Forum: Politik
Schröders Teilzeitvorschlag - die Lösung für das Pflegeproblem?

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt. Familienministerin Schröder will nun Berufstätige unterstützen, die Angehörige zuhause pflegen - mit einer Art Arbeitszeitkonto. Ein guter Vorschlag?

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Morotti 30.03.2010, 19:35
1.

Zitat von sysop
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt. Familienministerin Schröder will nun Berufstätige unterstützen, die Angehörige zuhause pflegen - mit einer Art Arbeitszeitkonto. Ein guter Vorschlag?
Wozu macht Ihr ein Thema auf, wenn Ihr zensiert wie zu Ostzeiten?

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T. Wagner 30.03.2010, 19:35
2.

Zitat von sysop
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt. Familienministerin Schröder will nun Berufstätige unterstützen, die Angehörige zuhause pflegen - mit einer Art Arbeitszeitkonto. Ein guter Vorschlag?
Nein, denn es sind ihre ganz persönlichen Angehörigen. Nicht die ihres Chefs, nicht die der Allgemeinheit. Sie kümmern sich entweder selbst darum - ohne Ausgleich auf dem Arbeitszeitkonto -, oder sie überlassen diese Pflege Profis, die dafür bezahlt werden. Dafür hat man im übrigen in die Pflegeversicherung einbezahlt!

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Transmitter 30.03.2010, 19:38
3. Schweiz ist auch hier Vorbild!

Zitat von sysop
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt. Familienministerin Schröder will nun Berufstätige unterstützen, die Angehörige zuhause pflegen - mit einer Art Arbeitszeitkonto. Ein guter Vorschlag?
Warum machen wir es nicht - endlich - wie die Schweiz? Da kann jeder 10, 30 oder meinetwegen 80 Prozent seiner Arbeitsleistung "verkaufen" und bekommt sein "Bruttogehalt" zu 95 Prozent aufs Konto. Abgezogen wird nur ein geringer Pflichtbeitrag zur staatl. Arbeitslosenversicherung.

Jeder Arbeitnehmer in der Schweiz wählt und bezahlt seine eigene Krankenkasse und bezahlt seine Steuern sowieso selbst. Ein Arbeitsplatz (mit 42 Stunden offizieller Arbeitszeit / Woche) kann - und wird - im Zweifel mit drei, vier Mitarbeitern besetzt. Individueller gehts nicht und Arbeitnehmer wie -geber sind allesamt happy.

Warum so ein Verfahren in Deutschland von allen etablierten Politikern und Institutionen (von Arbeitgebern, Gewerkschaften bis Kirchen) heftigst abgelehnt wird, liegt auf der Hand. Auch Schröder will daran ja nichts grundsätzlich ändern.

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traveller81 30.03.2010, 21:20
4.

Zitat von Morotti
Wozu macht Ihr ein Thema auf, wenn Ihr zensiert wie zu Ostzeiten?
Vielleicht ist manches, was Sie schreiben, für die Foristen nicht zumutbar?

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dieterschg 30.03.2010, 21:30
5.

Zitat von T. Wagner
Nein, denn es sind ihre ganz persönlichen Angehörigen. Nicht die ihres Chefs, nicht die der Allgemeinheit. Sie kümmern sich entweder selbst darum - ohne Ausgleich auf dem Arbeitszeitkonto -, oder sie überlassen diese Pflege Profis, die dafür bezahlt werden. Dafür hat man im übrigen in die Pflegeversicherung einbezahlt!
Nur ist ja auch bekannt, dasss die nicht reicht. Ich habe gehört der Höchssatz Pflegestufe 4 liegt bei 1.250.-€, ein solcher Pflegeplatz in einem fast guten Altenheim zwischen 3.000,- und 4.500.-€.

Ihnen ist schon klar, dass zunächst die Kinder und Verwandten dafür zur Kasse gebetebn werden, - also welche Alternative sehen Sie?

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Priest 30.03.2010, 22:00
6.

Im Grunde ist es zu begrüßen, wenn Berufstätige unterstützt werden die ein pflegebedürftiges Familienmitglied haben.

