Forum: Politik
Sachsens Regierungschef: Tillich fordert Kurswechsel der Union
DPA

Sachsens CDU-Ministerpräsident Tillich fordert Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl. Das Ergebnis zeige, dass sich ein Großteil der Bevölkerung nicht verstanden fühle.

Seite 1 von 13
toskana2 30.09.2017, 08:06
1. Rufer in der Wüste

Wie Merkel gleich nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse zu Protokoll gab,
wüsste sie nicht, was sie anders machen sollte.
Was für eine Ignoranz!
Ergo, kapiert hat die CDU-Chefin nichts.

Tillich und Haseloff bleiben die sprichwörtlichen Rufer in der Wüste!
Möglich, dass schon die bevorstehende Niederschsenwahl die CDU einiges an Wählerstimmen kosten wird!
Spätestens dann aber, wird Merkel Farbe bekennen müssen.

Beitrag melden
reg-bottom 30.09.2017, 08:08
2. Wir haben verstanden. Nicht.

Werden Politiker irgendwann verstehen, dass es für ihre Wählbarkeit nicht auf Kursschwenks nach Wetterlage und Beliebigkeit ankommt, sondern auf konsequentes Handeln nach Überzeugungen, Werten und Zukunftsplänen? Und dass der Erfolgsfaktor darin liegt, ein gutes, erklärendes und positives gesellschaftliches Change Management zu betreiben? Wohin es führt, wenn man das nicht macht, das kann man an der SPD erkennen, aber auch an CSU und CDU: historische Tiefstände. Tipp: Die Lösung läge in den Parteinamen. Und was versucht man nun? Eh klar, Kursschwenks nach Wetterlage und erstarrtes Vor-sich-hin-Regieren des visionslosen und auf Machterhalt fixierten sogenannten Spitzenpersonals.

Beitrag melden
burlei 30.09.2017, 08:10
3. Ein Großteil? Vielleicht in Sachsen

Bundesweit fühlen sich nur 13% der Bevölkerung "nicht verstanden". Aber ist das ein Grund, dass die Bundespolitik nach rechts rutschen muss und die SPD gefälligst mit zu marschieren hat? Nur weil im Osten der Egoismus Blasen schlägt? Nö, Herr Tillich, was Sie grade erleben ist das Ergebnis von 12 Jahren Beliebigkeit unter Merkel und 27 Jahre CDU-Regierung in Sachsen. Man hat die Schn***e voll.

Beitrag melden
ingo.adlung 30.09.2017, 08:13
4. Falsch verstanden

Ich denke die Politik hat den Warnschuss der Wahl falsch verstanden. Ja, die AfD hat es geschafft das rechte Wählerpotential für sich zu erschließen, keine Frage. Aber daraus zu schließen, dass die Republik insgesamt nach rechts gewandert ist ist recht verwegen. Oder anders ausgedrückt, wenn Herr Tillich glaubt, nun rechte Politik machen zu müssen, dann wird er nicht nur die AfD weiter stärken, weil der Wähler lieber das Original wählt, sondern es werden ihm auch potentielle Koalitionspartner verloren gehen. Er wirft der SPD vor, sich der Verantwortung zu entziehen. Was er übersieht ist, das die SPD für sich den Schluß gezogen hat linker agieren zu müssen. Wenn die CDU nach rechts, und die SPD nach links rückt, dann verlieren beide bei einer Neuauflage der GroKo weiter an Glaubwürdigkeit, weil die Schnittmengen auf die man sich einigen kann so klein werden, das die Wahrnehmung beim Bürger ist, dass sich nichts bewegt. Das aber, wäre der GAU für beide Parteien. Dann gibt es 2021 nicht mal mehr rechnerisch die Möglichkeit für eine CDU/SPD Regierung, weil sie noch nicht einmal rechnerisch mehr die absolute Mehrheit erreichen und in Sachsen selbst kann sich die SPD vermutlich einfach auflösen. Nein, wir brauchen CDU und SPD als alternative Pole, aber ganz sicher keine Neuauflage einer GroKo. Und wenn diese dazu nicht fähig sind werden wir Wähler uns weiter von euch abwenden und uns Alternativen suchen. Nicht notwendigerweise bei der AfD, aber ganz sicher außerhalb von Union und SPD.

