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Schulz-Verzicht: Mit diesem Amt spielt man nicht
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Der Rückzug von Martin Schulz ist richtig. Sigmar Gabriel sollte das Außenministerium behalten.

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kraus.roland 09.02.2018, 19:05
50. 1982 gingen Teile der SPD..

..dem besten Kanzler, den wir je hatten, Helmut Schmidt, von der Fahne und lieferten der FDP den Vorwandt zum Koalitionsbruch. Die Partei hat seither nie begriffen, wann ein disziplinierter Sockel nötig ist, um sich einigermassen glaubwürdig der Verantwortung zu stellen. Das jetzige Desaster haftet in der Partei wie eine Schmierinfektion. Und die wird nicht weichen ohne den schmerzhaften Teil der Selbsterkenntnis. Noch ein Wort zu den Radikalinskis an der Basis: Ihr habt 2013 gründlich versagt! Und jetzt sitzt euch eine Erfahrung in den Knochen, die nur noch Verwirrung stiftet. Schulz hatte und hat Unterstützung verdient. Gabriel ganz gewiss nicht!

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Fragen&Neugier 09.02.2018, 19:05
51. Was war zuerst? Das Huhn oder das Ei?

Die Kevin Kühnert's dieser Welt gäbe es gar nicht, wenn die "staatstragenden, demokratischen Parteien", die "Hüter sämtlicher Werte der Zivilisation" ihrem Selbstanspruch gerecht würden.

Sie sind es, die lange anhaltende politische Bedürfnisse der Bürger ignorieren, aussitzen, mit Wähler- und Politikerschelte abwehren.
Wutbürger, Protestwähler, Rechtsextremisten, Linksextremisten, Hitlervergleiche - nichts wird ausgelassen im globalen gemeinsamen Kampf oder besser in der Kakafonie gegen imaginäre Weltenzerstörer.
Mal mit Erdogan gegen Trump an der Münchner Sicherheitskonferenz, mal mit dem "guten Amerika" gegen den Rest der Welt, voran gegen Putin, den Weltenzerstörer.

Mal alle Demokraten zusammen gegen alle Undemokraten des Planeten, mal mit demokratisch regierten Staaten gegen undemokratische Staaten.
Deutschland ist nicht der Nabel der Welt, aber es hatte mal eine Stimme, bevor sich alle deutschen Demokraten darauf versteift haben, erst mal die Welt zu retten - es lief ja alles so gut in Deutschland.

Wenn jeder für sich sorgt, ist für alle gesorgt ist die Reaktion auf den grenzenlosen Geltungsanspruch, der in der Ausführung darin mündetet: was allen (staatstragenden, demokratischen, guten Parteien) gehört, wird von allen vernachlässigt.

Man kann weder im Isolationismus verharren noch sich in die grosse weltweite Solidarität flüchten, wenn man im eigenen Land die Autorität im Sinne von Glaubwürdigkeit und Vertrauen verloren hat.

Die Jusos sind die Jugendorganisation der ältesten deutschen Partei und wenn die die Menschen in diesem unserem Lande, in dem wir gerne und gut leben, mehr zu begeistern vermögen oder zumindest zu überzeugen vermögen, dann ist das, weil die Parteietablierten abgetakelt haben. Eine Partei, eine demokratische zumal, ist mehr als Sprungbrett in die eigene Politkarriere, mehr als eine Pfründe und Postgeschacher wie in einer Oligarchie.
Die deutschen Parteien haben vom Grundgesetz her sehr viel Macht, sind gar Verfassungsorgane. Wenn sie sich dieser Verantwortung wieder bewusst würden, würden sich die naturgemäss idealistischeren Jugenparteien und die etablierten Altparteien nicht wie Feinde gegenüberstehen, sondern der Diskurs verliefe um die Linie des Wünschbaren und des Machbaren, zwischen Anspruch und Pragmatismus.
Kevin Kühnert erscheint mir um einiges "erwachsener" als die alt gewordene Nach-68er-Truppe an der Spitze der SPD, die sich um Posten balgen wie Kinder um Bauklötze.

Wenn die Alten dement und kindisch werden, müssen eben die Jungen voran. Und die Alten notfalls entmündigen oder entmachten. In einer Demokratie geht das zum Glück ohne Blutvergiessen, ohne Revolution und Gewalt.

