Forum: Politik
Russland in die Nato - eine gute Idee?

Wenn das Verteidigungsbündnis überleben will, muss es sich öffnen. Doch dafür müsste sich auch der Kreml bewegen: in Richtung politischer Pluralismus, Grundrechte, Pressefreiheit, freie Marktwirtschaft. Liegt die Zukunft der Nato in einer Allianz aus Nordamerika, Europa - und Russland?

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glad07 08.03.2010, 19:01
180. Bravo!!!

Zitat von Zero Thrust
Einer der schwächsten Artikel/Kommentare, die ich auf SPON überhaupt gelesen habe. Unrealistisch, unlogisch und nicht zuletzt anmaßend, überheblich bis zum Gehtnichtmehr. Die Brille der Autoren scheint so was von naiv, wie sie westlich ist. Ich frage mich (neben 100 anderen Dingen) welche Alternative man Russland angedenkt, wenn es denn nicht die NATO sein wird (was es natürlich nicht wird und auch dann noch nicht geworden ist, wenn die Wüste Deutschland erreicht *g*)? Sogar hier im Thread wurden bereits einige dieser Alternativen genannt, China in etwa. Und wieso überhaupt Alternative - zu was denn? Russland kann auch sein eigenes Ding drehen, das konnten sie schon immer recht gut und das sie! Über das, was die Herren Autoren sich hier erspinnen, lacht man sich in Russland hingegen schlapp. Zurecht. Es geht hier offenbar darum, Russland in ein westliches (und in Wahrheit obsoletes) Militärbündnis zu und warum, das wurde dankenswerterweise auch schon geschrieben, natürlich wegen der Rohstoffe. Ja super! Also auf so was Dreistes musst du erst mal kommen. Zum Glück werden die Russen euch nicht freiwllig die Füße küssen, das könnt ihr getrost vergessen. Die NATO ist toter als tot, das gibt's gar nicht. Und Russland wird gewiss davon träumen, so einem Haufen unter dilettantischem amerikanischen Befehl beizutreten, der sich gerade spektakulär in Afghanistan auf die Nase legt, bzw. vorgeführt wird. Es ist gerade etwas über 10 Jahre her - aber die Leute und auch die Autoren allem Anschein nach sind ja so vergesslich - da hat die NATO Serbien kaputt-gebombt, als gäb's kein Morgen. Nur zur Erinnerung, Jelzin drohte damals mit der Neuausrichtung russ. Atomraketen und das Flugzeug von Jewgeni Primakow drehte auf dem Weg nach Washington über dem Ozean kurzerhand um, zurück nach Moskau, als die Amerikaner mitteilten, dass am bevorstehenden Luftkrieg gegen Serbien nicht mehr zu rütteln sei. Russland war drauf und dran, Serbien sogar mit Gerät zu unterstützen, was lediglich an fehlenden Überflugrechten scheiterte! Das lasse man sich alles mal auf der Zunge zergehen; frage mich, wie die Autoren sich so etwas vorstellten, mit Russland IN der NATO. Das ist nicht nur weltfremd, das ist einfach nur affig. Mit nicht einem Satz beantwortete mir dieser Kommentar die Frage, was eigentlich - konkret - von der NATO haben sollte? Da denkt man nur an sich, das ist typisch Westen und fantasiert sich dann mal eben noch ein paar Parallelen und (natürlich!) "ähnliche" Interessen zwischen Russland und Europa oder gar Amerika oder weiß der Geier. Von Russland haben diese Leute nicht den Hauch einer Ahnung. Das kann man verzeihen, geht wohl vielen so. Was ich aber peinlich(er) finde ist, dass sie auch von der NATO keinen Plan haben. Die NATO ist obsolet, die hat sich selbst überlebt - und das auch nur, weil die Amerikaner wohl bis heute irgend einen Sinn darin erkennen, denn, wie hier ebenfalls richtig angemerkt wurde, dass ist 'ne US-Veranstaltung und sonst gar nix. So gesehen ist es dann auch piepegal, ob da irgendwelche Impulse von Deutschland ausgehen. Russland will nicht und wird nicht, das ist der Punkt und ich bin froh darüber! Russland ist viel zu stolz für diesen Müll.
Gibts nix hinzufügen!

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silver85 08.03.2010, 19:02
181.

Ich stimme redkiller in allen Punkten zu!

Die absurde Idee eines Beitritts Russlands ist an Naivität gar nicht mehr zu überbieten. Warum dann auch nicht Nordkorea mit aufnehmen?

