Forum: Politik
Schwaben wehren sich gegen Thierse-Angriff

Nimm das, Thierse! Nachdem der Bundestagsvizepräsident über zugezogene Schwaben in Berlin gelästert hat, folgt jetzt die Reaktion aus dem Südwesten. Ohne das Geld aus Baden-Württemberg sähe die Bundeshauptstadt alt aus, wetterte etwa EU-Kommissar Günther Oettinger.

Seite 79 von 99
lokator 02.01.2013, 12:47
780. Die

Zitat von kahabe
Dann, Verzeihung, Herr Kretschmann, baut die CDU (Bund) das Endlager auf der Alb, nicht der Fränkischen.
Schwäbische Alb ist so wasserdurchlässig, dass dort sogar die Donau über einige zig Kilometer versickert. Den Atommüll wären wir da ziemlich schnell wieder los. Die Schwarzmeeranwohner würden sich freuen

Beitrag melden
forenaccount 02.01.2013, 12:48
781.

Zitat von wrtlbrmft
Warum erwischt? Niemals würde ein gebürtiger Badener sich als Badenser bezeichnen - "...man sagt schließlich auch nicht Heilbronser...".
Doch, dat jeht. Und wenn auch nur ironisch als Kampfbegriff. Das mit dem "Brunzer" (Heil-bronnser) war was anderes, zumal der Gurk aus dem Nordbadischen kam (da geht "Badenser" überhaupt nicht).

Beitrag melden
wrtlbrmft 02.01.2013, 12:50
782. Respekt!

Zitat von dirkbley
Aber letztlich sind Thierses Ausfälle eben nur unqualifiziert und nur der Beweis, das er in der Vergangenheit mit seinem moralischem Pathos eben nur Pathos verbreitete und in Wirklichkeit nichts anderes als ein preußischer Dorfpfarrer ohne den nötigen Blick über den Tellerrand ist.
Danke, dirkbley!
genau das ist auch imho von Thierse und seiner peinlichen Äußerung zu halten.

Was die posts angeht, muss man sie leider trennen in die einen, die es im Sinne einer "Hassliebe" wie Münchner versus Preussen (alles nördlich der Donau) sehen und solchen, die da ernsthaft eine "Schwabenfeindlichkeit" sehen.

Und da behaupte ich: Der "echte" Berliner hat so viel Humor, dass er das schon lange "gar nicht mehr ignoriert".

Beitrag melden
spon-facebook-1425926487 02.01.2013, 12:53
783.

Zitat von Moliugas
Herr Thierse hatte vollkommen Recht und ist einer der Wenigen, der mal ehrlich sagt, was der Großteil denkt...auch wenn viele SPOn Kommentare zu dieser Debatte zeigen, dass die Schwaben dieser Welt natürlich damit nicht einverstanden sind. Es wird immer gerne vergessen: Schwaben hat- Glück für sie- sämtliche Industrie und sehr sehr viel Ostdeutsche mussten nach der Wende nach Südwesten auswandern, da unsere Industrie um den Wohlstand des Westens zu retten und weiter anzukurbeln mir nichts dir nichts abgewickelt wurde. Und dafür muss man sich noch Undank vorwerfen lassen? Das Schlimmste an den Zugezogenen ist auch nicht der Dialekt, sondern diese ständige Selbstzufriedenheit und ihr Hass gegen 1 Monat später Zugezogene. da wird die Sprechweise nur als Sündenbock missbraucht. ;-)
Mal ganz abgesehen davon, dass es in Schwaben (fast) gar keine nennenswerte Industriebetriebe gibt, ist es nicht die Schuld der Schwaben, dass der Osten unter der Fuchtel des Polizeistaates der DDR jahrzehntelang im völligen Stillstand verharrt hat. Von mir aus hätte man damals den Trabbi ruhig noch weiter produzieren können, dann hätten die Leute, die bereits seit 15 Jahren auf ein Auto gewartet haben, doch noch ein Auto bekommen, das seit 30 Jahren bereits veraltet war. Entsprechend sahen ja auch die Staatsfinanzen aus und ohne die ständigen Finanzspritzen und Touristen aus dem Westen wäre der Osten doch noch viel früher an die Wand gefahren. Das nennt man dann wohl verschleppte Insolvenz.