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002614 09.02.2018, 19:05
52. Warum wohl

Zitat von LustigerLumpi
In dieser ganzen Debatte wird immer nur der Wille zum regieren beschworen, kein Schwein fragt nach warum eine Angela Merkel kategorisch eine Minderheitsregierung ausschließt. Es gab seit beginn nur vermurkste Koalitionsideen oder Neuwahlen als Option. Da die CDU aber unter Merkel keine eigenes Programm hat bzw jemals hatte müssen die Impulse immer von anderen kommen, man müsste ja sonst selbst aktiv werden, igitt! Die anderen Partein hätten sicher weniger Probleme in eine Regierung einzutreten wenn Merkel nicht mehr Kanzerlin wäre, gebranntes Kind scheut das Feuer. Ich glaube nicht das ich dem Autor zustimme wenn ich Sigmar Gabriel für eine gute Wahl halte, jemand der so von sich und seiner Position überzeugt ist das er sich nicht scheut öffentlich die beleidigte Leberwurst zu machen, hat nichts verloren im Außenministerium. Hätten sie das einfach der CDU überlassen, Merkel macht ja sowieso was sie will außenpolitisch dementsprechend waren auch die Akzente die Sigmar Gabriel bisher setzen konnte, sehr bescheiden.
will Merkel keine Minderheitsregierung?
Nicht die SPD allein will sich in der Koalition erneuern und profilieren.
Und wenn das alle Parteien tun, können sie das nur gegen die Regierung. D.h. alle gegen Merkel. Die einzige Partei, mit der sie einige konservative Vorhaben durchsetzen könnte, wäre die AfD.
So kann und will sie nicht regieren.
Darauf spekulieren die Befürworter und es läuft dann doch wieder auf eine Neuwahl hinaus. - Also, was soll das bringen?

Aber Ihrem letzten Satz kann ich zustimmen. Es ist eher egal, wer unter Merkel das Aussenamt inne hat. Sie ist die Nummer Eins auf dem internationalen Parkett. Gewollt oder ungewollt.

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skylarkin 09.02.2018, 19:13
53.

Verdammt nochmal, deutsche Politiker und deutsche Politik sind nicht dazu da Trump oder Erdogan entgegenzutreten oder Ansagen für deutsche Botschaften zu machen, sondern in allererster Linie den Deutschen zu dienen. Also kann die Welt auch einmal einige Monate ohne eine deutsche Regierung leben und die Redakteure von Spon dürfen sich nach dem SPD-Chaos darauf einstellen dass man evtl.neu wählt. Ätschibätschi.

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100034.47 09.02.2018, 19:14
54. Gabriel kommt als Aussenminister nicht mehr in Frage

Dass er gegen Schulz ausgeteilt hat, hätte mich nicht gestört. Aber die Arbeit hinzuschmeissen und alle Termine abzusagen, geht gar nicht.
Er war doch froh, mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Lasst ihm die Freude.

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herhören 09.02.2018, 19:16
55. Wie bitte ?

Ich glaub, ich lese nicht richtig. Gabriel soll Außenminister bleiben. Wer so agiert, daß er sich verdrückt, wenn es brenzlig wird und dann, wenn andere die Kohlen aus dem Feuer geholt haben, wieder auftaucht und etwas für sich reklamiert, von dem möchte ich nicht vertreten werden, schon gar nicht im Ausland. Ich komme aus NRW und war bisher SPD Wähler. Das hat sich mit dem heutigen Tag geändert. Dieser Haufen aus Schwachsinnigen jagt einen Mann von Hof, der trotz schlechter Wahlergebnisse ein Maximum an SPD Politik herausverhandelt hat und zur Stelle war, als es mehr als mies lief. Der Koalitionsvertrag hat erstmals offene Kontroversen bei der CDU ausgelöst, wann hat es das gegeben. Und statt nun Martin Schulz als Held zu feiern, wie es woanders normal wäre, demontiert man ihn so lange, schließlich auch aus seinem Heimatverband, bis er entnervt hinschmeißt. Kühnert, mach du den Außenminister alter Sprücheklopfer, ich lach dann mit meinen ausländischen Freunden mit, Hauptsache der dicke Biggi kommt nicht wieder.

