganz im Gegenteil. Was kommt nach Putin? Die Gefahr für den Westen ist ohne Putin bei weitem unkontrollierbarer.

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MtSchiara 22.11.2014, 21:05
3. Hauptzweck der Sanktionen ist, Rußlands Mittel zum Waffenkauf zu reduzieren

Die russische Führung hat nicht vorhergesehen, welche Reaktionen sie im Westen durch ihren Einmarsch in die Ukraine auslöst. Sollte sie auf einmal also in der Lage sein, den Westen richtig zu deuten? Der primäre Zweck der Sanktionen ist, Rußlands Möglichkeit zu reduzieren, Waffen zu kaufen - denn wenn Rußland weniger Waffen hat, kann es seine Nachbarn nicht mehr überfallen. Um Rußlands Fähigkeit zum Waffenkauf zu beeinträchtigen, muß man aber dessen Einnahmen reduzieren, und dies geschieht gerade durch die Sanktionen. Ob sich der Westen einen Regimewechsel in Rußland wünscht oder nicht, ist letztlich irrelevant. Sollte Putin seine Truppen aus der Ukraine wieder abziehen, dann würden auch die Sanktionen wieder aufgehoben. Allerdings wird es wohl unter Putin nicht gelingen, das Vertrauen der Wirtschaft in die russische Rechtssicherheit wiederherzustellen. Um das Vertrauen der internationalen Wirtschaft in Rußland wiederherzustellen, dazu braucht es wohl tatsächlich in Moskau einen Regimewechsel. Dazu kann aber der Westen nichts.

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agathon68 22.11.2014, 21:11
4. Selten so einen Quatsch gehört ...

... dem Westen ist doch piepegal, wer in Russland herrscht, Hauptsache das Regime hält Frieden und respektiert das Völkerrecht. Das ist eben gegenwärtig leider nicht der Fall, daher musste es mangels Alternativen Sanktionen geben. Putin und seine unfähige kleptokratische Oligarchen-Clique müssen erkennen, dass nach dem friedlich gesinnten Obama womöglich ein Republikaner kommen wird, der massiv aufrüsten wird, womit Russland wie weiland die Sowjetunion schlecht wird konkurrieren können. Besser also, Russland kehrt auf den Pfad des Friedens zurück statt Nachbarn zu überfallen und den Westen weiter mit Lügen und Provokationen herauszufordern.

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agathon68 22.11.2014, 21:14
5. Vielleicht wird ja das russische Volk ...

Zitat von Spirit in Black
Wer meint, Putin sei eine schlechte Alternative für Europa, sollte sich mal dessen Widersacher ansehen. Mit einem Navalny oder Schirinowsky an der Spitze könnte bald ein ganz anderer Wind wehen...
... aufwachen und in Bezug auf einen Nachfolger ein Mitbestimmungsrecht, z.B. durch wirklich freie und demokratische Wahlen fordern, oder wollen Sie das ausschließen? Jedenfalls sollte man die Hoffnung insoweit nicht aufgeben.

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fischersfritzchen 22.11.2014, 21:19
6. Was meint er denn?

Putin erzählt doch jedem, dass die Sanktionen gar nicht schlimm seien und die russische Wirtschaft sogar fördern, weil jetzt alle die tollen gesunden russischen Äpfel kaufen statt der polnischen. Was macht sich sein Ministerchen denn unnötige Sorgen? Ist doch, wie immer alles gut - und es wird sogar noch besser in Russland.

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syracusa 22.11.2014, 21:19
7.

Zitat von iman.kant
Es ist soweit. Die Sanktionen scheinen zu wirken. Putin hat Angst von der Geschichte weggespült zu werden. Dem Westen dafür die Schuld zu geben ist nichts als Propaganda. Der Westen ist nicht an einem solchen Szenario interessiert. Ganz im Gegenteil. Was kommt nach Putin? Die Gefahr für den Westen ist ohne Putin bei weitem unkontrollierbarer.
Regimewechsel sind immer unkontrollierbar. Das liegt in der Natur der Sache. Aber jeder gesellschaftliche Fortschritt erfordert immer einen Regimewechsel. Auch wir Deutschen sind nur über eine sehr lange Reihe übler Regimewechsel endlich zu der Einsicht gelangt, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Menschen- und Bürgerrechte, das Völkerrecht und andere Werte der Aufklärung für uns alle doch besser sind als eine putin'sche Gewaltherrschaft.Die Russen müssen wohl nochmals das Risiko eines Regimewechsels auf sich nehmen. Anders geht's nicht.

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christian.tschuemperlin 22.11.2014, 21:23
8. Logik von Putin unlogisch

Sanktionen gegen Russland steigern die Popularität von Putin im eigenen Land, also führen sie nicht zu einem Regimewechsel. Logisch, oder? Ist auch nichts Neues: Die Sanktionen gegen den Iran haben zu keinem Regimewechsel geführt und auch zu keinem Einlenken. In Amerika konnten wir beobachten wie sich das Volk nach 9/11 um den Präsidenten scharte. Das sind natürliche Reflexe: Wenn man von aussen bedroht wird, steht man zusammen, um die eigene Schlagkraft zu erhöhen. Wir beobachten hier etwas Unglaubliches: Putin reagiert genauso, wie es der Westen wollte: Immer wenn ein Imperium seinen Machtbereich ausdehnt, gibt es Verlierer, die zu rebellischen Kräften werden, und die der schnelleren Ausdehnung des Imperiums von Nutzen sind- dass der Anschluss der Ukraine an die EU Russland provozieren würde, muss den Planern in Brüssel klar gewesen sein. Mit der Annexion der Krim hat Putin dem Westen nun ein Rechtfertigungsmittel für Sanktionen geliefert. Russland kann weiter isoliert werden. Das Problem liegt letztlich darin, dass die Völker Europas in ihren Herzen nicht reif sind für die direkte Demokratie. Nur so wurde es möglich, dass ein paar Bürokraten aus Brüssel Helfershelfer spielen können für die Pläne der Superreichen. Das Deutsche Volksvermögen wird durch die Zollunion und den Euro vernichtet werden- schon sehr bald. Weil Zollunionen funktionieren nur bei ausgeglichenen Handelsbilanzen und Währungsunionen nur bei gleichstarken Wechselkursen. Schneller Erfolg bricht eben ebenso wieder in sich zusammen. Aber das will in Deutschland derzeit niemand hören.

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syracusa 22.11.2014, 21:24
9.

Zitat von Spirit in Black
Wer meint, Putin sei eine schlechte Alternative für Europa, sollte sich mal dessen Widersacher ansehen. Mit einem Navalny oder Schirinowsky an der Spitze könnte bald ein ganz anderer Wind wehen...
Ja und? Es war noch nie ein guter Grund dafür, sich nicht gegen einen Diktator zu erheben, dass diesem ein noch schlimmerer Diktator folgen könnte. Gesellschaftlicher Fortschritt ist ausnahmslos durch Inkaufnahme solchen Risikos erreichbar. Das weiß niemand besser als wir Deutschen, die an die 200 Jahre voller Regimewechsel auf sich nehmen mussten, bei denen es oft genug vom Regen in die Traufe ging. Hätten wir das denn lieber bleiben lassen und uns mit dem Feudalismus abfinden sollen?

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