Forum: Politik
Sarrazin-Debatte: Die Gegenwut

Wegen seiner polemischen Muslim-Schelte steht Thilo Sarrazin am Pranger, aber eines begreifen seine Kritiker offenbar nicht. Der Provokateur verkörpert etwas, das sich nicht ausgrenzen lässt: die Wut*von Leuten,*die es satt haben, für ihre Integrationsangebote beschimpft zu werden.

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warzenmeissel 06.09.2010, 18:07
270. Na, dann hetzen

Zitat von Der Markt
Sehen sie, genau dass ist das Problem... Ansonsten: Wo wird denn hier gegen Türken gehetzt? Viele Türken beschimpfen Deutsche als "scheiß Kartoffeln", "Christen", "Nazis", "Schweinefleischfresser" etc. DAS ist Hetzte. DAS ist Rassismus.
eben Leute von beiden Seiten. Ist das vielleicht das Problem?

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harrold 06.09.2010, 18:07
271. ...

Zitat von Der Markt
Sehen sie, genau dass ist das Problem... Ansonsten: Wo wird denn hier gegen Türken gehetzt? Viele Türken beschimpfen Deutsche als "scheiß Kartoffeln", "Christen", "Nazis", "Schweinefleischfresser" etc. DAS ist Hetzte. DAS ist Rassismus.
Ich wurde noch nie so beschimpft. Haben Sie Belege?

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furiousfunkfanatic 06.09.2010, 18:08
272. Matussek mal wieder....

Das war ja klar, dass der mal wieder keine Gelegenheit auslässt dummes Zeugs zu verfassen:

1. Wie bitte soll man seltsame Sätze mit Verweisen auf Juden und ihre Gene "richtig" verstehen? Dazu noch das Weltuntergangsbild von Deutschland, welches im Laufe von 25 Jahren von Muslimen durch rasante Vermehrung überbevölkert wird. Solche Vorstellungen sind nun mal Voksverhetzung. Da gibt es nicht zu beschönigen oder zu diskutieren.
Ich kann mir richtig vorstellen, wie Matze Matussig schon als Kind zu seiner Lehrerin meinte: "Vielleicht ist für sie 1+1=2, aber für mich ist es nun mal 3. Sie dürfen hier meine Meinung nicht einfach platt machen, weil sie wie alle Lehrer von den typischen linken Diskursen ferngesteuert werden. Und die anderen Kinder sagen doch nur aus political correctness, dass es 2 ergibt. Und selbst wenn es 2 ergäbe, darf man mir nicht verbieten zu sagen, dass es 3 ergibt!"

2. Von welcher Wut reden die eigentlich? Ja, die prolligen Türken in Neukölln nerven. Aber die prolligen Glatzen in Köpenick, Hellersdorf, Marzahn, Postdam, Brandenburg usw. nerven noch viel mehr. Ich kenne sehr viele Türken, sei es als Kollegen, Kunden oder Freunde und ich hab noch nie ein besonderes Gen erkennen können. Alle Türken, die ich jemals kennen gelernt habe, sind freundlich intelligent und integrieren sich aktiv in die Gesellschaft. Die meisten Türken finde ich sogar ziemlich "deutsch".

3. Informiert euch endlich mal, warum es überhaupt so gekommen ist! Es gab nie einen Plan für die Integration dieser Menschen. Ihre Großväter wurden irgendwann aus der anatolischen Pampa nach Deutschland als billige Arbeitskräfte importiert. Damals gab es noch die absurde Illusion, dass sie nach ein paar Jahren einfach wieder in die Türkei zurückkehren. Daher durften sie in Berlin auch nur in 2 klar eingegrenzte Gebiete einziehen. Das Wort "Gastarbeiter" sagt doch schon alles! Wie blöd kann man eigentlich sein? Die haben ihre Frauen nach geholt, klar, die hatten hier nen Job, Geld, Wohnung und Auto. Dann bekamen sie Kinder, allerdings waren dann plötzlich die ganzen einfachen Jobs weg. Die Politik hat über 30 Jahre geschlafen. Jetzt sitzt auf einmal schon die Enkelgeneration hier im Ghetto auf der Straße, nix können Deutsch, nix können Türksich, keine Chance, alles Scheiße - ahh, aber die ganzen Sarrazins und Matussigs erheben mahnend den Zeigefinger: "Jetzt aber hurtig integrieren - hopp, hopp!"

In welcher Welt leben diese Leute?

