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Schuldenkrise: Koalition streitet über Finanztransaktionssteuer

Eine Finanztransaktionssteuer auf Ebene der EU-Länder? Die FDP hält nicht viel von dem Vorschlag von Minister Schäuble - und erklärt den Plan für gescheitert.

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dionysos74 02.09.2011, 09:31
20. Gar nichts würde reguliert werden,

Zitat von rabenkrähe
........ Irrtum: Durch die Transaktionssteuer werden Turbohandel und bestimmte Spekulationsunarten unattraktiv. Ergo kann damit perfekt reguliert werden und satte Einnahmen gibt es obendrauf. Die Tranaktionssteuer ist bei der heutigen Entartung der Märkte ein Muß! rabenkrähe
weil die Geschäfte dann entweder über USA/Fernost oder auf dem OCT-Markt ablaufen würden (was bei Derivaten ja ohnehin der Fall ist). Hinsichtlich "Regulierung" würde sich nichts ändern, wohl aber würden die regulären Steuereinnahmen sinken, die auch jetzt schon durch Finanzgeschäfte fällig werden. Das heißt, unterm Strich wären nicht mehr, sondern weniger Steuereinnahmen die Folge einer Transaktionssteuer.

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dionysos74 02.09.2011, 09:51
21. Was dagegen spricht

Zitat von enzo_r
Es ist noch schlimmer: International werden täglich etwa 2 Billionen US-Dollar umgesetzt, wovon nur etwa 2 Prozent für Handel und Dienstleistungen nötig sind. Eine Finanztransaktionssteuer von 0,1% würde davon jährlich 700 Miliarden abschöpfen. (Das wird natürlich schnell weniger, da diese Maßnahme ja langfristige Anlagen fördert). Kapitalflüsse in und aus Länder(n) / Steueroasen, die bei dieser Steuer nicht mitmachen, werden mit 5% besteuert. Was spricht dagegen?
Zunächst mal würde der fällige Steuerbetrag einfach an den Kunden weitergereicht, d.h., Renditen von Lebensversicherungen, Alterssicherungsfonds, Aktiendepots etc. würden deutlich sinken. Man kann sich das leicht vorstellen: bei einer Garantieverzinsung einer Lebensversicherung geht man von etwa 2-3% pro Jahr aus. Selbst wenn nur einmal im Monat das Depot angepaßt würde, wären dabei pro Transaktion zweimal 0,1% Steuer fällig (einmal für den Kauf, einmal für den Verkauf). Das macht pro Jahr 2,4%! Da bleibt für die Rente nicht mehr viel übrig.

Als weiteres Problem würden alle Absicherungsgeschäfte, bei denen z.B. Währungen, Futures, Optionen und andere Derivate gehandelt werden, ebenfalls verteuert, was jeden Exporteur belasten würde, aber auch jedes Unternehmen, daß Rohstoffe für die Zukunft kaufen muß, wie z.B. Fluggesellschaften, die heute bereits den Preis für das Ticket kalkulieren müssen, mit dem der Kunde in den Winterurlaub fliegen will. Keiner weiß heute, wo der Ölpreis im Dezember steht. Also muß der Reiseunternehmer sich gegen steigende Ölpreise absichern. Die Transaktionssteuer darauf verteuert das Endprodukt, also das Flugticket in diesem Fall.

Als drittes würde durch den Rückgang der Liquidität die Volatilität der Preise verstärkt, d.h. Preise von Öl, Weizen, Mais etc. würden größere Sprünge (in beiden Richtungen) machen, was letzenendes wieder den Endverbraucher belasten würde.

Diese Finanztransaktionssteuer ist eine ultralinke Idee aus den 70-er Jahren, also ein uralter Hut. Sie wurde immer wieder diskutiert, aber nach gründlicher Überlegung wieder zu den Akten gelegt, um von der nachfolgenden Generation wieder ausgegraben zu werden.

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wm_mit_jan 02.09.2011, 09:51
22. wundert Sie das ........

Wie kommt es jetzt, dass mich diese Meldung so gar nicht wundert.
Der Rösler und die gesamte FDP weiß halt immer noch, wo/wer ihre Klientel ist.
Die Steuer würde natürlich auch 'einfache' Kleinaktionäre betreffen. Doch wieviele Trades machen diese im Monat/Jahr/Leben? Und wieviele im Vergleich dazu professionelle Zocker äh ... Finanzprofis in der Sekunde/Minute??

Mit dem Argument der weltweiten Harmonisierung (ja, es gibt Finanzplätze außerhalb der EU/Europas) lässt sich jede JEDE Regulierungsmassnahme elegant verhindern.
.... wir wären ja so sehr dafür, aber die Bösen anderen wollen einfach nicht mitmachen ...... wie schade

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dionysos74 02.09.2011, 10:01
23. Merkwürdige Logik

Es wird hier von einigen Foristen als positiv herausgestellt, daß hohe Handelsaktivitäten an den Finanzmärkten durch eine Finanztransationssteuer eingedämmt würden. Damit würde diese Steuer Handelsaktivitäten bestrafen. Aber mit welchem Recht eigentlich? Niemand fordert z.B. eine spezielle Steuer auf den Handel mit Autos, damit nicht so fürchterlich viele davon unsere Straßen verstopfen. Auch eine solche Steuer würde doch zu mehr Steuereinnamen führen, oder etwa nicht? Dann könnte man noch den Handel mit allem Möglichen zusätzlich besteuern, wenn man schon mal dabei ist - Zigaretten, Schnaps, Pornographie .... warum also nur Finanzprodukte einer Sondersteuer unterstellen?

