Forum: Politik
Russland und der Westen: Flüchtlinge als Waffe

Man kann sich mit Diktatorenliebe anstecken wie mit einer Krankheit: Wer Putins Syrien-Politik als legitime Strategie einer Großmacht verteidigt, ist nicht abgeklärt, sondern abgestumpft.

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nixkapital 16.02.2016, 14:57
50. Na ja...

Zitat von schillerfocke
Wenn Sie auf Frau Krone-Schmalz hinweisen, werden Sie sehr leicht hier einen Shitstorm entfachen, Herr Fleischhauer. In Damenkränzchen ist diese ehemalige Korrespondentin dermaßen beliebt, dass man ihr jedes Wort abnimmt und an ihren Lippen hängt, als wäre es der Heiland. Ich werde nie vergessen, wie Scholl-Latour damals noch bei Illner die Dame eines Besseren belehrte, weil sie wirklich keine Ahnung vom Nahen Osten hat, aber mitschwadroniert, als wäre sie Putins Botschafterin in Damaskus. Recht hat Krone-Schmalz immer dann, wenn sie meint, man müsse Putin begreifen, also Nachvollziehen, was seine Interessen sind. Daraus dann die richtigen Analysen und Schlussfolgerungen zu ziehen, bleibt Krone-Schmalz jedoch regelmäßig schuldig. Eigentlich sehr schade.
Nein, Sie meinen eigentlich, dass Frau Krone-Schmalz Ihre Analysen und Schlussfolgerungen ziehen soll. Und wie bei Herrn Fleischhauer geht's gleich zur Diffamierung über, wenn die Argumente ausgehen.

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renfield_ 16.02.2016, 15:02
51. Die treffendste Analyse im Netz

Zitat von niktim
Herr Fleischhauer, sie sind Meister der Verdrehungen ... von ihrer Hetze nicht beeindrucken ...
Alle genannten Fakten vom Autor Fleischhauer treffen zu, sind belegbar und klar in der Analyse. "Verdrehungen", "Hetzte" oder ähnliches sind für mich nicht erkennbar, nur treffende Situationsbeschreibung und nüchternes Fazit.
In meiner Arbeitsumgebung gibt es viele gut gebildete, freundliche Personen russischer Herkunft oder Abstammung. Ohne Ausnahme sind sie fanatische Putinanhänger, in den Schmähkommentaren gegen Fleischhauer spiegelt sich ihre Meinung wieder.

Warum man in Deutschland lebend, Russlands Wunsch nach Militärbasen am Mittelmeer - die Europa bedrohen sollen - gut findet, ist mir ein Rätsel.

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skeptikerjörg 16.02.2016, 15:03
52. War ja klar ...

... dass der Aufschrei der gesammelten Putin - Apologeten und Rußland - Verstehen auf dem Fuße folgt. Und immer nach demselben Muster: Die Amerikaner sind genauso schlimm, die NATO, die Türken, etc. Hat erstens niemand bestritten und ist zweitens keine Rechtfertig. Wer die Verbrechen eines anderen als Rechtfertigung für eigene heranzieht, zeigt nur, dass er den Boden des Rechts verlassen hat. Oder darf jemand ungestraft meine Tochter vergewaltigen, weil in Indien auch die meisten Vergewaltiger unbestraft bleiben?
Und ist Putins Befindlichkeit und Russlands Gefühl, nicht ausreichend Ernst genommen zu werden Rechtfertigung für zigtausende Tote in Syrien, im Donez, von Tschetschenien ganz zu schweigen.
Ich bin nicht so oft mit Fleischauer einer Meinung, aber diese Kolumne sollte er unbedingt Jakob Augstein, Sahra Wagenfeld, Horst Seehofer, Edmund Stoiber, Gerhard Schröder und all den anderen Putin-Verstehern zu lesen geben. Und den Erdogan-Freunden auch, denn der ist genauso ein zynischer, emphtiefreier Machtmensch, dessen Weg mit Leichen gepflastert ist.

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Robert_Rostock 16.02.2016, 15:03
53.

Zitat von M. Michaelis
Leider zeigt Herr Fleischhauer dass er die ganze Situation nicht verstanden hat. Russland verfolgt geostrategische Interessen in Syrien die auch das Verhalten des Westens gegenüber Russland bedeutender und wichtiger geworden sind als sie .....
Klasse. Natürlich ist jeder Konflikt militärisch lösbar. Sogar endgültig.

Ein paar Wasserstoffbomben auf den Nahen Osten, dann ist dort Ruhe.
Genauso könnte man selbstverständlich auch gegen Pegida vorgehen. Würde das Problem auch lösen.

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Duzend 16.02.2016, 15:04
54. Richtiges und Falsches

Ja, Herr Fleischhauer, richtig ist: Sich vor denen zu beugen, die die Welt, wiewohl nicht ausgerechnet jenen Teil, in dem man gerade selbst wohnt, mit Sengen und Brenn überziehen, ist eine Kapulation der guten Sitten vor den Mächtigen. Eine kaltblütige und kaltschnäuzige Art, mit den Konflikten und den Nöten anderer Völker umzugehen und sich nicht für deren Lösung zu engagieren, solange man nur selbst seine Schäfchen im Trockenen hat und sich - wer weiss - vielleicht sogar noch an der weiteren Eskalation der Konflikte bereichern kann.