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Izmir.Übül 06.09.2010, 18:08
273. Vietnam Veterinär

Zitat von N.Elias
Am Islam kann es also nicht liegen. Interessante These, aber leider vollkommen unsinnig. Warum fallen also die Türken ab, kann man nun fragen? Das wäre wissenschaftlich etwas legitimer. Gut, aber muss man unseren türkischen Mitbürgern eine solche Debatte zumuten? Was haben wir davon? Der Grund liegt doch auf der Hand. Es waren nun einmal keine Akademiker, die in den 70er Jahren eingewandert sind. Aber auch die Gastarbeiter-Kinder können Akademiker werden. Das sieht man in allen europäischen Ländern, aber nur in Deutschland in zaghaften Ansätzen. Warum nicht? Fragen Sie mal die OSZE!
Einerseits stimmt es, dass die türkischen (zumeist anatolischen) Einwanderer der ersten Generation mehrheitlich nicht gerade zur Bildungselite ihres Herkunftslandes gehörten (im Gegensatz z.B. zu den hier lebenden Iranern, was zeigt, dass das Problem nicht per se mit dem Islam korreliert ist). Andererseits gilt dies auch für die eingewanderten Vietnamesen, bei denen die Integration zumeist viel besser funktioniert ("Mutter Putzfrau, Tochter Fachärztin"). Meines Erachtens hat das mit kulturell bedingten Mentalitätsunterschieden, bei welchen die Religion allerdings eine eher untergeordnete Rolle spielt, zu tun.

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Wiedereinaussteiger 06.09.2010, 18:08
274. Und täglich....

...grüßt das Murmeltier?

..wird eine neue SPONFO-Sau durchs Mediendoof.. ähm.. dorf getrieben. Statt in den alten, längst bestehenden Freds konsequent weiterzudisputieren, darf jeder Redakteur mal flotti was Neues schreiben und bekommt prompt auch 'ne neue Blog-Spielwiese zugetEilt.

Ekelhaft, wie hier gezielt die Verzettelung der Bürgerbeteilung betrieben und exekutiert wird: Große Threads werden heruntergespammt, indem immer und immer neue, nur leicht variierte Themen nach vorn kommen - damit Kollege Redaktor HänschenKlein auch mal was ran darf..

Und über das bisher Geschriebene guckt niemand mehr.

Honi soit qui mal y pense.. .. So ein erbärmliches Käseblatt. Ich bedaure, Spiegel-Abonnent geworden zu sein.

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Mimahal 06.09.2010, 18:08
275. Danke!

Zitat von sysop
Wegen seiner polemischen Muslim-Schelte steht Thilo Sarrazin am Pranger, aber eines begreifen seine Kritiker offenbar nicht. Der Provokateur verkörpert etwas, das sich nicht ausgrenzen lässt: die Wut*von Leuten,*die es satt haben, für ihre Integrationsangebote beschimpft zu werden.
Danke an SPON für diesen Artikel! Das spricht mir aus der Seele. Ich glaube, wer dem Inhalt dieses Artikels nicht zustimmen kann, muss sich schon fragen lassen, ob er noch auf dem Boden des Grundgesetzes steht.

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harrold 06.09.2010, 18:08
276. Unlesbar im volkszornigen Rauch

Zitat von mistersteve
Toleranz gegenüber Intoleranz? Auch DAS lässt tief blicken, sorry.
Sie haben nicht richtig gelesen: Toleranz GEGENÜBER MIGRANTEN.

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kohlerich 06.09.2010, 18:09
277. Danke auch

Zitat von alwin52
Danke, Klaus von Dohnanyi, danke Matthias Matussek!
Danke auch Cora Stephan.
http://www.welt.de/debatte/article93...elschicht.html

Es wird Zeit , dass die Herren Chefredakteure mal auf den Boden der Tatsachen zurückfinden, nachdem ein Herr Widmann (Berliner Zeitung) den Sturz von Sarrazin als Erfolg der Journalisten feiert.

Dass sie sich entschuldigen, ist ja nicht zu erwarten.

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christiane006 06.09.2010, 18:09
278. Altachtundsechziger entwickelt euch

