Forum: Politik
Sarrazin-Debatte: Die Gegenwut

Wegen seiner polemischen Muslim-Schelte steht Thilo Sarrazin am Pranger, aber eines begreifen seine Kritiker offenbar nicht. Der Provokateur verkörpert etwas, das sich nicht ausgrenzen lässt: die Wut*von Leuten,*die es satt haben, für ihre Integrationsangebote beschimpft zu werden.

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Daniel Hoogland 06.09.2010, 18:04
260. Nein Danke Herr Matussek

Die Wellen schlagen hoch in der Heimat. Die Indignation ist heftig, das zujubeln ebenso.
Es sollte die Indignation nicht als "zu erwartende Reaktion der Gutmenschen" abgetan werden. Das ist Unrecht.
Zahlreiche Quellen belgen es : Sarrazin lügt, Sarrazin diffamiert, und schiesst deswegen meilenweit über sein Ziel hinweg. Es entstehen hohe Wellen, aber Sarrazin erzielt keine vernünftige Auseinandersetzung mit der Problematik.

Statistiken zeigen auf, daß zweite und dritte Generation Einwanderer sich in Frage Geburtenrate total Ihr Umfeld anpassen.
Ich schätze mal vorsichtig daß die Anzahl Assis rein Deutscher Herkunft in den Vorstädten in der BRD grösser sind
in der Zahl als die Immigranten. Daß diese sowhl ökonomisch wie sozial eine weitaus grössere Last darstellen.
Und ironischerweise muß man wohl die Folgschaft von zündlern wie Sarrazin gerade in diesen Reihen suchen !
Und es sind diese die es vielleicht diesen und jenen Migranten vormachen wie man Harz4 als Berufswunsch haben kann.

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taiga 06.09.2010, 18:04
261. ----

Ha, ich glaube, mein Schwein pfeift!
Da hat der Spiegel aber in Gestalt des Herrn Matussek die Haarnadelkurve gekratzt. Wäre ich boshaft, würde ich von Opportunimus daherreden. Tu‘ ich aber nicht. Würde mich aber nicht wundern, wenn dem Blatt (und dem SPON) viele Leser einschenken würden. Man konnte beim aufmerksamen Durchlesen der Posts in Parallelthreads viele Abo-Kündigungs-Ankündigungen (sic!) feststellen, vielleicht eine Art Brandbeschleuniger.
Nichtsdestotrotz: Sehr guter Artikel [könnte auch von Broder sein ;)].

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4verve 06.09.2010, 18:05
262. Danke!

Auf diesen Artikel habe ich gewartet. Vielen Dank, Herr Matussek für ihren Mut und ihre Fähigkeit, den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Vielen Dank an den Spiegel, der nun offensichtlich doch noch die „Kurve“ hin zur Meinungspluralität bei diesem Thema kriegt. An die Kritiker: nicht alle Befürworter von Sarrazins Thesen sind Rechte, nicht alle sind primitiv oder einfältig, nicht alle hassen Türken, nicht alle wollen die Gesellschaft spalten, nicht alle haben nichts aus der deutschen Geschichte gelernt. Im Gegenteil, ich behaupte, viele sind gebildet, haben gelernt, nicht wegzuschauen, Probleme auf pragmatische Art und Weise zu lösen, zu differenzieren, Freundschaften zu Menschen aus allen Kulturkreisen zu pflegen und mit den Jahren einen gesunden Stolz auf ihre eigene Kultur zu entwickeln. In der Diskussion geht es den Meisten ganz sicher nicht GEGEN einzelne Gruppen von Menschen, sondern um die Schaffung besserer ordnender Prinzipien, die verbindlich für alle Bürger dieses Landes gelten und die langfristig sicherstellen, dass Deutschland weiterhin ein Land bleibt, in dem seine Bürger gern leben möchten und auch ein Auskommen haben.

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mcleinn 06.09.2010, 18:05
263. Des Spiegels Beitrag zur Verklumpung der Debatte

Nichts gegen Integrationsdebatten, aber wenn sie von Leuten wie Sarazzin bestimmt werden, dann können sie uns nur in die nächste Niederung führen. So geht das Rezept: Man nehme einen Haufen trauriger Halbwahrheiten, würze sie mit Ressentiments, verühre sie gut, und man kann sich sicher sein, dass man den Klumpen hinterher nicht mehr auseinander bekommt. Aber zum Werfen ist er allemal geeignet, eben medientauglich.

