Forum: Politik
Sarrazin-Debatte: Die Gegenwut

Wegen seiner polemischen Muslim-Schelte steht Thilo Sarrazin am Pranger, aber eines begreifen seine Kritiker offenbar nicht. Der Provokateur verkörpert etwas, das sich nicht ausgrenzen lässt: die Wut*von Leuten,*die es satt haben, für ihre Integrationsangebote beschimpft zu werden.

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nocheinbuerger 06.09.2010, 23:11
830. Game over, Kosmopolit08.

Zitat von Kosmopolit08
Sie brauchen sichnicht dafür legitimieren, dass Sie Rassist sind. Das ist ja das schöne an der Demokratie. Aber Sie müssen halt auch akzeptieren, dass nicht jeder mit einem Rassisten befreundet sein will, oder an der Arbeitsstelle haben will. So wie Sie keine Migranten mögen gibts nunmal auch viele Menschen in dieser Gesellschaft, die keine Rassisten mögen.
Tja, Kosmopolit08. Dieses Spielchen, was Sie gern weiterspielen würden, funktioniert ja nun nicht mehr. Der Kampf gegen Rechts, wie dieser McCarthyismus mit umgekehrten Vorzeichen genannt wurde, hat ausgedient. Die Leute lassen sich nicht mehr verarxxxen wie früher, und sie lassen sich nicht mehr einschüchtern. Auch mit der Nazikeule und allen Appellen wegen dem Ausland, was böse mit uns sein könnte, ist kein Blumenstrauß mehr zu gewinnen. Die Deutschen sind inzwischen richtig erwachsen und brauchen keine gouvernantenhafte Vorsage, was sie zu mögen oder nicht zu mögen haben. Da nützt auch Ihr Gegreine nichts.

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bittrich 06.09.2010, 23:11
831. Titel

Zitat von kluch
Ist das so schwer zu verstehen? Es geht hier nicht um Einwanderungspolitik! Integrationspolitik befasst sich mit den Menschen, dessen Eltern, Großeltern usw. eingewandert sind und einen deutschn Pass haben. Man kann in Deutschland nicht "einfach" einwandern. Es gibt sehr strikte Richtlinien!
Es geht inzwischen nicht mehr um das Nachwandern. Es geht darum, wie wir das Problem mit den schon hier befindlichen Migranten lösen. Und da muss ein offener Diskurs her, der auch vor der Abschiebung und Aberkennung deutscher Staatsangehörigkeit nicht halt macht.

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Ich_Cheff_Du_nix 06.09.2010, 23:12
832. Warum Angst haben?

Zitat von georgwersonst
Herr Matusseck, haben Sie vielen Dank für den sehr mutigen Artikel. Mut dazu braucht es wohl immer noch in diesem Land, wo Gutmenschen und Religionswächter die öffentliche Diskussion nach den von ihnen selbst festgelegten political correctness bestimmten.
Sie Angst haben vor guten Menschen? Besser Angst vor dummen Menschen, wenn aufgehetzt werden gegen andere Menschen. Jetzt, weil Sie Mut haben eine Meinung zu haben, bitte erklären, warum ist mutig eine Meinung zu haben? Ich immer meine Meinung in Deutschland sagen und nix passiert bisher.

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analoge_halluzinelle 06.09.2010, 23:13
833. Immer schön der Reihe nach

Matussek, ein Name polnischer Herkunft.
All die Orlowskis, Schimanskis, Lewandowskis, Matusseks, die Mitte des 19.Jahrhunderts in Deutschland einwanderten, vorwiegend als die so genannten Ruhrpolen, sind ja nun mittlerweile kaum noch als etwas anderes zu erkennen als Deutsche, die, nun ja, zu 13 % polnische Namen tragen.

Meine Kinder stammen ebenfalls von (russischen) Einwanderen ab.
Hoffentlich bringen sie immer weiterhin brav gute Zensuren nach Hause und verhalten sich nicht auffällig oder werden gar kriminell, die Sarrazinschen Gene haben sie nämlich auch gleich noch mit in der Aussteuer.

Nicht auszudenken, wenn sie sich etwas zuschulden kommen lassen würden.
Denn wenn erst einmal die Muslime weg sind, wird dem deutschen Hilfssherifftum sicher auffallen, dass da immer noch Leute mit fremden Namen, komischen Gebräuchen wie Kopftüchern und fremdartigen Speisevorschriften und Gewohnheiten sind, wie z.B.:
Thüringer grillen Bratwürste, Sachsen lieben Bemmchen und Mecklenburger kriegen das Maul nur auf, um statt Labskaus lieber Sprotten zu essen.
Also, Vorsicht, Herr Matussek.
Nachher vergleicht Sie noch jemand mit Rosa Luxemburg.
Wobei Ihre Vergleiche mehr hinken als die Dame, die zwar einen Hüftschaden, ansonsten aber einen scharfen Verstand hatte.

