Forum: Politik
Russland in die Nato - eine gute Idee?

Wenn das Verteidigungsbündnis überleben will, muss es sich öffnen. Doch dafür müsste sich auch der Kreml bewegen: in Richtung politischer Pluralismus, Grundrechte, Pressefreiheit, freie Marktwirtschaft. Liegt die Zukunft der Nato in einer Allianz aus Nordamerika, Europa - und Russland?

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dingsbums 08.03.2010, 19:55
200. Reißbrettpolitik

Das Vorhandensein eines Reißbrettes genügt nicht um ein Bündnis zu entwerfen.

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moscow_online 08.03.2010, 19:59
201.

Zitat von Tostan
Allerdings hat sich Russland damit einen Bärendienst erwiesen. Denn diese neuen Regimes müssen finanziell und militärisch gestützt werden um zu überleben.
Ich glaube, fuer Deutschland waeren jetzt Gedanken ueber Griechenland, dann Spanien, Italien und Portugal aktueller.
Alles andere in Ihrem Posting sind Luegen oder Halbwahrheiten. Z.B. ist die 58. Armee Russland immer in Nordossetien stationiert. Und die Plaene um Nabucco sind viel spaeter entstanden, als sich 1990 Abchasien und Suedossetien von Georgien absplitterten.

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Gluteusmaximus 08.03.2010, 20:00
202. Gruß nach Moskau!

Zitat von moscow_online
1. Korruption ja, ich will keine Vergleiche mit Griechenland, Bulgarien und Rumaenien anstellen, aber es gibt sie, und zwar viel. 2. Ich denke in vielen Frage andres, als Putin und es geht mir ausgezeichnet. Heute ist ein Feiertag und ich nehme mir Zeit, Dummheiten ueber Russland wenigstens zu daemmen. Woher wissen Sie soviel ueber Russland?:-) 3. Es sei noch einmal betont: selbst wenn Putin dies wuenschte, wuerde Russland eine Aufnahme in die NATO kategorisch ablehnen. Also ruhig Blut, Mitforist!:-)
Danke für ihre Antwort.

Zu 1.:
Sie haben völlig Recht. Ein Vergleich mit diesen Ländern würde ihnen durchaus zustehen!
Woher wissen sie so viel über diese Staaten?;-))

Zu 2.:
Gut so!

Zu 3.:
Würde Russland (auch ohne Putin) unter den von mir dargestellten Vorzeichen und möglichen Hintergründen wirklich kategorisch von einem NATO-Beitritt absehen (können)?

Ich wünsche noch einen angenehmen Restfeiertag :-)

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redkiller 08.03.2010, 20:02
203.

Zitat von c++
einmal kalter Krieger, immer kalter Krieger Russland ist zutiefst kapitalistisch und auch demokratischer als je zuvor in seiner Geschichte.
1. Russland führt einen Krieg gegen die eigene Bevölkerung, denn wie sonst könnte man die Despotischen Zustände in Russland beschreiben.

2. Russland ist bestimmt nicht kapitalistisch sonder eine Art Günstlingswirtschaft, was fehlt sind Grundprinzipien kapitalistischer Liberaler Worstellung. Dazu gehört es nicht das man nun den absoluten Nachtwächterstaat propagiert, aber die Beschränktheit des Staates gegenüber den Rechten der Individuen. Der Russische Staat funktioniert weil Putin es so sagt, er wird durch nichts und niemanden beschränkt. Damit ist dieser Staat weder Demokratisch noch Kapitalistisch, denn Kapitalistisch bedeutet auch , Individuelle einklagbare Grundrechte usw. , Kapitalismus ohne Markt ist kein Kapitalismus. Der Markt kann nur funktionieren wenn Menschen auf gewisse Grundrechte vertrauen dürfen, diese sind in Russland nicht gewährleistet.

3. Das die NATO-Mitgliedschaft Russlands eine von Moskau gesteuerte und gekaufte Medienkampagne ist, wird jedem Menschen mit Verstand klar. Auch wenn Spiegel und Co nun den Eindruck verwischen wollen.

4. Mal ganz Nüchtern was wäre Russland in der NATO eigentlich, Deutlich hinter den USA die Nummer zwei. Will man nun auch Amerikanische Truppen in Moskau haben wie wir in Deutschland , Polen usw. Russische Truppen in Zentraleuropa wird es NATO-Mitgliedschaft hin oder her niemals friedlich geben.

5. Was hat Putin bis 1989 in der DDR gemacht ? Er hat Sozialisten und SED-Kader beaufsichtigt , er ist eine weitere Missgeburt des Stalinistischen Unterdrückungsmechanismus und solange sich Russland nicht von solchen Figuren löst, solange kann man Russland nicht als wirklichen Freund ansehen. Es gibt vielleicht Zweckgemeinschaften, welche sowohl der NATO als auch Russland dienen kann, aber dies bitte Außerhalb der NATO.

