Forum: Politik
Russland-Politik: Ex-SPD-Chef Platzeck will Annexion der Krim anerkennen
DPA

Soweit ist noch kein namhafter deutscher Politiker gegangen: Ex-SPD-Chef Matthias Platzeck fordert die Akzeptanz der russischen Krim-Annexion - ein klarer Widerspruch zur Linie der Bundesregierung. Aus der SPD kommt Kritik.

Seite 71 von 81
Das Pferd 18.11.2014, 22:30
700.

Zitat von lampenschirm73
Ist schon klar. Sie hätten es gerne gesehen, wenn die ukrainische Armee diese böse böse Wahl mit Panzern und Artillerie verhindert hätte. Dann wäre der Gerechtigkeit genüge getan und wir hätten die großartige ukrainische Verfassung geehrt.
wieso verhindert? Die Wahl wurde erst angesetzt, nachdem die Machtfrage geklärt war. Durch offenbar gut ausgebildete Soldaten ohne Abzeichen.
Die Krim hatte eine weitgehende Souveränität, so eine Abstimmung wäre möglich gewesen. Mit der OSZE, einer handlungsfähigen und voll legitimierten Regierung in Kiew usw. Vermutlich wäre es auf eine erweiterte Selbstverwaltung mit Sonderbeziehungen zu Russland hinaus gelaufen, wenn man das Budapester Memorandum beachtet hätte.

Beitrag melden
RenegadeOtis 18.11.2014, 22:31
701.

Zitat von lampenschirm73
Es geht nicht darum dass der eine Mörder dummerweise nicht gefasst wurde und der andere schon, sondern dass der eine Mörder GANZ OFFEN morden DARF und der andere nicht.
Darf er nicht. Punkt.

Das ändert nur an der Straffähigkeit des zweiten Mörders nichts, so sehr sich das auch wünschen.

Beitrag melden
Fuscipes 18.11.2014, 22:33
702. Legitimiert das Völkerrechtsverstösse Russlands?

Nach meiner Meinung nicht, die Hinweise Putins sind aber ebenfalls nicht verkehrt. Das Putin Interview kann man sich ja in der ARD zu Gemüte führen.
http://www.ardmediathek.de/tv/Günther-Jauch/Das-Putin-Interview-wohin-steuert-der-/Das-Erste/Video?documentId=24757468&bcastId=8109878

Beitrag melden
lampenschirm73 18.11.2014, 22:33
703.

Zitat von RenegadeOtis
Beide Fragen stellen sich mir nicht. Es geht um Russland. Ich stelle mir auch nicht die Frage, inwieweit noch überlebende Mitglieder der Roten Khmer bestraft werden sollten, wenn ich den Sachverhalt Russland/Ukraine bewerte.
Das ist schon fast komisch anzusehen wie Sie sich winden.

Haben Sie überhaupt eine Vorstellung davon was Scheinheiligkeit ist bzw können Sie nachvollziehen wesewegen viele Leute bei diesem Sachverhalt eine himmelschreiende Scheinheiligkeit erkennen?

Beitrag melden
Berliner42 18.11.2014, 22:40
704.

Zitat von G-Kid
steht denn im Völkerrecht, daß ein Volk nicht über sich selbst entscheiden kann?
Also selbst wenn das da drinstünde, wäre mit "Volk" das ukrainische Volk gemeint, nicht eine Minderheit.

Das ist aber eh gegessen. Für die Zukunft ist nur interessant, daß man ganz genau hingucken wird, wenn es wieder Unabhängigkeitsbestrebungen einer Minderheit innerhalb der russischen Grenzen geben wird.

Wird Putin dann auch wieder Krokodilstränen über die Minderheitenrechte vergießen?
Oder wird er, wie schon mehrmals passiert diese Bestrebungen zusammenschießen und -bomben?
Die Antwort wird wohl jeder kennen, auch wenn sie nicht jeder zugeben wird.

Beitrag melden
Ulrich Berger 18.11.2014, 22:40
705.

