Forum: Politik
Schulz zu Gauland: "Sie gehören auf den Misthaufen der deutschen Geschichte"
REUTERS

Der AfD-Fraktionschef hat im Bundestag die Kanzlerin scharf kritisiert. Ex-SPD-Chef Martin Schulz schaltete sich ein - und konterte leidenschaftlich.

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friedrich_eckard 12.09.2018, 13:45
180.

Zitat von meihan
Im Prinzip hat Schulz recht, nur sollte er sich nicht auch auf das (Vokabular-) Niveau der AfD begeben. Poltern konnte er schon immer, aber das war's dann, leider.
Hmm... ich schlage mich ja auch lieber auf Florett, aber wenn mein Kontrahent mit einer Mistgabel bewaffnet ist... übrigens hat Schulz natürlich und legitimerweise mindestens auch zum Fenster des Plenarsaales hinaus gesprochen, und der Ton, den er gewählt hat, dürfte der Anhängerschaft der Krrrräfte derr nationalen Errrneuerrrung immerhin verständlich sein. Es geht wohl leider nicht anders: "Auf groben Klotz ein grober Keil! / Auf einen Schelmen anderthalbe!"

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Zeitwesen 12.09.2018, 13:45
181. Hetzer als Opfer von Hetze?

Zitat von ghdh
ein Hetzer? Oder sind nur diejenigen Hetzer, die gegen Ausländerfeinde hetzen? Argumente findet Herr Schulz allerdings kaum. Und die Weisheit von Johannes Rau, der sich für versöhnen statt spalten einsetzte, fehlt ihm vollkommen. Er ist als Vorsitzender der SPD und Kanzlerkandidat zu Recht gescheitert und sollte jetzt nicht versuchen, mit populistischer Hetze auf sich aufmerksam zu machen.
Wenn es nicht so ernst und traurig wäre könnte man sich glatt amüsieren, wenn Hetzer, die gegen andere Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Rasse und Religion intensiv hetzen und Gewaltaten provozieren auf Knopf-(Maus-)Druck auf die Tränendrüse drücken und den Hasshetzer als Opfer darstellen wollen weil der "arme" Hetzer aufgrund seiner Hetze als solcher benannt wird.

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k.u.m. 12.09.2018, 13:46
182. Die AfD ist in Teilen faschistoid

Zitat von robert.rosen
die Auftritte der Herren Schulz und Kahrs so zu bezeichnen wie ICH sie empfinde nämlich als das ich mit Erschrecken feststellen muss, dass jetzt auch noch der politische SPD-Mob im Bundestag Einzug gehalten hat. Herbert Wehner war zu seinen Lebzeiten wahrlich kein Kind von Traurigkeit wenn es um politische Debatten ging, er war aber ein Demokrat was den vorgenannten Herren offensichtlich vollkommen abhanden gekommen ist. Das sind keine Demokraten denen ein Platz im Deutschen Bundestag noch im Europäischen Parlament gebührt. Mit ihren Auftritten haben sie der Demokratie einen wahren Bärendienst erwiesen!
Ach ja, Schulz gehört also zu einem SPD-Mob. Wenn Sie Herbert Wehner - mit Recht - zu den Demokraten rechnen, dann müssen Sie mal erläutern, was an Schulz' und Kars' Reden undemokratisch war im Vergleich zu Wehner. Die beiden haben sich das Recht genommen, Gauland, den Höcke-Verehrer, auf den geschichtlichen Hintergrund hinzuweisen, auf dem sich dessen Reden bewegen. Gauland hat im Sonnerinterview des ZdF gezeigt, dass er nichts, aber auch garnichts, drauf hat, wenn man ihn nicht zur Migrationsfrage anspricht.

Hitler hatte in seinem "Mein Kampf" Vieles geschrieben, das er später, als er mit seiner braunen Diktatur am Ziel seines "Systemwandels" angekommen war, ruchlos in die Tat umsetzte - es hatte wohl nur kaum einer für möglch gehalten, dass er es ernst meinte. Aus diesem Grund halte ich es für sehr angebracht, dieser AfD entgegen zu treten, so lange es noch möglich ist. Wenn ich Höcke neben Pegida-Bachmann und dessen Unterstützern marschieren sehe, kann sich mein inneres Auge nicht vor dem Bild "SA marschiert" wehren. Wir sollten nicht wieder höchst tolerant abwarten, bis wir erneut in einer braunen Diktarur landen.