6. Russland beliefert erklärten Feinden Israels wie den Iran mit Raketentechnologie, der Iran und seine Potentaten sind zu Schoßhunden von Putin verkommen, welche antiwestliche und antiamerikanische Propaganda Russischer Prägung übernommen haben.

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Tostan 08.03.2010, 20:08
204.

Zitat von Vegano
Wenn man als NATO-Territorium Europa ansieht, dann wurde dieses Territorium in den letzen Jahren zwei Mal von Rußland angegriffen: zunächst Estland, wo durch eine Cyber-Attacke die Wirtschaft des Landes genauso geschädigt wurde wie sie durch Raketen und Panzer geschädigt worden wäre. Die NATO hat daraufhin ihr Hauptquartier zur Abwehr von Cyber-Attaacken nach Tallin verlegt.
Genau das Estland, was unter Missachtung aller Absprachen mit Russland in die NATO aufgenommen wurde! Es ist auch nicht erwiesen, dass die Cyber-Attacke von der Russischen Regierung ausgelöst wurde(dass sie geduldet wurde, steht außer Frage).

Zitat von Vegano
Der zweite Angriff Rußlands auf Europa fand 2008 in Georgien statt.
Es mag Anzeichen geben, dass Russland den Krieg provoziert hat, aber Georgien hat nunmal den ersten Schuss abgefeuert bzw. ist in ein Gebiet eingedrungen, welches nominell von GUS-Friedenstruppen kontrolliert wurde um ein Wiederaufflammen des Bürgerkrieges zu verhindern.

ABER: Georgien liegt genauso in Europa wie Deutschland am Hindukusch verteidigt werden muss. Die einzigen Interessen Europas in Georgien(und die einzigen Gründe für diesen Krieg) heissen Nabucco- und BTC-Pipeline.

Beides hätte man verhindern können, indem man gleich nach dem Zerfall der Sowjetunion einen Europa-Russland-Pakt mit gleichberechtigten Partnern in angriff genommen hätte.... Aber nein, damals war Russland ja ein siecher Staat im Niedergang.... abwarten bis er verreckt und dann die Beute aufteilen.... Nun ist der Bär plötzlich wieder stark und gesund geworden und plötzlich ist er wieder das alte Feindbild.... Nebenbei ist Russland mittlerweile auch wieder diktatorischer geworden als früher ... hätte man auch verhindern können, indem man gleich zusammengearbeitet hätte...

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Gluteusmaximus 08.03.2010, 20:08
205. "Gasdiktatur"

Zitat von Vegano
Völlig richtig. Was glauben Sie, wie wird das Rußland des Jahres 2020 aussehen? Stinknormal eurpäisch? Oder doch eher neo-totalitär und diktatorisch? Ich verrat' Ihnen 'was: nicht euroäisch wird es aussehen. Und dann haben Sie Ihren neuen Gefahrenherd: eine nukleare Petro- und Gasdiktatur vor Europas Haustür. Ihre "alte Ost-West-Konstellation" wird die neue sein. Der Zug in Rußland ist bereits abgefahren. Seit 1999 fährt er nur noch in eine Richtung: zurück in die totalitäre Vergangenheit.
Welchen Sinn sollte es haben, dass Russland, also ihre künftige "Gasdiktatur", uns mit Bomben ausrotten sollte. Die schönsten Urlaubsstrände der Welt wären zerstört, die Hauptabnehmer des Gases gäbe es nicht mehr, somit auch keine Erholung und Erträge...

Also: Leider hilft es nicht, der Gorbi-Zeit nachzutrauern. Auch der gleichnamige Wodka verspricht nicht wirklich Besserung... :-)

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lb3 08.03.2010, 20:12
206.

Zitat von Core Dump
RUS + EU + USA == NATO/Norden. Rest der Welt == Sueden. Genug Feinde fuer jeden nehem ich an. Am Ende bleibt immernoch NATO/Norden versus China als moeglicher Feind.
So in etwa. Trilaterale Kommission und verwandte lassen grüßen.

Was den Schluss zulässt, dass Russland niemals hätte Feind sein müssen. Und China auf Knopfdruck einer sein kann. Klappt alles mit entsprechender PR. Billige Schmierenkomödie machtgeiler Planetenmitbewohner. Schade um die schön vertane Lebenszeit, wenn man sich mal mental auf dieses Spiel einlässt.

Zeigt auch die Logikbrüche der Globalisierung auf.

Ein weiteres Puzzlesteinchen auf der einen Seite, und ein weiteres Indiz dafür, dass es so wie bisher nicht mehr weitergehen kann.