Zitat von Das Pferd
wieso verhindert? Die Wahl wurde erst angesetzt, nachdem die Machtfrage geklärt war. Durch offenbar gut ausgebildete Soldaten ohne Abzeichen. Die Krim hatte eine weitgehende Souveränität, so eine Abstimmung wäre möglich gewesen. Mit der OSZE, einer handlungsfähigen und voll legitimierten Regierung in Kiew usw. Vermutlich wäre es auf eine erweiterte Selbstverwaltung mit Sonderbeziehungen zu Russland hinaus gelaufen, wenn man das Budapester Memorandum beachtet hätte.
Warum wird eigentlich so viel Wert auf das Budapester Abkommen gelegt? Welcher Wert einem Vertrag, einem Abkommen in der Ukraine - und um die geht es hier ja -
beigemessen wird, wurde doch durch Poroschenko und Co. hinreichend demonstriert: ein Beauftragter der Poroschenko-Regierung unterschreibt das Minsker Abkommen, 2 oder 3 Wochen spaeter zieht Poroschenko die Unterschrift zurueck!
Wo also liegt das Problem bezueglich des Budapester Abkommens, wenn es um die Ukraine geht?

Beitrag melden
fast_weise 18.11.2014, 22:42
706. na

ein Gegenwarts-Neville Chamberlain, bloss eben auf Brandenburg niveau. Jetzt vielleicht ein Potsdamer Abkommen (natürlich nicht in der 45er Tradition) bei dem Poroschenko nicht dabei ist. Der Herr sollte seinen Burnout weiter vehandeln lassen...

Beitrag melden
irrenderstreiter 18.11.2014, 22:43
707. Meinen Respekt

hat er dafür, dass er zu euner Zeit wo man schon für "Geringeres" durch die Medien verissen wird, den Mumm hat diese Meinung zu äußern.

Außerdem hat er in der Sache Recht. Bezüglich der Krim ist Russland kompromisslos, dem Westen und der Ukraine wird auf Dauer nichts anderes übrig bleiben als den Status-Quo anzuerkennen.
Der Präzedensfall war die Krim zudem nicht, der wurde im Kosovo geschaffen.
Denn wäre die nicht nach demokratischen Standards verlaufene Abstimmung auf der Krim das Problem, ginge Platzecks Vorschlag die Wahl zu wiederholen und damit zu legitimieren doch in genau die richtige Richtung.

Beitrag melden
nemesis650 18.11.2014, 23:22
708. Interessante Kommentare

Wenn man sich so manches Kommentar hier durchliest müssten die gleichen Personen ja auch einen erneuten Einmarsch Deutschlands in alle Nachbarstaaten befürworten, denn immerhin war ja z.B. das Elsass und Lothringen mal ein Teil Deutschlands. Auch Königsberg und Ostpreußen sollten nicht vergessen werden.
Somit müsste Deutschland dann, also auch in Russland Einmarschieren...
Also sehr merkwürdig.

Und noch eines zu der etwas Fragwürdigen Aussage, dass die Menschen der Krimm ja selbst entschieden haben. Ich behaupte mal, dass die Wahl dort nicht unter regulären Bedingungen stattgefunden hat und in jedem Fall Pro-Russisch geendet hätte.
Auch möchte ich gerne mal die Reaktion der einzelnen hier sehen, wenn Bayern den nächsten Versuch wieder unternimmt sich von der BRD zu verabschieden.
Aber das ist dann sicher wieder etwas ganz anderes, stimmts :)

Beitrag melden
kingtrever 18.11.2014, 23:36
709. Das liebe Völkerrecht

Das Völkerrecht, mit welchen einige Mitkommentatoren hier argumentieren, sieht ein Selbstbestimmungsrecht der Völker vor. Also wenn man sich unbedingt an das Völkerrecht halten möchte, dann kann man doch eine Abstimmung unter OSZE Aufsicht auf der Krim abhalten. Dieses Ergebnis ist dann anzuerkennen. Und nichts anderes fordert Herr Platzeck doch. Also lasst endlich das Völkerrecht walten und auf der Krim abstimmen, dann ist wenigstens Ruhe!

Beitrag melden
Seite 71 von 81
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!