Forum: Politik
S-21-Stresstest: Alles erklärt, nichts gelöst

Die Bahn feiert den*Stresstest für Stuttgart 21 als bestanden - aber den Gegnern ist es wurscht. Die grün-rote Landesregierung weiß darauf keine Antwort, und selbst der große Schlichter Geißler ist mit seinem Latein am Ende. Jetzt droht die Totalblockade.

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DonCarlos 22.07.2011, 16:15
180. Einfach mal nachzählen - Im Fahrplan der DB AG stehen 46,5 Züge.

Zitat von Gofio
So der Flughafen oder die Messe oder die S-Bahn. U-Bahn Tunnel. Mit ihrer Denke würde man heute noch zweispurig durch die Königsstrasse fahren mit Pferdekutschen.
Sie werfen den Kopfbahnhofbefürwortern rückwärtsgewandtes Denken vor. Ganz falsch. Die Befürworter des Kopfbahnhofs erwarten eine erhebliche Steigerung des Personenverkehrs, mit der der Tiefbahnhof überfordert wäre. Der Kopfbahnhof hat bei weitem mehr Kapazität.

Sehen Sie sich doch einmal genau den Fahrplan aus dem Stresstest an. Da brauche ich kein AUDIT von sma um zu sehen, dass da getürkt wurde. Sehen Sie sich dazu mal Seite 26 der "Fahrplanrobustheitspruefung_Teil1_2011-06-30.pdf" an und zählen Sie die Züge.

Innerhalb der Stunde fahren nur 43 Züge komplett. 11 Züge kommen fahren über die Stunde hinaus. Fahren Sie mit diesem Fahrplan über 24 Stunden, fahren aber im Schnitt nur 48,5 Züge bzw. es sind noch 2 Züge weniger.

3 Züge kommen um 7:59 zur Sekunde 14, 47 und 53 an und
1 Zug fährt um 7:00:27 ab. Bei den üblichen Ankunftszeiten der Bahn kommen diese Züge zu 95 % nach 8 Uhr an bzw. diese Züge können gar nicht in einem zyklischen Fahrplan fahren womit der von der Bahn AG vorgelegte Fahrplan gerade einmal wohlwohlend gerechnet 46,5 Züge nachweist.

Das sind magere 22 % mehr an Zügen, als bereits heute problemlos in Kopfbahnhof im Umbau mit 2 Gleisen weniger verkehren. Dann lesen Sie noch das Audit von sma genau und auch Sie werden erkennen, dass S21 mit 22 % mehr Zügen ein Qualitätsrückschritt gegen über heute bedeutet.

Sie haben auch 12 Doppelbelegungen, das heißt 12 Züge haben nur maximal die halbe Länge von 200 m. Nur 36 Züge können die volle Länge haben. Die Durchschnittliche Bahnsteiglänge im Kopfbahnhof beträgt 400 m. Wir vergleichen damit die Kapazität von 38 langen Zügen mit der Kapazität von 42 Zügen. Da sind wir bei mageren 11 % mehr Transportkapazität. - Lachhaft!

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doctorwho 22.07.2011, 16:24
181. .

Zitat von Gofio
..... Zudem ist die Bahn ein Unternehmen , dass kostenorientiert denkt. Die machen keine Sachen die sich nicht rentieren.
ich fahre seit über zwanzig jahren bahn , aber das hatte ich noch nie gehört .....

hihi , den lasse ich mir rahmen ........ :-D

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Waldbahner2 22.07.2011, 17:45
182. Bahnhof für eine 30 Millionen Stadt bei den Kosten

Zitat von bdr_boxter
.................... Jetzt mal ehrlich - Stuttgart ist ein Provinznest. Das fällt selbst einem Landei wie mir auf (auf dem Dorf geboren, dort aufgewachsen, dort lebend und hoffentlich auch irgendwann dort begraben). Von mir aus soll Stuttgart selbst über sein Hauptbahnhof entscheiden. Dann aber bitte mit allen Konsequenzen. Als Landei aus BW gehe ich nur in die Haftung wenn ich auch gefragt werde. Gott zum Gruß
Da der Bau des Bahnhofs wohl das 3 - 4fache der geplanten Kosten erzeugen wird fehlt mir auch die entsprechende Großstadt dazu.

Einer mittleren Großstadt einen Bahnhof für 15 bis 18 Milliarden zu bauen dessen Vorteile eher fragwürdig sind,
wer will dies verstehen.

Bei den Kosten einen auf die Hälfte reduzierten Bahnhof zu bauen mit Haltezeiten von 30 Sekunden für den Nahverkehr
ist wohl eher unrealistisch.

Auch die ganzen Verspätungen im Fernverkehr entstehen durch
zu lange Halte in den Bahnhöfen.