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Meckermann 08.03.2010, 20:17
207. Gleichberechtigt

Zitat von
Im Gegenzug müsste Russland bereit sein, die Pflichten und Rechte eines Nato-Mitglieds "als Gleicher unter Gleichen" wahrzunehmen.
Hört sich ja toll an, aber was ist denn die Nato heute? 80% Amerika, 10% Großbritanien und 10% restliche. Wer würde denn im hypothetischen Bündnisfall Truppen schicken? Von Deutschland kämen da doch höchstens 500 Aufbauhelfer und 3 Aufklärungsflugzeuge, aber auch erst wenn garantiert nicht mehr geschossen wird.

Russland aufzufordern seine Hausaufgaben in Sachen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu machen ist ebenso heuchlerisch, wobei wir, als ein Land, in dem Gesetzesentwürfe permanent vom Verfassungsgericht einkassiert werden müssen, ja sogar noch relativ gut dahstehen. Man braucht allerdings nurmal über den großen Teich zu schauen und erblickt schon das erste Foltergefängnis.

Dass Russland überhaupt einmal interesse bekommt in westlichen Bündnissen mitzuspielen ist momentan ohnehin eher unwahrscheinlich. Die westlichen Demokratien befinden sich im wirtschaftlichen Abschwung sind untereinander zerstritten und politisch kaum handlungsfähig. Wann wurde denn in der deutschen Politik die letzte richtungsweisende Entscheidung getroffen? Und damit meine ich nicht, ob es Nacktscanner auf Flughäfen geben soll...

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Vegano 08.03.2010, 20:25
208.

Zitat von Tostan
Es ist auch nicht erwiesen, dass die Cyber-Attacke von der Russischen Regierung ausgelöst wurde
Ganz öffentlich hat sich jetzt die russische Jugendorganisation Nashi in der Financial Times dazu bekannt, im Jahre 2007 die Cyber-Attacken auf Estland ausgeführt zu haben...Allerdings ist Nashi nicht irgendein Kinderverein. Es handelt sich um die Jugendtruppe des Kreml, so eine Art Putin-FDJ...Dass sie die Attacke auf Estland unbemerkt von der Führungszentrale im Kreml durchführen konnte, ist unvorstellbar. Schließlich bedurfte die Aktion einer aufwändigen Orchestrierung, um den zerstörerischen Effekt zu erreichen. Damit hat sich jetzt das erwiesen, was der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow vehement von sich gewiesen hatte: Russland hat Estland attackiert mit dem Ziel, dem Land großen Schaden zuzufügen. So etwas nennt meian gemeinhin Krieg. http://www.fr-online.de/in_und_ausla...m_cnt=1691060&
Zitat von Tostan
Es mag Anzeichen geben, dass Russland den Krieg provoziert hat, aber Georgien hat nunmal den ersten Schuss abgefeuert
Wenn man das Beschießen der Hauptstadt Tschinwali beklagt, sollte man sich vor Augen halten, dass die Stadt auf drei Seiten von georgischen Dörfern umgeben ist. Die südossetischen Streitkräfte beschießen diese Dörfer, und die Geogier schießen zurück. Wenn sie Zivilisten schützen wollten, müssten die Südossetier nur ihre Positionen ein paar Hundert Meter vorrücken. Aber das ist ja ein Grundsatz von Terroristen in der ganzen Welt – verschanze dich unter Zivilisten, und wenn dein Feuer erwidert wird, zeige genüsslich die Leichen deiner Kinder den Fernsehkameras. http://www.welt.de/debatte/kommentar...nds-Krieg.html

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Lottofreak 08.03.2010, 20:27
209. Hahaha selten so gelacht wie bei diesem Vorschlag

bevor Russland jemals der Nato beitreten wird - würde Gesamt Vorderasien und China ab morgen Vorzeigedemokratien.....:-) "LOL"
wer glaubt Russland sieht sich weiterhin das Vordringen der Nato bis vor seine Haustüre an und lässt sich das Öl und andere Recourcen vor der Nase wegklauen - ja der hat sich halt schwer getäuscht - spätestens wenn man den Iran angreifen sollte wird Russland seine wahre Position zum Westen zeigen - man wird doch nicht seeligst zusehen wie ein Kaukasusland nach dem anderen von den USA und Nato überfallen oder gekauft wird wie Georgien z.B. - es läuft doch alles irgendwann auf einen Konflikt Russland -Nato hinaus wenn diese ihre Gier unter US-Federführung nicht stoppt- das sollte sich Merkel auch mal hinter die Ohren schreiben- weil sonst wird die EU noch mal fürchterlich frieren- und falls es überhaupt Pipelines geben wird- dann höchstens Richtung Russland -
Putin ist schon lange erstaunlich still- das hat nichts gutes zu bedeuten und die Nato und vor allem die EU sollte nicht mit dem Feuer spielen - Russlands Schlagkraft wird deutlichst unterschätzt

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