Jetzt haben Sie den wichtigen Schritt getan, uns Westeuropäern zu sagen: Die Flüchtlinge, die da in großer Zahl an Europas Küsten anbranden, das sind keine wertfreien Zufallserscheinungen, sie sind Ausdruck und Ergebnis eines imperialen Politikverständnisses, intentionalen Handelns einer Grossmacht im Eigennutz. Sie nennen auch beim Namen, wie die logische Verkettung heisst: Bedrohung, Machtdemonstration, Erpressung, also eigentlich goßformatiger Terror.
Und Sie dürfen das einfach so schreiben. Sollen Sie ja auch dürfen. Putin ist nicht der Messias, falls das jemand vermutet haben sollte.

Aber warum macht nicht ein einziger Intellektueller in Deutschland, nicht ein Autor, eine Geistes- oder Politgröße - vielleicht mit Ausnahme Willy Wimmers - in entsprechender Logik die geopolitischen und kolonialen Aspirationen der Amerikaner, Franzosen und Briten als eben jene Verursacher der Flüchtlingsströme aus? Mit exakt derselben Implikation, was die unterstellte taktische Absicht angeht: Europas Wirtschaftszentrum unter die Knute zwingen. Messen mit zweierlei Maß.

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Andraax 16.02.2016, 15:04
55. Ihre Diktion lässt zu wünschen übrig

Zitat von janos71
Viel eher denke ich, dass es ein sogenannter "Kollateralschaden" war (traurig ist es allemal).
"Kollateralschaden" darf sowas nur genannt werden, wenn es der USA oder den NATO-Bündnispartnern "passiert". Wenn es den Russen oder deren verbündeten "passiert" sind die richtigen Worte "Massaker", "Kriegsverbrechen" oder "Blutbad".

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Wolf Deiß 16.02.2016, 15:05
56. An Ihrer Sprache könnt ihr Sie erkennen.

Zitat von peterpanofsky
und Sprachrohr eines stumpfsinnigen orwellschen Fanatismus, der kein Problem darin sieht, in Syrien Radikale zu bewaffnen, deren Ziel die EInführung der Sharia ist. So eine transatlantisch-gefällige Niete wie Fleischhauer erzählt mir nicht, wie die Dinge in Syrien liegen. So jemand sollten wir gut im Auge behalten wenn er uns jetzt schon dazu aufruft Russland als Feind zu sehen. Stupide Hetzer und Anhänger einer irren RegimeChange-Strategie wie Fleischhauer sind die eigentlichen Feinde.
Herr Panofsky,
ich gehe mal davon aus, dass Sie wissen was und wie Sie schreiben. Dann gehe ich auch mal davon aus, dass Sie sich vielleicht vorstellen können, wie Sie reagieren würden, würden Sie in diesem Sprachduktus von Hr. Fleischhauer (oder einem anderen der eine Ihnen unliebsame politische Meinung vertritt) angesprochen.
Sollten Sie zu dieser Innenansicht in der Lage sein, würde das vermutlich der Diskussionskultur in diesem Forum ausgesprochen gut tun.

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Charlie Hebdo 16.02.2016, 15:08
57. das Forum... genau

Zitat von angst+money
Sie brauchen Ihre These nur zu formulieren - für den Beweis sorgt das Forum dann schon von selber. Wenn es nicht so traurig wäre könnte man sich hier prächtig amüsieren.
wie Sie sehe ich es auch. Herr Fleischhauer bringt es auf den Punkt. Und das in wunderbarer Opposition zu Herrn Augstein. Obwohl dieser die letzten Dinge sehr gut kommentiert hat.

Schlimm ist wirklich, dass die gegenwärtige Situation von vielen Foristen auf die letzte Dekade zurückgeführt wird. Warum geht man nicht noch weiter zurück? Vielleicht liegen die Ursachen ja in der Zerstückelung des Osmanischen Reiches? Oder in der Niederlage der Perser gegen die Griechen? Was gerade in Syrien geschieht ist in einer Weise menschenverachtend, dass man sich schämen muss, nicht mehr tun zu können.

Putin hatte angekündigt, dass er uns Flüchtlinge schicken will. Sehr viele. Und er hält sein Wort. Wahrscheinlich ist er stolz drauf.

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mulli3105 16.02.2016, 15:09
58. Diese Kolumne

wird dem Chef Augstein aber gar nicht gefallen, da er doch so viel Gefallen an Putin, den Unverstandenen, das Opfer also, empfindet.
Ob das in der Redaktion gut geht....

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Bernd.Brincken 16.02.2016, 15:09
59. Selektive Wahrnehmung

Der Artikel unterschlägt, dass es der Westen war, der über Jahrzehnte in ganz Nahost eine rücksichtslose Machtpolitik praktizierte.
Ich finde die russischen Militäraktionen auch maßlos und inhuman, aber leider scheint das irgendwie ein zwangsläufiges Merkmal solcher Aktionen zu sein, im 20. Jahrhundert und bis heute, in Europa, Fernost, Nahost, oder auch den Falklands.
Russlands Interesse in Syrien ist geopolitisch, man will den Brückenkopf in Nahost nicht verlieren. Eine Welt ohne arabische Aufstände wäre den Russen und Assad wohl lieber gewesen, und dann gäbe es jetzt auch keine (syrische) Flüchtlingsbewegung.
Insofern braucht es schon eine selektive Wahrnehmung, um diese nun als "Waffe" in der Hand der einen Seite zu sehen. Mit der analogen Vereinfachung könnte man es als türkische Strategie sehen, den Islam in Westeuropa zu verbreiten. Beides zu grob geschnitten.

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