Forum: Politik
Russland und der Westen: Flüchtlinge als Waffe

Man kann sich mit Diktatorenliebe anstecken wie mit einer Krankheit: Wer Putins Syrien-Politik als legitime Strategie einer Großmacht verteidigt, ist nicht abgeklärt, sondern abgestumpft.

Seite 15 von 64
otto_iii 16.02.2016, 16:09
140. 526

Ich kann nicht nachvollziehen, worin Putins besonderes Interesse liegen sollte, zusätzliche Flüchtlingsbewegungen zu generieren. Um Europa zu schwächen und Angela Merkel zu ärgern? Die Dimension der Flüchtlingsproblematik wird angesichts der Millionen die schon unterwegs sind durch 100-200.000 zusätzliche Flüchtlinge nicht nennenswert beeinflusst.

Im Gegenteil: Putin muss vorsichtig sein. Ein starkes Anschwellen des Flüchtlingsstroms aus Aleppo birgt die Gefahr, dass die USA der Türkei grünes Licht für einen Einmarsch in die syrischen Kurdengebieten geben um die "Schutzzone", die Herr Erdogan seit Jahren fordert, einzurichten. Und mit der türkischen Armee sollten auch die Russen sich besser nicht anlegen.

Putin strebt doch nach allem was man hört die Einkesselung Aleppos an mit dem Ziel, sämtliche dortigen Rebellen zur Aufgabe zu zwingen. Die Flucht vieler Zivilisten vor der drohenden Einkesselung ist eine Folge, nicht aber die Absicht Putins. Stragegische Bombardements auf Wohngebiete mittels Fassbomben war eine Methode Assads, um den Mangel an Bodentruppen und zielgenauer Artillerie/Luftwaffe zu kompensieren. Die Russen haben das nicht nötig und können mit den klassischen Methoden konventioneller Kriegsführung operieren.

Beitrag melden
maxuli 16.02.2016, 16:10
141. Stimmt

Diesmal, Herr Fleischhauer, bin ich ganz bei Ihnen, und nicht wie sonst traditionell bei Herrn Augstein, der sich kürzlich auch zu Putin geäußert hat. Putin ist für mich ein gewissenloser Imperialist par exzellent und damit ein Mann des 19. und 20. Jahrhunderts, allerdings ein sehr intelligenter, was die Sache ziemlich schwierig macht. Und wir, bzw. Frau Merkel, können nichts gegen die mörderischen imperialen Taten des Herrn Putin unternehmen, außer unseren Prinzipien treu zu bleiben. Unsere Waffe ist die Moral und die Gewissheit auf der richtigen Seite der geschichtlichen Entwicklungen zu stehen. Denn die Zeiten der Imperien, Weltmächte und religiös nationalistischen Großmachtphantasien neigen sich dem Ende. Was wir jetzt erleben, ist deren dekadentes jedoch gefährliches Aufbäumen. Die Zukunft wird den supranationalen Zusammenschlüssen wie der EU gehören, auch wenn dies momentan kaum einer glaubt.

Beitrag melden
hardliner2015 16.02.2016, 16:11
142.

Der Unterschied ist hier, dass die USA Terroristen mit Geld ausstatten, waehrend Putin diese auf Einladung der syrischen Regierung zusammenbombt. Die USA haben keine Strategie, die Terroristen, die sie erschufen, aus der Welt zu schaffen und unsere freiheitliche Ordnung ist die Achillesferse der westlichen Welt, da diese uns nur erlaubt, generell restriktive und wirtschaftlich und humanitaer schaedliche Massnahme gegen die gesamte Bevoelkerung zu ergreifen, eine gezielte Bekaempfung des Terrorismus jedoch ausschliesst. Uebrigens nutzt nicht Russland die Fluechtlinge als Waffe gegen die EU, sondern die USA. Russland hat nur reagiert, aber keineswegs agiert. Democracy ist das erste Wort, was ein IS Kaempfer von sich gibt, wenn er Geld von den USA haben will. Die Mitgliedslaender der EU sollten den USA einmal ganz klar machen, was wir von solch einer "Democracy"halten, indem wir die Fluechtlinge per Frachtschiff direkt in New York abladen.

Beitrag melden
Tiberias 16.02.2016, 16:12
143. Ein Detail...

Zitat von Münchner MV
Keine Frage, Herr Putin ist sicherlich kein Demokrat. Dies sind unsere Freunde in Saudi-Arabien oder die neuen Freunde in Iran sicherlich ebensowenig. Man hat Putin gekränkt im Westen, mit Mißachtung gestraft. Das war sicherlich ein Grund sich die Krim einzuverleiben und auch ein Grund für den Konflikt in der Ost-Ukraine. Ebenso hat man Putin in Bezug auf Syrien bis heute nicht verstehen wollen. Es geht ihm doch nicht um Assad - Es geht ......
...an Ihrer Argumentation ist aber nicht ganz sauber:
Wenn Putin nur an seinen Stützpunkten in Syrien interessiert wäre, dann könnte er doch getrost auf Assad verzichten. Würde Putin dessen Regime absetzen und jemanden einsetzen, der zumindest halbwegs zurechnungsfähig wäre, dann hätten Friedensgespräche auch eine realistische Chance.

Assad traut aber niemand in Syrien mehr. Sollte man mit ihm einen Frieden aushandeln, kann man sicher sein, dass er sofort alle umbringen würde, die sich einst gegen ihn gestellt haben. Mit so einem Mann ist kein Frieden zu machen und wenn Putin nur an Frieden und seinen strategischen Interessen an der Region orientiert wäre, könnte er Assad und seinen Clan doch aus dem Amt jagen.

