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Russlands Strategie auf der Krim: "Was der Westen denkt, ist Putin inzwischen egal"
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Moskau handelt auf der Krim schnell, hart und ohne Rücksicht auf den Westen. Putin wolle Fakten schaffen, sagt Dmitrij Trenin vom Moskauer Carnegie-Center. Zur Ukraine habe er kein Vertrauen mehr - und sein Image in Europa sei ihm egal.

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olddreamer 01.03.2014, 11:07
1. Ein typischer Fall,

in dem die westlichen Aussenminister ihre "Besuche" in Kiew fälschlicherweise nicht mit den Russen abgestimmt haben. Das hat zur jetzigen Entwicklung geführt. Es fehlt die "ordnende" Hand. Das Chaos in Kiew wird noch eine Weile dauern und dann wird die Ukraine aufgeteilt - in einen prowestlichen Teil, der dauerhaft am Tropf der EU hängt und einen russischen Satellitenstaat einschl. Krim, der von Moskau aufgepäppelt werden muss. Eine außenpolitische Glanzleistung, Mr. Steinmeier!

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VoxRatio 01.03.2014, 11:09
2. Ein vernünfiger Mann

Zitat von sysop
Moskau handelt auf der Krim schnell, hart und ohne Rücksicht auf den Westen. Putin wolle Fakten schaffen, sagt Dmitrij Trenin vom Moskauer Carnegie-Center. Zur Ukraine habe er kein Vertrauen mehr - und sein Image in Europa sei ihm egal.
Ein vernünftiger Mann, den Herr Bidder hier gefunden hat. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Carnegie Zentrum in Moskau ein US Denktank ist, der bis vor kurzem von einer ehemaligen hohen Beamtin der US Regierung geleitet wurde.

Im Übrigen ist, was Russland denkt, dem Westen schon lange egal. Dem Westen ist es sogar egal, was seine eigenen Bürger denken - denken Sie mal an die NSA Affäre.

Und Putin will keine Fakten schaffen, er muss Fakten schaffen, da man ihm den Status-Quo unter den Füßen wegziehen will. Aber das hat der Interviewpartner gut formuliert.

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nesmo 01.03.2014, 11:16
3. Besetzung nur zum Schutz

der eigenen angeblich berechtigten Interessen, war schon immer die Begründung für Angriffskriege. Putin will auf der Krim die Situation umkehren und den "Revolutionären" aus Kiew immer einen Schritt voraus sein, wobei ihm Legalität genauso egal ist, wie es aus seiner Sicht den Revolutionären Legalität egal sein. Da in Kiew die illegale Gewalt s.E. gewann, will er auf der Krim seine Interessen gewaltsam sichern. Dabei geht er in kleinen Schritten vor, alles wird als legales Widerstandsrecht verbrähmt, so wie er es von den Demonstranten "lernte". Er will den Nationalisten signalisieren, auf der Krim könnt ihr nicht auch noch alles umstürzen. Wenn Kiew die Signale richtig versteht und auf eine "gewaltsame" Änderung verzichtet und die Interessen der Russen nicht einfach ignoriert, kann verhandelt werden, diesmal für die Russen aus einer Position der Stärke.

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donnerfalke 01.03.2014, 11:16
4. Richtig so

Zitat von
"Was der Westen denkt, ist Putin inzwischen egal"
Das ist richtig dass Putin sich nicht zu einem Deppen machen lässt. Wer selbst mit einer gut organisierten Olympiade nicht zufrieden wird und einen Staatsputsch mit Faschisten unterstützt, dem ist nicht mehr zu helfen. Am besten wäre es wirklich mit solchen "Freunden" wie EU oder USA gar nichts mehr zu tun zu haben.

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Leser_M 01.03.2014, 11:21
5.

