Forum: Politik
Schärfere Auflagen für Managergehälter?

Die Vorschläge von Finanzexperten aus Union und SPD stehen bereits: Die Große Koalition will schärfere Auflagen für Managergehälter - sie sollen noch vor der Bundestagswahl im September in Kraft treten. Eine richtige Initiative?

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Seifert 28.03.2009, 18:39
300.

Zitat von getespd
Genau das ist das Richtige, ab Einkommen von ca. 500000.- Euro Jahreseinkommen muß die starke Steuerprogression einsetzen,die dann bei einer Millionen bei 90-95 % endet.Das ist der richtige Weg, die große Koalition hat dazu die Möglichkeit. Sie muß es nur wollen.
Diese GroKo will d a s genauso,wie der Papst gerne in die Kommunistische Partei eintreten will!

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VCG 28.03.2009, 19:26
301.

Merkel ist gemäß Spiegel-Artikel entsetzt über die "Non chalance der Manager" - es wäre schöner wenn Merkel sich mal über die Unverfrohrenheit und den kriminellen Machenschaften eines Herrn H.Mehdorn äussern würde....aber das ist wohl ein zu heisses Eisen...
jaja, lieber immer schön den Weg des geringsten Widerstandes gehen, war bei der Papst-Kritik nicht anders immer - andere nennen es auch Opportunismus.

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Palmstroem 28.03.2009, 20:13
302. Milchmädchenrechnungen

Zitat von getespd
Genau das ist das Richtige, ab Einkommen von ca. 500000.- Euro Jahreseinkommen muß die starke Steuerprogression einsetzen,die dann bei einer Millionen bei 90-95 % endet.Das ist der richtige Weg, die große Koalition hat dazu die Möglichkeit. Sie muß es nur wollen.
Warum soll jemand 90% Steuern bezahlen müssen, nur weil er viel Geld verdient. Das wär nicht nur grundgesetzwidrig, es wäre schlicht dumm. Haben Sie schon mal überlegt, wovon Unternehmer neue Maschinen, neue LKW´s oder neue Fabrikhallen bauen - vom Gewinn natürlich. Ohne Gewinne keine Investitionen, ohne Investitionen keine Arbeit.

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katerpeter 28.03.2009, 20:33
303.

Das jetzt einer seine angeblich berechtigten Provisionen /Boni zurückgibt/nicht beansprucht ist doch erst mal nur ein wenig Futter damit die Meute sich beruhigt. Dabei betont Herr Walter aber gleichzeitig die Berechtigung seiner Ansprüche.
Statt sich empört zu geben und uns eine Entrüstung vor zugauckeln sollte Herr Steinbrück doch lieber von Herrn Stefan Jentzsch das Geld zurückfordern. Der einfache § 138 BGB gilt doch nicht nur für unterbezahlte Verkäuferinnen beim Textil-Discounter, sonder auch für überbezahlte Manager deren Tätigkeit und Verantwortung in keinem Verhältnis zum erhaltenen Geld steht, von Lohn gar nicht zu sprechen.
Zumindest bei den Instituten, die mit unseren Steuergeldern gestützt werden.

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porsche 28.03.2009, 20:42
304. Gewinne

Zitat von Palmstroem
Warum soll jemand 90% Steuern bezahlen müssen, nur weil er viel Geld verdient. Das wär nicht nur grundgesetzwidrig, es wäre schlicht dumm. Haben Sie schon mal überlegt, wovon Unternehmer neue Maschinen, neue LKW´s oder neue Fabrikhallen bauen - vom Gewinn natürlich. Ohne Gewinne keine Investitionen, ohne Investitionen keine Arbeit.
Investitionen sind Kosten u. sind vor dem Gewinn getätigt worden. Laufen in die Kostenrechnung überwiegend als Abschreibungen, ebenso die zu zahlenden Zinsen. Was dann übrigbleibt geht in das Privateigentum der Eigentümer. Wenn nun die Einkommenssteuer so ist, wie sie bei uns eben ist, ist es möglich, dass ein cleverer Unternehmer während seines aktiven Berufslebens Milliarden Privatvermögen anhäufen kann. Das reicht dann allemal für eine 100 Millionenyacht, während gleichzeitig seine Arbeitnehmer Gehaltseinbussen erleiden.

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Nov 28.03.2009, 20:47
305.

Zitat von sysop
Die Vorschläge von Finanzexperten aus Union und SPD stehen bereits: Die Große Koalition will schärfere Auflagen für Managergehälter - sie sollen noch vor der Bundestagswahl im September in Kraft treten. Eine richtige Initiative?
Hurra, Populismus. Die Politik darf oder muss mal wieder auf der losgetretenen Neid-Welle mitschwimmen. Dass zig Fälle weniger "empörend" erscheinen würden, wenn unsere liebe Presse endlich mal anständig darüber berichten würde, weiß oder interessiert natürlich wieder keinen.

