Forum: Politik
Russland in die Nato - eine gute Idee?

Wenn das Verteidigungsbündnis überleben will, muss es sich öffnen. Doch dafür müsste sich auch der Kreml bewegen: in Richtung politischer Pluralismus, Grundrechte, Pressefreiheit, freie Marktwirtschaft. Liegt die Zukunft der Nato in einer Allianz aus Nordamerika, Europa - und Russland?

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Vegano 08.03.2010, 21:26
230.

Zitat von systemfeind
Sicherlich werden wir noch einige Dinge erfahren welche bisher verborgen waren .
Sie ganz bestimmt. Sie glauben ja auch an Odin und die blondhaarige toitsche Volksseele, was Sie zum "systemfeind" der BRD macht.
Die weltweiten Jünger des Irrationalismus müssen in Putin den Messias erblicken. Latürnich.

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Tostan 08.03.2010, 21:27
231.

Zitat von Gluteusmaximus
Das mag stimmen. Man brauchte sie! Sie lagen (liegen) ja auch geographisch an einen durchaus wichtigen Punkt... Tipp. Fängt mit B an.
Eben. Und Russland brauchen wir heute. Nur ist Russland Geopolitisch militärisch nicht der Türkei zu vergleichen, "wir" müssen uns also mehr anstrengen.

Warum brauchen wir Russland? Nicht wur wegen seinen Öl- und Gasvorkommen. Auch ist Russland mittlerweile ein wichtiger Handelspartner(und braucht damit die EU genauso wie diese Russland.) Außerdem wird die immer länger Eisfrei bleibende Nordostpassage sicherlich an Bedeutung gewinnen. Diese und die Transsibirische Eisenbahn verkürzen den Weg nach Asien enorm.

Außerdem wird es meiner meinung nach langsam Zeit für ein echtes "Weltbündniss" welches im Auftrag einer echten Weltorganisation für Ruhe auf der Welt sorgen kann. Und dafür wäre eine reformierte NATO mit Russland, zusammen mit einer demokratischeren UNO ein guter Ansatz. Also ich meine damit keine selbstherrlichen Weltpolizisten, sondern eine Organisation die auf Einladung und mit Mandat der betroffenen Staaten in Bürgerkriegen friedensstiftend eingreifen kann. Eine Organisation, die auch bei Naturkatastophen schnell und effektiv Hilfe leisten kann(das kann meiner Meinung nach nur das Militär, die NGOs sind ab einer gewissen Größenordnung überfordert). Aber sowas sind wohl nur die Träume eines unheilbar optimistischen Kosmopoliten.

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moscow_online 08.03.2010, 21:29
232.

Zitat von Tostan
Wenn es um die armen Osseten und Abchasen gehen würde, wieso gibt Russland dann nicht auch den Tschetschenen die Unabhängigkeit?
Sind Sie wirklich der Meinung, dass diese das wollen? Etwa 10% vieleicht, in Dagestan noch weniger. Die Hauptfrage, dass diese 10% militant sind und von muslimischen Extremisten genauso won westlichen Nachrichtendiensten unterstuetzt werden, von der Bevoelkerun aber nie. Die Terroranschlaege, die wir jetzt an und zu haben, die sind auch zu einem grossen Teil der Korruption der lokalen Elite zu verdanken, der Rechtlosigkeit der Innenministerien der Teilrepubliken usw. Auch die Blutrache spielt im Nordkaukasus bis jetzt eine grosse Rolle. Die Abtrennungsversuche von Russland treten da an ganz hinteren Platz.
Die deutschen Mitforisten kennen all das zu wenig und pauschlaisieren zu gern. Das ist ein Fehler.

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Liberalitärer 08.03.2010, 21:37
233.

