Forum: Politik
Sarrazin-Debatte: Die Gegenwut

Wegen seiner polemischen Muslim-Schelte steht Thilo Sarrazin am Pranger, aber eines begreifen seine Kritiker offenbar nicht. Der Provokateur verkörpert etwas, das sich nicht ausgrenzen lässt: die Wut*von Leuten,*die es satt haben, für ihre Integrationsangebote beschimpft zu werden.

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christian.stuermer 06.09.2010, 18:16
300. Schulfach Integration

Zitat von emschneider
Was mich wundert ist, dass in allen Foren die sich im Netz auftun kaum Stimmen von gut integrierten Türken auftauchen, die sich kritisch mit ihren Landsleuten befassen. Sie leiden sicherlich unter den oft pauschalisierenden Beiträgen. Wir solidarisieren uns doch auch nicht automatisch mit unseren schwarzen Schafen. Ich zumindest nicht. Oder fühlt man sich doch in den gleichen Sack gesteckt ?
Integrierte Türken haben ein vorwiegend deutsches Umfeld. Wieso sollen sie auf die Türken einwirken, die sich nicht integrieren wollen? Das machen wir ja auch nicht.
Sehr beängstigend finde ich die Vorstellung vieler Politiker, Integration könnte wie ein Schulfach in Kursen gelehrt und abgefragt werden. Aber das liegt sicher daran, dass die meisten Politiker Lehrer sind.

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gizzo 06.09.2010, 18:16
301. Na, fast hätten wir den Glauben verloren.

Morgen große Schlagzeile: Kann Matussek den Abonnenten-Schwund des Spiegel doch noch verhindern?


Es war schon schwer zu ertragen, die letzten Tage und die polemische Stimmungsmache der Top-Medien, u.a. des Spiegels, gegen die unbescholtenen und wachgerüttelten Bürger mit ihren überwiegend ernsthaften und sachnahen Argumenten! Natürlich sind einige Thesen Sarrazins einzustufen irgendwo zwischen "zwar nicht rassitisch" und dennoch leicht missverständlich, bei seiner Kritik an der muslimischen Kultur.
Und natürlich muss man darüber streiten, ob einige provokante Thesen "richtig", im Sinne von konstruktiv, sind und ob sie gar mit unserer Weltsicht vereinbar sind (Sind unserer Gesellschaft Investment-Manager wichtiger, weil sie mehr Steuern bezahlen?).

- Aber die Debatte der Politiker und Polit-Magazine und Zeitungen ist in ihrer Kritik gar nicht ausschließlich auf diese problematischen Thesen eingegangen (Ausnahme z.B. Herr Schirrmacher FASZ), sondern hat im Round-Kick jede Ernsthaftigkeit einer Integrationsdebatte platt gemacht. Auch dass Sarrazin immer von statistischen relativen Mehrheiten ausgegangen ist, haben viele der reflexartig politisch-korrekten Journalisten ausgeblendet. Auf den Fluren der Redaktionen herrscht wohl leider immernoch eine gewisse Verklemmtheit und eine damit verbundene Empörtheit bei "schwierigen" Themen.



Zitat von peterpaul11
Na Sie sind ja ein ganz kesser Rebell, Herr Mattussek! Erst beschimpft der Spielgel Sarrazin als "Westentaschen Wilders", dann folgt eine zwei wöchige political correctness Belehrung an die Bevölkerung und dann kriechen Sie aus irgendeinem Stein hervor und schreiben, dass die FAZ und die Zeit die PC-Propagandisten sind. Und warum kommen Sie erst jetzt? Wo waren Sie vor zwei Wochen, Sie Held? Erst mal abwarten, was die anderen sagen und wohin die Debatte führt, bevor man eine Stellung bezieht, nicht wahr? das nenn ich rückgratlos und heuchlerisch, Herr Mattussek.

Herr Matussek war gut daran, sich zurückzuhalten und die mächtigen Vertreter einer einfach falschen Öffentlichkeit Feuer speien zu lassen.
Diese politische Korrektheit war für die Mehrheit derjenigen in Deutschland, die sich mit oder über Sarrazin auseinandergesetzt haben sicherlich bedrückend. Auch, dass sich skandalöserweise Merkel und Wulff so offensiv eingeschaltet und einem wichtigem gesellschaftlichen Grundsatz widersprochen haben, hat Vertretern der Redefreiheit sicherlich nicht den Rücken gestärkt!
Daher sollte jemand, der relativ bekannt ist, vorsichtig sein und nicht unvorbereitet ins offene Messer der Massenmedien rennen.

