Forum: Politik
Schadet das Kunduz-Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers?

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit der Behandlung der Kunduz-Affäre erhebliche Probleme. Das kratzt am bisher glänzenden Bild des neuen Politstars. Schadet das Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers? Diskutieren Sie mit!

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Christian Wernecke 14.12.2009, 08:26
1050.

Zu Guttenberg entzaubert, weil er angeblich die Unwahrheit gesagt hat? Ich glaube, da ist auch ein wenig Wunschdenken dabei. Ich bin ziemlich sicher, dass die öffentliche Meinung eine ganz andere ist, als die von der Presse mit Nachdruck postulierte und dass diese Krise am Ansehen des Ministers kaum etwas ändern wird. Hat die Opposition wirklich keine wichtigeren Themen, um die es sich zu streiten lohnen würde?

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BillBrook 14.12.2009, 08:27
1051.

Zitat von kleiner-moritz
Was ich übrigens nicht verstehe,.........
Ich darf erinnern?

http://forum.spiegel.de/showpost.php...postcount=4052

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onkel_e 14.12.2009, 08:27
1052.

Zitat von Rene W.
Wie viele in Zahlen sind den ein "beträchtlicher" Anteil? Die Unterscheidung wer (oder was) in Afghanistan und gerade erst bei der Tanklasterbombardierung Zivilperson, wer Taliban, Kombattant, Sympathisant oder sonst was dazwischen ist, ist für die Afghanen selbst nicht möglich, geschweigedenn für andere. Scheinbar gibt es hier aber immer wieder Leute, die, wie immer, alles besser wissen.... die sogenannten Besserwissis
besser kann man es kaum ausdrücken.
Gutenberg ist endlich mal der richtige fürs Amt.
KSK auflösen? Unüberlegte Forderung einer inkompetenten Opposition auf der Suche nach Öffentlichkeit.
Am besten wäre die SPD aufzulösen.

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Jan B. 14.12.2009, 08:28
1053.

Zitat von marvinw
Ich weiß nicht welches Verhalten sie damit meinen, etwa das Verhalten der Wähler die die Linken mit Kommunisten assoziirt haben? Oder glauben sie in regierendem Adel den Freund des deutschen Volkes gefunden zu haben? Genau das halte ich für gefährlich sich selbst auf den Leim zu gehen, sich blind stellen und es anscheinend auch ernst meinen.
Warum rufen Sie nicht gleich die Revolution aus und führen unseren Verteidigungsminister zum Schaffot (oder wie mand as schreibt)? Ich hab zwar keine Ahnung, was die adlige Abstammung von Herrn zu Guttenberg jetzt so gefährlich in Ihren Augen macht, aber wahrscheinlich liegen bei Ihnen auch diverse Pläne für einen Königsmord.

Ich finde es beschämend für unsere Politik, dass ein Minister gleich zurücktreten soll, weil er mal einen Fehler gemacht hat. Sicherlich gibt es Vorgänge, die man nicht verzeihen kann, beispielsweise Korruption etc. Aber immer gleich den Rücktritt fordern, nur weil man etwas nicht ganz einwandfrei gelaufen ist, finde ich armseelig. Als ob die Herren von der SPD alles richtig machen würden.

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BillBrook 14.12.2009, 08:31
1054.

Zitat von Coldplay17
Eine genossenschaftliche Verbindung zwischen TAZ und BILD gibt es schon !
Siesollten sich mal die Mitarbeiter der taz gennauer ansehen, ein Großteil war 68 noch nicht mal geboren.

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gert55 14.12.2009, 08:32
1055. gefundenes Fressen

Zitat von AndyH
Wieso Krise? Verstehe ich nicht. 2 LKW wurden geraubt und dann auf feindlichen Territorium vernichtet während sie geplündert wurden. Wo bitte ist da eine Krise oder Problem?
Ich sehe das genau so, möchte aber noch etwas hinzufügen:
Ich lebe seit 25 Jahren im Ausland (Norwegen/Holland/Italien) und beobachte die deutsche Politik und die Reaktionen der deutschen Journalisten aus einem etwas neutraleren Abstand.

Bei diesem Thema scheint es mir das berühmte "gefundene Fressen" zu sein, um sich endlich, nach der "skandallose" Zeit der großen Koalition, von Seiten der Journalisten austoben zu können.
Man erklärt, die Bürger müssten endlich die Wahrheit erfahren über einen Vorgang, den die meisten nie wirklich beurteilen werden können; weil es sich hier um spezifisch militärische Probleme gehandelt hat.
Der Einsatz in Afghanistan mag politisch umstritten sein, aber die Soldaten, die ihn ausführen sind Spezialisten und keine dummen Jungs, die von irgend welchen Möchtegern-Experten in den Medien abgekanzelt werden sollten.

Die Berichterstattung hört sich im Augenblick so an, als ob die Politik etwas verheimlichen wolle,um mit Hilfe der Bundeswehr ein von der Öffentlichkeit nicht gewünschtes Ziel zu erreichen. Das ist es, was den Medien in den letzten Jahren gefehlt hat: dunkle Machenschaften, Verschwörungen, Machtmissbrauch... nur so verkauft sich politische Berichterstattung in Zeitungen und im Fernsehen. Wo bleibt der Respekt vor Professionalität? Wo bleibt die sachliche, unaufgeregte und unemotionale Information?

