Forum: Politik
Schulz-Hype: Elite sind immer die anderen
DPA

Die "selbsternannten Eliten" interessieren ihn nicht, sagt Martin Schulz. Ist das als Selbstkritik gemeint? Wenn jemand sein Vermögen nicht auf normalem Weg gemacht hat, dann der SPD-Kanzlerkandidat.

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D. Brock 06.03.2017, 19:02
210. Abwarten wie ...

... Schulz sich verhält, wenn er unter Druck gerät. Mit dem Satz hätte der Artikel beginnen und enden und den Mittelteil hätte man m. E. streichen können.
Nach dem Autor des Artikels ist es praktisch für einen "normalen" Politiker, der mit „normaler“ Laufbahn ein Bundeskanzleramt anstrebt, praktisch unmöglich Sozialpolitik zu betreiben, da dieser "normale" Politiker eben nicht bis kurz vor der Kandidatur noch bei Aldi an der Kasse gestanden haben kann. Statt die Unmöglichkeit von Sozialpolitik zu beschreien, hätte es dem Artikel gut angestanden, wenn er Wege aufgezeigt hätte.

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agua 06.03.2017, 19:13
211.

Es würde mich jetzt wirklich interessieren, wem Herr Fleischhauer als Idealbesetzung für das Kanzleramt vorschwebt, möglichst ohne Vergangenheit?

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Schopenhauer69 06.03.2017, 19:14
212.

Zitat von Darwins Affe
Ihre Einschätzung mag vielleicht stimmen. Die Zustimmung für Schulz kommt aber, weil die Wähler inzwischen von Frau Merkel die Schnauze gestrichen voll haben. Dass es unter Schulz wohl noch schlechter würde, interessiert dabei niemand: Erst muss es mal noch schlimmer werden,bevor es besser wird.
Na klar, Affe des Darwins.Es ist ja auch gesetzt das in dieser Republik nur eine Partei das Zepter in der Hand halten darf- und die ist konservativ.Die wenigen Ausnahmen waren lediglich eine Laune der Natur- nicht wahr.
Und was die Affen als schlimm erachten, dass muss für die Menschen noch lange nicht gelten ;-)

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zieglerm 06.03.2017, 19:15
213. Ständig aufeinanderfolgende befristete Arbeitsverhältnisse ...

... sind aber tatsächlich inzwischen eher die Regel. Das gilt auch für Leute mit Berufsabschluss und Akademiker. Ich kenne inzwischen eine Reihe von (Ehe-)paaren, die sich nicht trauen, Nachwuchs zu bekommen, weil sie nicht wissen, ob die nächste Verlängerung noch kommt. Die 40 % sind falsch, aber hier ist definitiv etwas zu tun. In der Sache hat Martin Schulz auf jeden Fall recht.
Hinsichtlich von Christine Hohmann-Dennhardt kann ich nicht erkennen, dass die SPD sie "vergessen" hat. Oder gab es eine Initiative, dass sie bei der Begrenzung der Gehälter in Zukunft ausgenommen werden soll ? Die Frage bleibt dabei eher bestehen, warum man eine hochbezahlte Führungskraft von Daimler abwirbt, um sie anschließend wieder direkt heimzuschicken, da sie offensichtlich nicht bereit war, an den "richtigen" Stellen wegzusehen. Da sollten allerdings vor allem die überaus automobilwirtschaftsfreundlichen Bundesministerien genauer hinsehen. Bis heute weigern sie sich allerdings.

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Schopenhauer69 06.03.2017, 19:19
214.

Zitat von brotherandrew
... erkannt, Herr Fleischhauer. Ein seriöser Politiker sollte den abwertenden Elitenbegriff gar nicht im Munde führen. Ich habe auch noch von keinem einzigen Menschen gehört, der sich selbst zur Elite ernennt. Allerdings kann ich mich an das eitle, von sich selbst berauschte Geschwätz von Schulz als EU-Präsident noch gut erinnern, welches ich als pseudoelitär eingestuft hätte. Die Schul´sche Elitenschelte ist einfach polemischer Quark. Schulz macht das, was Sozialdemokraten immer am Besten zu Wahlkampfzeiten konnten: Sich als Kümmerer des einfachen Mannes zu gerieren und den Menschen Geldzuwendungen versprechen. Das Ergebnis einer solchen Politik, so die umgesetzt wurde, war immer das Gleiche. Die Staatsverschuldung stieg und die Wirtschaft lahmte. Dann mussten unionsgeführte Regierungen den Schlamassel wieder ausbaden. Die Ausnahme war Schröder, der - nachdem er die Wirtschaft vor die Wand gefahren hatte - die Agenda 2010 selbst machen musste und die Drecksarbeit keiner CDU/CSU geführten Regierung überlassen konnte. Nein, Sozialdemokraten zu wählen, das fällt mir im Traum nicht ein.
Das würden wir auch niemals annehmen.Und die Drecksarbeit hat Kohl an Schröder weitergereicht, aber das wissen sie ja selber am Besten.

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Strichnid 06.03.2017, 19:20
215.

Ui, da ist aber jemand neidisch, dass jemand für seine Worte von Tausenden geliebt wird.

Ansonsten: Typischer Fleischhauer-Quark ohne Recherche und ohne Substanz.