Zitat von sysop
Moskau handelt auf der Krim schnell, hart und ohne Rücksicht auf den Westen. Putin wolle Fakten schaffen, sagt Dmitrij Trenin vom Moskauer Carnegie-Center. Zur Ukraine habe er kein Vertrauen mehr - und sein Image in Europa sei ihm egal.
Ein Gespräch ausgesprochen klar, was ich auf dieser Seite nicht erwartet habe. Man muss nicht allem zustimmen aber Trenin erklärt verständlich warum Russland so handelt und so paradox es scheint, den Konflikt wohl eindämmen wird unabhängig davon was der politische Westen will (ich vermute mal die entspricht in den meisten Fällen nicht den Interessen der Bürger)
Man beachte auch die konkrete Kritik an den europäischen Medien.

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thkarlau 01.03.2014, 11:24
6. Natürlich egal.

Dem Putin ist das Image genauso egal wie seinerzeit G.W.Bush, der den auf Lügen aufgebauten Iraküberfall anzettelte. Tatsächlich hat Putin allen Grund, dem Westen gegenüber mißtrauisch zu sein. Stück für Stück werden russische Interessengebiete weggebrochen, die Nato steht praktisch an der russischen Grenze. Das kann einem russischen Staatsmann nicht egal sein. Bricht jetzt noch die Ukraine mit dem russischen Schwarzmeerhafen weg, geht der direkte Zugang zum Mittelmeer verloren. Das kann aus russischer Sicht nicht hingenommen werden. Politik sollte alle Nebeneffekte berücksichtigen und nicht blindlings handeln. Dies gilt insbesondere für die westlichen Länder. Was die Ukraine angeht, so würden Neuwahlen das einzig richtige sein, denn selbst Tausende von Demonstranten bilden noch lange nicht den Willen des ganzen Landes ab. Und im östlichen Teil der Ukraine leben vorwiegend russischfreundliche Menschen.....

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BettyB. 01.03.2014, 11:25
7. Gepennt

Der Westen hat die Gelegenheit verspielt, rechtzeitig mit Putin zu sprechen, und dabei de elementaren Interessen Russlands an einem Zugang zum Mittelmeer über Sewastopol verkannt. Die jetzige Aufregung im Westen ist zwar verständlich, doch wieder einmal unbegründet. Man denke nur an den friedlichen Einspruch Russlands betreffs der Loslösung des Kosovos von Serbien. Nichts anderes passiert jetzt auf der Krim, da ist nämlich der überwiegende Teil der Bevölkerung russisch.

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polarwolf14 01.03.2014, 11:26
8. Aus Sicht der Eu

Es wird immer aus Sicht der EU/USA berichtet. .. und das zeigt die Einseitigkeit der Medien. Natürlich kann es Putin egal sein, was der Westen denkt.. aber angezettelt hat dies alles EU/USA und bezahlte Dritte. Nur, weil Janukowitsch die Nähe Russlands suchte. Die EU ist mit ihren Expansionsplänen auf Konfrontationskurs ggü. Russland, die Krake EU nimmt alles ein unter dem Deckmantel des Friedens. Doch der wahre Urheber ist das Kapital/Wirtschaft. Russland macht das, was richtig ist, warum sollten sie die USA fragen, die EU sollte sich entschuldigen.

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hdwinkel 01.03.2014, 11:27
9. Realismus

Der Mann hat in vielem recht.
Insgesamt täten alle Beteiligten gut daran, an politischen Alternativen zu arbeiten. Was hindert z.B. die gegenwärtige ukrainische Regierung daran, Angebote an die russische Minderheit zu machen, in der Ukraine willkommen zu sein, statt gefangen gehalten? Im Augenblick nur eigene Dummheit und (west-)ukrainischer Nationalismus. Als eine der ersten Entscheidungen, mit neuen Sprachenregelungen ausgerechnet die Russen in der Ukraine vor den Kopf zu stoßen - wie anders soll man denn das bewerten als die Russen das jetzt tun?
Wo ist der Majdan, der sich gegen diesen Nationalismus zur Wehr setzt?
Wo bleibt ein Statement unseres Außenministers, mit diesen Kreisen nichts zu tun haben zu wollen?

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