Forum: Politik
Schuldenkrise in Italien: Italiener wollen den Euro behalten
DPA

Die Euro-Zone ohne Italien? Die Italiener sind laut einer Umfrage nicht für einen Euro-Ausstieg ihres kriselnden Landes. Beppe Grillo hatte ein Votum ins Gespräch gebracht. Er kündigte jetzt an, sich aus der Politik zurückzuziehen, sollte seine Bewegung mit einer Regierung Bersani koalieren.

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malocher77 11.03.2013, 11:32
20. Italien

Bleibt drin solange EZB fleißig ihre Staatsanleihen kauft, wenn sie die tatsächlichen Zinsen zahlen müssten, dann würde es anders aussehen.
Und wir haften schön mit einem Drittel an den Ankäufen, und keiner von den Südstaaten angefangen bei Griechenland bis Italien werden die Schulden jemals bezahlen können.
Willkommen bei EUsssr und versteckten Eurobonds.

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sichersurfen 11.03.2013, 11:38
21. Druckpotential oder Diktat

Zitat von analysatorveritas
Wer sitzt am längeren Hebel, wer hat ein größeres Druckpotenzial? Die wenigen noch einigermaßen leistungsfähigen und Eurovolkswirtschaften....
Sie überraschen mich. Bisher wird nicht von einem Druckpotential Deutschlands, sondern häufig sogar von einem Diktat gesprochen. So wirkt nämlich ein Wort der Kanzlerin der mächtigsten Volkswirtschaft in Europa. Und obwohl unsere Kanzlerin ja äußerst spärlich mit Worten umgeht, wirken bereits wenige Worte wie ein Diktat.

Und wenn Sie mal genau schauen, sind Sie dann sicher, daß die Risiken, die Lasten und die Folgen nur die deutschen Bürger tragen?
Beinahe ausschließlich tragen zumindest die Lasten und Folgen bereits heute fast vollständig die Bürger der Südländer. Sie tragen derzeit keinerlei Lasten oder Folgen der deutschen Politik. Sie jammern nur und überzeichnen völlig Zukunftsrisiken.

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lillybeth 11.03.2013, 12:50
22. optional

Für die stärkere EU länder unter uns ist es besser dass Griechenland Irland Portugal und Italien AUS der EU ziehen..Es wird wesentlicht sicherer und billiger für uns alle.

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patrickbachofner 11.03.2013, 12:56
23. optional

das rad bzw die welt dreht sich auch ohne euro weiter. wir haben einfach genug vom raubtier-kapitalismus angelsaechsischer praegung, der sich leider auch in europa durchgesetzt hat. dieses system hat keine zukunft. das hat auch und gerade unser m5s begriffen. und darauf bauen wir.

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Nevermeind 11.03.2013, 13:12
24.

Zitat von analysatorveritas
(...) Die wenigen noch einigermaßen leistungsfähigen und Eurovolkswirtschaften sicherlich nicht, (...)
Deutschland hat nicht nur 80 Millionen Fussballtrainer, sondern auch genauso viele Wirtschaftsfachleute. Naja, in Italien ist es nicht wirklich anders
Ich denke mit meinem vielleicht etwas minderbemittelten gesunden Menschenverstand, dass Ihr Satz falsch ist. Natuerlich sitzen " einigermaßen leistungsfähigen und Eurovolkswirtschaften" am laengeren Hebel. Und zu denen gehoert nun mal auch Italien, auch wenn es gerne anders dargestellt wird - Italien ist nun mal die drittgroesste Wirtschaftsmacht Europas, steht im Automatikmaschinenbau sogar weltweit hintger Deutschland (1) und USA (2) an dritter Stelle.

Otto Normal in Deutschland hat ein voellig falsches Bild von Italien und uebrigens auch von Deutschland. Beide Laender gehoeren jeweils nur zu einem Teil (auch bei Deutschland ist es der kleinere geographische Anteil) zur sogenannten "Blauen Banane":
Blaue Banane
Den Austritt Italiens aus dem Euro sollte sich auch in Dedutschland wirklich niemand wuenschen, der finanziell nicht sehr gut gestellt ist und keinen Immobilienbesitz hat.

Die Maer vom deutschen Fleissarbeiter, der das Dolce Vita der angeblichen faulen Suedlaender unterstuetze, ist an Volksverdummung kaum zu ueberbieten. Mal abgesehen davon, dass in keinem Land so wenig bei so hohen Loehnen gearbeitet wird wie in Deutschland, ist es halt nun mal so, dass der deutsche Steuerzahler die Zinsgewinne der deutschenb Banken zahlt, und zwar, jeweniger er selbst hat, im Verhaeltnis umso mehr.

