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Saudi-Arabien: Frauen dürfen Unternehmen gründen - ohne männliche Erlaubnis
Getty Images/ Photothek/ Thomas Koehler

Neuer Reformschritt in Saudi-Arabien: Frauen dürfen in dem ultrakonservativen Königreich künftig selbstbestimmt als Unternehmerinnen arbeiten. Von echter Gleichberechtigung kann aber keine Rede sein.

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spon-41d-frm9 18.02.2018, 16:08
1. Immerhin

wenn man bedenkt, wie lange die französische Revolution her ist, und wie langsam die Gleichberechtigung von Frauen hier voran geschritten ist - man bedenke dass Frauen bis Mitte der 70er Jahre noch ihren Mann fragen mussten wenn sie arbeiten wollten, und dass auch heute noch kaum Frauen in Führungspositionen zu finden sind, und Männer für gleiche Arbeit viel mehr verdienen als Frauen - dann kann man den Saudis doch nur gratulieren für diesen, wenn auch kleinen, Fortschritt.

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jozu2 18.02.2018, 16:13
2. Ich freue mich über jeden Fortschritt. Weiter so!

Ich freue mich über jeden Fortschritt und unterstütze das. Aber man sollte darüber nicht vergessen, dass Saudi-Arabien damit nur auf den Weg vom Mittelalter in die Neuzeit angefangen hat, aber ihn noch nicht lange beschreitet. Viele moslemische, christliche und jüdische Menschen sind noch nicht mal so weit. Deshalb gilt mein Applaus vorbehaltlos dem mutigen Kronprinzen. Wir sind in Europa zwar wesentlich weiter, aber auch bei uns glauben noch viele Menschen an Götter (die es nicht gibt, weil es keine v e r n ü n f t i g e n Anhaltspunkte für deren Existenz gibt) und meinen die Allgemeinheit müsse auch noch darauf Rücksicht nehmen. Ein wirklich moderner, Vernunft-gesteuerter Staat kann nur ein säkularer Staat sein, in dem Christentum, Islam etc. so behandelt werden, wie derzeit Okkultismus. Das ist ja aber nur eine abwertende Bezeichnung der großen Religionen für Glauben, den sie für minderwertig oder falsch halten. Im Grunde ist auch Okkultismus eine Religion.

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oldman2016 18.02.2018, 16:16
3. Haben wir noch Mittelalter?

Frauen dürfen in Saudi-Arabien ein eigenes Unternehmen gründen, ins Fußballstadion gehen und ab Juni sogar selber ein Auto lenken. Immerhin. Und wie sieht es in den anderen islamischen Staaten aus, vor allem im Iran, dem Erzfeind Saudi-Arabiens? Trotzdem ein kleiner Fortschriftt für die Rechte der Frauen in Saudi Arabien.

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satissa 18.02.2018, 16:31
4. Vorsicht Augenmaß

Wenn die Reformen der Mächtigen schneller sind als die Akzeptanz in der Bevölkerung, kommt es meist zu Umstürzen mit eher negativen Folgen, siehe Iran und Afghanistan.

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malaconciencia 18.02.2018, 17:36
5. @1 halb richtig

Und wieder einmal. Nicht Frauen bekommen weniger als Männer sondern Arbeitnehmer mit höherer Beruferfahrung mehr als Arbeitnehmer mit geringerer Berufserfahrung. Als ich die Überschrift des Artikels gesehen habe, dachte ich auch erst es würde auf die Rechtslage in Deutschland Bezug genommen. Hier können Frauen nämlich auch ohne Einschränkungen Unternehmen gründen. Dort können sie dann Farien mehr zahlen und die Führungsriege komplett weiblich besetzen. Also dann mal die Energie in diese Tätigkeiten stecken als ständige Rummosereien, die ausschließlich mit Statistiken „bewiesen“ werden in denen eine Korrelation aber keine Kausalität zu erkennen ist!

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macjackson 18.02.2018, 18:47
6. Super ...

... und alle, die selbst da etwas dagegen haben können dann ja auch noch nach Deutschland kommen. Hier können sie wenigstens ihr altes Leben ungestört fortführen, zum Wohle des Kindes versteht sich...

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MtSchiara 18.02.2018, 18:57
7. vernünftige Anhaltspunkte

Zitat von jozu2
Wir sind in Europa zwar wesentlich weiter, aber auch bei uns glauben noch viele Menschen an Götter (die es nicht gibt, weil es keine v e r n ü n f t i g e n Anhaltspunkte für deren Existenz gibt)
Dann heraus mit der Sprache: welche "Erklärungen" können Sie denn hier vorstellen für mystische Erfahrungen, also unter anderem für Phänomene wie Nahtoderfahrungen, Todesbettvisionen oder terminale Luzidität? Einer der Gründe für die Existenz von Religionen sind derartige Erfahrungen. Diese speisen unter anderem die Vorstellungen eines Jenseits oder Moralvorstellungen.

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MtSchiara 18.02.2018, 19:15
8. wir sollten nicht überheblich sein

Es ist richtig, daß wir der arabischen Welt auf dem Weg zu einer Gesellschaft der Geschlechtergleichberechtigung voraus sind. Allerdings sollten wir uns davor hüten, zu überheblich zu sein. Denn wir sind teilweise auch auf einem Auge blind.

Den arabischen Ländern wird häufig vorgeworfen, sie seien rückständig, da die Frauen wesentlich weniger Freiheit bei der Bekleidung genießen würden als Männer, dies sei rückständig und ein Verstoß gegen das Prinzip der Gleichberechtigung. Dies ist zwar grundsätzlich alles richtig, allerdings sind wir die Falschen, um dies zu kritisieren. Denn bei uns gibt es mitnichten gleiche Freiheit in der Bekleidung bei Männern und Frauen. Nur werden bei uns nicht die Frauen diskriminiert, sondern die Männer. Bei uns genießen die Frauen weitgehende Freiheiten in der Bekleidung, für Männer hingegen sind 95 Prozent der Bekleidungsauswahl tabu. Frauen dürfen in T-Shirt, nackten Armen, nackten Beinen und nackten Ausschnitt auf der Arbeit im Kundenkontakt erscheinen, für Männer hingegen gibt es rigide Vorschriften, Arme, Brust und Beine müssen inklusive der Knöchel bedeckt sein und eine Anzugsuniform muß selbst bei höchsten Temperaturen getragen werden - sonst riskieren Männer den Entzug der materiellen Lebensgrundlage in Form eine Kündigung und die gesellschaftliche Ächtung. Diese Vorschrift stammt bei uns nicht aus der Religion des Islam, sondern aus der bei uns dominanten Religion des calvinistischen Kapitalismus. Solange bei uns keine Gleichheit in der Bekleidungsfreiheit zwischen den Geschlechtern besteht, sollten wir uns damit zurückhalten, deswegen auf andere Länder herabzublicken?

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KerKaraje 18.02.2018, 19:25
9. Vergleich

Zum Vergleich: Im Iran dürfen das Frauen schon lange:
http://techrasa.com/2017/11/29/6-successful-iranian-women-entrepreneurs-should-know/

Und ich wette, die Frau im Foto ist auch eine Iranerin. Saudis binden das Kopftuch nicht so, dass man die Haare hinten herauskommen sieht-

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