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MargareteKast 06.03.2017, 19:26
216. Nur 40%?

Sehr geehrter Herr Fleischhauer, auch wenn ich Ihrem Artikel insoweit zustimme, dass Herr Schulz nur ein weiteres Beispiel der sozialdemokratischen Wasser-predigen-Wein-trinken-Mentalität ist, würde mich die Quelle interessieren, nach denen seine Aussage zu den 40% befristeten Verträgen in der Altersgruppe 25 bis 35 falsch ist. Ich kann meine Vermutung selbst leider auch nicht belegen, aber ich halte die Quote sogar für höher. In diesem gesamten Lebensjahrzehnt hatte ich in einem großen privaten und beruflichen Netzwerk ganz genau zwei "Fälle" eines unbefristeten Arbeitsvertrages. Nach exakt zehn Jahren des Kämpfens, Krötenschluckens und alles zwischen drei und zwölf Monaten Befristung-Hinnehmens habe ich gerade meinen ersten unbefristeten Arbeitsvertrag unterzeichnet. Ich bin 36. Aus meiner Sicht und meinem Kenntnisstand nach hat die Agenda 2010 in der Generation der ab 1980 Geborenen großflächig Leben zerstört, Familiengründungen, Zukunftsplanungen und Altersvorsorge verhindert, prekäre Lebensbedingungen geschaffen und aus der Dauerbelastung mit Existenz- und Zukunftsängsten resultierende gesundheitliche Konsequenzen maßgeblich bedingt. Die Agenda 2010 hat für junge Arbeitnehmer in der kritischen Phase des Berufseinstiegs eine ganze Palette an Zumutungen möglich gemacht, die extrem destabilisierend wirkten und die in deren gesamtes weiteres Leben hineinwirken. Und wir sind nur eine Gruppe der Geschädigten – da wären auch noch ältere Arbeitnehmer, die ihren Job verloren, die Allgemeinheit, die für das Prekariat (dessen Mitglieder meist nicht oder nicht ausreichend für ihre soziale Absicherung aufkommen können und häufig keine Steuern bezahlen), Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger, die deutlich schlechter gestellt wurden... profitiert hat nur eine Gruppe: Arbeitgeber, die plötzlich Zugriff auf "Humanressourcen" zum Spottpreis hatten – und schon stand man vor der Welt als Land des "Jobwunders" da. Ich kann diese Lüge nicht mehr hören. Die Agenda 2010 muss nicht "in Teilen zurückgedreht" werden. Sie muss endlich als der fatale, menschenverachtende Irrweg erkannt werden, der sie ist. An ihre Stelle muss wieder mehr soziale Marktwirtschaft treten, die stabile Lebensbedingungen schafft und Arbeit fair entlohnt. Persönlich fände ich übrigens auch Entschädigungen an diejenigen angemessen, die jahrelang unterbezahlt gearbeitet haben.

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Pausen-Inkling 06.03.2017, 19:28
217.

Es ist durchaus angebracht, die Inszenierung von Herrn Schulz zu entzaubern. Allerdings geht Herr Fleischhauer dabei deutlich zu weit, wenn er glaubt, dafür die Parlamentsarbeit in Brüssel als "Redenschwingen" und "Quackeln" verächtlich machen zu müssen. Der Vorwurf der "Quasselbude" ist schon ziemlich angestaubt und ob Herr Fleischhauer sich wirklich Seite an Seite mit Willem Zwo wiederfinden will?

Viele Grüße,
Alexander Kolleth

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pygmy-twylyte 06.03.2017, 19:30
218. Glaubwürdigkeit

Es ist der blanke Hohn und ein Schlag ins Gesicht eines jeden anständigen Menschen, dass ausgerechnet die Ethik-Beauftragte derart schamlos abkassieren darf. Irrwitzig hohe Managergehälter und Abfindungen nebst skandalöser Selbstbedienung bei VW & Co. und andererseits Lohndumping und prekäre Beschäftigung samt programmierter Altersarmut zeigen die hässliche Fratze des aus den Fugen geratenen, "asozialen" kapitalistischen Systems. Neben dringend notwendigen Korrekturen bräuchte es eine neue Ethik. In Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Oben wie unten. Ist Schulz der "geistig-moralische" Erneuerer - mit Patentrezepten zur Lösung der sozialen Probleme? Setzt er an der Wurzel an, oder ist er nur ein Kosmetiker? Hat Fleischhauer nicht Recht, wenn er sagt, Heilsverkünder und soziale Gerechtigkeit fordernde Populisten wie Schulz kämen ihm aufgrund ihrer mangelnden Glaubwürdigkeit spanisch vor?

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hippie.jonny 06.03.2017, 19:35
219. Unter Fleischi....

....verammeln sich gerne viele, die Ihre eigene zweifelsfreie Meinung haben, aber leider nicht genug Selbstbewußtsein besitzen, um über Ihre eigenes Wissen urteilen zu mögen, und so zu Fleischis und Ihre eigenen Sektengläubiger zu werden. Ich weiß ja schon nix, aber das ist mir bewußt, die wissen noch weniger, es ist aber Ihre unumstößliche Wahrheit.
Immerhin, wichtig könnt Ihr Euch gerne fühlen...

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