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semper fi 06.09.2010, 18:16
302. -

Zitat von mcleinn
Nichts gegen Integrationsdebatten, aber wenn sie von Leuten wie Sarazzin bestimmt werden, dann können sie uns nur in die nächste Niederung führen. So geht das Rezept: Man nehme einen Haufen trauriger Halbwahrheiten, würze sie mit Ressentiments, verühre sie gut, und man kann sich sicher sein, dass man den Klumpen hinterher nicht mehr auseinander bekommt. Aber zum Werfen ist er allemal geeignet, eben medientauglich.
Diese (neue) Integrationsdebatte wurde und wird nicht von Sarrazin bestimmt, sie wurde von ihm angestossen. Und es war an der Zeit, dass eine solche Debatte einmal aus der Ecke angestossen wurde.
Denn - es wurden jede Menge dieser Debatten geführt. Diese allerdings sehr vom einem Standpunkt aus, der von Roth & Co., aber auch von Böhmer (CDU), in eine vollkommen falsche Ecke gesteuert wurde. Z. B. auch durch Schweigen zu dieser unsägliche Anti-Assimilationsrede Erdogans.

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stupp 06.09.2010, 18:17
303. Saalschutz der Konsensgesellschaft

Zitat von
Sarrazin ist zur Chiffre geworden für die Empörung darüber, wie das Justemilieu der Konsensgesellschaft den Saalschutz losschickt, um einen verstörenden Zwischenrufer nach draußen zu eskortieren. Und ihm auf dem Weg nach draußen zuzischelt: "Wir werden dir Toleranz schon noch einbimsen."
Herrlich formuliert!
Schade, daß sich Sarrazin von der Journaille mit dieser Gen-Geschichte auf's Eis hat führen lassen. Wenn er sich diese offensichtliche Dummheit verkniffen hätte, würden die Betroffenheitsgutmenschen ganz schlecht aussehen.

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Binarystar 06.09.2010, 18:17
304. Hut ab! Endlich Vernunft im Spiegel

Das habe ich dem Spiegel schon gar nicht mehr zugetraut. Zu willig stimmte der Spiegel in die reflexhafte Sarrazin-Verunglimpfung mit ein.

Und hier nun tatsächlich ein vernünftiger Artikel zu dem Thema. Bravo!

Und vor allem: Weiter so, ohne Scheuklappen!

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Lagenorhynchus 06.09.2010, 18:17
305. Danke!

Es gibt noch Hoffnung nach diesen Tagen des medialen Irrsinns. Das war ja eine erschreckende Hetze, gerade im SPIEGEL jagte ja ein Totschlagargument das nächste. Eine solche Diktion wie von vielen Sarrazinkritikern kennt man sonst nur aus der übel rechten Ecke.

Gute Analyse von Herrn Matussek, es ist wirklich beruhigend, dass der SPIEGEL - wie üblich erst nachdem es opportun erscheint aber immerhin - auch einmal einen besonnenen Kopf zu Wort kommen lässt, der hier nicht mit den Wölfen der tagespolitischen Korrektheit jault.

Oder doch?
Wird es jetzt gerade tagespolitisch korrekt, Sarrazin nicht mehr zu verteufeln?
Bei 18% Wähler- und Leserpotential wird sich jetzt vielerorts in den ersten Steuerbord-Hartrudermanövern geübt.

Hätte der SPIEGEL es auch gewagt, so einen Kommentar vor zwei oder drei Tagen zu veröffentlichen, bevor solche Umfragen raus waren?

Politische Korrektheit heisst leider meist, nach der jeweiligen Mehrheitsmeinung zu reden. Das werde ich dem Verfasser des Kommentars nicht zum Vorwurf machen, aber allen, die - jetzt plötzlich - schon immer für eine offene, tabulose Debatte waren. Ja, ja.

So offen und tabulos wie der Entschluss der Bundesbanker zu Sarrazin unabhängig war.
Oder wie Herr Wulff unvoreingenommen über die Sache Sarrazin entscheidet.

Ein erbärmliches Schauspiel, was für eine Heuchelei.
Merkel und Wulff, aber auch Gabriel, werden sich fragen lassen müssen, wie sie jetzt plötzlich ihre anstehenden Meinungs- und Kurswechsel rechtfertigen.