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kluch 06.09.2010, 23:13
834. .

Zitat von Michael Giertz
Das ist nichts gegen Sie persönlich. Sondern generell an alle gerichtet, die sich schlichtweg hinter der Fassade des Gutmenschentums und der "political correctness" verstecken und alle anderen brandmarken, die ihre Ansicht nicht teilen.
Und Sie verstecken sich nicht hinter dem "Das muss man doch mal sagen"-tum, oder dem "Tabubrecher"-tum, der inpolitical correctness???
Zitat von Michael Giertz
Die Debatte hier beweist nur eins, dass eigenständige Gedanken unerwünscht sind.
Wo ist ihr Gedanke eigenständig? Er ist historisch verkrustet und 75% hier im Forum denken wie Sie!

Sie können doch sagen was Sie wollen, bestraft werden Sie nicht, abre ich bin trotzdem nicht ihrer Meinung.
Und Sie mit ihrem "nicht wohlfühlen" "wohler fühlen" geblah! Sie fühlen sich unter deutschen wohler als unter Türken.
1. Warum erzählen SIe mir das, obwohl Sie wissen, wie ich darauf reagieren werde?
2. Warum fühlen Sie sich unter deutschen wohler als unter Türken? Hat das was mit der Ethnie zu tun oder damit, dass sie (aus welchen Gründen auch immer) mehr Freunde auf dem deutschen Volksfest haben, als auf dem türkischen.
Wenn Sie es durch die Ethnie begründen, dann sind Sie Rassist, andernfalls nicht

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yato 06.09.2010, 23:13
835. Danke für den Artikel "Die Gegenwut"

genau so ist es. Der "Kompass" der viele Leute durch ihr Weltbild führt scheint lediglich aufgemalt, oder wie bei den Schildbürgern ins Boot geritzt. Und wer hier Leute als Opfer verteidigt, die ihrerseits jeden Kritiker an ihren Dogmen mit Mord bedrohen, der verteidigt eben nicht die Demokratie und die Toleranz, sondern das Mittelalter. Schande über die meisten Grünen, (die ich einmal gewählt habe). Zitat von Hisri Ali: "Viele leute sind so oft links abgebogen, das sie bereits wieder rechts sind", womit wir wieder beim fehlenden "goldenen Kompass" wären.

Ein "Kompass", der sofort und ohne Trägheit anzeigt wenn ein "Opfer" zum "Täter" wird, und umgekehrt, wäre wünschenswert.

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altetante 06.09.2010, 23:14
836. Der Spiegel schafft sich ab

Wut und Gegenwut - befördert und aufgeputscht von dem Magazin das mich von Jugend an als Autorität in Sachen glaubwürdiger Journalismus begleitet hat. Welcher Niedergang!

Wer den Kritiker kritisiert verletzt die Meinungsfreiheit? Einer darf kritisieren, die anderen nicht?
Der Spiegel als Bildzeitung für die "besseren" Schichten? Der Spiegel als Verteidiger der "man wird doch noch sagen dürfen" Schreihälse?
Enthüllungsjournalismus - was wird den hier enthüllt? Wie man durch Drücken der richtigen Angst und Ressentiment-Knöpfe jegliche sinnvolle, zielführende Behandlung eines tatsächlich existierenden Problems unmöglich macht?

Das Thema ist ernst, es gibt Probleme, die angepackt werden müssen, aber diese Diskussion ist nur kontraproduktiv - diejenigen, die sich gut integrieren werden gekränkt und frustriert - denjenigen, die sich abkapseln wird gesagt, dass sie eh unfähig sind sich zu integrieren. Was soll das bringen?

Die Behandlung des Themas eine einzige Enttäuschung von A-Z.

Der Spiegel schafft sich ab.

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SethGecko 06.09.2010, 23:14
837. an der sache bleiben

Zitat von interstitial
Wer die Kritik an der stillosen und gedanklich verheerenden Polemik des Herrn Sarrazin zum Anlaß nehmen möchte, diesen Umstand zu leugnen, der hat, mit Verlaub, tatsächlich den Schuss nicht gehört. Wir haben tatsächlich einige westlich-abendländische Nachbarländer, von denen wir in einigen Belangen einiges lernen könnten, z. B. was unaufgeregte, pragmatische Lösungen angeht.
Ach ja, das würde mich mal im Detail interessieren. Frankreich vielleicht? Oder England? Wo, ich erinnere mal kurz daran, 30 (!) Personen sich verabredet hatten, über dem Atlantik 10 (!) Flugzeuge zu sprengen. Und nein, nur weil das nicht funktioniert hat, macht es sie nicht harmloser.
Oder die Niederlande? Traditionell äußerst weltoffen, hatten aber nach Ermordung eines Regisseurs auf offener Strasse dann auch die Nase voll. Kommt natürlich dann auch darauf an, was genau eine "unaufgeregte, pragmatische" Lösung ist.
So eine Banlieue kann durchaus praktisch sein, wenn man nicht drin wohnt.

