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Sachsens Ministerpräsident: Kretschmer verteidigt Äußerung zu Russland-Sanktionen
Monika Skolimowaska/DPA

Seine Forderung nach einem Ende der Russland-Sanktionen hat Michael Kretschmer jede Menge Kritik eingebracht. Jetzt legt Sachsens Ministerpräsident noch einmal nach.

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-su- 09.06.2019, 17:04
60.

Zitat von halfbrain
Sie haben alle ihrer eigenen historischen und negativen Erfahrungen mit ihrem großen östlichen Nachbarn - und alles wurde durch die Besetzung der Krim bei ihnen wieder aufgewühlt und weckt Befürchtungen. Die "West-EU" sollte diese Befürchtungen viel, viel ernster nehmen und für gewisse, uns unverständliche Maßnahmen, Verständnis zeigen!
Die Balten definieren sich seit ihrer Unabhängigkeit stramm nationalistisch (SS-Kämpfer werden dort als Freiheitskämpfer gefeiert). Die im Baltikum lebenden Russen werden systematisch diskreminiert.

Die Bevölkerung ist seit 1991 um bis zu 16 % geschrumpft. Warum soll Russland ein Gebiet erobern, in dem nicht einmal die Einheimischen leben wollen?

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haarer.15 09.06.2019, 17:06
61. Wir brauchen die Pipeline, sonst schneiden wir uns selbst ...

Zitat von spondabel
Ich glaube, dass sich Herr Kretschmer hier mächtig überschätzt. Es gilt zu verstehen, dass Russland die Grenzen in Europa eigenmächtig und gewaltsam verschoben hat. Das hat es seit dem Ende des 2. Weltkrieges hier nicht mehr gegeben. Die Sanktionen gegen Russland sind viel zu schwach. Man sollte die Gas und Erdölimporte sofort halbieren und Russland zu Zugeständnissen am Verhandlungstisch zwingen. Wenn innerhalb von 6 Monaten nichts passiert, nochmal 50% weniger abnehmen. Auch der Bau der zweiten Pipeline ist eine Katastrophe. Erstens wird Polen und die Ukraine umgangen, was zu massiven Verlusten an Transitgebühren führen wird. Und zweitens macht uns eine Pipeline über Jahre hinaus unflexibel. Terminals für große Gastanker wären sinnvoller. Ich bin wahrlich kein Freund von amerikanischem Fracking-Gas aber wir hätten mit dieser Technik immer die Wahl zwischen verschiedenen Lieferanten und würden uns nicht einseitig und über Jahrzehnte an Russland binden.
... ins eigene Fleisch. Verzichte gerne auf amerikanisches teures und auch minderwertiges Frackinggas, welches noch dazu umweltschädlich produziert wird. Kaum wettbewerbsfähig ! Im übrigen erhält die Ukraine doch nach wie vor russisches Gas. Die wollen nur am Geschäft mitbeteiligt werden und fürchten um Einnahmen. Es gilt aber hier, auch mal unsere eigenen Interessen im Blick zu haben. Die Osteuropäer tun das nämlich auch permanent. Deren Solidarität endet doch immer an ihren eigenen Grenzen, nicht wahr ?

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yoda56 09.06.2019, 17:06
62. Es ist nicht zu fassen...

Da wird gerade wieder ein Journalist unter Verstoß gegen jegliche Rechtsstaatlichkeit und mit höchstmöglicher Demütigung in einem Käfig in Russland zur Schau gestellt und dieser sächsische AfD-Anhänger aus der CDU setzt sich neben diesen Diktator!!

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haresu 09.06.2019, 17:19
63. "Wir brauchen eine Befriedung des Ukrainekonflikts"?

Ja gerne, aber wie denn? Durch eine Annäherung an Russland? Den Verzicht auf Sanktionen? Was soll das bringen? Kreschmers Sicht ist leider sehr weit verbreitet und ganz bestimmt keine spezifisch ostdeutsche. Und der ewige Verweis auf eine eigene Meinung im Osten ist hier noch jämmerlicher als sonst. Kretschmers Sicht findet man ebenso in der AFD, in Teilen der CDU und der SPD und natürlich bei den Linken, sie ist in Wirlichkeit nur Ausdruck von Egoismus, Desinteresse und Träumereien.

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hausfeen 09.06.2019, 17:21
64. Ich schrieb doch schon, dass das kein Ausrutscher war.