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treibgut 12.09.2018, 13:47
183. Eine ganz ähnliche Einschätzung vom Herausgeber der FAZ,

Zitat von kr-invest
Ich denke viele die hier schreiben, wissen oder ahnen bereits, dass Horst Seehofer recht hatte. Europa hat einen dringenden Anstoss gebraucht, um sich der Migrationsproblematik anzunehmen und eine Antwort darauf zu finden, wie man mit dem Thema auch in den nächsten Jahrzehnten umzugehen gedenkt. Es ist offensichtlich gewesen, dass die bisherige Praxis versagt hatte, auch weil die Welt den Eindruck gewonnen hatte, alle, die sich auf den Weg machen würden hier mit offenen Armen empfangen werden. Und wenn sich andere europäische Staaten gegen diesen Kurs wehren, dann kann man ihnen das auch nicht verübeln. Denn es war chaotisch in 2015 und den daraus entstandenen Rechtspopulismus muss man ernst nehmen. Ok, wo stehen wir jetzt. Es kommen aktuell weniger Flüchtlinge, die die da sind haben mitbekommen, dass es auch um Integration geht. Italien, Spanien, Griechenland registrieren und kümmern sich gleich, so gut es halt geht, um die Verteilung. Das ist BESSER als 2015. Jetzt kann man ein europäisches Einwanderungsgesetz initiieren, so wie es alle anderen Einwanderungsländer (Australien, Kanada, USA) auch haben. Ein Gesetz etwas strenger zu machen und Raum für Härtefälle zu geben ist auch SCHLAU. Das ist eine BESSERE Perspektive als 2015. Das haben Horst Seehofer und Angela Merkel durch ihren öffentlichen Streit erreicht. Dafür verdienen sie auch die Anerkennung. Wenn man jetzt den Luxus hat sich um die Härte im Einzelfall wieder Gedanken zu machen, dann ist auch wieder Raum sich als Gutmensch zu betätigen.
Herr Steltzner. Ohne die tatkräftige Unterstützung der SPD hätte Frau Merkel dieses Unheil jedoch nie über Deutschland und Europa bringen können.
"Auch wenn das im Bundeskanzleramt niemand hören möchte: Vor drei Jahren entschied sie plötzlich und allein, also ohne Rücksprache mit den EU-Partnern (bis auf Österreich), die Grenzen für mehr als eine Million Migranten zu öffnen, ohne deren Identitäten und Asylberechtigung zu klären. Die Folgen sind gewaltig – für Deutschland, die EU, Arabien und Afrika. Doch Merkel pocht darauf, alles richtig gemacht zu haben.
Eine unmittelbare Folge war das Brexit-Votum, weil die Bilder vom unkontrollierten Zustrom die berühmten Tropfen waren, die das britische Fass überlaufen ließen. In Deutschland führte Merkels einsame Entscheidung zu einem zweiten und dauerhaften Aufschwung der Protestpartei AfD, was nicht nur die Fraktion von CDU und CSU unter Dauerstress setzt. Auch das gesellschaftliche Klima im Land wird seither immer giftiger."
http://www.faz.net/-gqe-9bg6h

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ullr 12.09.2018, 13:47
184. KOMPLIMENT AN MARTIN Schulz

Endlich hat mal einer aus der SPD, einer bürgerlichen, ein klitzebißchen links orientierten Partei diesen verlogenen Demagogen Gauland gesagt, wo er hingehört. Auf den Misthaufen der Geschichte... Und der ist in Deutschland braun.
KOMPLIMENT an
MERTIN SCHULZ
Chr. Nentwig

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rad666 12.09.2018, 13:52
185.

