Forum: Politik
Schuldenland Italien: Die Schnorrer von Rom
REUTERS

Wie soll man eine Nation nennen, die erst die Hand aufhält, um sich ihr schönes Leben von anderen finanzieren zu lassen - und dann ihren Geldgebern droht, wenn diese die Rückzahlung der Schulden anmahnen?

Seite 18 von 30
tomymind 24.05.2018, 18:27
170.

Zitat von Europa!
Der Tonfall des Kommentars ist leider antieuropäisch und ressentimentgeladen. So spricht man nicht über seine Nachbarn. Vorurteile über das "Dolce far niente" musste schon Goethe kassieren, als er endlich ins Land seiner Sehnsucht kam. Diese Mängel entwerten die durchaus zutreffenden Zahlen leider erheblich. Die Frage bleibt, ob nicht die Deutschen und vor allem Merkel & Co. etwas falsch machen, da sie in Europa inzwischen fast völlig alleinstehen. Wenn man das billige Geld beherzt genutzt hätte, um unsere Infrastruktur zu verbessern, stünden wir vermutlich alle ein wenig besser da.
"antieuropäisch" Sind sie Politiker? Es geht noch nicht einmal um die EU, sondern um die Euro-Zone.
Aber wie EU-Politiker deutsche Politiker, deutsche Medien reden sie von Europa.
Nein! Es geht höchstens um die Eu.

Beitrag melden
Referendumm 24.05.2018, 18:27
171. Große Mächte - 2

Zitat von vox veritas
Die Einen schnorren Geld, die Anderen schnorren militärische Sicherheit.
und die Dritten überfallen ständig souveräne Staaten, um sie auszurauben und so den eigenen Wohlstand zu vermehren.

Da fragt man sich, was besser ist.

Beitrag melden
rainerheinrich 24.05.2018, 18:27
172. Habe ich Sie richtig verstanden.

Zitat von Europa!
Der Tonfall des Kommentars ist leider antieuropäisch und ressentimentgeladen. So spricht man nicht über seine Nachbarn. Vorurteile über das "Dolce far niente" musste schon Goethe kassieren, als er endlich ins Land seiner Sehnsucht kam. Diese Mängel entwerten die durchaus zutreffenden Zahlen leider erheblich. Die Frage bleibt, ob nicht die Deutschen und vor allem Merkel & Co. etwas falsch machen, da sie in Europa inzwischen fast völlig alleinstehen. Wenn man das billige Geld beherzt genutzt hätte, um unsere Infrastruktur zu verbessern, stünden wir vermutlich alle ein wenig besser da.
Sie schlagen also vor es den Italienern gleich zu tun.
Wer soll dann die Schulden letztendlich bezahlen? Haben Sie
eine Idee?

Beitrag melden
fotos 24.05.2018, 18:28
173. Mein Kompliment

für diesen Artikel.
Beachtenswert auch die Kommentare die meinen ein Land das mit 130% seiner Wirtschaftsleistung verschuldet ist wäre erfolgreich.

Beitrag melden
puma1 24.05.2018, 18:29
174. Vielleicht sind aber auch der Euro . . .

. . . die ewige Rettung desselben, die damit verbundenen Gesetzesbrüche und die desaströse EZB-Politik Schuld an dieser Misere und nicht so sehr die Nation Italien!? Eine Nation Italien mit der Lira als Währung hätte sicher seit 2002 bereits mindestens 2-3 mal kräftig abgewertet um sich wenigstens zum Teil zu entschulden. Das ist dank Euro jetzt vorbei. Dann hält man halt die Hand auf und irgend einer (meist die Deutschen) zahlt dann die Zeche. Zahlt er nicht, wird mit EU/Euro-Austritt gedroht. Somit ist die ganze EU dank Euro und zig facher Verletzung der Maastricht-Kriterien erpressbar geworden. Sparen ist out, es lebe das Schuldenmachen - bis zum Knall. Dann hat der Euro fertig und das wäre gut so.

Beitrag melden
missisross 24.05.2018, 18:30
175. Referendum und RAUS!

Ich als Italienerin unterschreibe sofort! Freiheit !! Liberta'!

