Forum: Politik
Russland in die Nato - eine gute Idee?

Wenn das Verteidigungsbündnis überleben will, muss es sich öffnen. Doch dafür müsste sich auch der Kreml bewegen: in Richtung politischer Pluralismus, Grundrechte, Pressefreiheit, freie Marktwirtschaft. Liegt die Zukunft der Nato in einer Allianz aus Nordamerika, Europa - und Russland?

Seite 52 von 83
Tostan 12.03.2010, 21:44
510.

Zitat von leo06
Im Werfen von Nebelkerzen sind Sie ja ganz groß. Natürlich sind die strategischen Interessen der USA an den Flanken Russlands von hoher Priorität.
Könnte ja jeder kommen und behaupten, irgendwo Interessen zu haben. Nur Egomanen setzen ihre Interessen ohne Rücksicht auf andere durch.

Natürlich hat "die einzige Großmacht" nur eine Interessenspäre. Die Welt. Zumindest bis jetzt, evtl. wird das noch aufs Sonnensystem ausgeweitet demnächst.

Komischerweise reicht schon der Schatten eines Verdachtes, dass andere ebenfalls irgendwo interessen haben könnten, um die USA zu panikartigen Militäraktionen zu verleiten, vorallem wenn es "vor der eigenen Haustür" passiert.

Ich erinnere da an die Panikreaktion der USA während Fidel Castros Revolution. Man erinnere sich daran, dass Castro anfangs ein Bürgerlicher Revolutionär war(der einzige im Führungsstab, welcher erklärter Kommunist war, war Che Guevara) Erst die abweisende der Amis trieb ihn in Moskaus Arme. Dann Irangate. Und schon der Schatten einer Vermutung dass ein Flugplatz eventuell militärisch genutzt werden könnte, und dann noch eventuell von den Russen, führt schon zu einer Invasion.

Also Russland hat da handfestere Gründe gebraucht, um Südossetien und Abchasien militärisch in seinen Einflussbereich zurüzuholen. Aus weiteren Zentralasiatischen Staaten wurden die USA "herausgeschmissen" ohne dass Russland einen Krieg beginnen oder irgendwelche paramilitärischen Truppen finanzieren musste.... Schon komisch!

Man beachte: der Kaukasus und Zentralasien sind dichter an Russland und schon geschichtlich gesehen viel deutlicher zur Russsichen Interessenspäre gehörend als irgendwelche Karibikinseln oder mittelamerikanische Staaten zu den USA.

Zitat von leo06
These interests concern security, economic development, energy, and human rights...
Wessen Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung? Zentralasiens oder der USA? Energie ist ja klar .... Und Menschenrechte? Natürlich, deshalb lobt man ja immer so kräftig die autokratischen Herrscher der Zentralasiatischen Staaten, beispielsweise Turkmenistan(das autokratischte Regime überhaupt in Europa, Asien und Amerika .... Evtl. sind einige Afrikanische Potentaten noch autokratischer, aber mehr gibts nicht)

Zitat von leo06
Defense and Border Control Assistance
Im klartext ... ihr werdet gegen Russland aufgeputscht und sollt unsere Waffen kaufen um aufzurüsten. Eure Mafia- und Schmugglerclans können doch machen was sie wollen, da mischen wir uns nicht ein.
Seit Afghanistan unter NATO-Herrschaft wieder zum weltgrößten Heroinprodutzenten geworden ist, hat sich der Schmuggel mit dem Zeug Richtung Russland vervielfacht(und von da weiter nach Europa). Ist das das Ergebnis einer effektiven "Border Control Assistance"? Seit 2005 sinkt der Einfluss der USA in der Region wieder, mal sehen ob die Russen das Problem in den Griff bekommen.

Beitrag melden
spieglfechter 12.03.2010, 21:46
511.