Die kleine Aufregung bei den Unionskollegen ist nur gespielt. Kretschmer geht gezielt auf die alte staatstreue DDR-Wählerschaft zu. Die haben die "Linke/PDS/Ex-SED" längst als Ankerpunkt verloren, da die sich doch zunehmend demokratisiert hat.

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Tribess 09.06.2019, 17:23
65. Da traut sich einer aber etwas!

Es ist uneingeschränkt zu begrüßen, dass mal jemand aus den Gräben der zurückliegenden, nahezu 80 Jahre ans Tageslicht steigt.
Es geht doch nicht um "Brüderchen, komm tanz mit mir", sondern um die gedeihliche Nachbarschaft zu einem großen Land.

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haarer.15 09.06.2019, 17:27
66. Nein

Zitat von Calen
Hat er Herr Kretschmer auch mal Herrn Putin gefragt, ob er aufhört sich in deutsche Angelegenheiten einzumischen. Seine Trolle (jede zweite Wortmeldung hier), seine Finanzierung von bestimmten Parteien und seine Indoktrination der Russlanddeutsche ("Unsere Lisa") erfolgen mit Sicherheit aus altruistischen Gründen. Klares Wahlkampfmanöver von Herr Kretschmer.. Das schlimme ist dabei, er will sich in Sachsen retten und nimmt dabei in Kauf, dass die Bundespartei Schaden nimmt. So ist er halt, Sachsen First und sch... auf den Rest. Deutsche Interessen am Russischen Markt? So wichtig, wie Türkei
Das Argument zieht nicht. Das gleiche könnten wir nämlich auch vom amerikanischen First America Statthalter in Berlin, Mr. Grenell erwarten, dem Paradebeispiel für eklatante Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten. Und dann noch mit entsprechend erpresserischem Unterton. Was sagen Sie dazu eigentlich ? Natürlich gibt es jahrelang gewachsene bilaterale wirtschaftliche Interessen mit Russland. Die kann man, bloß weil es nicht ins eigene Weltbild passt, doch nicht wegdiskutieren.

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oldman2016 09.06.2019, 17:34
67. Die fragwürdige Wirkung von Sanktionen

Ich bin ein Befürworter von Sanktionen, gegen ausnahmslos alle Staaten und Regierungen die gegen Völkerrecht und Menschenrechte verstoßen. Die Liste wäre aber lang, verdammt lang. Saudi-Arabien, Iran, Syrien, Türkei, Ägypten und Israel an. Nordkorea, China, nahezu alle afrikanische Staaten, Philippinen, Kuba, Venezuela wären weiter zu nennen. Und nicht zu vergessen sondern an erster Stelle zu setzen sind die USA.
Der Politiker und Wirtschaftsbosse im Westen haben doch schon vor Jahrzehnten Geld vor Moral gesetzt.
Wer den sächsischen Ministerpräsidenten kritisiert, sollte im gleichen Atemzug auch Sanktionen gegen die von mir genannten Staaten und Regierungen fordern. Andernfalls ist er unglaubwürdig.

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haarer.15 09.06.2019, 17:34
68. Die Wahrheit

Zitat von -su-
Die Balten definieren sich seit ihrer Unabhängigkeit stramm nationalistisch (SS-Kämpfer werden dort als Freiheitskämpfer gefeiert). Die im Baltikum lebenden Russen werden systematisch diskreminiert. Die Bevölkerung ist seit 1991 um bis zu 16 % geschrumpft. Warum soll Russland ein Gebiet erobern, in dem nicht einmal die Einheimischen leben wollen?
Stimmt. Der Bevölkerungsrückgang im Baltikum ist der Tatsache geschuldet, dass viele junge Leute dort weggehen. Und die, die bleiben, sind wenig zufrieden. Russen, die im Baltikum leben, werden arbeitsmäßig als zweit- oder drittklassig behandelt. Das wurde uns sogar von Einheimischen und hiesigen Reiseführern dort bestätigt. Die Angst der Balten vor russischer Vereinnahmung ist an sich eigentlich nicht mehr nachvollziehbar. Zeit, das Trauma abzulegen.

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irobot 09.06.2019, 17:37
69.

Zitat von haarer.15
Das Argument zieht nicht. Das gleiche könnten wir nämlich auch vom amerikanischen First America Statthalter in Berlin, Mr. Grenell erwarten, dem Paradebeispiel für eklatante Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten. Und dann noch mit entsprechend erpresserischem Unterton.
Schlechter Vergleich. Grenell pöbelt in aller Öffentlichkeit herum und keiner kümmert sich um ihn. Putins Taktik ist viel hinterhältiger und wesentlich effizienter.

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