Beitrag melden
Haudegen 24.05.2018, 18:34
176. Die Konstrukteure des Euro sind selbst Schuld, weil ...

viel zu blauäugig. Mit Mario Draghi hat man einen Italiener an die Spitze der EZB gestellt, dessen Geldpolitik nicht nur deutsche Lebensversicherungen wertlos gemacht hat. Zinserhöhungen wären nur möglich, wenn Italiens Bürger ( und nicht nur die ) von der dortigen Politik zur Rückzahlung der Schulden beitragen müssten. Das ist genauso utopisch, wie eine tatsächliche Solidarität in Deutschland, die bewusst von der hiesigen Politik nicht gewollt wird (sieht man z.B. an der Pflegeversicherung, die momentan alleine von gesetzlich Krankenversicherten bezahlt werden soll - die deutsche politische Moral ist somit wenig geeignet, um mit den Fingern auf andere Staaten, z.B. Italien zu zeigen). Die EU-Politik hat falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte. Warum z.B. Draghi? Deutschland hat am meisten Schuld, weil es an das Gute im Menschen glaubte wie kein anders Land. Dazu haben wir in Deutschland die meisten Mietwohnungen und die geringsten Renten im Vergleich - besonders bei den Frauen. Die Italiener lachen sich ins Fäustchen und Deutschland - sowie auch Frankreich - stehen da wie dumme Tröpfe. Das alles gibt den Euro-Skeptikern weiteren Auftrieb ... und die Wirtschaft im Euro-Land schwächelt auch. Beste Aussichten. Wir schaffen das! MfG

Beitrag melden
melnibone 24.05.2018, 18:35
177. Waren Sie schon mal ...

Zitat von schwaebischehausfrau
...die so doof ist wie Deutschland, und den (was Privatvermögen der Bevölkerung angeht) viel reicheren südeuropäischen Staaten, die Rechnung für deren Dolce Vita bezahlt, nur weil es in diesen Ländern jahrhundertelang "Tradition" ist, durch Schwarzarbeit, Steuerzahl-Allergie, Reformverweigerung und horrende Korruption den eigenen Staat verarmen zu lassen und dieses Lebensgefühl dann auch noch als "schützenswertes italienisches/griechisches Weltkulturerbe" anzumelden - zu finanzieren bitteschön von den viel ärmeren Bürgern der Staaten mit einer höheren Steuermoral und Reformbereitschaft (siehe Agenda2000). No Problem: Wenn einem die Argumente dafür ausgehen, nennt man das einfach "Europäische Solidarität" , also daß ärmere Bürger der nördlichen EU-Staaten solidarisch sind und dafür zahlen, dass den reichen Italienern eben Steuerzahlen oder gar eine Vermögensabgabe einfach nicht zuzumuten ist - schon aus Mentalitätsgründen nicht. Ist so wie wenn 10 Parteien in einem Haus wohnen und die reichste Partei zwar 4 Lambos in der Garage stehen hat, aber seine Nachbarn mit VW Polo in der Garage dann wegen Zahlungsunfähigkeit anschnorrt, seinen Anteil am Hausgeld für Müllabfuhr und Wasserwerk doch bitte zu zahlen, weil der Unterhalt von 4 Lamborghini nun mal ziemlich teuer ist. Demnächst retten wir sicher auch noch Liechtenstein, Luxemburg und die Cayman Islands. Wie der "Button" heisst, auf den man drücken muss, wenn Merkel sich erstmal ziert und nicht sofort das Scheckbuch mit den Steuergeldern ihrer Untertanen zückt, weiß die ganze Welt: Einfach an "die besondere Verantwortung Deutschland's für den Frieden in Europa und auf der ganzen Welt" appellieren. Die Nummer zieht immer. P.S.: Nicht nur beim Vermögen + Ersparten sind die Deutschen viel ärmer als ihre südeuropäischen Cousins. Auch bei der Durchschnittsrente liegt Deutschland seit Jahren ganz hinten unter allen OECD-Ländern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutsche-rentner-sind-aermer-als-andere-europaeer-a-896756.html
in Italien?
Ich empfehle ihnen wärmstens den Süden Italiens plus Sizilien.
Da können Sie ihre Luxuslimosinen-Theorie wärmstens nachvollziehen.
Das stimmt an keiner Ecke ... da ist Armut mit Suppenküchen.
Unsere Tafeln sind da Lebensmittel-Tempel.
Ich glaube sie haben ein bischen Recht: wenn man den Untersten sozialen Standard statistisch in der BRD heranzieht und der europäischen Eigenimmobilenquote gegeüberstellt ... aber völlig außer Acht lässt, wie Reich die BRD ist.
Und wo die Vermögen und somit die Statistik ... abzuleiten sind.
Die Reichen sind in Deutschland und der deutsche Staat ist der Versager auf kompletter Linie.
Da mag man Kotzen.

Beitrag melden
jan_huus 24.05.2018, 18:35
178.