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semper fi 06.09.2010, 18:05
264. -

Zitat von Brand-Redner
Das GG reduziert die Geltung von Menschenrechten nicht auf diejenigen Einwohner, welche die geltenden Gesetze lückenlos und vorbildlich anerkennen.
Das hatte ich auch in keiner Weise behauptet. Vielleicht noch 'mal alles im Zusammenhang lesen?

Zitat von
Wäre das so, dann hätte auch manch "echter" Deutscher seine Grund rechte schon verwirkt.
Richtig. Aber das Grundgesetz und die Menschenrechtskonvention sind auch keine Menus, aus den man sich - je nach Gruppenzugehörigkeit, Deutsche eingeschlossen - das Passende raussuchen kann - und den Rest ignorieren.

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harrold 06.09.2010, 18:05
265. Der häßliche Deutsche

Zitat von gewgaw
Sie sollten doch trotz gewisser Erregtheit erkennen, dass Sie nicht zu diesem Personenkreis gehören, um den diskutiert wird.
Wie soll das gehen bei den Pauschalisierungen, die betrieben werden: "die Türken", "die Araber"; wie soll man sich da nicht angesprochen fühlen???
Vor allem wenn ja wirklich nicht die Türken in der Türkei, sondern die Türken in Deutschland gemeint sind.

Zitat von gewgaw
Was mir und sicher auch anderen fehlt ist das fehlende contra ihrerseits, wenn dieser Personenkreis wieder einma herumpöbelt. Wenn wir, die Ungläubigen und Christen, etwas sagen bewirkt es weniger als 0,0, wenn diese aber von Ihnen zurechtgestutzt werden, besteht eine bessere Chance, dass zumindest bei manchen von denen ein Umdenken stattfindet, wobei ich aber auch gut nachvollziehen kann, dass Sie neben Ihrem Alltag nicht auch noch den unbezahlten Sozialarbeiter spielen wollen.
Soll man Ihnen einen persönlichen Brief schreiben, wenn man contra gibt, mit unterschriftt? Welche Farbe darf denn der Brief haben? Geht´s eigentlich noch?? Vielleicht merken Sie eigentlich gar nicht, was an contra gegeben wird?
Wenn man nicht gerade Verbandsvorsitzender ist, dessen Äußerung die Presse aufnimmt, werden Sie nie davon erfahren.

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alfredt 06.09.2010, 18:06
266. Prof. Bolz bei Anne Will

" Ich bin fest davon überzeugt, daß dieses Buch eine Art Geschichtszeichen ist, nicht weil es so eine hohe Qualität hat, sondern weil es eine Auslöserfunktion hat.

Die Leute lassen sich nicht länger für dumm verkaufen. Und sie lassen sich nicht länger zum Schweigen bringen. Das hat Sarrazin auf jeden Fall erreicht. Ob das geschickt war, ob das rassistisch war spielt keine Rolle.

Das Entscheidende ist, daß die Leute nicht mehr bereit sind, sich von der politischen Klasse und von besonders arroganten neuen Jakobinern, auch in den Feuilletons, den Mund verbieten zu lassen. Und das ist ein riesengroßer Gewinn für unsere Gesellschaft.”

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Guillermo Emmark 06.09.2010, 18:06
267. Morros y Cristianos

Zitat von Matussek
...wie das Justemilieu der Konsensgesellschaft den Saalschutz losschickt, um einen verstörenden Zwischenrufer nach draußen zu eskortieren. Und ihm auf dem Weg nach draußen zuzischelt: "Wir werden dir Toleranz schon noch einbimsen." Klaus von Dohnanyi, der Sarrazin vor den SPD-Gremien zu verteidigen gedenkt, wies in der "SZ" darauf hin, wie in Deutschland vor dem Hintergrund der Holocaust-Vergangenheit eine Kultur der Gesinnungsverdächtigung blüht, kaum nimmt einer die Worte "Gen" und "Jude" in den Mund.
Ziemlich gut, wenn auch wie angekündigt ein wenig wütend. Ich stelle mir das Feixen von Journalisten und Politicos vor, als S. das "Gen-Wort" auch noch in Zusammenhang mit Juden in den Mund nahm. "Jetzt haben wir ihn", werden sie sich gedacht haben, "da kommt er nicht mehr raus". Gern hätte man die 'Auschwitz-Keule' geschwungen, aber irgendwie war dann wohl doch die Luft raus.

