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Schulz-Verzicht: Mit diesem Amt spielt man nicht
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Der Rückzug von Martin Schulz ist richtig. Sigmar Gabriel sollte das Außenministerium behalten.

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isegrimm48 09.02.2018, 19:47
70.

Zitat von Alles bestens
Dieses Plädoyer für Gabriel wäre verständlich, wenn der nicht gegen Schulz gestänkert hätte. Das macht ihn meiner Ansicht nach zum einem Nichtkandidaten. Ich hatte mich über die Aussicht von Schulz im Außenamt gefreut. Ein gesichtswahrender Rückzug von einem Amt, das er anscheinend nicht so gut kann (Parteivorsitzender) zu einem Amt, in dem er seine Europabegeisterung hätte einbringen und dadurch vielleicht Europa voranbringen können. So ist das Murks und die Schulzkritiker müssen sich auf die Suche nach einem Außenminister machen, nachdem sie einen guten Kandidaten demontiert und der andere Kandidat sich selbst demontiert hat.
Ganz genau! Martin Schulz wurde bei Unwahrheiten ertappt und er hätte das Amt des Außenministers gern bekommen und sicher sehr gut und souverän ausgefüllt, vor allem in Sachen Europa. Dass er über seine Ungeschicktheiten gestolpert ist, ist bedauerlich. Gabriel hat auch ein gutes Jahr hingelegt. Aber charakterlich ist Sigmar Gabriel das größere Übel. Sein Gejammer gestern ist eines Spitzenpolitikers nicht würdig. Wer ihn wieder ins Spiel bringt, ist ganz und gar moralfrei und töricht.

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isegrimm48 09.02.2018, 19:49
71.

Zitat von woodyallen
Ich kann den Kommentar nur unterstützen. Im Außenamt braucht es einen starken, weltweit anerkannten, einigermaßen überparteilichen, rhetorisch gewandten, kompetenten und glaubwürdigen Politiker. Genau das ist Sigmar Gabriel. Dass diese populären Eigenschaften einigen in der SPD missfallen, ist mir klar. Denen sind so Miesepeter wie Ralf Stegner lieber. Deshalb bedauere ich es jetzt schon, dass die Sozis wohl irgendeinen anderen Außenministerkandidaten aus dem Hut zaubern, und die SPD sich weiter selbst zerlegt ! Aber vielleicht setzen sich in der SPD doch auch mal die vernünftigen Leute durch, und nicht die Kleingeister.
Gabriel hat sich disqualifiziert. Charakterlich ist er keine Alternative. Und nur weil er ein Jahr lang bei seinen üblichen Pirouetten und Spielchen nicht ertappt wurde, heisst das nicht, dass er plötzlich seriös und berechenbar geworden ist. Hoffentlich NICHT Gabriel!

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ambjoernsen 09.02.2018, 19:51
72. Kevin Kühnert, der Bremser und Brandstifter

Wenn der Autor davon schreibt, dass es die Kevin Kühnerts dieser Welt seien, die bremsen und das Land in Turbulenzen stürzen, dann hat er für meinen Geschmack einen Knick in der politischen Optik. Ich als langjähriges SPD-Mitglied, das im Juni letzten Jahres wieder in die Partei eingetreten ist, bin doch eher geneigt, für die Fortsetzung der sog. GroKo zu stimmen. Kommentatoren wie Roland Nelles könnten aber ungewollt meine Wahlentscheidung noch revidieren. Man mag von der strikten Ablehnung der Jusos und weiter Teile der Partei gegen die Neuauflage der Koalition halten, was man will. Die Argumente sind jedenfalls schwerwiegend und damit ernst zu nehmen. Wenn es darum geht, ein "Weiter-so" zu verhindern und tragfähige Zukunftskonzepte einzufordern -Stichwort: Altersarmut, soziales Auseinanderdriften, Wohnmisere, Pflegenotstand, Energiewende, Digitalisierung der Arbeitswelt usw.- dann sind diejenigen, die hier tiefgreifende Veränderungen einfordern jedenfalls keine destruktiven "Bremser". In "Turbulenzen" stürzen die deutsche Politik gegenwärtig allein diejenigen in der Parteispitze, die am lautesten für ein erneutes Zusammengehen mit der sog. Christenunion trommeln. Ich halte Kevin Kühnert für ein politisches Talent, das mit heißem Herzen und kühlem Verstand nicht nur für das Überleben unserer Partei kämpft, sondern glaubwürdig für die Interessen der Mehrheit in unserem Land eintritt. Aber wie sagte der legendäre Herausgeber der 'Konkret' Hermann Gremliza so schön: Ein kluges Wort, und schon bist du Kommunist. Oder Bremser, Brandstifter, Chaot.

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henninghaas 09.02.2018, 19:51
73. Alles Richtig

Groko mit deutlichen SPD Akzenten
Gabriel als Außenminister
Nahles als Parteivorsitzende der SPD
Merkel als Bundeskanzlerin
nur 4 Monate zu spät
und jetzt endlich ran ans Regieren, Europa stärken, Trump, den Populisten und Kriegstreibern entgegentreten!

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giggs1999 09.02.2018, 19:52
74. Den Kevin Kühnert's

gehört die Zukunft. Nur die Jugend bringt dringend notwendige Veränderungen. Und das sagd ich als fast 60jähriger.

