Forum: Politik
Russland in die Nato - eine gute Idee?

Wenn das Verteidigungsbündnis überleben will, muss es sich öffnen. Doch dafür müsste sich auch der Kreml bewegen: in Richtung politischer Pluralismus, Grundrechte, Pressefreiheit, freie Marktwirtschaft. Liegt die Zukunft der Nato in einer Allianz aus Nordamerika, Europa - und Russland?

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Tostan 09.03.2010, 17:33
310.

Zitat von nahal
Nein, es ist keine Basis, wenn zwei Unbefugte, davon einer, der Repräsentant eines Unrechtstaates ist, sich gegenseitig Zusagen machen, die Dritte betreffen, ohne diese zu befragen.
Auch wenn James Baker ihrer Meinung nach der Repräsentant eines Unrechtsstaates war(was mittlerweile durchaus plausibel erscheint .... nur in einem Unrechtsstaat werden z.B. Gefangene ohne Gerichtsurteil jahrelang festgehalten), so betrafen diese absprachen definitiv nicht Dritte. Denn ohne die Zustimmung der USA kann wohl kein neuer Mitgliedsstaat in die NATO aufgenommen werden. Und darum ging es. Ein Staat kann betteln und toben, sagen die USA nein, kommt er nicht in die (derzeitige) NATO. Oder hätten damals die Balten befragt werden sollen(die ja noch teil der SU waren) "Ihr werden in Zukunft eventuell in die NATO eintreten wollen, habt ihr was dagegen wenn wir das jetzt schon nicht befürworten können?"

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Korowjew 09.03.2010, 17:34
311.

Zitat von nahal
Kann jemand hier, der das behauptet, einen Beleg dafür bringen, dass eine solche, völkerrechtverbindliche Zusage gemacht wurde? Ich bedanke mich im Voraus.
Es ist einerlei ob völkerrechtsverbindlich oder nicht, die Zusage wurde gemacht (dafür gibt es genug Belege) und von der NATO gebrochen mit der Begründung, dass die Sowjetunion ja nicht mehr existiere. Dass deren Rechtsnachfolger (ist Ihnen bekannt, was das ist?) Russland sich aber an alle von der UdSSR geschlossenen Verträge (ABM, START usw.) gehalten hat und auch ihren Sitz im UNSR nahtlos übernommen hat, interessiert die NATO natürlich nicht.

Russland verlangt ja nicht, dass die Osterweiterung zurückgenommen wird. Es hat aber allen Grund, dieser verlogenen Organisation zutiefst zu mißtrauen.
Die NATO ist ein Relikt des Kalten Krieges und gehört aufgelöst. Nachfolger sollte ein Europäisches Verteidigungsbündnis sein, also ohne USA und Türkei, aber selbstverständlich unter Einbeziehung Russlands. Ob die Briten mitmachen oder nicht, sei ihnen freigestellt.

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Black_Adder 09.03.2010, 17:44
312. :)

Zitat von nahal
Nein, es ist keine Basis, wenn zwei Unbefugte, davon einer, der Repräsentant eines Unrechtstaates ist, sich gegenseitig Zusagen machen, die Dritte betreffen, ohne diese zu befragen.
also auch wenn ich einige(im übrigen auch US-Amerikaner kenne) die ihre aussage bezüglich den USA durchaus teilen, würde ich doch nicht so weit gehn und die USA grundsätzlich als unrechtsstaat zu bezeichnen.

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ingrid wild 09.03.2010, 17:48
313. Ich hätte es wissen müssen

Zitat von nahal
Nein, es ist keine Basis, wenn zwei Unbefugte, davon einer, der Repräsentant eines Unrechtstaates ist, sich gegenseitig Zusagen machen, die Dritte betreffen, ohne diese zu befragen.
Es konnte nichts anderes kommen. Das würde aber nach Ihrer Logik bedeuten dass der "Andere" - der Repräsentant des "Nicht-Unrechtsstaates" (was ist eigentlich ein Unrechtsstaat? Ein Gorbatschow der die deutsche Wiedervereinigung erst möglich gemacht hat als Präsidenten eines Unrechtsstaates zu bezeichnen das ist schon ein starkes Stück und ziemlich infam) - ein Lügner ist. Nach Ihrer Logik hätte er nämlich dann gar keine Zusagen machen dürfen. Oder soll ich sonst interpretieren dass die USA Zugeständnisse gemacht hat - wohl wissend dass sie diese nicht halten wird. Das ist ja noch hinterlister als meine Begründung ... tststs - Sie sind irgendwie in den 60ern stehen geblieben, oder?