Zirkus Sarrazin ist in der Stadt und die "Brave-Bürger"-Darsteller Gabriel, Merkel und die grüne Katrin aus dem Osten holen schnell die Wäsche rein. Dümmer geht's nimmer. Die dann folgenden Spekulationen über eine neue Partei waren zu erwarten, man hat fast den Eindruck, die wollen das. Eine "Fremdgründung" sozusagen. Wenn die noch alle Tassen im Schrank hätten, würden sie S. und vor allem diese Diskussion IN den Parteien halten, da man dort laut GG ja für die politische Willensbildung sorgen soll. Aber offensichtlich ist den Volksparteien trotz ständiger Klagen noch nicht genug Volk abhanden gekommen. Wer durch sein Handeln genau das herbeiruft, wovor er am meisten Angst hat ist wohl mehr ein Fall für die Couch als für die Talk-Show.

Zum Abkühlen lohnt ein Blick in klassische Einwanderungsländer: Auch Chinatown und Little Italy stehen für Parallelgesellschaften. Dennoch sind Italiener und Chinesen mittlerweile bestens integriert und seltsamer Weise haben und machen auch die Muslime ausgerechnet in den USA kaum Probleme. Eine Genmutation?

Was in unserer Hochgeschwindigkeitsgesellschaft, wo täglich neue Säue durchs mediale Dorf getrieben werden müssen nicht klar ist: Das dauert alles ziemlich lange. Aber so isses halt - die letzte Völkerwanderung in Europa war auch nicht nach drei Talk-Shows beendet und insgesamt ging es wesentlich heftiger zu als heute. Also immer schön cool bleiben und Bangemachen gilt nicht!

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viwaldi 06.09.2010, 18:06
268. Falsch!

Zitat von harrold
Was war an den Weltkriegen aufklärerisch, oder an den Anti-Juden-Gesetzen? [...]... auf andere Kulturen meint herabblicken zu können, dazu fehlt Europa jede Glaubwürdigkeit. [...] Nach 1945 stimmt das definitiv nicht mehr.
Sie verwechseln Nazi-Deutschland mit europäischer Kultur. Ich weiß ja nicht, wie sie Europa definineren, aber da gehören halt noch ein paar andere dazu außer Deutschland dazu. Und der Holocaust stellt ja auch den nicht für möglich gehaltenen Sündenfall eines Landes aus dem europäischen Kulturkreis dar. Wir reden hier von 12 schlimmen Jahren, die durch Intervention christlich geprägter Kulturen auch beendet wurden. Das war doch nicht Konsens in den europäischen Kulturen, wie Sie durch Ihre Formulierungen hier suggerieren wollen.
Ausdrücklich ohne Vergleichbarkeit zu der heutigen Problematik frage ich mich aber, wo die islamische Welt und die Muslime in den europäischen Ländern denn Protest einlegen gegen Steinigungen u.ä. in muslimischen Ländern. Wenn Ehrenmorde und Zwangsheiraten im Jahr 2000 zum Arsenal möglicher Sanktionen gegen Familienmitglieder in einem Teil der in Deutschland lebenden (muslimischen) Türken gehört, kann ich nur ungläubig über das Schweigen darüber bei den "hier angekommenen" Türken und überhaupt allen Muslimen in Deutschland sein.

Herrn Matussek hat recht.

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National-Oekonom 06.09.2010, 18:06
269. Das mit dem Rückgrat brauchen Sie nicht in Anführungszeichen zu setzen

denn genau darum geht es.

Zitat von hometiger
Kuchenbob: Matussek hat gut geschrieben, Broder hat gut gesprochen, Klaus von Dohnanyi ebenfalls, und Gauweiler auch. Es ist nicht zu spät, weil ein großes Schiff wie die Bundesrepublik erst etwas Zeit braucht, bis eine Kursänderung wirkt. Sarrazin war nur ein Kristallisationskern. Aber einer, der längst überfällig war. ... Alles in allem ist in dieser Sache Bewegung in die Machtverteilung der Bundesbehörden gekommen. Nun wird sich zeigen, ob Wulff "Format" oder "Rückgrat" hat.
Das Ganze ist längst eine Personalie Merkel, Gabriel und Wulff geworden. Letztgenannter könnte unter Wahrung von Rückgrat und Charakter mit einer Rückweisung der unsäglichen Offensive unserer Nomenklatura (Merkel und ihr "Politbüro") nur gewinnen. Dumm gelaufen aber, dass Wulff sich im Vorfeld schon zu Sarrazin geäußert hat. Das gleiche gilt für Gabriel, der ist auch in die Falle getappt.

Wie konnte man Merkel nur derart das Feld überlassen. Ich fasse es immer noch nicht. Und wo ist die FDP?

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