Forum: Politik
Sahra Wagenknechts Rückzug: Die Zäsur
Getty Images

Sahra Wagenknecht zieht sich zurück - erst aus der "Aufstehen"-Bewegung, bald auch von der Fraktionsspitze. Ihre Gegner könnten sich freuen. Aber für die Linke birgt der Abschied Risiken.

Seite 10 von 11
mhuz 12.03.2019, 18:25
90.

Wenn das mit Aufstehen funktioniert hätte, wäre sie nicht Krank aber sie hat geglaubt alle kümmern sich um Aufstehen und wenn es geklappt hätte, hätte sie eine Partei daraus gemacht. Bei den Kosten für Aufstehen hat sie sich geschickt rausgehalten. Das einzige was sie getan hat, mit einer Gelben Weste vor den Bundestag zu stehen. Hätte sie vorher zur Demo aufgerufen und wäre an der Spitze der Bewegung vor dem Bundestag gelaufen aber so. Das einzige was jetzt bleibt, ist Mitleid von ihren Parteigenossen. Hat sie je Rücksicht auf die Gesundheit ihrer Parteigenossen genommen. Kann es nicht sein, dass sie vor ihren Partiegenossen nicht eingestehen wollte, dass Aufstehen gescheitert ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tinnytim 12.03.2019, 18:34
91.

Zitat von simonweber1
sollte sie das auch tun? Haben Sie nach dem Krieg irgend welche vergleichbaren Aussagen von damaligen Politikern über das Nazireich gehört? Im Gegenteil da gab es noch lange nach Kriegsende hochrangige Nazis als Staatsekretäre und Minister bis zu Zeiten H. Kohl. U.a. ein Staatssekretär von Adenauer, der in einem Land in Abwesenheit zum Tode verurteilt in Frankreich zu 30 Jahren verurteilt wurde und Adenauer nie nach Frankreich begleiten durfte. Oder einen MP namens Filbinger 12 Jahre MP von Baden Württemberg ,der drei Tage vor Kapitulation noch deutsche Soldaten zum Tode (mit sofortiger Vollstreckung) verurteilte. Der zu seiner sehr unrühmlichen Vergangenheit sagte was früher Recht war kann heute kein Unrecht sein. Also lassen Sie Frau Wagenknecht in Ruhe. Sie war nie Täterin sondern Opfer und durfte im Gegensatz zu Merkel in der DDR noch nicht einmal studieren.
Selten einen so deplatzierten Whataboutism gelesen. Mit wem wollte die Linkspartei denn koalieren, mit der CDU oder der SPD und den Grünen? Die SPD hat ihre Erfahrungen mit dem Unrechtsregime gemacht. Und im übrigen auch bei der 68er Bewegung dazu beigetragen, dass der Nationalsozialismus endlich mal gesellschaftlich aufgearbeitet wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tinnytim 12.03.2019, 18:43
92.

Zitat von franz.v.trotta
"Ich komme nicht umhin, mich bei diesem Sturm des Lobes für Wagenknecht zu fragen, was sie denn je geleistet hat." Da kommt es schon darauf an, was man unter "Leistung" versteht. Frau Wagenknecht hat im Bundestag z. T. brillante Analysen der wirtschaftlichen und sozialen Situation in Deutschland geliefert; sie hat die Heucheleien und Egoismen derjenigen entschleiert, die über Macht verfügen und Macht ausüben (nicht selten zugunsten der Privilegierten) etc. --- ---- ---- Da sind vielen Menschen schon die Augen aufgegangen. Hoffe ich jedenfalls.
Und doch hilft alles reden nicht, wenn man nicht bereit ist, koalitionsfähige Kompromisse anzubieten. Vorausgesetzt man will wirklich etwas verändern. Ich habe die Berichterstattung zum Europa-Parteitag der Linken sehr genau verfolgt, und das nicht nur beim Spiegel, sondern auch beim Tagesspiegel. Das Bild was die Linkspartei da abgegeben hat war wenig überzeugend, ja geradezu schizophren. Anders kann ich jene Debatte jedenfalls nicht in Worte fassen:
https://m.tagesspiegel.de/politik/europa-parteitag-in-bonn-venezuela-solidaritaetsaktion-entzweit-die-linke/24034668.html?utm_referrer=https://www.google.de/