Zitat von marvinw
Unter der schönen Wortspielerei versteckt sich wieder mal die Absicht Rußland wirtschaftlich auseinander zu nehmen, ganz wie es in den Zeiten von Boris Jelzin war...
Da ist sicherlich ein Fünkchen Wahrheit drin, da hockten einige auf einem sehr hohen Ross. Kommen wir nun bitte in der Gegewart an, es gibt sicher Vor- und Nacgteile einer Mitgliedschaft Russlands, als Russe, der ich nicht bin, würden für mich strategische Nachteile überwiegen. Das fängt beim UN Sicherheitsrat an, dieser müsste komplett umgebaut werden. Brasilien, China und Indien würden zu Recht Sturm laufen gegen die Zusammensetzung dieses Gremiums.
Vielleicht wäre es sogar dumm Russland als quasi neztrale Großmacht auszuschalten, man braucht immer Vermittler.

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toskana2 08.03.2010, 21:40
234. warum?

Zitat von sysop
Wenn das Verteidigungsbündnis überleben will, muss es sich öffnen. Doch dafür müsste sich auch der Kreml bewegen: in Richtung politischer Pluralismus, Grundrechte, Pressefreiheit, freie Marktwirtschaft. Liegt die Zukunft der Nato in einer Allianz aus Nordamerika, Europa - und Russland?
Europa und die NATO brauchen Russland mehr
als umgekehrt!
Spätestens beim Betrachten der weltpolitischen Lage,
weiss man auch, warum!

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systemfeind 08.03.2010, 21:43
235. Erfreulich :

Zitat von sysop
Wenn das Verteidigungsbündnis überleben will, muss es sich öffnen. Doch dafür müsste sich auch der Kreml bewegen: in Richtung politischer Pluralismus, Grundrechte, Pressefreiheit, freie Marktwirtschaft. Liegt die Zukunft der Nato in einer Allianz aus Nordamerika, Europa - und Russland?
Russland entwickelt neue Kampfflugzeuge ( die Fachpresse berichtet ) ; Russland hat gelernt : Vertraue nie einem engländer oder seinen Helfershelfern . Wie war das noch mit Yukos ? e-eben .

Das Kapital reißt schon wieder frech das Maul auf und droht mit Krieg ( Clinton, andere Lautsprecher ) .

Deutsche Ingenieure haben vertrauliche Blaupausen an China geliefert .

Und China rüstet auf . Sehr bald werden wir den angelsachsen auf den Knien sehen . Sehr bald sogar .

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Wimbish 08.03.2010, 21:48
236. Nato

Wer braucht die NATO – und – wem nutzt sie? Einfach mal ganz naiv gefragt.

Diese Frage stelle ich mir seit ca. 20 Jahren.

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Vegano 08.03.2010, 21:49
237.

Zitat von moscow_online
Sind Sie wirklich der Meinung, dass diese das wollen? Etwa 10% vieleicht, in Dagestan noch weniger. Die Hauptfrage, dass diese 10% militant sind und von muslimischen Extremisten genauso won westlichen Nachrichtendiensten unterstuetzt werden, von der Bevoelkerun aber nie.
Das Problem, das Ihr Russen habt, ist Eure Ignoranz. Die wird Euch das Restimperium kosten. Ihr habt noch nicht einmal Ahnung davon, was in Eurem eigenen Land vor sich geht. Weil es Euch im Grunde überhaupt nicht interessiert.

"Die lokale Bevölkerung unterstützt die Rebellen oder verhält sich neutral, sie widersetzt sich ihnen nicht und liefert sie nicht an die föderalen Kräfte aus", klagte kürzlich ein russischer General...Der General gab zu, dass sich den Rebellen immer wieder junge Männer anschließen.
http://www.fr-online.de/in_und_ausla...em_cnt=1349505

Nach den jüngsten Ereignissen habe der bekannte Feldkommandeur Issa Munajew einen großen Zulauf von 15- bis 20-jährigen Jungen und Mädchen. http://www.welt.de/politik/article25...erkolonne.html

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Tostan 08.03.2010, 21:54
238.

