Forum: Politik
Schräge Parteien-Websites: Willkommen in Einöd

Das ganze Netz lacht über die Web-Seite des SPD-Ortsvereins Engenhahn. Doch der Hohn ist ungerecht - viele Netz-Auftritte lokaler*Parteiverbände sehen aus, als*lebten die Macher im*vorigen Jahrhundert. Eine nicht ganz ernst gemeinte Hitliste der zehn*schrägsten Sites von CDU, SPD*und Co.

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Peter Sonntag 05.11.2011, 13:42
1. Dabei sein ist alles

Ja ja, so ist sie, die Basisdemokratie.

Die Ortsverbände diskutieren, streiten, beschließen - und meinen, sie machen große Politik.

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duggy 05.11.2011, 13:53
2. Ist ja auch nicht Hautpaufgabe eines Ortsvereins

Klar kann man sich über die Qualität einer OV-Homepage lustig machen. Aber das läuft doch übleicherweise wievolgt ab:

Die meisten Ortsvereinsmitglieder sind Generation 40+, haben nicht unbedingt Ahnung vom erstellen einer Website. Müssen sie auch nicht. Dennoch wollen sie sich gerne im Internet präsentieren. Also erstellt irgendjemand mit viertels-Wissen eine Webseite, sei es in Frontpage oder gar Word, vielleicht auch einer der Baukästen. Die Seite wird dann über Jahre "gepflegt", d.h. es kommen evtl. neue Inhalte aber sicherlich keine Überarbeitung.

Sieht nicht doll aus. Aber was tun? Vielleicht hat irgendjemand eine Tochter oder einen Sohn, der sowas machen kann (ich habe auch schon für einen OV eine Homepage erstellt), aber will der sich die 30 Stunden hinsetzen, sowas zumindest akzeptabel zu machen? Konstenlos? Oder soll der OV das bezahlen. Etwa schwarz?

Wenn ja, dann ist es plötzlich wieder Geldverschwendung, weil die Partei 1000 Euro für eine Homepage ausgibt, die immernoch nicht wirklich professionell ist.

Wird gar ein professionelles Unternehmen beauftragt, sind wir in ganz anderen Preisregionen.

Ich finde es OK so, insbesondere ist es mir lieber, eine Partei präsentiert ihre Inhalte schlecht im Internet als garnicht. Auf das Layout kann ich notfalls verzichten.

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Marginalius 05.11.2011, 13:58
3. ist doch ok

Ich find solche Internet-Seiten - wenn sie denn aktuell gehalten sind - ganz gut und für ihren Zweck völlig ausreichend.
Ich möchte mal die SpOn-Schlagzeilen sehen, wenn jeder dieser Ortsvereine wegen 5 oder 10 Klicks am Tag eine professionelle Web-Präsenz aus der Wahlkampfkostenerstattung durch den Steuerzahler finanziert bekommen hätte.

Viele Grüße

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seine-et-marnais 05.11.2011, 14:09
4. Kuckuck

Zitat von sysop
Das ganze Netz lacht über die Web-Seite des SPD-Ortsvereins Engenhahn. Doch der Hohn ist ungerecht - viele Netz-Auftritte lokaler*Parteiverbände sehen aus, als*lebten die Macher im*vorigen Jahrhundert. Eine nicht ganz ernst gemeinte Hitliste der zehn*schrägsten Sites von CDU, SPD*und Co.
Na und, ich bin im vorigen Jahrtausend geboren, bin ich deshalb 'schraeg'.
Bei den Beispielen finde ich nichts schockierendes. Besser wenn engagierte Mitbuerger mit ihren Kenntnissen, die nicht vollkommen sein muessen, etwas unentgeltlich unternehmen, als diese Kommunikationspolitik der Parteien auf hoeherer Ebene. Da wird fuer viel Geld Werbung betrieben wie toll, engagiert und erfolgreich sie sind, und es ist eh nur Wind dahinter.

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locate 05.11.2011, 14:10
5. Immerhin..

..tragen diese Seiten keine riesenhaften Flashungetümer mit sich herum. Das haben die Webseiten der diversen Ortsverbände SPON mehrheitlich voraus.

Die gezeigten Webseiten sind ausreichend funktional. Daß ein popeliger Ortsverband es sich nicht leisten kann, Tausende von Euro in ein durchdesigntes Prachtexemplar für die im Bezug auf Technik zwar ahnungslose aber von ihr umso begeisterte Inviertelspiesserklientel mit einem Hang zum Hochglanz zu investieren, dürfte auf der Hand liegen.