Zitat von interstitial
Ich hielt es jedenfalls bislang für eine hart errungene, schützenswerte zivilisatorische Errungenschaft meines Kulturkreises, die pauschale Zuweisung von Merkmalen an einzelne Mitglieder kategorial bestimmter Menschengruppen zumindest ständig skeptisch in Frage zu stellen. Der Mensch als grundsätzlich im Rahmen der Freiheit seiner Mitmenschen selbstbestimmtes Individuum entspricht nunmal dem säkular-aufklärerischen Humanismus, auf den wir ja so stolz sind, der ständig gefährdet ist, und um den wir hier und überall sonst auf der Welt kämpfen müssen.
Wie widerspricht Sarrazin, oder Matussek, dem selbstbestimmten Individuum? Sich auf wohlklingende Worte zu berufen ist noch kein Argument. Wer um das Individuum und seine Freiheit besorgt ist, dem sollten wohl eher Ehrenmorde, Zwangsheiraten, Kriege gegen "Ungläubige" oder z.B. die Stellung der Frau in den meisten islamischen Gemeinschaften zu denken geben. Da hat man aber von den deutschen Linken leider meistens nichts zu erwarten. Deren Spiel kann nur gegen die Angehörigen der eigenen Kultur gespielt werden.

Zitat von interstitial
Dann ist ja aber auch die Selbstabschaffung "unseres Volkes" samt ihres Kulturkreises quasi naturgegeben, und es wäre geradezu frevelhaft, der Geschichte in den Arm fallen zu wollen, oder hab ich das jetzt falsch verstanden? Hier werden wieder massenhaft Gedanken produziert, "die in ihr eigenes Taschentuch schneuzen" (T. Pratchett). Oder ums mit Konfuzius zu sagen: "Nachlässiger Umgang mit der Sprache führt zu ungenauem Denken und in letzter Konsequenz dazu, dass ungeeignete Personen Einfluss gewinnen."
Solche Sprüche gehen leicht nach hinten los. Sich auf Spielchen über Sprachchiffren einzulassen, führt im Übrigen auch nicht notwendig zu einer Präzisierung der Debatte sondern meist nur zu Selbstreferentialität. Für manche "Diskutanten" ist das natürlich das eigentliche Ziel.

Ich persönlich kann nicht verstehen, warum Sarrazin manche von den Sachen sagt, die er von sich gibt, und warum es diese seine Worte sein mussten. Das ändert nichts daran, das er etwas zu sagen hat.

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Sondermann 06.09.2010, 23:14
838. Sarrazin und kein Ende

Vielleicht kommt "das Buch" zum rechten Zeitpunkt.
Politikverdrossenheit, Desintresse an der politischen Arbeit, unpolitisierte Jugend und nicht zuletzt ein Zurückziehen ins Private.
Es erinnert fatal an die letzten Jahre der untergegangenen DDR.
Politik und Medien täten gut daran, darauf angemessen zu reagieren, bevor es wirklich anfängt zu kochen. Rattenfänger gabs zu allen Zeiten.

"Mehr Demokratie wagen"
Willy Brandts Worte sind das Gebot der Stunde!

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kaksi 06.09.2010, 23:14
839. Voltreffer einer Stinkbombe

Zitat von Thomas_74
Na dann herzlichen Glückwunsch zu ihrem urigen Aussehen. Irgendwie scheinen sie ja doch stolz darauf zu sein. Ansonsten wäre das Kommentar ja unnötig. Oder wollen Sie mit Ihrer Undifferenziertheit implizieren, dass Sie die löbliche Ausnahme sind und sich hier sonst nur ausländwerfeindliche Gesellen rumtreiben? Das grenzt dann schon an Unhöflichkeit. :)
Verglichen mit Ihrer Stinkbombe, von der auch ich mich getroffen fühle, erscheinen mir alle Keulenschwinger hier in den Foren wie wie Nobel-Preis-Gewinner.

Zur Erläuterung zitiere ich mich selber:
>Mir scheint, auch hier in den SPON-Foren schwingen viele auf BEIDEN Seiten, Kritiker und Verteidiger von S., die sog. Nazi-Keule (und andere Ismus-Keulen).
Denn das Wesen des Nazismus, des von diesem durchaus verschiedenen Faschismus (so Hitler eigene Feststellung), des Bolschewismus u.a.m. besteht in der INTOLERANZ (so Hitler selber), in dem Wunsch nach EINHEITLICHKEITLICHKEIT in Denken, Reden und Handeln<

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