Es verwundert nicht, dass solche Ideen ausgerechnet aus Deutschland stammen... woher denn auch sonst? Vom Putin'schen System gekaufte Politiker und naive Weltverbesserer

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Vegano 08.03.2010, 19:03
182.

Rußland kommt nicht in die NATO. Das würde bedeuten, daß sich Rußland der transatlantischen Verteidigungsstrategie anschließen und die Werte des Bündnisses wie Demokratie, Rechtsstaat etc. akzeptieren müßte. Putins Rußland will sich erstens nicht der NATO-Verteidigungsstragie anschließen und zweitens keine demokratischen Verhältnisse im Inneren.
Umgekehrt würde es die NATO niemals zulassen, daß Rußland deren Verteidigungsstrategie bestimmt. Deshalb ist der Artikel in der Printausgabe des SPIEGEL von dieser Woche, der die NATO-Mitgliedschaft Rußlands halluziniert zwei Seiten zuviel, die bedruckt worden sind. That's it.

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garfield53 08.03.2010, 19:07
183. Russland?

Zitat von sysop
Wenn das Verteidigungsbündnis überleben will, muss es sich öffnen. Doch dafür müsste sich auch der Kreml bewegen: in Richtung politischer Pluralismus, Grundrechte, Pressefreiheit, freie Marktwirtschaft. Liegt die Zukunft der Nato in einer Allianz aus Nordamerika, Europa - und Russland?
Russland hat die nahende politische Kapitulation der NATO nicht mehr nötig.
Als militärisch-politischen Zwangsbund, als Reaktion auf die wachsende politische Macht der damaligen Sowjetunion, nach dem 2.Weltkrieg gegen diese gegründet, hat die NATO jegliche Legimitation verloren.

Auch wenn sie aktuell als Hülle für weltweite Eroberungsfeldzüge dient.

Alle Phrasen, welche als Schutzschild gegen eine wachsende politische und militärische Widergeburt Russland vorangetragen werden, haben sich in den Jahren des Kalten Krieges selbst diskretitiert, wie politischer Pluralismus als massivste Einflussnahme in die Angelegenheiten unabhängiger Staaten, Grundrechte ? ( Arbeit, Bildung, soziale Sicherheit ), Pressefreiheit ( Freiheit welcher Presse?), freie Marktwirtschaft, welche sich mit dem Begriff schon selbst ins Abseits gestellt hat- Freiheit der hemmungs- und grenzenlosen Ausbeutung Vieler durch Wenige, oder waren die "freien" Wirtschaftsvernichtungsjahre nur ein böser Traum?

Bis heute ist es scheissegal, ob ein potentieller NATO-Aufnahmekandidat demokratisch oder freiheitlich ist, er muss nur geifernder Feind Russlands sein.

Was soll Russland allein unter Feinden - für diese in deren Kriege ziehen - für Manche eine verlockende Perspektive.

Das wäre auch Alles.

Menschenrechte spielen weder im Baltikum ( mit teilweise klerikal-faschistischen und fremdenfeindlichen Grundtendenzen ) oder auf dem Balkan eine Rolle.

Hauptsache politische Unterwerfung gegenüber den Amerikanern.

Die meisten der westeuropäischen Staaten funktionierten bis in die jüngere Vergangenheit nur durch die amerikanische Duldung prähfaschistischer Regime, einer lückenlosen militärischen Stützpunktbesetzung und der massiven politischen Einflussnahme gegenüber politischen und gesellschaftlichen Veränderungen.

Dabei wurde mit Vorsatz ignoriert, das die USA in der überwiegenden Breite der Bevölkerung ein denkbar schlechtes Ansehen hatte und hat.

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la borsa 08.03.2010, 19:07
184. Russenangst.

Zitat von redkiller
Man ist Bereit die Osteuropäischen und Gesamteuropäischen Sicherheitsinteressen für vermeintliche Russische Rohstofflieferungen auf Spiel zusetzen.
Wir bänden Russland ein. Keine Frage. Nur, die Russen "springen nicht".

Die Erstschlagkapazität Russlands ist auf dem Niveau von Italien. Russen können Westeuropa nicht erorbern. Kaputtbomben schon. Nur, dann wäre auch Moskau over.

Also: Locker bleiben. Ihre Argumente dienen dem deutschen militärischen Komplex. Ich denke, Sie müssten an sich fordern, die Bundeswehr aufzustocken, um die multipolaren Ziele gleichermaßen verfolgen zu können.

Warum machen Sie das nicht?

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garfield53 08.03.2010, 19:07
185. Russland?

