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Schuldenstreit mit der EU: Italien knickt ein
AP

Laut gebrüllt - und doch verloren: Die rechte Regierung in Rom kippt ihre provokanten Schuldenpläne. Die EU verzichtet im Gegenzug auf Strafen. Also alles gut? Nein, Lega-Boss Salvini hat neue Pläne.

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brasshead 19.12.2018, 23:52
10.

Grundeinkommen für fünf Millionen bedürftige Italiener verhindert, an den Börsen beste Stimmung. Der Rest wird dann weiter beschnitten. Da freuen sich die Medien. Bravo, EU.

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fatal.justice 19.12.2018, 23:53
11. Bestimmt.

Zitat von m.jakobs
Hier ist der Kommentator wohl ein wenig aus dem Gleis geraten: die 5-Sterne haben sich gerade mal vor 9 Jahren als Partei gegründet und erzielen in Umfragen Ergebnisse, von denen die SPD bei uns nur träumen kann und die in der Größenordnung der CDU von Angela Merkel liegen - wenn nicht darüber. Wieviele Parteien gibt es, die das in weniger als einem Jahrzehnt erreicht haben? Dass sie nun etwas zurückgerudert sind auf eine Position der Vernunft, auf einen Kompromiss, kann man ihnen ja kaum verübeln: sie stehen an dem Punkt, einen großen Teil des liberal-linken Wählerpotenzials einzusammeln.
Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ein eher liberal eingestellter Mensch nochmals die 5-Sterne wählt, wenn sie mitsamt der Lega die Regierung stellt? "Liberal-links" war das Sammelsurium noch nie. Nicht mal annähernd. Mit diesem Emblem wollte man vielleicht die junge Wählerschicht abgreifen -aber spätestens mit dem Regierungseintritt mit einer rechtsextremen Partei, ist der Nimbus vorüber. Diese Partei ist seitdem tot und hangelt sich von Kompromiss zu Kompromiss. Meine Prophezeiung ist: Sie wird unter 15% fallen und marginalisieren. Zu Recht.

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brasshead 20.12.2018, 00:07
12.

Zitat von Hermes75
Aber Geld auszugeben das man nicht hat ist ok für Sie? Italien ist mit über 120% des BIP verschuldet und muss inzwischen erhebliche Risikoaufschläge bezahlen um weiter Geld leihen zu können. Ein Staat der permanent am finanziellen Abgrund manövriert und dabei eine Gefahr für andere wird das ist etwas nicht zerstörerisch? Vorschlag: Italien tritt aus dem Euro aus und kann seinen Haushalt in Zunkuft wieder frei gestalten. Was meinen Sie?
In einem Kreditgeldsystem existieren notwendigerweise zu jeder Zeit Schulden in Höhe der Geldmenge, denn Geld entsteht ausschließlich durch Kreditvergabe. Der Grundbedarf an Geldmitteln erfordert also, dass die Gesamtwirtschaft Schulden in gleicher Höhe trägt. Nach Ihrer Logik wirtschaften wir alle jeden Tag mit Geld, das wir auf gesellschaftlicher Ebene nicht haben. Ist das ok für Sie?

Jedenfalls kommen für diese Verschuldung in Frage: Staat, Unternehmen, Privathaushalte, Ausland. Wer soll Ihrer Meinung nach die Schuldnerrolle übernehmen, wenn es nicht der Staat sein soll? Darf es denn der Privatsektor sein? Wenn ja, wie wollen Sie diesen dazu bekommen, die Schulden des Staates zu übernehmen, damit die umlaufende Geldmenge nicht sinkt (und mit ihr Nachfrage und Wirtschaftstätigkeit)? Sind die Risiken eines überschuldeten Privatsektors zu bevorzugen?

Ihr Vorschlag löst vielleicht das Problem, das die EU heute in den italienischen Schulden sieht (insofern als dass es verschwindet), nicht aber den beschrieben Grundmechanismus kreditbasierter Geldsysteme. Nach Austritt Italiens müssen sich sowohl Italien als auch die EU-Länder ihrer eigenen Verschuldungsproblematik weiterhin stellen. Kein "Geld auszugeben, das man nicht hat" ist jedenfalls keine Lösung, da das zugrundeliegende Geldsystem dies gar nicht zulässt und führt daher mit aller denkbaren Zuverlässigkeit in die Katastrophe.

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defy_you 20.12.2018, 00:30
13. Das kann doch nicht euer Ernst sein?!?

Die EU ist eingeknickt! Und SPON titelt das Gegenteil? Wie Kommentar #1 betreits zutreffend schrieb, hat die EU Italien nun (anstelle der von Italien geforderten) eine Neuverschuldung von 2,04 der Wirtschaftsleistung akzeptiert und damit gegen die eigenen Stabilitätskriterien verstoßen. Deutschland kommt das teuer zu stehen... Aber wie kommt SPON nun zu dem Ergebnis, dass Italien eingeknickt ist? Da scheint selbst im Wirtschaftsressort der letzte Keim von Seriösität verfolgen...

