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Russlands Syrien-Initiative: Assads unüberschaubares Arsenal
REUTERS

Moskau will Syriens Chemiewaffen unter internationale Kontrolle bringen. Damaskus zeigt sich für den Vorschlag offen. Denn Baschar al-Assad kann so einen US-Schlag vorerst abwenden und Zeit für sein Regime gewinnen.

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tel33 10.09.2013, 13:14
20.

Zitat von attilav
Wie wahr? Schliesslich hatte Saddam ja unglaubliche Vorräte an Giftgas. So große Vorräte, daß sich die USA gezwungen sahen, eine große, gewaltsame "Suchoperation" zu starten. Und was wurde gefunden?
Selbstverständlich hatte der Irak große Mengen an Chemiewaffen - schließlich wurden sie oft genug eingesetzt, sei es nun gegen den Iran oder die Kurden. Nur wurden die tatsächlich bereits nach dem 2. Golfkrieg unter UN Aufsicht zerstört. Davon ist man Syrien noch meilenweit entfernt...

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Hervé aus B. 10.09.2013, 13:27
21. Ende der 80er...

... Anfang der 90er Jahreverfügte Saddam unstrittig über Chemiewaffen, die er auch rücksichtslos gegen die eigene Bevölkerung einsetzte. Allein in der kurdischen Region um Halabdscha starben ca. 5000 Menschen. Federführend bei der Operation war ein Vetter Saddam Husseins, der dafür im Westen mit dem Spitznamen 'Chemical Ali' ausgezeichnet wurde.
Auch im Irakisch-Iranischen Krieg hatte Saddam Chemiewaffen eingesetzt. Erst in den 90er Jahren wurden die Arsenale unter Aufsicht der UNO vernichtet, man war sich aber nie ganz sicher, ob die Inspektoren auch alle Vorräte gefunden hatten.
Diese Ungewissheit missbrauchten die USA dann zur Rechtfertigung des dritten Golfkrieges mit dem bekannten Ergebnis.
Die Geschichte ist nunmal lang und unerfreulich, sorry!

Zitat von attilav
Wie wahr? Schliesslich hatte Saddam ja unglaubliche Vorräte an Giftgas. So große Vorräte, daß sich die USA gezwungen sahen, eine große, gewaltsame "Suchoperation" zu starten. Und was wurde gefunden?

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gr89 10.09.2013, 13:34
22.

Zum Syrienkonlikt könnte man noch anmerken das Assad die Mehrheit seines Volkes hinter sich hat, während die "Rebellen" nur von einer Minderheit unterstützt werden. Die westlichen Politiker jedoch stehen auf Seiten der "Rebellen" und wollen die eigentlich in der syrischen regierung sehen. Folglich würde dann die Mehrheit gegen die Regierung aufstehen, was dann zur Folge hätte das die Mherheit widerum Assad einsetzt.
Da gibts doch eine ganz einfache Lösung: diejenigen Politike die die Rebellen unterstützen nehmen diese samt ihren Unterstützern auf und gewähren ihnen Asyl. Das bedeutet deutlich weniger Flüchtlinge als wenn man die Mehrheit der Syrer aus Syrien entfernt um dann das ganze Land der Minderheit aus "Rebellen" und ihren Untertützern zu übergeben.

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uban1 10.09.2013, 13:40
23. Hoffentlich hört dieser Krieg auf

Zitat von sysop
Moskau will Syriens Chemiewaffen unter internationale Kontrolle bringen. Damaskus zeigt sich für den Vorschlag offen. Denn Baschar al-Assad kann so einen US-Schlag vorerst abwenden und Zeit für sein Regime gewinnen.
Hoffentlich hört dieser Krieg wenn die Hintermänner im Ausland einsehen dass Russland/china eine Wiederhohlung von Irak2003 und Lybien nicht zulassen werden.