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kantundco 11.03.2013, 13:33
25. Kein Wunder...

... das Volksvermögen hat im Gegensatz zum Staatsvermögen ja nicht unter dem Euro gelitten. Die Median liegt dort lt. einer europaweit durchgeführten Studie bei rd. 160.000,- € (das heißt die Hälfte der Bevölkerung hat mehr als diesen Betrag, die andere weniger als Vermögen). In Deutschland liegt der Betrag schätzungsweise bei der Hälfte, die Ergebnisse der Studie dazu werden aber zurückgehalten, wohl weil sie politisch zu viel Sprengstoff birgt. In Italien wurde sie aber veröffentlicht. Danach hat das Nettoprivatvermögen der Italiener in den Jahren der Krise jährlich um 5% zugelegt. Trotz schlechter Wirtschaftszahlen. Solange der Umverteilungsprozess noch funktioniert, werden die Italiener die Sparmaßnahmen kaum spüren. Vorher wäre ein Euro-Ausstieg relativ dumm. Nur der italienische Staat sieht schlecht aus.

http://www.ecb.int/home/html/researcher_hfcn.en.html

http://www.propagandafront.de/1160930/ein-politisch-zu-brisantes-geheimnis-italiener-sind-doppelt-so-vermogend-wie-die-deutschen.html

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Nevermeind 11.03.2013, 14:09
26.

Zitat von analysatorveritas
(...) geordnet in ein Wechselkurssystem mit nationalen Währungen zurückführen.(...)(]
Das wird ja gerne als Allheilmittel verschrieben: "Wenn ein Land nicht mehr wettbewerbsfaehig ist, korrigiert es dies durch Aenderung der Wechselkurse". Dabei wird aber unterschlagen, dass Unternehmen nicht nur verkaufen sondern gegen Valuta auch einkaufen muessen. Ich kann mich an den Winter 1992/1993 erinnern. Schon damals lebte ich in Italien. Bis zum Herbst 1992 kostete eine Mark zirka 700 Lire, dann wurde die Lira ploetzlich (Amato-Manoever) auf 1000 Lit/1 Mark abgewertet (bei dem Kurs blieb es dann bis zum Euro). Weiss heute kaum noch jemand und war gar nicht lustig - fuer Leute wie mich bedeutete das erst mal drei Monate Aussetzung der Gehaltszahlungen und Ausfall des Weihnachtsgeldes.

Bei einer gemeinsamen Waehrung kann man mangelnde Nachfrage individuell durch Preissenkungen ausgleichen. Wenn der Staat aber die eigene Waehrung abwertet, kann ich meine mangelnde Kaufkraft im Ausland nicht so ohne weiteres durch Preiserhoehungen wiederherstellen.

So wie der Euro eingefuehrt wurde, war es falsch. Aber man sollte jetzt nicht noch einen draufsetzen und wieder zu nationalen Waehrungen zurueckkehren - das haette Folgen, die wirklich niemand mehr abschaetzen kann!

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ratschbumm 11.03.2013, 14:14
27. dacht ich es mir doch glatt genauso.

Zitat von kaksonen
... das Foto neben der Kurzfassung zeigt einen Clown?
Lieber Beppe,
liebe Rest-Clowns,

bitte verzeiht mir, aber wenn ich meine ehrliche Meinung geschrieben hätte wäre ich schon wieder SPON-exkommuniziert worden.

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eigene_meinung 11.03.2013, 18:03
28. logisch!

Die Italiener profitieren vom Euro. Deshalb wollen sie ihn behalten, aberr natürlich ohne sich dafür anstrengen zu müssen.

Für die Deutschen ist es genau umgekehrt. Sie haben vor allem Nachteile und müssen sich vermehrt anstrengen, ohne davon zu profitieren.

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Nevermeind 11.03.2013, 20:11
29.

Zitat von eigene_meinung
(...) Für die Deutschen ist es genau umgekehrt. Sie haben vor allem Nachteile und müssen sich vermehrt anstrengen, ohne davon zu profitieren.
Der groesste Euro-Profiteur ist Deutschland. Deutschland wurde dank derguenstigen DM-Euro-Umrechnung zum Exportweltmeister, die Mark haette damals (2001) eigentlich aufgewertet werden muessen. Italien hat auch profitiert, aber weniger als Deutschland.

Deutschland und Italien sind gegenseitig die wichtigsten Handelspartner. Es waere vollkommener Unsinn, wenn diese beiden Laender rumstritten, aber das weiss die Industrie auch.

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