Allein die druckfesten "Flugzeugtüren" der Hochgeschwindigkeitszüge verhindern
schnelleres Ein- bzw. Aussteigen.

Wie man ausgerechnet im neuen Schmalspurbahnhof Stuttgart deutlich schneller werden will bleibt Rätsel der Bahn.

Schwachsinn ist noch untertrieben für dieses Bauvorhaben.
Das passt eher zu einer 32 Millionen Metropole wie Chongqing in China. Aber deren Bahnhof ist deutlich billiger.

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FrankDr 22.07.2011, 18:55
183. kein Bahnfahrer.

Zitat von horstma
Gut, dann erklären sie mir bitte, warum der Steuerzahler, der nie mit diesen vorsintflutlichen Geräten fährt, für diese Kosten aufkommen soll? Ich bin heute kein Bahnfahrer, und werde es auch morgen nicht sein, auch mit S21 nicht.
Erklären Sie mir mal, wieso der Steuerzahler, der Deutscher ist und eutsch spricht, für die Kosten von Integrationskursen aufkommen soll? Ich bin heute kein Ausländer, und werde es auch morgen nicht sein, auch mit Integrationskursen nicht.

PS: Anstatt Integrationskursen, könnt eich sicherlich 200 Beispiele aus dem Stehgreif nennen, die eingesetzt werden könnten.

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mahkacz 22.07.2011, 19:38
184. Hängt den Überbringer der Nachricht.

Zitat von lofi
Ich kenne dass aus meiner Heimatstadt Dresden. Nachdem die Mehrheit für die Waldschlößchenbrücke stimmte, haben die Brückengegner die UNESCO alarmiert. Im Prinzip haben die Gegner der Brücke auch für die Aberkennung des Weltkulturerbetitels gesorgt..
Finde ich immer gut diese EinsA-Logik: Nicht der bau der Elbebrücke ist der Grund für die Aberkennung des Weltkulturerbe-Staus, sondern das Petzen der Gegner.

Ergo: Nicht die Bahn ist Schuld an dem katastrophalen S21-Plan, sondern die gegner. Weil: wenn die nicht protestiert hätten, wäre der Plan in Ordnung.

Muß ich mir merken für meine nächste Dialog-Anwendung, wenn die User meckern...

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Fred the Frog 23.07.2011, 01:42
185. Bau

Zitat von genewolfe
Also ich verstehe das richtig : Sie sind GEGEN eine Neuinvestition, weil die alten Anlagen Störungen verursachen. Dazu fällt mir kein Kommentar ein.
Alle Unfälle passierten an Sellen, an denen gebaut wurde.
In Untertürkheim wurden lt. EBA Baumaßnahmen durch unqualifizierte Unternehmen durchgeführt und nicht ausreichend überwacht.
Das Entgleisen der Lok liegt an einer nicht gesicherten Weichenzunge.
Das Entgleisen des Nachtzuges ist natürlich noch nicht analysiert. Der Bahnsteig wurde aber im Zuge der Bauvorbereitung verlängert und damit auch die Weichen weiter Richtung Vorfeld verlegt.

Selbst wenn es nicht die Baumaßnahmen gewesen wären: Bis der erste Zug unterirdisch fährt, müssten die bisherigen Anlagen noch zehn Jahre verkehrssicher gehalten werden.

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wm_mit_jan 23.07.2011, 17:36
186. "... in Wahlen und Abstimmungen"

Zitat von fourchette
Im Grundgesetz sind lediglich Volksabstimmungen über den Zuschnitt der Bundesländer vorgesehen. Ansonsten sind keine Abstimmungen vorgesehen. Machen Sie sich doch mal kundig.
Nein.
Da sind sie zwingend vorgesehen (OBLIGATORISCH).
Ansonsten sind sie nicht verboten. (FAKULTATIV) "....in Wahlen und Abstimmungen" (Steht so im GG, wie man diesen Wortlaut ins Gegenteil verklären kann/will, ins mir als Nicht-Juristen schleierhaft)
Und Abstimmungen beziehen sich wortgemäß immer auf Einzelentscheidungen/Einzelfälle/Sachverhalte. Wortsinn von Abstimmung. Steht so im Duden. Unauslegbar. Da ändern auch Kommentare zu GG-Artikeln wenig, da geht es um korrekte Anwendung der deutschen Sprache.
Fehlt nur ein Bundes-Ausführungsgesetz. Über was konkret abgestimmt werden dürfte (z.B. Haushaltsfragen, Landesverteidigung), steht unter Vorbehalt der Vereinbarkeit mit GG, aber es gibt Bereiche in denen Volksabstimmungen zu verfassungsfesten Ergebnissen führen würden, aber nur mit Ausführungsgesetz. Und da müssen der BT und BR liefern.