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mavoe 06.09.2010, 18:17
306. Ui

Zitat von mbschmid
Die Religionszugehörigkeit kann, im Gegensatz zur Nationalität jeder sehr frei wählen. Nationalität auch, aber ist schwieriger. Nichts also gegen türkische Atheisten. Aber Moslems, ja da sage ich die habe ich satt bis oben hin. Und es ist mir ziemlich egal, wie gemässigt der Islam ist, den jemand vertritt. Jede Religion ist eine Katastrophe, aber unter dem Dach des Islams gibt es mit Abstand die schlimmsten Auswüchse. Und kaum Moslem grenzt sich richtig ab und sagt ich vertrete den Islam X und nicht den Islam Y von Saudi Arabien, wo Minderheiten im Namen der Religion gefoltert werden (von Terroristen muss ich gar nicht erst reden). Und darum, ja, ich habe den Papst schon satt und wie, die Moslems aber doppelt und dreifach. Und solange die Moslems alles tun, damit ich nicht zwischen roten, grünen und blauen Moslems unterscheiden kann, so wie die Christen dafür sorgen, dass ich zwischen Katholiken, Protestanten und fundamentalistischen U-Booten unterscheiden kann, so lange habe ich eben alle Moslems satt. Und damit bitte kein Missverständnis aufkommt. Wenn den da ein gebürtiger Türke ist, der in etwa so oft in die Moschee rennt, wie sein auf dem Papier christlicher Nachbar, nämlich so gut wie nie, und mehr an seinem Bankkonto als an seinem Seelenheil interessiert ist, dann werde ich mich mit dem sicher bestens verstehen. Aber wenn einer schon betonen muss, dass er Christ, Moslem oder Jude ist, dann gehe ich persönlich in Deckung. Ich habe sie wirklich echt alle satt, so wie sie da sind.
Wenn das der/die ehrenwerte Mitforist/In "Caroline" lesen würde. Diese Person würde Sie verhackstücken. lol. Religion ist halt das Opium der Bildungsfernen Schichten, hmm, wer hat das nochmal gesagt? Aber jetzt wollen wir nicht vom Thema abschweifen und fröhnen weiterhin der Meinungsfreiheit nach SYSOPs Gnaden :D

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systemfeind 06.09.2010, 18:17
307. Herr Matussek kommt aus der Deckung

Zitat von sysop
Wegen seiner polemischen Muslim-Schelte steht Thilo Sarrazin am Pranger, aber eines begreifen seine Kritiker offenbar nicht. Der Provokateur verkörpert etwas, das sich nicht ausgrenzen lässt: die Wut*von Leuten,*die es satt haben, für ihre Integrationsangebote beschimpft zu werden.
Guten Tag Herr Matussek , Sie haben die erste Angriffswelle versäumt , wo waren Sie denn ? ach so , im Casino, Einsatzbriefing , verstehe .

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elpaso 06.09.2010, 18:17
308. Vielen Dank Herr Matussek

Sie geben mir mit diesem ausgewogenen Artikel zumindest teilweise den Glauben an SPON wieder. Ich war schon drauf und dran den Spiegel, den ich seit 35 Jahren lese nicht mehr zu kaufen und SPON als Startseite zu löschen.
Das Schimpfwort "Christ" habe ich allerdings beim besten Willen noch nie hören müssen. Mir ist eher der "Schweinefresser", SS (ich bin nun mal blond und blauäugig), Deutsches Schwein oder Opfer geläufig.
Mir wäre auch daran gelegen, dass mal die Parallelen zwischen Frau Heisig, Herrn Buschkowsky und Herrn Sarrazin genau analysiert werden. Ich war mit einer Amtsrichterin in Köln liiert und deren Schilderungen decken sich mit vielen Aussagen dieser Menschen. Meine täglichen Erfahrungen hier auf der Straße in Brüssel bestätigen dieses ebenfalls, nur dass die Belgier aufgrund einer völlig überforderten politichen Klasse und Polizei schon ein paar Schritte weiter (am Abgrund) sind als wir.Brx wäre aber mal interessant für eine Milieustudie, weil diese Stadt eigentlich schon so gut wie vom Islam überrannt ist. Mit den befürchteten Folgen wie Anarchie, überbordeneder Kriminalität und offenem Europäerhass. In Verbindung mit einem immer schwächer werdenden Staat, wie wir ihn auch unter Frau Merkel beobachten müssen eine unheilvolle Mischung. Ich denke, wir brauchen auch nicht lange auf ein großangelegtes Attentat hier (oder ausgehend von Belgien) mehr zu warten. Es gibt kein besseres Milieu für islamistische Straftäter als die von Migranten beherrschten parallelweltlichen Stadtviertel hier.

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semper fi 06.09.2010, 18:17
309. -

Zitat von Guillermo Emmark
Und wo die Linke?
Die versaufen eben die Extra-Kohle, die Ernst nicht mehr beziehen will, die haben keine Zeit für so 'was.

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