Mein persönliches Highlight des Tages: Schraubenkönig Würth kauft sich millionenschwere Yacht

Wunderschön empörend wird da berichtet wie dieser fiese schwäbische Unternehmer zig Millionen für seine neue Yacht ausgibt, während die Beschäftigten der Adolf Würth GmbH und Co. KG freiwillige Lohnkürzungen und Kurzarbeit leisten müssen. Freilich wird ihm wörtlich nur mangelndes "Fingerspitzengefühl" vorgeworfen, aber es dürfte jedem klar sein, dass Menschen ohne betriebswirtschaftliches Grundwissen diesen Artikel anders auffassen werden, als Menschen, denen sofort klar ist, dass dieser Herr hier sein Privatvermögen ausgibt und nicht absurderweise irgendwie den Shareholdervalue des Unternehmens. Dass diese Differenzierung mit keinem Wort erwähnt wird, stattdessen aber so wichtige Details wie

>>Das 85 Meter lange weiße Schiff, erbaut von der Oceanco-Werft in der Nähe von Rotterdam, liegt in der Preisklasse von rund hundert Millionen Dollar. Zwei MTU-Dieselmaschinen à 4680 PS beschleunigen das Schiff auf 18,5 Knoten. Die Innenausstattung besteht aus einer großen Kabine für den Eigentümer, einer VIP-Suite sowie Luxuskabinen für weitere 14 Gäste.<<

kann man wohl davon ausgehen, dass dieser Artikel eher erstere Kategorie von Lesern als Zielgruppe hat. Womit Spiegel Online demonstriert hat, dass man auch in ihrer Redaktion offensichtlich wenig Probleme hat, sich, wenn notwendig, zum Bodensatz des Journalismus zu gesellen.

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rhs 28.03.2009, 20:52
306. völlig richtig

Zitat von Hadraniel
Warum nur gegen Managergehälter? Wenn es eine Gehaltsuntergrenze gibt (Sozialhilfe), warum nicht auch eine Gehaltsobergrenze? Nach meinem Verständnis von Moral und Ethik lassen sich Jahresgehälter über dem Lebensarbeitseinkommen von potentiellen Besserverdienenden (ein Akademiker mit Abschluss in IT oder Ingenieurswissenschaft hat ein Humankapital von rund 2.5 Millionen Euro) durch NICHTS rechtfertigen. Gleichzeitig gehört eine Vermögensobergrenze etabliert. Das 10- oder 100fache Humankapital des eben genannten Beispielverdieners wäre mehr ausreichend, um einer Tragik der Allmende entgegenzuwirken und Raum für das am unteren Ende der Einkommensgrenzen so oft geforderte "Leistungsprinzip" zu bieten. Wer für 100 Leben ausgesorgt hat, der hat wirklich genug. Des einen Reichtum ist schliesslich auch automatisch die Armut vieler anderer. Selbst mit den philantropischsten Absichten kann man irgendwann seiner Verantwortung als Besitzer von viel Eigentum nicht mehr gerecht werden (gleiches gilt für Einkommen -> Haftung, Verantwortung). Schade, daß man immer sofort in die kommunistische Ecke gesteckt wird, sobald man solche Gedanken äußert. Bin gespannt auf die Reaktionen hier.
Dem kann ich nur voll zustimmen. Eine gewisse Einschränkung würde ich da sehen, wo ein Unternehmer, wie z.B. Trigema eine Firma verantwortungsvoll führt und damit ggf. "automatisch" viel verdient.

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ut-e 28.03.2009, 20:56
307. schärfere auflagen für managergehälter?

ich verstehe nicht, dass ich jetzt u heute lese, dass frau merkel sich entsetzt über banker-manager-gehälter äußert. da stellt sich mir doch die frage, worin sind diejenigen menschen ihr überlegen, die das schon SEIT JAHREN kritisieren???

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grenzwart 28.03.2009, 21:04
308. die ZWEITE frage ist viel interessanter

Zitat von sysop
Die Vorschläge von Finanzexperten aus Union und SPD stehen bereits: Die Große Koalition will schärfere Auflagen für Managergehälter - sie sollen noch vor der Bundestagswahl im September in Kraft treten. Eine richtige Initiative?
ewig nur immer die ERSTE frage danach, wieviel jemand verdient oder nicht verdient. uninteressant.

wie wäre es denn mit der ZWEITEN: was machen diejenigen mit ihrem geld? für mich beginnt HIER die eigentliche moral.

viele von den mitdiskutanten scheinen aus einener erfahrung zu vermute, sie würden das geld verhuren und versaufen. was aber machen sie wirklich im detail damit?

und das ist jetzt nicht nur ne frage an den investigativen journalismus. das ist eine frage der PROAKTIVEN kommunikation seitens der "verdiener".

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Nov 28.03.2009, 21:24
309.

Zitat von porsche
Investitionen sind Kosten u. sind vor dem Gewinn getätigt worden. Laufen in die Kostenrechnung überwiegend als Abschreibungen, ebenso die zu zahlenden Zinsen. Was dann übrigbleibt geht in das Privateigentum der Eigentümer. Wenn nun die Einkommenssteuer so ist, wie sie bei uns eben ist, ist es möglich, dass ein cleverer Unternehmer während seines aktiven Berufslebens Milliarden Privatvermögen anhäufen kann. Das reicht dann allemal für eine 100 Millionenyacht, während gleichzeitig seine Arbeitnehmer Gehaltseinbussen erleiden.
Ich habe Google-Aktien. Und ich habe mir heute ein neues Regal und neue Schuhe gekauft. Muss ich jetzt ein schlechtes gewissen haben, weil einige "meiner" Beschäftigten in Mountain View derzeit Kurzarbeit haben?*


















*davon verdienen schließlich auch viele immernoch mehr als ich:\

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