Beitrag melden
Palmstroem 30.09.2017, 08:22
5. Rechts und Links war gestern

Die AfD hat bei der Bundestagswahl rund eine Million Stimmen aus dem Unionslager gewonnen, aber fast ebenso viel von SPD und Linken. Das zeigt, dass es nicht um Rechts oder Links geht, sondern um Protest. Laut einer Studie der UNI Leipzig gibt es drei Gründe dafür. Die Flüchtlingskrise, die liberale Gesellschaft und das Sicherheitsgefühl. - Die Flüchtlingskrise ist längst gelöst und die Obergrenze längst unterschritten, die Ehe für alle wohl nie mehr zurückgenommen und mehr Überwachung und Polizisten fordern inzwischen selbst die Grünen. Und bei dem Motto - Deutschland den Deutschen - bleibt die Frage, wer sind diese "Deutschen". Wollen wir die polnischen Pfleger in den Altenheimen, die albanischen Bauarbeiter, die rumänischen Erntehelfer, die türkischen Ldaenbesitzer als Menschen zweiter Klasse behandeln oder gar nach Hause schicken? Der Erfolg Deutschlands beruht auf seiner bislang offenen Gesellschaft. Das abzuschaffen, ist nicht rechts sondern nur dumm!

Beitrag melden
haresu 30.09.2017, 08:23
6. Vielleicht sollte die CDU ja auch in die Opposition gehen

Nicht nur die SPD hat in der Großen Koalition gelitten, auch die Union scheint vor einem längeren Selbstfindungsprozess zu stehen. Die konservativen Kräfte wittern Morgenluft und anderen geht gehörig der Ar*** auf Grundeis. Dem gegenüber steht eigentlich nur Merkel, die jetzt wieder nach bewährtem Muster die Erschöpfung ihrer Gegner abwartet und dann sagt wie es weitergeht. Aber ohne Erfolge wird das nicht mehr lange gut gehen.

Beitrag melden
MartinBeck 30.09.2017, 08:27
7. Wohlstand nur für uns

Ich kann die beiden Ministerpräsidenten verstehen. Da hat man die mit Abstand besten Infrastruktur Deutschlands (mit dem Geld der reichen Westverwandtschaft) aufgebaut und dann dieser Undank! Es ist eine Schande für den guten alten Kommunismus, dass seine eifrigen Anhänger (und das waren die meisten DDR-Bürger) die gebratenen Tauben für ihre eigene Leistung halten und sich stufenlos vom Internationalisten zum Ausländerfeind verwandeln. Wenn das Marx und Engels wüßten!

Beitrag melden
eastcape 30.09.2017, 08:30
8.

Der Erklärungsversuch von Haseloff ist ja völlig daneben. Auch destabilisieren 1 Mio. Flüchtlinge nicht ein Land wie die Bundesrepublik (andere Länder werden mit ganz anderen Zahlen fertig). Zur Destabilisierung tragen die Menschen bei, die rechtsradikal wählen. Die Aufgabe der Politik sollte es sein, diese Menschen über ihre Irrtümer aufzuklären, nicht die Irrtümer zu bedienen (= Populismus).

Beitrag melden
fördeanwohner 30.09.2017, 08:32
9. -

Ganz ehrlich, ich finde es langsam bedenklich, wenn CDU-Politiker in Ostdeutschland eine rechte Kurskorrektur fordern. Damit lenken Sie offensichtlich von ihren eigenen Problem ab. In Sachsen hatten wir seit der Wende immer eine CDU-Regierung. Tatsache ist, dass die die Rechten nie in den Griff gekriegt hat, sondern alles immer schön geduldet hat, was an neofaschistischem Gedankengut da war. Insbesondere bei der Polizei ist das gut sichtbar. Fragen Sie mal Polizisten aus den alten BUndesländern, wie die das sehen, was z.B. in Sachsen so läuft bzw. nicht läuft.
Und nun stellt sich Herr Tillich hin und fordert, dass nun bitte auch die Bundes-CDU Rechtsextremismus absegnen soll?
Der hat es immer noch nicht kapiert, dass die Lösung eben NICHT aus einem Rechtsruck besteht.
Ich bin absolut dagegen, dass man solchen Forderungen nachkommt, denn das hieße, dass man dieser Ideologie nachgibt.
In meinem Bundesland fehlt es auch an Geldern. Die neuen Bundesländer hatten Vorrang. Es sei ihnen gegönnt, aber jetzt immer noch nicht verstanden zu haben, dass man, nur weil man seinen Ursprung in der DDR hat, sich nicht geistig weiterentwickeln muss, ist einfach - mit Verlaub - armselig.

Beitrag melden
Seite 1 von 13
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!