Theodor zu Gutenberg scheint ein kompetenter und durchaus professioneller Politiker zu sein. Wenn man ihn angreifen möchte, dann bitte mit ebensolcher Kompetenz und Professionalität. Emotionale Stimmungsmache durch Journalisten, machen Deutschland im Ausland nur lächerlich und verstärken den Eindruck, dass die Deutschen bei den großen internationalen Problemen immer wieder zur Hysterie neigen und durch "zerfleischende" interne Diskussionen kein verlässlicher Partner sein können. Diesen Eindruck verschaffen wohl gemerkt die Medien, nicht die Politik.

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arkor 14.12.2009, 08:32
1056.

Zitat von Kassander
Tja, da muss man wohl am - vorläufigen - Ende zu dem Schluss kommen, dass sich da (mindestens)ein deutscher Offizier entweder den Frust aus dem Leib geschossen hat - oder den Krieg in Afghanistan mit einem Ballerspiel verwechstelte. Und man muss zu dem Schluss kommen, dass die Kanzlerin und ihre Regierungen seitdem versuchten, das Massaker zu vertuschen.
Man kann auch noch einen anderen und sehr naheliegenden Schluss ziehen. Ich glaube nicht, dass hier die Bösartigkeit eines Offiziers der Grund für dieses Unglück ist. Der Grund für dieses Unglück ist, dass wir eine Situation haben, die unsere Bundeswehr und unsere Gesellschaft mit ihren Prinzipien nicht in der Lage ist zu lösen. Wir haben auf der einen Seite, und das ist gut so, Soldaten, die zutiefst in einer rechtsstaatlichen Ordnung verankert sein sollen. Auf der anderen Seite aber schicken wir dann diese Soldaten in einen Konflikt, in dem jedwede rechtsstaatliche Ordnung aufgelöst ist. Zugrunde gelegt wird aber weiterhin unsere rechtsstaatliche Ordnung. Das ist schlicht und einfach nicht miteinander vereinbar. Dazwischen müssen die Soldaten, aber ich möchte lieber den Begriff sagen Staatsbürger in Uniform, zermalmt werden. Dies ist im übrigen ein Konflikt, der nicht lösbar ist. Wir haben unsere Armee so ausgelegt, dass sie eine wehrhafte Demokratie, zur Verteidigung dienen soll. Jetzt sollen dieselben Staatsbürger in Räumen agieren, wo diese rechtsstaatliche Ordnung schlicht nichts zählt, und auf einer Basis, die diese rechtsstaatliche Ordnung nicht hergibt. So sind wir also gezwungen die Frage zu stellen, ob wir entweder bereit sind unsere Prinzipien, also unsere rechtsstaatliche Ordnung in Frage zu stellen, oder eben unsere Soldaten da raus zu holen ist, wo sie nach unseren Maßstäben nicht agieren können. Ansonsten bleibt das ein unlösbarer Konflikt, in dem immer wieder Katastrophen dieser Art programmiert sind.

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mcmurdo 14.12.2009, 08:33
1057. Damals,

...vor nicht allzu langer Zeit, trugen die Herren Reithosen mit roten Streifen zu ihren Lackstiefeln und Hackenschlagen war DIE deutsche Tugend...

SPON zitiert Sie mit "Er werde "auch wenn es mal stürmt, stehen bleiben. So bin ich erzogen und so will ich das auch handhaben", sagte Guttenberg."
Herr Gutenberg, Ihre preussische Erziehung, auf die Sie so dermassen Stolz zu sein scheinen, hat ihre Grundlagen im Vorgestern, aus alter, blutiger Zeit.
Als Verteidigungsminister eines demokratischen Staates, in dieser immer schmutziger werdenden Affaire so einen Verbalmüll abzusondern, lassen mir die Haare zu Berge stehen.

Gehen Sie einfach!

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Optimisten 14.12.2009, 08:33
1058.

Zitat von Jochen Binikowski
Bin während der "goldenen Zeit" 1975 für 9 Tage quer durch Afghanistan gereist. Also kurz bevor die Russen kamen. Schon damals war das Land völlig unregierbar. Jeder der es sich....
ich war in den silbernen Jahren auch schon mal im Internet von A. Alles ganz anders. Ich kenne mich genau aus. Dort gibt es überhaupt keine Tanklastwagen.

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capu65 14.12.2009, 08:34
1059.

Zitat von unente
Ich hatte einen Albtraum und diesen Grinsefried vorhin bei Jauch auf der Couch gesehen... hoffentlich hat er nur wieder Allgemeinplätze abgesondert, damit Mr. Pudding nicht doch noch festnagelbar wird. Aber da kann ich sicher beruhigt sein, dass sich die beiden Obersympathen keine Augen ausgehackt haben werden.
Wenn ich nicht durch knapp 30 Jahre interessiertes Verfolgen der Politik abgehärtet wäre, würde ich sagen, der Mann ist nach mir der sympathischste Bayer.

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