Zitat von alfredoneuman
Es handelt sich um souveräne Staaten, die über Rohstoffe verfügen und zufällig an Russland grenzen. Für diese Gegend interessieren sich alle, die an Öl und Gas interessiert sind. Das Gebiet kann doch nicht deshalb für Sakrosankt erklärt werden, weil die Sowjetunion dies Länder für ein paar Jahrzehnte "eingemeindet" hat, und nun Russland mit der Umzingelungs-Mär jeden abhalten will dort Geschäfte zumachen der nicht Gasprom oder so ähnlich heißt.
Warum eigentlich nicht ? Die Dollarpreisbindung für Rohstoffe, Öl ganz vorneweg, ist ja auch sakrosant, sonst wären die Konsequenzen für Abweichler nicht so verheerend. Nur wegen dieser Dollarbindung, die die USA nach dem zweiten Weltkrieg durchsetzen konnten, konnten und können die USA einen historisch beispiellosen Schuldenberg aufbauen ...

http://www.usdebtclock.org/

... weil jeder Dollars braucht, um Energie und andere Rohstoffe kaufen zu können. Milliarden Menschen weltweit werden aufatmen, wenn dieser Spuk bald ein Ende findet und das Empire den Weg alles Irdischen nimmt ...

Beitrag melden
Tostan 12.03.2010, 21:51
512.

Zitat von alfredoneuman
Es handelt sich um souveräne Staaten, die über Rohstoffe verfügen und zufällig an Russland grenzen. Für diese Gegend interessieren sich alle, die an Öl und Gas interessiert sind.
Aber immer mehr dieser Staaten wollen halt lieber wieder mit Russland Geschäfte machen. Hat eventuell etwas mit dem gigantischen Charisma von Gasprom Schröder zu tun.... ;)
Gefällt mir zwar auch nicht, dass so ziemlich alle Pipelines Richtung Europa durch Russland bzw. in russischer Reichweite verlaufen, aber was solls. Wenn Europa sich mit Russland einig ist(und nicht von (k)alten Kriegern regiert wird) passiert da nix. Russland braucht Europa und Europa braucht Russland.

Beitrag melden
anathema 12.03.2010, 22:00
513. Nachhaltige Bündnisse!

Zitat von czerny
... und woher bezog RU seine stärksten Entwicklungsimpulse? Aus dem Raum, den wir Europa nennen, daran wird sich auch nichts ändern. St. Petersburg und Moskau liegen nun mal näher an Westeuropa als an Peking.
Auch die späteren USA sind ohne Europa nicht vorstellbar.
Doch Sie haben absolut Recht, „St. Petersburg und Moskau liegen nun mal näher an Westeuropa“ als Rom, Paris, London, Berlin etc. an Washington, jedenfalls trennt kein Atlantik ihre Kontinente.

Es ist an der Zeit, die natürlichen geopolitischen Gegebenheiten wieder mehr in den Fokus der zukünftigen Entwicklungen zu rücken, um nachhaltige Bündnisse schaffen zu können!

Beitrag melden
alfredoneuman 13.03.2010, 23:55
514.

Zitat von spieglfechter
Warum eigentlich nicht ? Die Dollarpreisbindung für Rohstoffe, Öl ganz vorneweg, ist ja auch sakrosant, sonst wären die Konsequenzen für Abweichler nicht so verheerend. Nur wegen dieser Dollarbindung, die die USA nach dem zweiten Weltkrieg durchsetzen konnten, konnten und können die USA einen historisch beispiellosen Schuldenberg aufbauen ... ... weil jeder Dollars braucht, um Energie und andere Rohstoffe kaufen zu können. Milliarden Menschen weltweit werden aufatmen, wenn dieser Spuk bald ein Ende findet und das Empire den Weg alles Irdischen nimmt ...
Rubel wäre doch eine echte Alternative gewesen - warum kam bloß bis heute keiner drauf.

Und immer mit diesem dämlichen Tod-USA-Refrain zukommen, hat etwas sehr Peinliches - das nur am Rande.

Beitrag melden
seine_unermesslichkeit 13.03.2010, 09:44
515.

