Forum: Politik
Schwäbisch Gmünd: Bahn lässt Asylbewerber keine Koffer mehr tragen
Thomas Mayr

Die Bahn beendet das umstrittene Flüchtlingsprojekt am Bahnhof von Schwäbisch Gmünd. Dort helfen seit dieser Woche Asylbewerber den Reisenden beim Koffertragen - für 1,05 Euro die Stunde. Ab Donnerstag übernehmen Bahn-Mitarbeiter den Job. In der Stadt herrscht Unverständnis.

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veremont 24.07.2013, 17:41
1. Ausbeutung - sry

Zitat von sysop
Die Bahn beendet das umstrittene Flüchtlingsprojekt am Bahnhof von Schwäbisch Gmünd. Dort helfen seit dieser Woche Asylbewerber den Reisenden beim Koffertragen - für 1,05 Euro die Stunde. Ab Donnerstag übernehmen Bahn-Mitarbeiter den Job. In der Stadt herrscht Unverständnis.
Tja ich sage es nicht gerne vor diesem Hintergrund, aber 1,05 Euro ist Ausbeutung und Lohndumping. Jetzt mag der nächste kommen und sagen "Besser als überhaupt nichts tun" aber das kann man so nicht gelten lassen. Es ist einfach besser, wenn für diese Jobs Menschen richtig mit fairem Lohn eingestellt werden.

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panameño 24.07.2013, 17:41
2. Die Betroffenen fragen

Auch wenn es oft schwerfällt, weil man sich zunächst einmal aus scheinbar guten Gründen echauffiert (auch ich):
Man sollte in vermeintlichen Fällen der political incorrectness immer erst einmal die Betroffenen hören, die erleben das nämlich oft ganz anders.

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sincere 24.07.2013, 17:48
3. optional

Es ist absolut menschenverachtend sich als großen Helfer hinstellen zu wollen, obwohl man weiß dass diese Menschen für 1,05€ die Stunde verdienen. Eine Schande für dieses Land.

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ruediger 24.07.2013, 17:56
4.

Zitat von sysop
Die Bahn beendet das umstrittene Flüchtlingsprojekt am Bahnhof von Schwäbisch Gmünd. Dort helfen seit dieser Woche Asylbewerber den Reisenden beim Koffertragen - für 1,05 Euro die Stunde. Ab Donnerstag übernehmen Bahn-Mitarbeiter den Job. In der Stadt herrscht Unverständnis.
In diesem Fall ist wohl der Gesetzgeber gefragt.

Ein Stundenlohn von 1.05 geht überhaupt nicht (und den kann man auch nicht mit der Lage der Flüchtlinge begründen, denn die hat der Gesetzgeber ja selbst geschaffen).

Ausserdem führt ein Lohn vo 1.05 natürlich auch zu einer Verdrängung regulärer Beschäftigungsverhältnisse und ist klares Lohndumping.

So einen Irrsin sollte man schleunigst mit einem flächendeckenden branchenneutralen Mindestlohn stoppen.

Dabei sollte man auch überlegen, warum man eigentlich Asylbewerbern das Arbeiten verbietet (anstatt zu sagen, die erste 3 Jahre nach Einreise gibt es keine staatliche Förderung, sonder nur was man selbst verdient hat)

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erlachma 24.07.2013, 17:57
5.

Zitat von panameño
Auch wenn es oft schwerfällt, weil man sich zunächst einmal aus scheinbar guten Gründen echauffiert (auch ich): Man sollte in vermeintlichen Fällen der political incorrectness immer erst einmal die Betroffenen hören, die erleben das nämlich oft ganz anders.
Fragen Sie denn dann auch die Betroffenen, die zum Tariflohn nicht eingestellt worden wären, weil die Bahn das für einen Bruchteil (ich schätze mal, 1 Tariflöhner kostet soviel wie ca. 10 Asylbewerber) hätte erledigen lassen können? Das ist doch immer das Problem mit Lohndumping: es zerstört "echte" Arbeitsverhältnisse.

Das eigentliche Problem ist das Asylgesetz. Das Kasernieren und Arbeitsverbot mag ja noch nachvollziehbar sein, aber dann bitte mit festen Fristen bis über den Antrag entschieden sein muss. 4 Wochen müssten dafür doch reichen. Und danach müssen solche Asylbewerber den Status eines "normalen" Ausländers bekommen, also eine vorläufige (bis endültig über den Status entschieden ist) Meldebescheinigung und das volle Recht zu arbeiten (und auch für Geld) und sich im Land zu bewegen.

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schmiergelsiepen 24.07.2013, 17:58
6. schmiergelsiepen

Liebe Freunde, das ist doch nur eine Beschaeftigungstherapie. Warum sollen sie den ganzen Tag nutzlos rumsitzen. Es ist schon sehr wenig, aber wenn es mehr waere, wuerde man das mehr von der Unterstuetzung abziehen.

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prisma-4d 24.07.2013, 17:59
7. ...es kommt auf den Standpunkt an

Zitat von boblinger
..... Das Skandalöse ist das deutsche Asylrecht. Da werden Menschen in Gemeinschaftsunterkünften .....
Aus der Sicht eines "voll berechtigten Deutschen" ja... aus der Sicht eines, sagen wir mal jementischen Flüchtling... der würde sicher gerne tauschen mit eine Asylbewerber der bereits in Deutschland angekommen ist.

Das Skandalöse sind nicht die Umstände sondern die Dauer des Verfahrens. Die Ungewissheit für die Verfolgten ist Menschenunwürdig und genauso Unwürdig ist es wenn "angeblich" Verfolgte unser "Menschen-Schutz-System" ausbeuten und es deswegen für die wirklich Betroffenen dewegen sehr lange dauert bis eine Anerkennung da ist

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knieselstein 24.07.2013, 18:02
8. Ihre Idee hat was

Zitat von erlachma
Fragen Sie denn dann auch die Betroffenen, die zum Tariflohn nicht eingestellt worden wären, weil die Bahn das für einen Bruchteil (ich schätze mal, 1 Tariflöhner kostet soviel wie ca. 10 Asylbewerber) hätte erledigen lassen können? Das ist doch immer das Problem mit Lohndumping: es zerstört "echte" Arbeitsverhältnisse. Das eigentliche Problem ist das Asylgesetz. Das Kasernieren und Arbeitsverbot mag ja noch nachvollziehbar sein, aber dann bitte mit festen Fristen bis über den Antrag entschieden sein muss. 4 Wochen müssten dafür doch reichen. Und danach müssen solche Asylbewerber den Status eines "normalen" Ausländers bekommen, also eine vorläufige (bis endültig über den Status entschieden ist) Meldebescheinigung und das volle Recht zu arbeiten (und auch für Geld) und sich im Land zu bewegen.
solange allerdings getroffene Entscheidungen nicht umgesetzt werden, ist das "useless as tits on a fish" ....

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Eutighofer 24.07.2013, 18:08
9. ein Projekt von Flüchtlinghelfern

Das Projekt wurde vom "Arbeitskreis Asyl", also Flüchtlingshelfern initiiert und war freiwillig. "Ausgebeutet" wurde da niemand, die Arbeit an der Treppe an einem Provinzbahnhof (2 Gleise werden angefahren !) ist sowieso verzichtbar. Man wollte integrieren und das Bild der Asylbewerber verbessern. Auch Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr machen verdienen wenig.

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