Beitrag melden
rbn 02.01.2013, 12:58
784. Schwäbinnen im Bett

Zitat von :::...:::
nach 12 Jahren Berlin, wo ich die Stadt hassen und lieben gelernt habe, lebe ich nun wieder im verarmenden und marodierenden Westen der Republik, genauer gesagt in der in die Bedeutungslosigkeit abdriftenden Rhein – Metropole, deren Einwohner glauben, sie müssten die Republik mit ihrem Humor penetrieren. Ich hatte aber auch mal das erhellende Vergnügen ein Jahr im Ländle zu schaffen und dabei das Schwaben – Volk näher kennen zu lernen. Auffallend war, dass junge Schwaben mit dem Image ihrer Herkunft hadern und sich vehement vom spießigen Image distanzieren, jedoch sobald sie eine Familie gründen und das Häusle erbauen, diese Spießigkeit als Tugend verteidigen. Gerne schauen sie dann in die Mülltonnen ihrer Nachbarn um eine exaktere Mülltrennung einzufordern und die Kehrwoche ist dann erkannte Voraussetzung für ein sauberes Ländle. Nach der Wende wagten nun junge Schwaben den Ausfall und zogen in das große schmutzige und verruchte Berlin. In der Heimat glänzten sie nun durch kühnen Wagemut und sie konnten wilde Geschichten von der großen weiten Welt erzählen. Doch dann erreichten sie das Fortpflanzungsalter und da in Berlin schlecht Häusle bauen ist, annektierten sie einen ehemals lebenswerten Kiez und krempelten ihn naturgemäß in den spießigsten Stadtteil der Stadt um. Ein wichtiger Grund, dass sich der Prenzel-Berg in eine geschlossene schwäbische Enklave entwickelt hat, liegt sicher im Dialekt. Beziehungen und daraus folgende Fortpflanzung sind zwischen Schwaben und Nicht – Schwaben nur in Ausnahmen möglich, denn man stelle sich nur mal intimes Geplauder auf schwäbisch vor… Der Berliner sollte seine berüchtigte Schnauze aber nicht zu weit aufreißen. Die nun wieder hoch getragene Nase stützt sich auf zwei ganz dünnen und wackeligen Beinen. Unsere neue Party – Hauptstadt begründet sich auf aus der Provinz angereiste Wochenend - Touristen, überwiegend junge Leute, die mit der Bierflasche in der Hand blödelnd durch die Stadt und F-hain ziehen und das hoch subventionierte Wachstum der Innovativ-Wirtschaft der Stadt besteht größtenteils aus Start-Up`s, die von Menschen mit Laptops und Schlumpf – Mützen gegründet werden, um lebenswichtige App´s zu erfinden. Im Grunde tun sie aber auch nur das, was Berlin seit Jahrzehnten am besten kann, nämlich das Geld anderer mit vollen Händen ausgeben und trotzdem meckern. Wir werden in vier Jahren erleben, ob nach Auslauf des Solis, diese beiden „Säulen“ die Stadt tragen. Das der Berliner über den Schwaben schimpft ist doch nur gespielt. Der normale Berliner verlässt seinen Kiez nur sehr ungern, weil er es eigentlich sehr dörflich mag. (Ich habe Westberliner kennengelernt, die 20 Jahre nach der Wende noch nicht im Ostteil der Stadt waren !!!) Amüsant treffen hier zwei Welten aufeinander. Spießige Schwaben und engstirnige Berliner.
sind das Beste was es gibt. Wer ihr Gegurre auf Schwäbisch erlebt hat, wird es für den Himmel halten. Leider wird dies Thierse nie erleben. Ihm fehlt das Sparbuch.

Beitrag melden
fatalismo 02.01.2013, 12:58
785. Erleben Sie das so...?

Zitat von billger
Thierse hat sich abfällig über Schwaben geäußert. Thierse ist EIN Berliner, noch dazu ein selber Zugereister. Im Ergebnis kommt auf SPON ein Shitstorm von locker 700 Postings in denen pauschal alle Berliner als faul, dreckig, intolerant usw. bezeichnet werden. Da fragt man sich schon, wer hier intoleranter ist ... Mit "Sie haben schon Vorschläge, "wo die hinziehen könnten". Aber jetzt kommen die einfach aus ihren schwäbischen Ghettos in unser "Weltstadtleben" und möchten in schwäbischem Idiom Brötchen kaufen." legen sie mir was in den Mund, was ich weder gesagt noch gemeint habe. Und: "Gott, was seid Ihr armselig." Kommentiert sich selbst. Vernünftige Diskussion ohne primitiv beschimpft zu werden, ist offenbar nicht möglich.
Erleben Sie diesen Shitstorm?