ABER ich wette es wird auf den Grad der Pflegebedürftigkeit hinauslaufen. Nehmen wir an mein Vater bräuchte Pflege, wie Pflegebedürftig muss er sein, damit ich von den Plänen der Ministerin profitieren kann? Reicht es wenn er das Haus nicht mehr eigenständig verlassen kann? (Kaum anzunehmen)
Wenn er sich nur schwer in den eigenen 4 Wänden bewegen kann? (Hier wäre es angebracht, aber aus Erfahrung mit dem Pflegesystem sage ich, es wird kaum so kommen)
Er ist Bettlägerig! Hier würde man wahrscheinlich von den Plänen profitieren und hier wäre es beinahe sinnlos, da weder ich und ich denke auch 80-90% der Berufstätigen nicht in der Lage sind eine ans Bett gefesselte Person ohne professionelle Hilfe zu betreuen.

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SIBO 30.03.2010, 22:21
7.

Zitat von Morotti
Wozu macht Ihr ein Thema auf, wenn Ihr zensiert wie zu Ostzeiten?
Habe ich heute auch schon festgestellt. Unglaublich, und es nervt.

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rabenkrähe 30.03.2010, 22:27
8.

Zitat von sysop
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt. Familienministerin Schröder will nun Berufstätige unterstützen, die Angehörige zuhause pflegen - mit einer Art Arbeitszeitkonto. Ein guter Vorschlag?
......

Grundsätzlich ist der Vorschlag gut, sein einziger Hasenfuß ist der, daß er auf die Pflege beschränkt sein soll.
Wir haben für eine Industrienation peinlich viele Arbeitslose, da gibt es nur eine Lösung: Deutliche Reduzierung der Arbeitszeit bei weitgehendem Lohnausgleich, wenn soziale Aufgaben im Maß der Zeitersparnis übernommen werden.
Warum dauert es so lange, bis das endlich umgesetzt wird?
rabenkrähe

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monotram2 31.03.2010, 02:17
9.

Zitat von sysop
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt. Familienministerin Schröder will nun Berufstätige unterstützen, die Angehörige zuhause pflegen - mit einer Art Arbeitszeitkonto. Ein guter Vorschlag?
Nein. Es kommt immer wieder vor das Pflegebedürftige von Familienmitglieder nicht ausreichend versorgt werden oder es zu Vernachlässigung und Übergriffen kommt, weil eben nicht jeder dieser Belastung gewachsen ist. Eine professionelle Pflegekraft hat nicht nur die entsprechende Ausbildung, sondern auch den nötigen emotionalen Abstand.
Dank des niedrigen Durchschnitts-Realeinkommens bzw. geringer Häuslebauquote hier in Deutschland, werden auch die wenigsten den Platz bzw. die entsprechenden Räumlichkeiten haben (Parterre, Fahrstuhl, geräumiges Bad etc.pp.)
Und wie schon jemand sagte: Warum zahlen wir in die Pflegeklasse? Bald werden wir uns die wenigen Kinder vorn an den Bauch schnallen, Oma und Opa an den Rücken und damit zur Arbeit :/. Frage: Wo ist noch der soziale Aspekt in diesem Staat, und was wird mit meiner Steuer-, und Sozialversicherungs-Kohle gemacht? Nicht jeder möchte sich den Po von einem Angehörigen wickeln oder bar jeder Kleidung von ihnen in die Wanne tunken lassen.

Dann schon lieber ein Ausbau des betreuten Wohnens, für die die noch einigermaßen beieiander sind und auch für ärmere Rentner. Freizeitangebote, Appartment-Hund, Bio-Essen auf Rädern, Teetrinken mit der Nachbaroma und Augenzwinkern mit dem Senioren vom 3. Stock - würde mir besser gefallen, als in 30 Jahren im Besenschrank meines Sohnes zu verschwinden und die Wand anzuglotzen. In Heimen tun die nämlich auch nichts anderes als die PflegerInnen rumzuscheuchen, weil ihnen langweilig ist und der Demente von nebenan nichts zur Unterhaltung beiträgt.

Kurz: Schnapsidee. Wie sooft.

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