Zitat von sysop
Wenn das Verteidigungsbündnis überleben will, muss es sich öffnen. Doch dafür müsste sich auch der Kreml bewegen: in Richtung politischer Pluralismus, Grundrechte, Pressefreiheit, freie Marktwirtschaft. Liegt die Zukunft der Nato in einer Allianz aus Nordamerika, Europa - und Russland?
Russland hat die nahende politische Kapitulation der NATO nicht mehr nötig.
Als militärisch-politischen Zwangsbund, als Reaktion auf die wachsende politische Macht der damaligen Sowjetunion, nach dem 2.Weltkrieg gegen diese gegründet, hat die NATO jegliche Legimitation verloren.

Auch wenn sie aktuell als Hülle für weltweite Eroberungsfeldzüge dient.

Alle Phrasen, welche als Schutzschild gegen eine wachsende politische und militärische Widergeburt Russland vorangetragen werden, haben sich in den Jahren des Kalten Krieges selbst diskretitiert, wie politischer Pluralismus als massivste Einflussnahme in die Angelegenheiten unabhängiger Staaten, Grundrechte ? ( Arbeit, Bildung, soziale Sicherheit ), Pressefreiheit ( Freiheit welcher Presse?), freie Marktwirtschaft, welche sich mit dem Begriff schon selbst ins Abseits gestellt hat- Freiheit der hemmungs- und grenzenlosen Ausbeutung Vieler durch Wenige, oder waren die "freien" Wirtschaftsvernichtungsjahre nur ein böser Traum?

Bis heute ist es scheissegal, ob ein potentieller NATO-Aufnahmekandidat demokratisch oder freiheitlich ist, er muss nur geifernder Feind Russlands sein.

Was soll Russland allein unter Feinden - für diese in deren Kriege ziehen - für Manche eine verlockende Perspektive.

Das wäre auch Alles.

Menschenrechte spielen weder im Baltikum ( mit teilweise klerikal-faschistischen und fremdenfeindlichen Grundtendenzen ) oder auf dem Balkan eine Rolle.

Hauptsache politische Unterwerfung gegenüber den Amerikanern.

Die meisten der westeuropäischen Staaten funktionierten bis in die jüngere Vergangenheit nur durch die amerikanische Duldung prähfaschistischer Regime, einer lückenlosen militärischen Stützpunktbesetzung und der massiven politischen Einflussnahme gegenüber politischen und gesellschaftlichen Veränderungen.

Dabei wurde mit Vorsatz ignoriert, das die USA in der überwiegenden Breite der Bevölkerung ein denkbar schlechtes Ansehen hatte und hat.

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redkiller 08.03.2010, 19:11
186.

Zitat von kodu
Vielen Dank für Ihre Antwort, die Ihre Sichtweise m. E. gut begründet. Inwiefern sie real zutrifft, d.h. inwiefern wir tatsächlich der Gefahr des russischen Imperialismus ausgesetzt sind, da bin ich mir nicht so sicher ! Aber ich kann Ihre Argumente auch nicht entscheidend entkräften ! Hoffen wir also das beste !

Mal ganz nüchtern in Großen Teilen Russlands, sind Russen eine Minderheit, und immer mehr Russen wandern aus diesen Gebieten ab, zumal sie zum Teil zwangsangesiedelt wurden. Das heißt der Reichtum der Regionen Russland gehört eigentlich denen, die eine Region besiedeln, Russen wandern immer mehr in Europäisch-Russische Metropolen, haben sich zum Teil Drogen und dem Suff ergeben, bekommen immer weniger Kinder, verkaufen ihre Frauen als Prostituierte in die Welt, in Russland kann man nicht wirklich Wirtschaftlich aufsteigen usw. Das heißt Russland ist ein Maroder Staat, das merkt jeder der hinter die glänzenden Fassaden guckt, denn der Reichtum sind nicht Rohstoffe, sondern die Möglichkeit die der Staat zur Entfaltung der Persönlichkeit bietet. Da ist Russland sehr Arm dran.

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mnborken 08.03.2010, 19:13
187.

Zitat von pette
Und warum hat Russland dann gegen ein popeliges Land wie Georgien 70 Soldaten Verloren? Das sind meines erachtens nach zu viel. 10 Soldaten würde dies bestätigen. Die Georgier ihrerseits hatten 120 Tote zu beklagen.
Mir erschließt sich gerade der Zusammenhang nicht...es ging darum ob die Russen europäisch sind, und das sind sie aus meiner Sicht auch nach dem Georgienkrieg noch.

Zu dem Rest des Ganzen Beitrags der dann folgt...ich halte Russlands Eingreifen damals für richtig und auch maßvoll. Schließlich steht die US-Botschaft in Georgien noch, und wie war das damals in Belgrad... ;-)

Der Anerkennung allerdings stehe ich kritisch gegenüber, wie beim Kosovo auch.