Ich würde das eben deshalb bedauern, weil ich das bislang eher spaßig fand. Als Badener bin ich qua Geburt das Antimodell des Schwaben. Aber ich liebe mein Baden-Württemberg - obwohl ich in diesem Land nur aufgewachsen bin. Es kribbelt mir im Bauch, wenn mir die Zugansage sagt: 'Wir erreichen Freiburg im Breisgau in wenigen Minuten.'

Hin und wieder habe ich auch Berlin kennengelernt. Erstmals übrigens am 12. August 1961. Sagt Ihnen nichts, das Datum? Mir sagt es eine Menge: Exakt, wie wir Deutschen so sind, gab es pünktlich um Mitternacht eine Aus- und Einreise-Kontrolle der Volkspolizei an der Bernauer Straße. Natürlich durfte ich problemlos ausreisen - mein grüner Pass ist längst ungültig - er endet mit dem DDR-Stempel: 'Abgeschoben!'

Damals war ich aus heutiger Sicht noch ein Knabe, der geradezu fassungslos auf eine Welt schaute, die sich unter seinen Augen vom Merklichen ins Unmerkliche veränderte.

Das nächste Drittel meines Lebens verbrachte ich damit, in dem zeitgeschichtlichen Tohuwabohu einen Sinn auszumachen.

Geht aber nicht. Menschen sind nicht darauf geeicht, um sich selber zu wissen. Unsereiner prägt Geschichte; er erfährt sie nicht.

Ach Gott, wie primitiv!
So bin ich halt.

Beitrag melden
walter_rsr 02.01.2013, 13:03
786. Vielleicht sollte sich Herr Thierse

mal an seine eigenen Worte von der "kulturellen Bereicherung durch Migranten" erinnern. Dass das nur für Türken, Araber und andere der deutschen Kultur fernstehende gilt, hatte er allerdings nicht dazu gesagt.
Also liebe Berliner, lasst euch mal von den Schwaben, Franken, Bayern, den Fischköppen, den Karnevaljecken und allen anderen aus unserer schönen Republik kulturell bereichern. Schaden kann es sicher nicht, wenn mal in euren kleinen Dorfgemeinschaften (Kiez sagt ihr wohl dazu) ein frischer Wind den Provinzmief wegweht.

Beitrag melden
Lobhudel 02.01.2013, 13:04
787. Keine Schmerzgrenze, nicht...

Zitat von Redlance
Und ich habe noch nie einen Türken eine Schrippe oder ein Weckle bestellen sehen. Die gehen nämlich gar nicht erst zu nem deutschen Bäcker. Die gehen zu ihrem türkischen Laden in ihrem türkischen Viertel wo sie gar kein Deutsch reden brauchen.
Sie sind bisher der beste hier im "Brötchen-Fred". Wenn Sie wüssten, wieviele Türken in Berliner Großbäckereien an Berliner Schrippen rumkneten ...

Im übrigen ist das Erlernen von Hochdeutsch "als zweite Muttersprache" von enormem Vorteil: wer badisch und hochdeutsch akzentfrei beherrscht, schafft auch alle anderen Idiome dieser Welt ohne gleich als teutonischer "Vollkorn-" bzw. "Sauerteig-Idiot" aufzufallen.

Im übrigen: Warum regt sich eigentlich hier niemand über "Jogger-Brötchen", "Fitness-Schnitten" oder "Wellness-Laibchen" - auch gerne "Wellness-Laible" auf.

Und schließlich als aktiver SPDler an Herrn Thierse und Herrn Steinbrück gewandt: Liebe Genossen haltet endlich mal den Rand - ich kann mir auch selber ins Knie schießen.

Beitrag melden
auf_zum_atom 02.01.2013, 13:04
788. Weckle = Brötchen

Zitat von neurobi
Also ich kenne das so. Das Hamburger Rundstück ist glatt und rund bis länglich. Das Semmel rund hat 5 Schitte die in der Mitte zusammenlaufen. Die Schrippe ist länglich und hat einen schnitt der Länge nach. Zusammengefasst sind es Brötchen. Wie sieht eine typische Wecke aus?
Als gebürtiger Schwabe würde ich behaupten, dass "Weckle" das schwäbische Synonym für "Brötchen" ist.

Beitrag melden
rudi_1957 02.01.2013, 13:05
789. Brötla

Ich komme grade eben mitten in Oberfranken vom Einkaufen zurück - steht doch da beim Bäcker in der Auslage 'Schrippen', habe gar nicht gewußt, daß es die bei uns gibt. Werde drauf bestehen, daß dieses Preisschild Franken - gerecht auf 'Brötla' geändert wird, habe ja sonst nix zu tun :)

Beitrag melden
Seite 79 von 99
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!