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Saudi-Arabien: Frauen dürfen Unternehmen gründen - ohne männliche Erlaubnis
Getty Images/ Photothek/ Thomas Koehler

Neuer Reformschritt in Saudi-Arabien: Frauen dürfen in dem ultrakonservativen Königreich künftig selbstbestimmt als Unternehmerinnen arbeiten. Von echter Gleichberechtigung kann aber keine Rede sein.

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crazy_swayze 18.02.2018, 20:23
10.

Keine Revolution, aber eine schrittweise Evolution.
Bin Salman macht das intelligent. Würde er den Frauen auf einen Schlag alle westlichen Rechte geben, hätte er es mit dem geballten Widerstand aller reaktionären Männer in seinem Land zu tun.

So aber geschieht ein Gewöhnungeffekt durch die viele kleine neuen Rechte. Man sieht Frauen am Steuer, am Arbeitsplatz usw. Wenn er alle paar Jahre wieder etwas mehr erlaubt, ist den Frauen dort auf lange Sicht geholfen, ohne direkte Drohkulissen, wie sie bei einem schlagartigen Rechtezuwachs zu erwarten wären.

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egooist 18.02.2018, 23:23
11. @jozu2 (#2) ... Anmerkung

jozu2 (#2): "[...] aber auch bei uns glauben noch viele Menschen an Götter (die es nicht gibt, weil es keine vernünftigen Anhaltspunkte für deren Existenz gibt) und meinen die Allgemeinheit müsse auch noch darauf Rücksicht nehmen. [...]"

> Mit Ihrer Formulierung ("... Götter, die es nicht gibt, weil es keine vernünftigen Anhaltspunkte für deren Existenz gibt ...") machen Sie sich das Leben / die Argumentation nur unnötig schwer.
Zum einen verwenden Sie ein "Ignoranzargument" (argumentum ad ignorantiam) (1), indem Sie die zugegeben 'unelegante Hypothese Gott' (2) für falsch erklären, 'allein weil sie bisher nicht bewiesen werden konnte' (1). Zum anderen halsen Sie sich durch die Aussage "Götter, die es nicht gibt" nur unnötig die Bürde des Beweises (burden of proof (3)) auf, denn 'derjenige, der eine Behauptung aufstellt, hat üblicherweise auch die Beweislast, um seine Behauptung zu rechtfertigen oder zu belegen' (3). Und diese Beweislast kann bei einem mitunter diffusen Begriff wie "Gott" schwierig sein.
Es ist daher einfacher, die Beweislast dort zu belassen, wo sie hingehört, nämlich bei den Theisten. "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." (JW Goethe). Denn schließlich ist Atheismus der fehlende Glaube an einen Gott (4). Oder wie Ricky Gervais es ausdrückt: "Atheismus ist kein Glaubensbekenntnis, er ist die Ablehnung der Behauptung es gäbe einen Gott. Atheismus in aller Kürze: Sie sagen, es gibt einen Gott. Ich sage, können Sie das beweisen? Sie sagen, Nein. Ich sage, dann glaube ich Ihnen nicht. (Atheism is only rejecting the claim that there is a god. Atheism isn’t a belief system. So this is atheism in a nutshell. You say there’s a God. I say, "Can you prove that?" You say no. I say, "I don’t believe you then.)" (5).
Jedoch unterlaufen auch gestandenen Philosophen mitunter argumentative Fehler. Moderatorin: "Wie würden denn Sie Atheist definieren?" Michael Schmidt-Salomon: "Es wird ja klassisch definiert als eine Form der Gottesleugnung. Aber ich kann nichts leugnen, für das es keine Evidenzen gibt." (6). Was inhaltlich völlig i.O. ist, ist leider formal angreifbar. Da müssen rhetorisch geschulte Apologeten noch nicht einmal die Beweislast umkehren, da er diese - wie auch Sie selbst - bereits mit seiner Behauptung auf sich geladen hat.
Der Silberstreif: "...wir sind alle Atheisten bezüglich der meisten Götter, an die die Menschheit mal geglaubt hat. Einige von uns gehen einfach einen Gott weiter. (... we are all atheists about most of the gods that humanity has ever believed in. Some of us just go one god further." (Richard Dawkins (7)).

MfG, Egooist

1) https://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_ignorantiam
2) http://www.giordano-bruno-stiftung.at/?page_id=35
3) https://en.wikipedia.org/wiki/Burden_of_proof_(philosophy)
4) https://de.wikipedia.org/wiki/Atheismus
5) http://www.patheos.com/blogs/friendlyatheist/2017/02/02/ricky-gervais-to-stephen-colbert-you-dont-believe-in-2999-gods-i-dont-believe-in-just-1-more/
6) https://www.youtube.com/watch?v=4a8ZXREQzac [1:33]
7) https://en.wikiquote.org/wiki/Richard_Dawkins

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egooist 19.02.2018, 00:21
12. @MtSchiara (#7) ... Einspruch & Erklärungsversuch

Zitat von MtSchiara
Dann heraus mit der Sprache: welche "Erklärungen" können Sie denn hier vorstellen für mystische Erfahrungen, also unter anderem für Phänomene wie Nahtoderfahrungen, Todesbettvisionen oder terminale Luzidität? Einer der Gründe für die Existenz von Religionen sind derartige Erfahrungen. Diese speisen unter anderem die Vorstellungen eines Jenseits oder Moralvorstellungen.
MtSchiara: "Dann heraus mit der Sprache: welche "Erklärungen" können Sie denn hier vorstellen für mystische Erfahrungen, also unter anderem für Phänomene wie Nahtoderfahrungen, Todesbettvisionen oder terminale Luzidität?"