Es wäre aber sicherlich sinnvoll, wenn sich die Bundes- und Länderzentralen der diversen Parteien mit ihren Riesenbudgets anschicken würden, die Webseiten der Ortsverbände in bezug auf Design und Infrastruktur unter ihre Fittiche zu nehmen. Dann klappts auch mit der Corporate Identity.

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Gwylim 05.11.2011, 14:12
6. Form wichtiger als Inhalt?

Ich finde es ziemlich schäbig, daß "professionelle" Journalisten Spott und Häme ausschütten über "nichtprofessionelle" Webseiten anstatt sich um INHALTE zu kümmern anstatt um die Form der Präsentation.
Aber die Medienwelt ist wahrscheinlich schon so korrupt, zynisch und unverschämt, dass viele Journalisten sich schon lange von einem gewissen Berufsethos verabschiedet haben.
Der Grund warum ich übrigens noch SPON lese, sind nicht die Artikel, sondern die Kommentare in den Foren, habe dabei schon manche Perlen gefunden in Form von Links auf andere Websites (oft "unprofessionelle"). Perlen die ich bei SPON schon seit Jahren nicht mehr gesehen habe...

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muelli23 05.11.2011, 14:20
7. Sehr sympathisch

Zitat von sysop
Das ganze Netz lacht über die Web-Seite des SPD-Ortsvereins Engenhahn. Doch der Hohn ist ungerecht -
In der Tat, ich habe mir gerade so eine Homepage gemacht und mir ähnlich blöde Kommentare anhören müssen. Tatsächlich zeichnen sich "moderne HPs durch stark auftragende Dünnbrettbohrerei aus:

- Ein sinnloses Bild, evtl noch dauernd wechselnd
- Blasse Farben mit viel kleinem, grauen Text
- Einheitsbreite - fürs Handy zu groß, fürn Laptop zu klein
- Links sind kaum noch als solche zu erkennen
- Ohne Adblock kaum noch zu ertragen - wie auch der Spiegel

Und was man sucht, befindet sich im 3. Untermenü. Es spricht für die Parteiverbände, daß sie sich das Geld für die "professionelle" Ausführung gespart haben.

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plana 05.11.2011, 14:29
8. ...

Lieber MSDOS Optik als klickibunti mit Flash und Co.

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Marginalius 05.11.2011, 14:34
9. szettstrsts

Zitat von locate
Es wäre aber sicherlich sinnvoll, wenn sich die Bundes- und Länderzentralen der diversen Parteien mit ihren Riesenbudgets anschicken würden, die Webseiten der Ortsverbände in bezug auf Design und Infrastruktur unter ihre Fittiche zu nehmen. Dann klappts auch mit der Corporate Identity.
Nee. Das wär nicht machbar und ist auch vollkommen unnötig. Denn in manchen Ortsvereinen gibt es halt vielleicht zufällig einen Profi, der in seiner Freizeit die Homepage des Ortsvereins aufpoliert, alles in eine Flash-Anwendung packt und sonstwas. Und im Nachbarort ist vielleicht zufällig einer, der gerade noch halbwegs mit Framesets zurecht kommt und das auf diese Weise macht.

Beiden wäre nicht damit geholfen, wenn irgendeine Überorganisation da plötzlich Vorschriften macht.
Denn wenn die Überorganisation da ein paar Vorlagen vorschreiben würde, würde der aus dem einen Verein vielleicht garnicht damit zurechtkommen, wenn er da jeden Tag aktuelle Daten nachtragen muss, sich aber nur mit einfacher Frame-Gestaltung auskennt ... und dem aus dem anderen Ortsverein würde es vielleicht nicht passen, dass er jetzt einen Rückschritt machen soll.

Die Ortsvereine sollen das mal ruhig alleine weitermachen. Die wissen genau, was vor Ort notwendig ist und welchen Aufwand sie für gerechtfertigt halten. Soweit ich weiß, bietet ja z.B. die SPD auf ihrer Homepage Website-Vorlagen für Ortsvereine an, aber wenn die Ortsvereine die nicht verwenden wollen, aus welchen Gründen auch immer, soll das OK sein. Das würde auch sehr schnell sehr langweilig und eintönig werden und gerade diese Unifomität, Abgeschliffenheit und Langweiligkeit so ganz ohne Ecken und Kanten wird ja an den Parteien ansonsten immer zu recht vorgeworfen.

Viele Grüße

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