Zitat von marvinw
Unter der schönen Wortspielerei versteckt sich wieder mal die Absicht Rußland wirtschaftlich auseinander zu nehmen, ganz wie es in den Zeiten von Boris Jelzin war. Boris war immer besoffen und verscherbelte Rußland Ressourcen nach allen Seiten für billiges Geld. Westen war sehr zufrieden mit ihm.
Gut gelacht. Die einzigen, welche von der Jelzin-Ära profitiert haben sind die neureichen russischen Oligarchen. Und Jelzin war beiweitem nicht immer besoffen. Sein Alkoholproblem wurde erst in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit wirklich ein Problem.
Der unterschied ist nur, dass die Oligarchen Jelzin den Kurs immer mehr diktiert haben, während Putin, gestützt auf alte Kontakte den Spieß radikal umgedreht hat. Er hat durch Beresowski und Chodorkowski klar gemacht, wer der Herr im Staate ist.(Während sich unsere westlichen "Demokratien" immer mehr durch Großunternehmen lenken lassen.

Putins Regierungsstil(ja, immer noch ... es ist Putin doch egal, wer unter ihm Präsident ist) ist mir aber immer noch lieber als ein zerfallendes Großreich mit haufenweise Nuklearsprengköpfen...

Zitat von marvinw
Putin hat diesem Treiben ein Ende bereitet und erntete sehr viele Feinde im Westen. Die Opposion von Putin besteht größtenteils aus Westen finanzierte Marionetten: ein Grund warum Putin die Opposition überhaupt nicht mag und eigentlich nicht zulassen will.
Und Zustimmung für Putin wird hauptsächlich durch von ihm finanzierte Medien produziert. Schauen sie sich einfach mal das staatlich kontrollierte Russische Fernsehen an ... Putin hier, Putin dort, in fast jeder Nachrichtensendung Putin, und immer nur im positiven Licht. Für beide Seiten gilt: Zeig mir welches Lied du singst und ich sag dir wessen Brot du isst....
Nur ist Putins Medienpolitik(im Gegensatz zu den Ukrainischen Medien, siehe unten) eine innerrussische Angelegenheit.

Zitat von marvinw
Wir erinnern uns an die orangene Revolution in der Ukraine wo danach nur nebenbei erwähnt wurde wieviel Geld man für diese "Geldkoffer-Revolution" ausgegeben hat.
Natürlich ... und aus Russland kam genauso Geld für die Gegenbewegung. Die Urkaine ist nunmal ein gespaltenes Land und jeder versucht, sie auf ihre Seite zu bringen, solange es diese Interessenkonflikte zwischen EU und Russland gibt. Die Urkainer(also überwiegend der Westliche Teil des Landes) haben die schrecken der Sowjetherrschft nicht vergessen(siehe Holodomor), und die in der Ukraine lebenden Russen wollen halt näher an die Heimat. Beide Seiten werden vom Ausland unterstützt.

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Ylex 08.03.2010, 21:57
239. Kein Thema

Warum sollte Russland einer Organisation beitreten, die in einer Existenzkrise steckt? Niemand weiß gegenwärtig, wie die NATO nach Irak und Afghanistan aussehen wird. Ein Sicherheitsbündnis bedarf keiner konkreten Bedohung, aber eine Verteidigungsgemeinschaft sieht ohne Feind auf Dauer alt aus, deshalb auch die hysterischen Bemühungen, den Terrorismus und den Iran als neue Weltfeinde aufzubauen - angesichts ihrer Schwäche ein ziemlich hilfloses Unterfangen. Friede würde die NATO automatisch verschleißen, worin viele merkwürdigerweise mehr ein Problem sehen als einen Fortschritt.

Russland ist aktuell ein taumelnder Riese ohne innere Orientierung - die politische Orientierung nach außen ist dagegen klar: Eigenständigkeit neben den USA und China. Für Russland bildet die NATO die Klammer, mit der Amerika Europa an sich bindet. Die Russen haben an nichts weniger Interesse, als auch in den Einfluss dieser Klammer zu geraten. Was Rühe und Konsorten sich da ausklamüstert haben, ist blanker Unsinn, eigentlich kein Thema, das sich zu diskutieren lohnt.

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