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tomdabassman 09.02.2018, 19:17
56. Leider wahr

Europa zerlegt sich selbst (D, GB, ES, IT, UNG, PL u.v.m.), die US-Regierung läuft Amok, nur Putin und Xi lachen sich ins Fäustchen. Und das wird noch lange so sein. Ob ausgerechnet Siggi Pop da die Welt retten muß, sei dahingestellt. Als Außenminister wird man in Deutschland relativ schnell beliebt, sogar Westerwelle hatte irgendwann mal den Job halbwegs im Griff.

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Sportzigarette 09.02.2018, 19:21
57. Einzelmeinung!

Zitat von jakm
Schulz Rückzug ist für die SPD richtig - für die Regierung eine erste Belastung. Insbesondere hat sich dabei aber Siggi nachhaltig für hohe politische Ämter disqualifiziert. So wie er bereits in seiner Rolle als Außenminister diplomatisch der Elefant im Porzellanladen war und dabei nichts erreicht hat, so hat er sich mal wieder mit blanken Populismus versucht in Szene zu setzen. Dabei hat er komplett übersehen, was für Wirkungen er in der SPD erzielt. Es ging ihm mal wieder nur um sich selbst - nicht um die SPD und schon gar nicht um Deutschland. Letzteres ist aber der Job, für den er bezahlt wird.
Herr Gabriel war ein sehr guter Aussenminister mit klarer Kante! Wo hat er denn Porzellan zerschlagen, was bemängeln Sie genau? Ist doch merkwürdig, dass er überall gute Kritiken im In- und Ausland bekommt und selbst seine Kritiker ihm Respekt zollen, nur ein paar Meckerköppe wie Sie sehen das anders, aber damit muß man dann leben!

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Fragen&Neugier 09.02.2018, 19:24
58. Eine stabile Regierung zum Zweiten

Zitat von getraenketholi
Eine Regierung, die nur auf Ämter-Geschacher fußt , lässt nichts Gutes erahnen.
In der Union gärt es, in der SPD ist der Tumult ausgebrochen - wieso zwei instabile Parteien zusammen eine stabile Regierung ergeben sollen oder gar müssen, werde ich nie verstehen.

An Neuwahlen glaube ich nicht, SPD-Steinmeier wird da davor sein - vielleicht in 1,5 Jahren, bis sich Union und besonders die SPD wieder sortiert haben in ihrer GroKo.
Klar wird die GroKo bei den Genossen unbeliebt, wenn Schulz beides will: eine Schlüsselstellung in der Regierung UND wirksame Opposition machen aus der Regierung heraus. Neben dem Fraktionszwang gibt es auch so was wie einen Koalitionsvertrag und das Vertrauen der Bürger, dass sich zwei Parteien zusammengefunden hätten, um zusammen kompromissbereit zu regieren und nicht um sich gegenseitig bis aufs Messer zu bekriegen, um sich für den nächsten Wahlkampf aufzumunitionieren.

Nicht dass ich die Wortwahl von Nahles: war ganz schön - und morgen kriegen sie in die Fresse besonders schlimm gefunden hätte. Wortwahl ist auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Aber die Illoyalität und Aggressivität gegenüber dem Partner auf einem gemeinsamen und für die SPD an sich nicht mal besonders erfolglosen Weg ist oder war schon erschreckend. Man kann doch nicht unmittelbar vom Vertrauens- in den Kriegsmodus wechseln! Das ist schlicht unglaubhaft und wenig vertrauenserweckend.

Bei jetzigen Neuwahlen würden ob diesem Gezänk die kleineren Parteien gewinnen, allen voran die FDP und natürlich auch die AfD und in minderem Masse die Linke.

Es hat eben weniger enttäuschte SPD-Wähler als enttäuschte Unionswähler, die zu einem Wechsel bereit wären.

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Alles bestens 09.02.2018, 19:25
59. Gabriel?

Dieses Plädoyer für Gabriel wäre verständlich, wenn der nicht gegen Schulz gestänkert hätte. Das macht ihn meiner Ansicht nach zum einem Nichtkandidaten. Ich hatte mich über die Aussicht von Schulz im Außenamt gefreut. Ein gesichtswahrender Rückzug von einem Amt, das er anscheinend nicht so gut kann (Parteivorsitzender) zu einem Amt, in dem er seine Europabegeisterung hätte einbringen und dadurch vielleicht Europa voranbringen können.

So ist das Murks und die Schulzkritiker müssen sich auf die Suche nach einem Außenminister machen, nachdem sie einen guten Kandidaten demontiert und der andere Kandidat sich selbst demontiert hat.

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