Beitrag melden Antworten / Zitieren
artep 12.03.2019, 18:48
93. Schade

Erst Gysi, jetzt Wagenknecht ! Beide Politiker hatten Geist und Anziehungskraft. Dass sie sich uneins waren, ist das Characteristikum der Linken: Die tragen ihre Schlammschlachten immer coram publicum aus. Statt sich zu einigen und eine Linie zu entwickeln, streiten sie sich über Hölzchen und Stöckchen. Das ist eine der Ursachen, die deutsche Wähler an den Sozialisten so abstößt. Man sieht deutlich, dass es nur um Ideologie geht und kein Bezug zur Realität da ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Knossos 12.03.2019, 18:54
94.

Zitat von tinnytim
Und doch hilft alles reden nicht, wenn man nicht bereit ist, koalitionsfähige Kompromisse anzubieten. Vorausgesetzt man will wirklich etwas verändern. Ich habe die Berichterstattung zum Europa-Parteitag der Linken sehr genau verfolgt, und das nicht nur beim Spiegel, sondern auch beim Tagesspiegel. Das Bild was die Linkspartei da abgegeben hat war wenig überzeugend, ja geradezu schizophren. Anders kann ich jene Debatte jedenfalls nicht in Worte fassen: https://m.tagesspiegel.de/politik/europa-parteitag-in-bonn-venezuela-solidaritaetsaktion-entzweit-die-linke/24034668.html?utm_referrer=https://www.google.de/
Wenn Sie meinen, man könne "wirklich etwas verändern", in dem man sich mit etablierten Parteien zusammentut, müssen sich Ihnen entscheidende Grundlagen aus der Lebenswirklichkeit permanent entzogen haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
-su- 12.03.2019, 18:58
95.

Zitat von tinnytim
Selten einen so deplatzierten Whataboutism gelesen. Mit wem wollte die Linkspartei denn koalieren, mit der CDU oder der SPD und den Grünen? Die SPD hat ihre Erfahrungen mit dem Unrechtsregime gemacht. Und im übrigen auch bei der 68er Bewegung dazu beigetragen, dass der Nationalsozialismus endlich mal gesellschaftlich aufgearbeitet wird.
Der Hinweis auf Whataboutism kommt immer dann, wenn man erwischt wurde, dass man zweierlei Maß anlegt. Schön, dass Sie das hier so deutlich zeigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dr.könig 12.03.2019, 19:00
96. Sahra Wagenknecht geht nicht ganz

Zitat von franz.v.trotta
Frau Wagenknecht ist eine herausragende Persönlichkeit des deutschen Parlaments. Die Reden, die sie hielt, ließen die komplette Regierungsbank verblassen. Schade, dass sie sich zurückzieht.
" Sie bleibe ein politischer Mensch ! "
Das war am Schluss ihres Rücktritts zu hören.
Wenn Katja Kipping die Fraktionsspitze besetzt,
hat sie ihr Ziel erreicht.
Sahra weg und sie an der gewünschten Position.
In der Aussendarstellung ist Frau Kipping unter ferner liefen. Bartsch müsste bei obiger Konstellation einem Wessi Platz machen.
Ich sehe hier Patrick Meiser aus Berlin für die neue
Fraktionsdoppelspitze. Um Sahra ist es schade.

Siehe auch:
https://www.focus.de/politik/ranking/focus-ranking-kuehnert-vor-nahles-das-sind-die-beliebtesten-politiker-deutschlands_id_10266760.html

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tinnytim 12.03.2019, 19:13
97.