Syrien kaputt, Ägypten wirtschaftlich um 10 Jahre zurückgeworden, ebenso wie Tunesien und in Lybien sind westliche Ölmutlis zum Zuge gekommen (jetzt muss der Gewinn nicht an den Gadafi Clan abgegeben werden, der hatte wenigstes bischen für das Land gelassen, die jetzige korrupte Clique wird auch das einstreichen).
Ach ja, das ganze wurde uns als 'arabischer Frühling' verkauft.

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phaeno 10.09.2013, 13:51
24. Zufall

Zitat von Hervé aus B.
... Anfang der 90er Jahreverfügte Saddam unstrittig über Chemiewaffen, die er auch rücksichtslos gegen die eigene Bevölkerung einsetzte. Allein in der kurdischen Region um Halabdscha starben ca. 5000 Menschen. Federführend bei der Operation war ein Vetter Saddam Husseins, der dafür im Westen mit dem Spitznamen 'Chemical Ali' ausgezeichnet wurde. Auch im Irakisch-Iranischen Krieg hatte Saddam Chemiewaffen eingesetzt. Erst in den 90er Jahren wurden die Arsenale unter Aufsicht der UNO vernichtet, man war sich aber nie ganz sicher, ob die Inspektoren auch alle Vorräte gefunden hatten. Diese Ungewissheit missbrauchten die USA dann zur Rechtfertigung des dritten Golfkrieges mit dem bekannten Ergebnis. Die Geschichte ist nunmal lang und unerfreulich, sorry!
Jetzt haben Sie nur versehentlich vergessen, darauf hinzuweisen, dass die Chemiewaffeneinsätze durch Saddam Hussein von den USA im UN-Sicherheitsrat gedeckt wurden. Die USA verhinderten jede Verurteilung, weil die Attacken in ihrem Interesse waren. Ausrüster Saddams waren damals Firmen in Deutschland und England.

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KarlFaktor48 10.09.2013, 13:53
25.

Zitat von juyagar2012
Wo sind die konkrete Beweise dafür, dass die syrische Regierung den Giftgaseinsatzt durchgefürht hat?
Haben sie keine anderen Probleme, Hauptsache böse USA? Die Kontrolle der Chemiewaffen in einem außer Kontrolle geratenen Land sollte im Interesse jedes halbwegs normal denkenden Menschen sein. Wenn einer in der Lage ist das Problem zu lösen dann sind es die USA und niemand anderes. Sarin-Granaten in den Händen von Glaubenkriegern, das Problem kann man defintiv nicht mit gemeinsamen Beten lösen.

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chefchen1 10.09.2013, 14:04
26. Propagandafrau unterwegs

Zitat von sysop
Moskau will Syriens Chemiewaffen unter internationale Kontrolle bringen. Damaskus zeigt sich für den Vorschlag offen. Denn Baschar al-Assad kann so einen US-Schlag vorerst abwenden und Zeit für sein Regime gewinnen.
Das Tatsachenverdrehen scheint Fr. Salloum immer wieder Spaß zu machen.
"Lieber ließ Assad die wichtige Industriestadt Homs in Trümmer legen und weite Teile Syriens verwüsten, als auf Forderungen einzugehen, die das Ende seiner Herrschaft hätten einläuten könnten. "

Es waren die Terroristen, die ein paar Stadtteile (und niemals die ganze Stadt) unter ihre Kontrolle brachten. Mit welcher demokratischen Legitimation fordern fremde Staaten oder Teile der Bevölkerung die Abdankung?
Die einzigsten, die Forderungen stellen können, sind die Syrer und die Forderung kann maximal "Wahlen" lauten. Alles andere ist undemokratisch.

"Die Zusammenarbeit zwischen Damaskus und der Uno ist nicht gerade eine Erfolgsgeschichte. Das syrische Regime verzögerte über ein halbes Jahr die Einreise von Uno-Chemiewaffeninspektoren - lange vor dem Angriff vom 21. August."
Falsch, die UNO-Inspektoren sind auf Einladung Syriens im Land. Erst die Anmaßung der Franzosen und Briten den Inspektoren völlige Bewegungsfreiheit (inkl. Militäranlagen) zuzusichern, mußte durch Verhandlungen ausgeräumt werden. Das war eine gezielte Aktion der Franzosen und Briten um die Aufklärung des mutmaßlich von Rebellen durchgeführten Giftgasangriffs im März.