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tränengas 20.12.2018, 00:52
14. Seltsame Deutung

Wird nur beim Spiegel als Einknicken der Italiener gedeutet. Glaubwürdige Quellen wie FAZ, NZZ und Welt sehen das umgekehrt.

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Sucher der Wahrheit 20.12.2018, 00:57
15. Fordere 100, um 80 zu bekommen

wäre die italienische Regierung mit nur 2% ins Rennen gegangen, wäre sie wahrscheinlich mit nur 1,5% durchgekommen. Der Deal hat also funktioniert und es war Zeit, etwas für den weniger wohlhabenden Teil der Bevölkerung zu tun, denn Vorsicht: unsachgemäße Anwendung von Neoliberalin und Austerilin, kann zu vermehrter Verstopfung und Gelbfärbung sowie vermehrtem Auftreten blau-brauner Konkremente führen!

Und im übrigen, der Kommentar, dass Frankreich wirtschaftlich besser da steht, halte ich eher für eine Meinung, als für ein Fakt. Die Zeit wird’s zeigen... also sobald sich Macrönchen vom Acker macht und eine weniger marktkonforme Regierung dort einzieht.

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thinking_about 20.12.2018, 01:39
16. Die Vorgabe ist

Zitat von Hermes75
Aber Geld auszugeben das man nicht hat ist ok für Sie? Italien ist mit über 120% des BIP verschuldet und muss inzwischen erhebliche Risikoaufschläge bezahlen um weiter Geld leihen zu können. Ein Staat der permanent am finanziellen Abgrund manövriert und dabei eine Gefahr für andere wird das ist etwas nicht zerstörerisch? Vorschlag: Italien tritt aus dem Euro aus und kann seinen Haushalt in Zunkuft wieder frei gestalten. Was meinen Sie?
60%, wie sollen die jemals dahin kommen? Trotz Draghis Niedergzinspolitik hat sich dort kaum etwas verändert.
Aber wir haben ja den Rettungsschirm erweitert, wir schaffen das .....
Oder doch nicht...

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claus7447 20.12.2018, 05:53
17.

Zitat von m.jakobs
Hier ist der Kommentator wohl ein wenig aus dem Gleis geraten: die 5-Sterne haben sich gerade mal vor 9 Jahren als Partei gegründet und erzielen in Umfragen Ergebnisse, von denen die SPD bei uns nur träumen kann und die in der Größenordnung der CDU von Angela Merkel liegen - wenn nicht darüber. Wieviele Parteien gibt es, die das in weniger als einem Jahrzehnt erreicht haben? Dass sie nun etwas zurückgerudert sind auf eine Position der Vernunft, auf einen Kompromiss, kann man ihnen ja kaum verübeln: sie stehen an dem Punkt, einen großen Teil des liberal-linken Wählerpotenzials einzusammeln.
Nun ich mache es mir mal einfach: Wenn ich eine Partei aufstelle, die den Leuten das blaue vom himmel verspricht und "der Wähler glaubt das auch noch!"

Hinzu kommt, das die Berlusconi Ära Italien irgendwann merken lies - so geht es nicht weiter. Des weiteren, in Italien wird notorisch "Steuervermeidung" betrieben - Da hat Renzi sich selbst das Grab gegraben - wobei er mit seiner Politik richtig lag - nur, was nutzt es wenn es nicht goutiert wird.

Warten wir ab - wo der Erfolg bleibt. Die 5-Stern sind im Moment unter massivstem Druck der Lega Nord und hier sind einige Bewegungen - ob das die Italiener wirklich wollen. Zudem, es stellt sich mehr und mehr heraus, dass einige Kandidaten der 5-Sterne als Bürgermeister Komplette Versager sind und wohl das Übel noch steigern.

Aber in einem gebe ich Ihnen recht - noch liegen die Prognosen in Bereichen wo sich SPD und auch CDU freuen könnten. Aber vielleicht graben wir selbst gerade an einem Grab.

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maulwurf123 20.12.2018, 06:13
18. Schlimm, was uns da wieder erzählt wird

Oder, wer es glaubt wird selig. Die Komission hat, seit Frankreich wie erwartet ebenfalls die 3 % Hürde geknackt hat, keinerlei Handhabe gegen Italien. Was ist also in so einem Fall zu tun? Man einigt sich auf 2 % und im nächsten Jahr teilen uns die Italiener mit, dass sie sich doch verrechnet haben und mit 3,5 % über den Maastrichtkriterien liegen. Ich frage mich, was aus dem Euro wird, wenn das Vertrauen in derart verspielt wird.

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realist1964 20.12.2018, 06:20
19. Ich habe immer wieder hoch gescrollt

Nirgendwo ist der Artikel als Kommentar gekennzeichnet. Und wieso erzielen dem Spiegel genehme Regierungen immer Kompromisse und nicht genehme knicken ein? Zumal das im vorliegenden Fall objektiv nicht der Fall ist.
Alles sehr unsauber. Sehr, sehr tendenziös. Aber mit Journalismus habt ihr es ja sowieso nicht mehr. Informieren sollte man sich woanders.

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