Zitat von alfredoneuman
Rubel wäre doch eine echte Alternative gewesen - warum kam bloß bis heute keiner drauf. Und immer mit diesem dämlichen Tod-USA-Refrain zukommen, hat etwas sehr Peinliches - das nur am Rande.
Und das Paradoxe daran ist, dass all die Amerikahasser für den Fall, sich ohne Alternative entscheiden zu müssen, den Rest ihres Lebens lieber in den USA als in Russland verbringen täten!

Beitrag melden
Zwietracht 13.03.2010, 11:38
516.

Zitat von alfredoneuman
Rubel wäre doch eine echte Alternative gewesen - warum kam bloß bis heute keiner drauf. Und immer mit diesem dämlichen Tod-USA-Refrain zukommen, hat etwas sehr Peinliches - das nur am Rande.
Zitat von seine_unermesslichkeit
Und das Paradoxe daran ist, dass all die Amerikahasser für den Fall, sich ohne Alternative entscheiden zu müssen, den Rest ihres Lebens lieber in den USA als in Russland verbringen täten!
Wer ruft hier denn "Tod Amerika"?
Niemand.
Wenn sie schon Strohmänner zum darauf Eindreschen brauchen um ihre "Argumentation" zu rechtfertigen, dann kann ja nicht viel Substanz die für sich sprechen würde dahinter sein.

Beitrag melden
spieglfechter 13.03.2010, 12:38
517.

Zitat von alfredoneuman
Rubel wäre doch eine echte Alternative gewesen - warum kam bloß bis heute keiner drauf.
Nein, echtes Geld, also Gold IST die Alternative. Und das seit über 4.000 Jahren. Aber die meisten Menschen wollten zum xten Mal unbedingt an das Märchen von der wundersamen Geldvermehrung (fraktionales Reservesystem) glauben und so kam es, daß der Dollar, seit er 1913 eingeführt wurde, 95% seines Werts verloren hat - durch Expansion der Geldmenge ohne darunterliegende Deckung durch einen echten Wert. Als Nixon 1971 die Goldpreisbindung endgültig aufhob, um die Schulden für den Vietnamkrieg bezahlen zu können, war das Todesurteil für das dollarbasierte Weltfinanzsystem gefällt ...

... es hat nur, von den Vetretern der österreichischen Wirtschaftsschule (von Mises, Hajek) abgesehen, kaum jemand gemerkt, weil mit der immer größeren Kreditexpansion (Geldschöpfung) ein Wert- und Wohlstandszuwachs simuliert wurde, der jedoch keine Grundlage in der Realität hatte. Konsum auf Pump. Immer höhere Kredite auf den unterstellten, endlosen Wertzuwachs von z.B. Immobilien. Eine Blase mit vielen Sub-Blasen ohne historisches Beispiel. Am Ende hatte eine Bank (JP Morgan) Derivatkontrakte zur "Besicherug" des Schneeballsystems in den Büchern, die 88 Billionen (US=Trillion) Dollar, also 30 Billionen mehr als das Welt-BIP betrugen - EINE BANK ! 88.000 Milliarden Dollar. AAAAARRRGH. Der nackte, schreiende Irrsinn. Bank of America mit $38 Billionen, Citibank $32 Billionen, Goldman Sachs $30 Billionen, Wells Fargo-Wachovia Bank $5 Billionen.

http://www.occ.treas.gov/ftp/release/2009-34a.pdf

(Table 1 + 2)

Und jetzt platzen die Blasen - eine nach der anderen. Und mit ihnen unser Finanzsystem und damit das US Empire, dessen eine tragende Säule der Weltreserverstatus des Dollars ist. Die zweite Säule ist das globale Netzwerk aus US Militärbasen, die nach dem Kollaps des Finanzsystems wegen Zahlungsunfähigkeit aufgegeben werden. Und das war´s dann ...