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denkdochmal 24.07.2011, 10:14
187. Stresstest S 21 und wie man ihn für sich positiv gestaltet...

Zitat von FrankDr
Wetten: Wenn der Stresstest negativ ausgefallen wäre, dann wären die Tester große Volkshelden und sie seriösesten Menschen des Planeten. Nun ging er positiv aus und man stellt sich hin wie ein trotziges Kind: "Das war aber unfair. Ich will aber nicht"
1.Wer zahlt schafft an. 2. Man lenkt einen Dialog oder „Dialog“ nicht erfolgreich mit Aussagen, sondern mit den richtigen Fragen.
Nimmt man beides zusammen, erzielt man in einer Untersuchung das Wunschergebnis.
So gesehen sind nicht einmal die so häufig bemühten, wenig beliebten aber bestens entlohnten Mietmäuler notwendig.
So simpel kann die Welt sein…wenn Andere sich das gefallen lassen!
Sie verstehen???

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gelldaschaust 25.07.2011, 07:25
188. *

Zitat von wm_mit_jan
Nein. Da sind sie zwingend vorgesehen (OBLIGATORISCH). Ansonsten sind sie nicht verboten. (FAKULTATIV) "....in Wahlen und Abstimmungen" (Steht so im GG, wie man diesen Wortlaut ins Gegenteil verklären kann/will, ins mir als Nicht-Juristen schleierhaft)
Ich kann Ihnen hierzu einen Artikel von Dr. Herbst in der ZRP (Zeitschrift für Rechtspolitik), Jahrgang 2005, Seite 29 ff. ans Herz legen, wo diese Zusammenhänge recht anschaulich - auch für Nichtjuristen - dargestellt werden.

Herbst setzt sich in diesem Artikel mit einem Artikel von Dr. Elicker auseinander (ebenfalls in der ZRP, Jg. 2004, 225 ff.), der dort das Thema Volksabstimmung über EU-Verfassung (geht ja auch in diese Richtung) behandelt und als zulässig erachtet.

Außerdem soll es doch einen Volksentscheid über S21 geben dachte ich??

Ich denke, dass letztlich der VE ergebnislos bleiben wird und S21 kommen wird. Und ich halte das für - nach aktuellen Erkenntnissen - richtig. Zum Einen halte ich eine Politik für scheinheilig, die einerseits immer mehr Personen- und Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlegen will, andererseits aber dafür notwenige Infrastrukturprojekte unterlässt. Zum Anderen ist eine gute Infrastruktur natürlich ein erheblicher Standortvorteil, und dieser geht im Falle von S21 weit über Stuttgart hinaus.

Insofern halte ich es langfristig für die Stuttgarter und die gesamten Bahnanrainer dieser Ost-West-Linie für vorteilhaft, dass die damalige konservative Regierung in dieser Frage standhaft geblieben ist, und nicht wie die CSU in Bayern beim Transrapid umgeknickt ist (btw: der Transrapid wird nun in China gebaut bzw. ist dort bereits in Betrieb, Technik kam zwar aus Deutschland, aber die Weiterentwicklungen "am Produkt" und das damit zu gewinnende know-how wird China ernten.)

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hanskönig 27.07.2011, 18:25
189. Weltkulturerbe

[QUOTE=mahkacz;8336841]Finde ich immer gut diese EinsA-Logik: Nicht der bau der Elbebrücke ist der Grund für die Aberkennung des Weltkulturerbe-Staus, sondern das Petzen der Gegner.

Dazu müsste man allerdings wissen, dass die Gegner um Blobel das Elbtal als Kulturlandschaft Dresdner Elbtal gerade erst auf die UNESCO-Liste lanciert hatten, um dann mit der drohenden Streichung den Brückenbau zu verhindern.
Dies ging dann allerdings nach hinten los.

Wieso es in einer Kulturlandschaft mitten in einer Großstadt keine Brücken geben darf, konnte von den senilen UNESCO-Herren übrigens auch niemand beantworten.

I.Ü. hatten beim Dresdner Volksentscheid über 76 % für die Brücke gestimmt, welche nun fast fertig ist und ab 2012 befahren werden kann, die Gegner u.a. der BUND prozessieren immer noch dagegen, z.Z. vor dem OVG Bautzen, da der Bau einen Wachtelkönig gestört haben könnte, welchen ein Naturschützer dort gesehen haben will und möchten deshalb einen Abriss der Brücke erreichen, fabulieren jetzt aber bereits von einem Gang vor den Europäischen Gerichtshof, obwohl das OVG noch gar nicht entschieden hat.

Da können die Stuttgarter schon mal das "Versprechen" des BUND einordnen, dieser würde sich dem Ergebnis des Volksentscheides beugen.

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