Zitat von alcapone0815
Herr Fleischhauer, ich hoffe, dass Sie in Ihrem Leben irgend wann einmal diesen penetranten Italienhass ablegen, und ihr Leben wieder geniesen können. Nur so nebenbei schnorrt Italien überhaupt nichts, denn als Nettozahler finanziert Italien genauso die EU wie Deutschland, es ist sogar so, dass in manchen Jahren Italien pro Kopf gerechnet mehr einzahlt als Deutschland...Wer finanziert hier wen? Und was haben die Staatsschulden Italiens mit Deutschland zu tun? 90% dieser Schulden hat Italien bei der eigenen Bevölkerung. Deutschland hat in absoluten Zahlen eine ähnlich hohe Verschuldung, aber davon leider die meisten im Ausland. Die deutschen Schnorrer profitieren exakt gleich vonm Nidrigzins wie Italien, da auch Deutschland rund 40 Miliarden pro Jahr an Zinsen spart. Deutschland überweist keinen Cent nach Italien, alles was in der EU finanziert wird, muss auch von Italien anteilig finanziert werden. Was genau schnorrt Italien, und wo? Die Wahrheit ist, dass das Ungleichgewicht, das die Schulden der Südländer immer höher treibt, nicht an faulen Menschen liegt, die den ganzen Tag in der Sonne liegen, sondern am illegalen Außenhandelsüberschuss Deutschlands, den Maßnahmen der Regierung Schröders mit massivem Sozialabbau und effektiver Absenkung des Lohnniveaus in Deutschland, was letztendlich die Konkurrenz in Europa niedergewalzt hat. Durch den Euro wurden die deutschen Produkte über Nacht 30% billiger, und z.B. die italienischen Produkte wurden teurer. So sind sie, die deutschen Schnorrer und Abzocker. Und jetzt wird über ein Land geradezu gelästert, das sich erlaubt, das System anzuzweifeln? Herr Fleischhauer, sie sind kein guter Journalist, sie sind voreingenommen, zu faul zur Recherche und zudem auch sehr oberflächig und unsachlich in ihren Artikeln. Eigentlich eine Schande für den Spiegel.....
Was schreiben sie für einen Unsinn!
"illegalen Außenhandelsüberschuss Deutschlands"
"Durch den Euro wurden die deutschen Produkte über Nacht 30% billiger,..."

Was soll am Außenhandelsüberschuss illegal sein, einem Überschuss den es auch schon vor den Euro gab und zu einer massiven Abwertung der Lira geführt hatte?
Und wenn Produkte kurz nach der Euroeinführung teurer oder billiger wurden, dann nicht wegen dem Euro, der wurde zu einen festen Kurs umgerechnet und der Wechselkurs DM/Lira hatte sich bereits seit einigen Jahren bei 1DM/1000Lira eingestellt, sondern weil Händler die Gunst der Stunde nutzen.

Letztendlich bedienen sie sich aber der Ressentiment die sie Herrn Fleischhauer vorwerfen!

Beitrag melden
Willi S. 24.05.2018, 18:36
179. Hetze gegen Italien ist zu kurz gedacht

Wenn ich die Kommentare lese ist Herrn Fleischhauer die Mission Hetze gegen Italien voll gelungen.
"Wie soll man das Verhalten einer Nation nennen, die erst die Hand aufhält, um sich ihr sprichwörtliches dolce far niente von anderen finanzieren zu lassen - und dann damit droht, den Geldgebern den Knüppel über den Kopf zu ziehen, wenn diese auf eine Begleichung der Schuld bestehen?"

Ich würde sagen, man nennt das vor allem "sehr lernfähig". Italien hat beim Thema Griechenland gelernt, wie man mit der EU umspringt. Und wenn sich jetzt ein Deutscher beschwert, schiebt man am Besten noch eine Nazikeule hinterher.

Dabei wird nach und nach lediglich klar, dass das Projekt "Euro" der größte Kokolores der letzten 50 Jahre war, mit mächtigem Krachen scheitern wird und wenn wir dem schlecht gewordenen Geld nicht immer noch gutes hinterherwerfen wollen, dann sollte dieses Bruchprojekt bald gestoppt werden. Frankreich wollte auf dem deutschen Trittbrett mitfahren um sich währungstechnisch zu sanieren. Viele klamme Euro Länder haben aufgrund verbesserter Bonität Schulden gemacht und in deutsche Maschinen investiert, wodurch die deutsche Wirtschaft durch die Decke ging und geht. Nun gingen die Geschäftspläne nicht auf, weil insbesondere die Deutschen ihre extrem wettbewerbsfähigen Konkurrenzprodukte durch Niedriglöhne finanzieren. Also fühlt man sich als Volkswirtschaft insbesondere von den Deutschen ruiniert. Während viele Reiche ihre Schäfchen ins trockene gebracht haben, wird die Zeche wieder mal von den Geringverdienern Europas per Steuern und Zinsverluste bezahlt. Das gilt wohl analog für viele Länder von Süd- bis Osteuropa. Nur die Briten und die Nordeuropäer waren schlau genug, den Mist nicht mitzumachen.
Wenn man das mal so sieht, kann man sehr wohl verstehen, warum nicht nur die Italiener sondern auch andere Süd- bis Osteuropäer einen anderen Plan haben als die Deutschen.

Beitrag melden
Seite 18 von 30
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!