Zitat von specchio
Auf Solches wie MM kommt man nur, wenn man die letzten 50 Jahre mit einem arischen Gesicht durch Deutschland gelaufen ist. Ich erinnere also noch mal daran, dass wir erstens uns das selbst eingebrockt haben und es würdevoll wäre, den Ausgemachten mildernde Umstände einzuräumen (schon aus pädagogischen Gründen). Zweistens daran, dass ich immer noch auf Vorschläge (nicht vom Pöbel) warte, was wir nun mit unserer Neuen AufRechten unternehmen wollen. Nein, ich meine nicht, "mehr tun" oder nun doch endlich "ernsthafte Integrationsbemühungen" (von wem denn?), sondern ich will hören, was die Wütenden hinter - noch - vorgehaltender Hand nuscheln. Einzig Merkel hat's kapiert und schon mal angefangen, sich S t r a f e n auszudenken für die bösen Buben, denn das ist es, was die Deutschen jetzt wollen: Rache. Weil sie wütend, und das ist gefährlich.
was ist ein "arisches Gesicht"? Wieder einer, der mit Adolf Furore machen möchte! Meine Güte, ich habe selten so einen zusammen gewürfelten Mist gelesen.
Es ist ganz einfach, wir haben in der Vergangenheit unsere Hausaufgaben nicht gemacht und müssen hier nachrüsten.
Es gibt Regeln, an die sich alle halten müssen, egal, wo sie herkommen und es wird Zeit, diese Regeln einzufordern.
Herr Matthias Matussek hat es recht gut herausgearbeitet Narrenfreiheit, war hoffentlich gestern. Eine Gesellschaft braucht einen gemeinsamen Faden, sonst fällt sie auseinander. Wer hier leben will, soll dies tun, aber er hat sich vorher über die Kultur des Landes zu informieren, dass er zu seinem Lebensmittelpunkt wählt und er hat bestimmte Spielregeln einzuhalten. Als erstes muss die Sprache gelernt werden, wem dies zu anstrengend ist, der soll dort bleiben, wo er ist. Wer in Großstädten die Öffis benutzt, bekommt eine Vorstellung von der babylonischen Sprachverwirrung und dies war bereits zu biblischen Zeiten ein schlechtes Omen
Hübsche Begriffe werden hier verwendet, wo lernt man die? Auf der Reeperbahn? Nur weil Sie die Gossensprache so gut beherrschen und auf dem Rechthabersockel Platz genommen haben, bedeutet dies nicht, dass ihre Vorstellungen einer Gesellschaft, erfolgreich sein müssen.
Ich möchte eine erfolgreiche Gesellschaft von Einheimischen und Zuwanderern und da müssen sich einige einfach deutlich mehr bewegen.
Ich habe übrigens gute Freunde, die aus der bosnisch, muslimischen Ecke kommen und die bestens hier angekommen sind, wenn Sie sich mit diesen Leuten unterhalten, werden sie sehr erstaunt sein, denn hier werden die Thesen von Herrn Sarrazin weitestgehend unterstützt. Die kennen ihre eigenen Subkulturen, die zu großen Teilen frauenfeindlich und patriarchalisch daherkommen.
Macht ja nichts, so ein bisschen Frauen verhauen, ist doch ein bunter kultureller Farbklecks auf unserer steifen deutschen Kultur.
Apropos, ich konnte Herrn Sarrazin nie besonders gut leiden, aber in einem hat er Recht, die Probleme, die da sind, sollte man endlich einmal anschauen, von alleine verschwinden die nicht.
Ich tuschele nicht hinter der Hand, von mir können Sie die Breitseite offen und direkt entgegen nehmen, weil die 3-Affen-Haltung allen schadet, den Einheimischen, wie den Zuwanderern, deshalb nützt es auch den Migranten, wenn Leute wie Sie, endlich einmal hinter ihrer Wagenburg hervorkommen und lernen, die Probleme einmal laut auszusprechen. Nur wer dazu fähig ist, wird das Zusammenleben positiv verändern.

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bef 06.09.2010, 18:09
279. ...

Zitat von Pepinos
Der Artikel ist eine sehr richtige Bestandsaufnahme, aber: Was soll das ganze Gejammere??? Das Ganze ist nun mal der Preis, den wir bezahlen müssen und noch sehr, sehr lange bezahlen werden - das liegt einfach in der Natur der Sache!! Sollen wir jetzt von irgendein imaginärs Welt- und/oder Gerechtigkeitstribunal, gar vor Gott treten und sagen: Wir halten das nicht mehr aus, bitte befreit uns doch von dieser unerträglichen Last, damit wir auch endlich wieder Wörter wie "Gen" und "Jude" in den Mund nehmen können und auf der Hand liegende Debatten führen können, so wie die anderen Völker auch?? Wir sind aber nunmal kein normales Volk - und so schnell werden wir das auch nicht werden. Das ist nunmal der Preis eines schier unausprechlichen Menscheitsverbrechens. Das Ganze hätte man sich vorher überlegen müssen!!! Und nicht jetzt wie ein kleiner Schuljunge weinen!
Der Preis dieses unaussprechlichen Menschheitsverbrechens soll ein Tabu sein? Wer soll denn davon etwas haben? Dass dieses Menschheitsverbrechen seinen Preis auch heute noch hat, sehe ich genauso. Der Preis darf aber nicht in einem Tabu bestehen.

Der Preis besteht vor allem darin, dass deutsche Regierungsvertreter bei jeder Gelegenheit auf die eigene Verantwortung für diese dunkle Vergangenheit hinweisen. Es wird auch darauf aufmerksam gemacht, dass sich eine solche Geschichte nicht wiederholen darf und es wird diskutiert, wie es denn jemals dazu kommen konnte. Andere Staaten haben auch dunkle Kapitel in ihrer Vergangenheit und stehen nicht dazu. Die Offenheit, mit der die Bundesrepublik mit ihrer Vergangenheit aber umgegangen ist, ist löblich.

Wenn man aber alle, die die Migrationsproblematik ansprechen, gleich mit Sozialdarwinisten oder Nationalsozialisten gleich stellt, zahlt man keinen Preis für die eigene Vergangenheit sondern einen Preis für die eigene Dummheit.

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