Zitat von alfredoneuman
Und immer mit diesem dämlichen Tod-USA-Refrain zukommen, hat etwas sehr Peinliches - das nur am Rande.
Ich schrieb nichts von "Tod-Amerika". Vielmehr schrieb ich vom Ende des amerikanischen Empires. Als Inder und andere Menschen in den britischen Kolonien das Ende des britische Empires bejubelten, war darunter auch so gut wie niemand, der sich den "Tod Englands" wünschte. England war bankrott, so wie die USA heute, und der Kollaps des britischen Empire war ein Segen - für die ehemaligen Kolonien, wie für England selbst - so wie heute der Kollaps des US Empires ein Segen für die USA und den Rest der Welt sein wird.

... es hat etwas sehr peinliches und ist vor allem völlig unglaubwürdig, alfredo, wenn Sie zum Zwecke der Diskreditierung anderer den Unterschied nicht erkennen "können".

Beitrag melden
spieglfechter 13.03.2010, 12:41
518.

Zitat von seine_unermesslichkeit
Und das Paradoxe daran ist, dass all die Amerikahasser für den Fall, sich ohne Alternative entscheiden zu müssen, den Rest ihres Lebens lieber in den USA als in Russland verbringen täten!
Ich hasse niemanden. Aber wer sich klarmacht, daß die USA nicht mal 5% der Weltbevölkerung stellen, aber 25 % aller Ressourcen, inkl. Erdöl verbrauchen, und um diesen Status Quo zu erhalten, ein größeres Militär-Budget als alle anderen Länder zusammengenommen und über 750 Militärbasen in mehr als 100 Ländern betreiben, um damit die aufkommenden Konkurrenten (China, Russland, Brasilien, Indien) um die letzten Ressourcen in Schach zu halten und über die Kontrolle der Energieflüsse deren Wachstum zu kontrollieren - wer sich das klarmacht, der weiß, daß das Ende des US Empires ein Segen ist - auch für Amerikaner, weil dieses Empire für 99,9% der Amerikaner außer immer höheren Staatsschulden nichts einbringt. Die Profite fließen in die Kassen einiger hundert Konzerne, Banken und der korrupten Politik-Eliten, die alles abnicken, was die Gewinnmargen der Konzerne erhöht - inklusive völkerrechtswidriger Kriege und Massenmord ...

... die USA heute, und der Rest der westlichen Welt in fast gleichem Maß, das sind keine Demokratien - wir leben in Plutokratien mit einem immer aggressiver agierenden Militarismus. DAS ist "spätrömische Dekadenz" und wir sind gerade dabei, die Rechnung präsentiert zu bekommen.

Noch ein abschließendes Wort zu Ihrer Behauptung, daß "all die Amerikahasser für den Fall, sich ohne Alternative entscheiden zu müssen, den Rest ihres Lebens lieber in den USA als in Russland verbringen täten!"

Ich habe beide Länder je für Monate bereist, und durfte feststellen, daß sich die meisten Amerikaner und Russen in wesentlichen Bereichen sehr ähneln: Die Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft, Offenheit und Herzlichkeit ist in beiden Ländern oft überwältigend. Ich könnte nicht wirkich sagen, wo ich mich, was die Masse der Menschen angeht, wohler gefühlt hätte. Spätestens seit nach 9/11 in den USA die Installation eines immer weiter um sich greifenden Überwachungsstaats betrieben wurde und viele Amerikaner sich von der antimuslimschen Staats-Propaganda haben in die Irre führen lassen, käme ein Leben in den USA für mich nicht mehr in Frage.

“If tyranny and oppression come to this land, it will be in the guise of fighting a foreign enemy”

James Madison

Beitrag melden
seine_unermesslichkeit 13.03.2010, 12:48
519.

Zitat von Zwietracht
Wer ruft hier denn "Tod Amerika"? Niemand. Wenn sie schon Strohmänner zum darauf Eindreschen brauchen um ihre "Argumentation" zu rechtfertigen, dann kann ja nicht viel Substanz die für sich sprechen würde dahinter sein.
Sie sind es doch, der(die) polemisiert statt argumentiert. Nennen Sie mir doch einfach den Namen einer mehr oder weniger bedeutsamen Person, die in Erwartung einer höheren Lebensqualität nach Russland (oder Sowjetunion) ausgereist ist!

Beitrag melden
Seite 52 von 83
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!