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sanibel 02.09.2011, 10:03
24. Bank ist nicht gleich Bank

Zitat von dionysos74
Alles und jeder, der Kredite bräuchte. Würden in D alle Finanzbetriebe schließen, müßte jeder - egal ob Privatmensch oder Firma - ins Ausland gehen, um sich einen Kredit zu holen. Zu welchen Konditionen der dann vergeben wird, kann man sich auch ohne Fantasie leicht ausmalen. Mir persönlich wäre das reichlich egal, da ich keinen Kredit benötige. Aber das ist ja nicht überall so.
Sparkassen und Landesbanken würden wohl schwerlich auswandern und auf Monster wie Deutsche Bank, die schon einen Großteil ihrer Geschäfte im Ausland abwickelt, könnte man wahrscheinlich verzichten.

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andrea heil 02.09.2011, 10:26
25. Soweit richtig, aber

Zitat von National-Oekonom
Fragen Sie Schäuble und Merkel - und die werden ihnen natürlich nicht erklären können, warum eine Börsenumsatzsteuer "schädliche" Spekulationen verhindert. Es gibt einen speziellen Aspekt, den wahrscheinlich Merkel, Schäuble, Steinbrück etc. nicht kennen: Banken betreiben sog. ALGO/HFT - High Frequency-Trading. Wenn Sie Aktien kaufen wollen, dann sehen die "ALGOS" d.h.....
..was Sie hier verschweigen, ist die Tatsache, dass die Zahl der Kleinanleger nicht mal im Promill-Bereich auszudrücken ist. Großanleger und die Banken im Eigenhandel, das sind die Player, nicht Omma Müller. ich denke aber, zumindest wenn ich Ihre anderen Beiträge lese, dass Sie dies genau wissen und hier nicht ehrlich sind.

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wm_mit_jan 02.09.2011, 10:59
26. keinen Deut besser

Zitat von dionysos74
.... Zigaretten, Schnaps, Pornographie .... warum also nur Finanzprodukte einer Sondersteuer unterstellen?
Hat die Zigarettenindustrie, die Schnapsindustrie, das pornographische Gewerbe zu Rettungsschirmen geführt? Ehemalige Tigerstaaten an den Rand der Insolvenz gebracht?
Die Schuldenkrise allgemein verschärft?

Desweiteren werden die ersten beiden wegen der erwiesenenen Schädigung bereits extra besteuert, warum nicht auch die Finanzbranche ?
Und Bitte jetzt nicht als Argument die Segnungen der Finanzbranche bringen, den die Versorgung des Mittelstandes/Kleingewerbes bzw. privater Hauskäufer mit Krediten ist für die 'Global Player' längst "Peanuts". Der betroffene Raucher/Trinker hält die Zigaretten/Schnapsindustrie natürlich auch für "systemrelevant". Von Pornos ganz zu schweigen .......

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kdshp 02.09.2011, 11:16
27. Finanztransaktionssteuer find ich gut!

Zitat von sysop
Eine Finanztransaktionssteuer auf Ebene der EU-Länder? Die FDP hält nicht viel von dem Vorschlag von Minister Schäuble - und erklärt den Plan für gescheitert.
Hallo,
na und! Wenn die CDU/CSU und vorallem frau merkel (CDU) wollen dann machen die das. Als wenn die die FDP dazu fragen würden ob oder ob nicht man was macht. DAS das die FDP noch nicht gerafft hat das sie in dieser regierung nichts/000 zu sagen hat?

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kdshp 02.09.2011, 11:18
28. Finanztransaktionssteuer find ich gut!

Zitat von sysop
Eine Finanztransaktionssteuer auf Ebene der EU-Länder? Die FDP hält nicht viel von dem Vorschlag von Minister Schäuble - und erklärt den Plan für gescheitert.
Hallo,
na und! Wenn die CDU/CSU und vorallem frau merkel (CDU) wollen dann machen die das. Als wenn die die FDP dazu fragen würden ob oder ob nicht man was macht. DAS das die FDP noch nicht gerafft hat das sie in dieser regierung nichts/000 zu sagen hat?

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sanibel 02.09.2011, 15:23
29. Vielleicht hilft es ja..

Zitat von dionysos74
Es wird hier von einigen Foristen als positiv herausgestellt, daß hohe Handelsaktivitäten an den Finanzmärkten durch eine Finanztransationssteuer eingedämmt würden. Damit würde diese ......
ein bisschen zu differenzieren: Spareinlagen verwalten, Kredite vergeben, Aktien im Auftrag kaufen und verkaufen: hier braucht es keine Finanztransaktionssteuer. Aber alle anderen "Finanzprodukte" (angelegt zum Zwecke den Käufer übers Ohr zu hauen) oder gar Eigenhandel der Banken mit Aktien und Derivaten oder Zertifikaten sollten mit spürbaren Abgaben (wie immer man sie dann nennen würde) belastet werden. Das würde vielleicht dazu beitragen können, die manipulativen Aktivitäten einzudämmen. Ein dauerhaftes Verbot von Leerverkäufen wäre wohl auch eine Maßnahme, um unsinnige "Trades" zu unterbinden.

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