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existentialist09 09.03.2010, 17:49
314. Russland muss sich in Richtung Pluralismus,

Zitat von sysop
Wenn das Verteidigungsbündnis überleben will, muss es sich öffnen. Doch dafür müsste sich auch der Kreml bewegen: in Richtung politischer Pluralismus, Grundrechte, Pressefreiheit, freie Marktwirtschaft. Liegt die Zukunft der Nato in einer Allianz aus Nordamerika, Europa - und Russland?
Grundrechte, Pressefreiheit, freie Marktwirtschaft bewegen...Deutschland aber auch!

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Baracke Osama 09.03.2010, 17:51
315.

Zitat von nahal:
Kann jemand hier, der das behauptet, einen Beleg dafür bringen, dass eine solche, völkerrechtverbindliche Zusage gemacht wurde?
Ich bedanke mich im Voraus.


Zitat von ingrid wild
Fragen Sie mal Gorbatschow
http://www.webnews.de/kommentare/369...weiterung.html

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nahal 09.03.2010, 17:54
316.

Zitat von Tostan
Auch wenn James Baker ihrer Meinung nach der Repräsentant eines Unrechtsstaates war...
Der angesprochene war Gorbatschow. Sien Unrechtsstaat ist untergegangen. Und auch ein Helmuth Kohl hat kein Recht, den 70-40 jahren unterjochten Völker vorzuschreiben, was für Verträge diese, zukünftig, eingehen können.
Und Gorbatschow ist, zurecht, von seinem Volke, aus dem Amt gejagt worden.

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Tostan 09.03.2010, 17:55
317.

Zitat von Korowjew
Nachfolger sollte ein Europäisches Verteidigungsbündnis sein, also ohne USA und Türkei, aber selbstverständlich unter Einbeziehung Russlands. Ob die Briten mitmachen oder nicht, sei ihnen freigestellt.
Warum nicht auch die USA, aber als Gleichberechtigter Partner neben der EU und Russland.

Das Problem ist, dass sowas nur langfristig zu erreichen ist. Klar könnten Deutschland, Frankreich und einige andere Staaten problemlos aus der NATO austreten und mit Russland ein Verteidigungsbündnis eingehen..... Was wäre dann in Europa los? die Osteuropäer, allen voran die Polen und Balten würden laut schreien und sich nach möglichen Verbündeten gegenüber dieser möglichen Bedrohung umsehen .... Das wären dann logischerweise die USA. Schon hätten wir in Europa wieder zwei Machtblöcke die sich belauern und misstrauen. Denn sowenig die Polen die Deutschen mögen, gegen Russland haben sie noch mehr.

Es geht also nur mit einer (langsamen) Umstrukturierung der NATO mit immer stärkerer Einbeziehung Russlands. Das passiert derzeit aber kaum.... Klar gibt es den NATO-Russland-Rat, aber der ist doch nur eine Farce. Wirkliche Absprachen und gemeinsame Aktionen gibt es nicht.

Ein Schritt in die Richtige Richtung wäre zum Beispiel ein gemeinsamer Raketenschild in Zentralasien anstelle der polnischen Lösung. Oder ein gemeinsames vorgehen am Horn von Afrika, Russland als Partner in der Operation Atalanta.

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tom gardner 09.03.2010, 18:02
318.

Zitat von nahal
Kann jemand hier, der das behauptet, einen Beleg dafür bringen, dass eine solche, völkerrechtverbindliche Zusage gemacht wurde? Ich bedanke mich im Voraus.
"Russlands Präsident Medwedew wirft dem Westen Wortbruch vor. Die Nato-Osterweiterung verstoße gegen Zusagen, die 1990 in den Verhandlungen zur deutschen Einheit gegeben worden seien. Dokumente aus westlichen Archiven stützen den russischen Verdacht."

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67871653.html

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nahal 09.03.2010, 18:02
319.

Zitat von ingrid wild
Ein Gorbatschow der die deutsche Wiedervereinigung erst möglich gemacht hat als Präsidenten eines Unrechtsstaates zu bezeichnen das ist schon ein starkes Stück und ziemlich infam) -
Sie werden es kaum für möglich halten, aber ich betrachte die UDSSR, angefangen von 1917 bis zu ihrem Untergang, als Unrechtsstaat.
Dass ich einem Gorbatschow dankbar sein soll, dass er kein Massenmord begangen hat, ist etwas viel verlangt.
Er hat gehofft, seinem sterbenden Unrechtsreich noch einige Jahre Luft zu verschaffen.
Dass er vorher, als er sich noch stärker fühlte, den Polen mit dem Einmarsch der glorreichen Roten Armee gedroht hat, wollen sie unterschlagen. Und Sie wollen den Polen, Letten, Esten, Lithauer, Ungarn ua, die jahrzehntelang durch das sowjetische Terrorregime gelitten haben, untersagen, sich der NATO anzuschliessen, ist die Höhe der Dreistigkeit.

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