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realpolitiker 10.09.2013, 14:07
27. Kontrolle von Chemie- und Atomwaffen

Zitat von sysop
Moskau will Syriens Chemiewaffen unter internationale Kontrolle bringen. Damaskus zeigt sich für den Vorschlag offen. Denn Baschar al-Assad kann so einen US-Schlag vorerst abwenden und Zeit für sein Regime gewinnen.
Eine internationale Kontrolle - wie vorgeschlagen - finde ich akzeptabel. Ich würde aber keinesfalls begrüßen, dass die USA und ihre engen Verbündeten bei diesem Vorhaben die Federführung haben bzw. mit Personal an maßgebender Stelle beteiligt sind.
Da wäre für mich die Gefahr von irgendwelchen Manipulationen einfach zu groß.

Desweiteren bin ich der Meinung, dass es ein guter Zeitpunkt wäre, die Atomwaffen Israels ebenfalls unter internationale Kontrolle zu stellen.
Leider blieb Israel bisher von jeglichen Maßnahmen der UN verschont, weil die USA ihre schützende Hand über das Land halten und immer wieder Resolutionen des Sicherheitsrates durch Vetos verhindert haben.

Beide Maßnahmen würden nach meiner Auffassung die Kriegsgefahr im Vorderen Orient erheblich reduzieren und eine israelische Friedfertigkeit sowie Kompromissbereitschaft mit seinen Nachbarn fördern.

Es ist schon sehr eigenartig bzw. zwielichtig, dass die USA im Falle Assads die Vetos von Russland und China als Legitimation für ihren militärischen Alleingang ansehen wollen und in diesem Fall sogar eine Nichtfunktion des Sicherheitsrates behaupten, die ihnen ein Recht auf Selbsthilfe bzw. Selbstjustiz in der weiten Welt einräumt.
Nennt man eine solche Vorgehensweise nicht Imperialismus?

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kölschejung72 10.09.2013, 14:16
28. Schachmatt

Wenn die Kontrolle der Chemiewaffen umgesetzt wird, ist der einzige Hebel für eine direkte Einmischung der USA in Syrien weg.

Damit kann die Armee ihren Siegeszug gegen die Terroristen fortsetzen. Die USA verlieren die Chance auf einen Umsturz in Syrien und ein Irankrieg wird unwahrscheinlich, da die USA nicht im Irak aufmarschieren können.

Der Iran verkauft sein Öl für Renbinmi an China und der Petrodollar verliert auf Dauer an Werthaltigkeit.

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brehn 10.09.2013, 14:22
29. Regime

Ja denken wir uns doch mal in die Rolle des Regimefürsten: Bestimmte Bevölkerungsgruppen ihres Landes unterstützen Sie, während der Rest den Diktator (Also Sie) stürzen will. Zu ihren Unterstützern gehören zum überwiegenden Teil die syrischen Christen und die Alawiten. Sollte die Opposition die Herrschaft übernehmen, ist abzusehen, dass die eben genannten Bevölkerungsgruppen vertrieben bzw. massakriert werden und eine freihe Religionsausübung nicht mehr möglich ist. Was würden Sie nun tun? Versuchen ihre Unterstützer zu verteidigen, oder einfach aufgeben und damit Tür und Tor für "Säuberungsaktionen" der Opposition (unter anderem Al Qaida) öffnen?

(Sarkasmus an) naja...Die Opposition in Syrien will ja bloss freiheit für alle, menschenrechte und Demokratie.....ausserdem ist es ja auch überhaupt kein Glaubenskrieg in syrien. natüüürlich nicht..... (Sarkasmus aus)

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