> Für einige der von Ihnen aufgeführten Phänomene dürften Halluzinationen aufgrund von Sauerstoffmangel und frühkindlicher Indoktrination verantwortlich sein. Für andere "Beobachtungen" gibt es (noch) keine Erklärungen.
Da ist es aber auch nicht hilfreich, mit dem berühmten Gott der Lücken (god of the gaps) aufzuwarten. "Du kannst das nicht erklären, darum gewinnt automatisch meine 'Erklärung' (Gott)." Diese Denkweise hat uns ursprünglich auch den Donnergott Thor eingebracht ... und wo ist er jetzt? Auch ist "Gott" allgemein eine "unelegante Hypothese"(1), da er / sie / es i.d.R. nicht falsifizierbar ist.

MtSchiara: "Einer der Gründe für die Existenz von Religionen sind derartige Erfahrungen."

> Traurig, aber wahr ("Unwissenheit ist Seligkeit / Ignorance is bliss"). Ein anderer Grund dürfte die "Kontrolle der Massen" gewesen sein. Auch das liebe Geld war sicher nicht ganz unwichtig: "Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!" (Ablasshandel (2)).

MtSchiara: "Diese (Erfahrungen / Religionen?) speisen unter anderem die Vorstellungen eines Jenseits oder Moralvorstellungen."

> Leider entstammen diese "Moralvorstellungen" häufig der Bronze- (Tora, AT) und Eisenzeit (NT) (Koran). Dies macht sich besonders in den Regionen bemerkbar, die bei der jeweiligen Religion den Fokus aufs Auswendiglernen und weniger auf die (Neu)Interpretation der "heiligen Schriften" legen.

MfG, Egooist

1) http://www.giordano-bruno-stiftung.at/?page_id=35
2) https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Tetzel#Ablasshandel

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spon-facebook-1425926487 19.02.2018, 10:41
13.

Zitat von spon-41d-frm9
wenn man bedenkt, wie lange die französische Revolution her ist, und wie langsam die Gleichberechtigung von Frauen hier voran geschritten ist - man bedenke dass Frauen bis Mitte der 70er Jahre noch ihren Mann fragen mussten.....
Das ist Jammern auf hohem Niveau. Dass Frauen hierzulande als Hexen verbrannt oder öffentlich gesteinigt wurden, ist schon sehr viel länger her. Und selbst vor 500 Jahren hatte eine Frau hierzulande vor Gericht mehr Rechte wie in Ländern wie Saudi-Arabien oder Afghanistan, auch damals wurden bei uns schon Vergewaltiger schwer bestraft, was in vielen anderen Ländern in Asien nach wie vor nicht der Fall ist, im Gegenteil, oft wird statt des Mannes sogar die Frau bestraft wg. "unehelichem Sex".

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frenchie3 19.02.2018, 12:41
14. Alles schön süttje

Genau richtig so. Was heute dort noch Skandal ist wird morgen normal sein. Dann die nächste Kelle drauf. Und in ein paar Jahrzehnten ist die Gruppe am aussterben die heute noch motzt. So ein Wandel kann nur von innen kommen und man sollte sich Texte sparen wie "heute dürfen die .... aber es geht denen trotzdem schlecht". Faktisch aktuell richtig aber gut Ding will weile haben. Es würde mich nicht mal wundern wenn der Prinz demnächst Stück für Stück am religiösen Einfluß knabbert

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johankaiser 19.02.2018, 13:33
15. Islam bürgt für stabile Gesellschaften

Zitat von spon-facebook-1425926487
Das ist Jammern auf hohem Niveau. Dass Frauen hierzulande als Hexen verbrannt oder öffentlich gesteinigt wurden, ist schon sehr viel länger her. Und selbst vor 500 Jahren hatte eine Frau hierzulande vor Gericht mehr Rechte wie in......
Wie man hier sieht ist der Islam mit seinen strengen Vorschriften bestens geeignet für stabile Gesellschaftsordnungen, dagegen sind Demokratien eine zivlisatorische Sackgasse und Entgleisung (insbesondere da Demokraien weder Sklaverei, Ausbeutung, Angriffskriege, Elend usw verhindern noch ein Garent für eine bessere Zulunft sind).

Neben den Islam gibt es den Hindusismu, Konfuzianism und den japanischen Buddshismus als Garaten für Stabilität.
Das Christentum schafft sich geade selber ab ...

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