Zitat von Knossos
Wenn Sie meinen, man könne "wirklich etwas verändern", in dem man sich mit etablierten Parteien zusammentut, müssen sich Ihnen entscheidende Grundlagen aus der Lebenswirklichkeit permanent entzogen haben.
Aber so lange mit seiner 8% Partei gegen alles zu sein, bis endlich einmal die fehlenden 43% für die eigene absolute Mehrheit zustande kommen, soll in irgendeiner Weise zielführender sein?
Ich versuch das mal in den nächsten Abteilungsmeetings.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Deep Thought 12.03.2019, 19:39
98. Damit ist die Linke unwählbar geworden - und wird unter 5% landen.

Ich schätze Frau Wagenknecht extrem. Niemand in der deutschen Politik kann ihr intellektuell das Wasser reichen. Niemand ausser ihr und Gysi haben den ungeheuren Mut gehabt, sauber und sachlich auch auf unangenehme Wahrheiten hinzuweisen. Die hohe Sachkompetenz Wagenknechts gerade auf dem Gebiet der Wirtschaft hat sonst niemand in der dt. Politik.

Eine aufrechte Person wurde von den Medien zum politischen Tod gejagt, die Hasstiraden und üblen Intrigen haben ihren gesundheitlichen Zustand ins Eanken gebracht.

Wer wissen will, wer von den verantwortungslos Agierenden dafür verantwortlich ist, solllte sich einmal auf youtube anschauen, wie bspw Herr Lanz mit seinem „Intellekt“ versucht hat, Frau Wagenknecht in seine4 Talkshow auf allerbilligstecArt fertigzumachen, indem er sie nicht einen einzigen Satz antworten ließ, ohne sie zu unterbrechen. Ganz im Gegensatz zu seinen Folgen, welche zu legendären „Dauerwerbebesendungen“ für den Wichtigtuer Lindner umfunktioniert wurden oder - wie neulich - für Frau Beer, ebenfalls aus Lanz´ Lieblingspartei FDP...

Auch der Spiegel hat die Jagd mitgemacht, stets auf niedrigem Niveau und auf die Person zielend. Deutschland verliert eine Person, die man sich gut als kompetente Kanzlerin wünschen könnte.

Ich wünsche ihr, daß sie sich wieder erholt - sie hat uns noch viel zu sagen, gerne auch erst einmal ausserparlamentarisch als brilliante Buchautorin.

Die Meute um Kipping und den Quotenmann an der Spitze wird sich noch wundern, welch grandiosen Absturz die Partei nun nehmen wird, die bei der nächsten Wahl unter den 5% liegen wird.

Bartsch und die anderen verbliebenen Aufrechten in der Linken haben mein Mitgefühl - aber mein Kreuz bekommt die Linke erst wieder, wenn Kipping Geschichte ist und Wagenknecht nicht gemobbt, sondern voll unterstützt wird. Und so wie ich denken sehr, sehr, sehr viele....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rainbow-warrior999 12.03.2019, 21:28
99. Vor solchen Politiker*innen wie Sarah Wagenknecht habe ich Hochachtung

vor allem, wenn sie ehrlich gegenüber sich selbst sind und ihre Grenzen kennen. Ich finde es völlig normal, wenn sie sagt, "ihre Krankheit habe ihr Grenzen aufgezeigt, die sie in Zukunft nicht mehr überschreiten wolle".
Ihre Entscheidung ist nur folgerichtig . Häme oder Spott ist meiner Ansicht nach völlig unangebracht.
Vor Jahren hat Gregor Gysi nach einer Herzkrankheit dasselbe gemacht und ist kürzer getreten. So what ? Ist DIE LINKE deswegen "untergegangen" ?
Ich erinnere mich noch an ein Interview mit Münte, der an einem idyllischen Or an der Nordsee war und gefragt wurde, ob er sich dort auch Zeit für Entspannung oder Naturbeobachtungen nehmen würde. Antwort war etwa: Keine Zeit dafür, der nächste Termin wartet schon. Finde den Unterschied... ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 10 von 11