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crazy_swayze 09.02.2018, 19:55
75.

Herr Gabriel hat gerade die SPD zerlegt.
Er sollte das Amt natürlich nicht behalten, solch ein Verhalten zu belohnen wäre der blanke Hohn.
Man kann nicht einfach in der Öffentlichkeit eigentlich interne Gefechte austragen.
Die SPD hat dank Gabriel das letzte Fünkchen Glaubwürdigkeit verloren, das sie noch hatte.

Wenn man Schulz Postengeilheit vorwirft, was muss man dann Gabriel vorwerfen, der wegen des Außenministeriums über Leichen geht?

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torstenschäfer 09.02.2018, 19:55
76. Nicht beliebter alle jeder seiner Vorgänger im Amt

Sigmar Gabriel ist nicht beliebt, weil er Sozialdemokrat ist. Er ist beliebt, weil er Außenminister ist. Jeder Außenminister seit Walter Scheel genoß die höchsten Beliebtheitswerte, denn - so Robert Habeck gestern zutreffend im ZDF - der deutsche Außenminister ist so etwas wie der Bundespräsident auf Reisen.

Insofern zählt das Beliebtheitsmerkmal null.

Was hat Gabriel zuletzt gemacht? Er schenkt einem türkischen Amtskollegen Tee ein, während Deutsche noch immer unter skandalösen Umständen von der türkischen Regierung in Geiselhaft genommen sind.
Sigmar Gabriel hat nichts erreicht.

Außerdem: wie soll einer Außenminister werden, der wie ein kleines Kind wütend herumstapft, weil ihn seine Partei angeblich fies behandelt haben? By the way: kaum einer konnte so brutal und auch bisweilen intrigant gegen Genossen agieren wie Sigmar Gabriel. Es hat schon Gründe, warum kaum einer bei den eigenen Funktionäre so unbeliebt ist wie SG.

Dann schon lieber einen Oppermann. Der ist souverän wie kaum ein zweiter in der SPD.

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stefan211 09.02.2018, 19:57
77.

Ich weiß nicht was hier so viele gegen Schultz haben. Es war absolut richtig zuerst entschieden zu sagen, dass man keine weitere Große Koalition will. Ansonsten hätte die Union nie die Verhandlungen mit den Grüne und der FDP begonnen. Nachdem aber durch das kindische Verhalten es nur noch darum ging große Koalition oder Neuwahlen, war es die einzig richtige Entscheidung sich der Verantwortung zu stellen und doch die Koalitionsverhandlungen doch zu beginnen. Es war auch richtig zu erkennen, dass der Parteivorsitz nicht seine Stärke ist. Das er statt dessen das Außenministerium wollte ist doch nur logisch. Das ist ein Gebiet, da hätte er wieder groß sein können. Ich empfinde das Verhalten der SPD dumm und missgünstiges, dass sie ihm nicht dieses Ministerium gönnen.

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isegrimm48 09.02.2018, 19:58
78.

Zitat von cmann
Was sich die SPD nebst Nachwuchsorganisation leistet ist einfach nicht mehr zu begreifen. Da wird ständig von "Verantwortung" für Deutschland gefaselt und dann derartige Böcke geschossen. Es war wohl schon im Vorfeld dem Meisten klar das es "Schulz nicht kann". Ebenso die Blauäugikeit der Nachwuchsorganisation durch Verweigerung bei den Wählern zu Punkten, dann auch noch Gabriel, der einen halbwegs guten Job gemacht hat in die Wüste zu schicken, "dümmer gehts nimmer". Sollte die GROKO nicht zustande kommen bin ich mal gespannt was passiert wenn es Neuwahlen geben sollte. Wie wollen dann die SPD Chaoten dann eine vernünftige Argumdentation finden um die Regierungsverantwortung zu übernehmen? Nahles mag ja jetzt eine große Klappe haben, aber was passiert wenn die Wahlergebnisse einen weiteren Niedergang der SPD zeigen? Die Glaubwürdigkeit der SPD ist aus meiner Sicht bei einem Großteil der Wähler sowieso im Keller!
Leider wahr! Man wird die SPD wohl bald bei 15 Prozent sehen. Kevin Kühnert beschädigt die Partei ebenso wie der zum Jammerlappen mutierte, selten mit offenem Visier spielende, Sigmar Gabriel. Und Martin Schulz tat wohl gut daran, sich nach unglücklichem Agieren und mehreren Flunkereien, ganz zurückzuziehen.

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HAJ 09.02.2018, 19:58
79. Gabriel war kein guter Aussenminster

Er ist zu sprunghaft und unberechenbar, er kommuniziert nicht geschickt und seine Prinzipien und seine Strategie sind nicht erkennbar gewesen. Er hat die Bundesrepublik mehr gerade so recht als gut vertreten. Mit seiner beleidigten Leberwurst Nummer ist er eigentlich selbst endgültig zurückgetreten. Welche Rest-SPD sich noch mit ihm abfinden kann vermag ich nicht zu erkennen. Er hat schliesslich entscheidend dazu beigetragen, die SPD auf ihren Weg zur 20% Partei zu bringen.

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