Die Unterstützung für Saakaschwili ist das Hauptverbrechen an der territorialen Integrität Georgiens, massiver Raketenbeschuß holt sicher nicht das Vertrauen der Bevölkeung in den betroffenen Gebieten ein.

Das Verhalten der Nato in dem Konflikt zeigt, dass Russland gut daran täte, allenfalls Kontakte zu dieser Organisation zu pflegen und ihr nicht beizutreten.

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Gluteusmaximus 08.03.2010, 19:16
188. Unvergessener "Gorbi"

Zitat von heisenberg
Russland in die Nato? JA! Endlich machen sich mal unsere Politiker darüber Gedanken. Wir haben Russland sehr viel zu verdanken. Unvergessen ist "GORBATSCHOW" Respekt Herr Rühe für ihre gute Idee. Und noch ein Schritt weiter sollte man gehen. Russland muss in die EU aufgenommen werden! Ich hoffe das sich mein Traum mal erfüllt.
Leider ist die Ära G. schon längst vergangen. Was danach kam und heute Bestand hat bedeutet insgesamt Rückschritt. Korruption, Unterdrückung Andersdenkender sowie weiterhin aktive Spionagetätigkeit sind schlechte Vorzeichen für einen solchen Beitritt. Großflächig betrachtet, konte eine Koalition mit Russland nur einem Zwecke dienen: Den bald dominanten und unberechenbaren "Gegner" CHINA in schach zu halten. Sollte ein solcher Konflikt ausbrechen, ist sowieso alles am Ende....
Es bleibt die Frage, welcher (Alb-) Traum besser ist...

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c++ 08.03.2010, 19:19
189. Kalter Krieg in den Köpfen

Zitat von redkiller
Wenn es ein Strategische Interesse der USA wäre so hätten Rühe und Co doch auch US-Amerikanische und Polnische Politiker mit auf den Weg genommen.
Wenn Sie SpOn lesen, finden Sie dort durchaus zustimmende Aussagen aus den USA.

Zitat von redkiller
Nein dieser Aufruf dient einzig Russland und Deutschland. Man ist BEreit die OSteuropäischen und GEsamteuropäischen Sicherheitsinteressen für vermeintliche Russische Rohstofflieferungen auf Spiel zusetzen.
Was haben Rohstofflieferungen mit der NATO zu tun? Hoffentlich wird bald die Ostseepipeline stehen, dafür braucht es keine NATO

Zitat von redkiller
Polen für Russisches Öl und Gas zu verkaufen
Auch in Polen muss wie in Russland und scheinbar auch bei etlichen Forumsteilnehmern hier der kalte Krieg mal endlich aus dem Kopf raus. Hallo, wir leben nicht mehr in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Und russisches Öl und Gas haben wir auch bezogen in den Tagen des kältesten kalten Krieges.

Zitat von redkiller
Ein Beitritt Russland kann nicht mehr Sicherheit bringen, wie denn auch?
Doch natürlich, indem Russland nicht ausgeschlossen ist

Zitat von redkiller
Wenn wir nun einen Feind im inneren haben...
einmal kalter Krieger, immer kalter Krieger

Zitat von redkiller
Wenn Russland NATO-Staaten innerhalb der NATO überfällt , weil es glaubt Russische Interessen zu schützen, etwa in Estland usw. weil dort vermeintlich Russische Minderheit ungerecht behandelt werden, so kann die NATO nicht machen, wenn Russland Mitglied der NATO ist.
Erstens würde die NATO auch jetzt nichts machen, zweitens wird Russland weder in der NATO noch außerhalb der NATO Estland überfallen. Falls überhaupt, dann nur als Nicht-NATO-Mitglied.

Zitat von redkiller
Mit Russland würden wir uns einen Stinkenden Fisch ins Boot holen, der uns zwingen könnte wieder Russische Truppen am Brandenburger Tor marschieren zu lassen, oder die SED- Nachfolger die Partei die Linke, könnte wieder Russische Panzer anfordern um Arbeiter bestialisch zu ermorden, dafür wäre eine Russische NATO Mitgliedschaft wirklich von Vorteil.
Meine Güte, Sie haben aber auch überhaupt nichts mitbekommen. Die Kommunisten regieren Russland so wie die SED heute Deutschland, die USA und Deutschland sind so kommunistisch wie Russland. Russland ist zutiefst kapitalistisch und auch demokratischer als je zuvor in seiner Geschichte.

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