Beitrag melden
90-grad 16.02.2016, 16:13
144. Komplex?

Zitat von mistermister
Die Lage in Syrien ist komplex. Herr fleischhauer hat mit dem Kommentar ein Stück Wahrheit aufgeschrieben. Russlands Interesse besteht in der Schwächung der EU. Daran gibt es keinen Zweifel. Allerdings - und das sollte man dazu sagen - ist es auch NICHT im Interesse der EU ein starkes Russland zu haben.
"Die Lage in Syrien ist komplex"?
Sind "Lagen" das nicht meistens? Speziell wenn man sie mit vielen Freunden selbst in Schief"Lage" gebracht hat?
In der Ukraine ist die Lage nun auch komplex.

Dort will der Präsident den Premier rausschmeissen um das "Vertrauen in die Regierung" wieder herzustellen.
(SPON heute)
Berichte über den Verlust des Vertrauens habe ich nie gesehen. Eine politisch, journalistische, komplexe Schief"Lage"?
Wer weiss!?

Beitrag melden
irobot 16.02.2016, 16:14
145.

Zitat von l-39guru
wann Putin die Maghreb Staaten bombardiert hat....und die Flüchtlingswelle von dort in Gang gesetzt hat?
Wer hat denn die Maghreb-Staaten bombardiert? Kann mich nicht erinnern, dass das in Marokko, Algerien oder Tunesien geschehen ist. Und aus diesen Ländern kommt ja die Masse der Flüchtlinge aus Nordafrika.

Beitrag melden
hinterfragen? 16.02.2016, 16:15
146. Mal wieder Putin

Erst versucht man die Schuld an der Flüchtlingskrise den Griechen in die Schuhe zu schieben weil sie unfähig wären bei der Registrierung dann versucht man es mal wieder mit Putin das geht ja eh immer. Und wie Sie gesagt haben Herr fleischhauer bevor Russland eingegriffen hat gab es bereits 5 Millionen Flüchtlinge ;)
Zum einem mal bombardiert Saudi Arabien im Jemen auch Schulen und Krankenhäuser genauso wie Israel es im Gazastreifen macht. Auch machen es die USA in Afghanistan und in der Ukraine wird auch keine Rücksicht genommen.
Wenn sich dann jemand darüber aufregt wird dann einfach gesagt dass da Terroristen drin gewesen wären und dann ist die Sache medial vergessen
ob Russland das Krankenhaus bombardiert hat ist nicht bewiesen weil ich glaube den Amerikanern genauso wenig wie den Russen weil sie in der Vergangenheit auch immer gelogen haben.

Beitrag melden
Margot 357 16.02.2016, 16:15
147.

Zitat von l-39guru
wann Putin die Maghreb Staaten bombardiert hat....und die Flüchtlingswelle von dort in Gang gesetzt hat? Ach hat er nicht, dann muss er ja wohl Pakistan, Bangladesh, Eritrea, Somalia, Iran und den ganzen Balkan platt gemacht haben, wenn man der Logik des Artikel folgt. Das passiert wenn man aus Flüchtlingen = Syrer macht!
Irak und Afghanistan nicht vergessen! Und zur Erinnerung, die ehemalige Aussenministerin der USA Madeleine Albright antwortete auf die Frage ob die Irak Invasion die 500‘000 toten Kinder gerechtfertigt habe mit: "Ja, es war den Preis wert." Kann man auf You Tube ansehen!

Beitrag melden
epiktet2000 16.02.2016, 16:15
148. Und weiter...

Zitat von kugelsicher
Immer das selbe (falsche) Argument. Ob nun ein syrischer oder russ. "Aufkleber" auf den russ. Maschinen die schon viel länger russ. Bomben abwerfen klebt, ist doch Haarspalterei. Ohne Russland gäbe es quasi kein syrisches Militär.
Kein syrisches Militär und der IS hätte in Damaskus die Macht. Weitere Millionen Syrer, die in Assads Machtraum geflohen waren, hätten sich in den Libanon geflüchtet. Auf den Golanhöhen wäre es mit Flüchtlinge verfolgenden IS-Terroristen zu ersten Gefechten mit der israelischen Armee gekommen. Erdogan hätte das syrische Kurdengebiet unter Feuer genommen. All die weiteren Millionen Flüchtlinge hätte der türkische Kalif nach Europa weitergeleitet. Welch ein Gllück für den Westen, dass sich die Russen in den Krieg ziehen ließen. Erstens verhindern sie das Schlimmste und zweitens können die westlichen Medien für alles Mögliche die Schuld geben. Eine Win-Win-Situation.

Beitrag melden
kugelsicher 16.02.2016, 16:15
149.

Zitat von renfield_
Alle genannten Fakten vom Autor Fleischhauer treffen zu, sind belegbar und klar in der Analyse. "Verdrehungen", "Hetzte" oder ähnliches sind für mich nicht erkennbar, nur treffende Situationsbeschreibung und nüchternes Fazit. ....
Alles negieren, alles desavouieren.
Das alte Muster.
SOHR, Ärzte ohne Grenzen, Human rights watch, Amnesty international, die gesamte westliche Presse, usw.
alle werde der Lüge bezichtigt.
Dabei ist es genau umgekehrt. Belege dafür habe ich schon zig gebracht. Elena, Poroschenko, MH 17 usw.

Beitrag melden
Seite 15 von 64
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!