Zitat von eckertoliver
Während der Amtszeit von Martin Schulz hat sich die Krise der EU verschärft, was natürlich nicht (nur) an ihm aber eben auch an seinem polarisierenden und ideologischen Politikstil liegt. Bei der SPD hat er in kurzer Zeit den Scherbenhaufen noch vergrößert und nebenbei seine eigene Karriere beschädigt. Ein Martin Schulz mit seinem politischen Wirken ist doch für Rechtspopulisten ein Segen, da kann er im Parlament herumwüten wie er will.
Jup.
Leute wie er sind der Grund warum ich Leute wie die wähle.
Herumheulen wenn man einstecken muss und dann ebenso niveaulos loshetzen.
Und ja, es ist auch Hetze wenn es von Links kommt (falls man die SPD noch "Links" nennen darf).

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markus-hailer1 12.09.2018, 13:52
186. Chapeau Herr Schulz

Ich war nie ein Anhänger von Herrn Schulz, und bin weiterhin auch froh, dass er die Wahl verloren hat. Aber Respekt und hundertprozentige Zustimmung zu dieser Rede von mir.

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raoul2 12.09.2018, 13:53
187. Den Auszug der AfD-Abgeordneten

bei der Rede von Johannes Kahrs (SPD), der Rechtsradikale im Parlament richtigerweise "unappetitlich" und "häßlich" findet, kann man vielleicht noch ansatzweise nachvollziehen, wenn man davon ausgeht, daß sich Weidel, Gauland und Getreue die Aufforderung "Schauen Sie mal in den Spiegel" zu Herzen nehmen wollten. Daß Kahrs für diese Pointe vom Bundestagsvizepräsidenten (CSU) getadelt wurde, ist allerdings nicht nachvöllziehbar.

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Oli-offen,liberal,inform. 12.09.2018, 13:54
188. Keine Ahnung,

was einige Leute ("Mitbürger" mag ich die schon gar nicht mehr nennen) am Einwurf von Martin Schulz "undemokratisch" finden können. Möglicherweise ist es ja doch das entstehende Unbehagen im Hinterkopf, daß sie evtl., trotz einiger rechter Protestwähler, die die schmale Grenze zwischen 'rechts' und 'ultrarechts' billigend in Kauf nehmen, DOCH nicht "das Volk" vertreten? ;) Ihr Lieben: So wie wir, die wir, bei allen Meinungsunterschieden und Diskussionen, für eine starke Demokratie stehen, die auch Einflüsse wie Euch letztlich verkraftet (sic!), so sehr ist Euch bewußt, daß Ihr letztluch nur eine Randale-Truppe seid - ob Ihr aktiv Andersdenkende und -Aussehende durch die Straßen jagd und prügelt wie seinerzeit die SA, oder einfach 'nur' billigend daneben steht: IHR seid nicht das Volk. Das sind Wir. #wirsindmehr ;)

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kajoter 12.09.2018, 14:00
189. Wenn die AfD ehrlich wäre, ...

... würde sie zugeben, dass sie die Ausschreitungen in Chemnitz nicht nur befürwortet, sondern direkt oder indirekt mit angeschoben hat.
... würde sie zugeben, dass es ihr eigentlich völlig egal ist, ob in Chemnitz ein Deutscher getötet wurde, und dass sie die Tat lediglich als höchst willkommenen Anlass instrumentalisiert hat.
... würde sie zugeben, dass sie ohne das Thema "Flüchtlinge" noch nicht einmal ein "Vogelschiss" [Entschuldigung] in der deutschen Geschichte wäre. Dass sie aber genau dieses Thema immer und immer wieder hochkocht - auch mit Hilfe von falschen Behauptungen -, was im Gegensatz zur eigentlichen Bedeutung des Themas steht.
... würde sie zugeben, dass es ihr eigentlich gar nicht um die Flüchtlinge geht, sondern um die Macht und zwar in Politik und Gesellschaft, um diese in eine gänzlich andere Richtung zu drücken. Von ihr könnte der Spruch von Erdogan stammen, nach dem "die Demokratie nur der Zug ist, auf den wir aufspringen, bis wir am Ziel sind".
Und genau deshalb ist jedes klare Wort gegen diese Partei notwendig. Es geht um unsere Demokratie und daher wirken die Kommentare der der AfD-Claqueure, die sich auf demokratische Werte berufen, geradezu realsatirisch.

Gezeichnet,
ein "links-versiffter Künstler" (der nach einer Machtergreifung wahrscheinlich genau wie die unbotmäßigen Journalisten arbeitslos werden würde ...)

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