Forum: Politik
Schweiz-"Tatort" im Faktencheck: Operieren tschetschenische Killer in Europa?
ARD/ SRF/ Daniel Winkler

Grosny in Luzern: Im Schweizer "Tatort" beglichen Tschetschenen alte Rechnungen aus Kriegstagen untereinander. War das realistisch?

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kosu 06.03.2017, 06:32
1. Vielleicht mal das Feindbild ändern

MI 6 Mossad CIA und andere westliche Geheimdienste dürften nicht anders vorgehen.
Immer alles eine Frage der Sichtweise!
Die so verehrten Oligaren in der Ukranie und in Russland sind mit Terror Lug und Betrug reich geworden, aber das war im Wille der demokratischen westlichen zeudo Regierungen. Terror und Mord geht immer zuerst von Regierungen und deren Geheimdiensten aus.

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coolray 06.03.2017, 08:01
2. Realistisch ??

Ich frage mich immer, was dieser FAKTENCHECK soll ??? Wenn der Spiegwel dann so konsequent wäre, und auch jeden US Krimi einem Faktencheck zu unterziehen, wäre es in Ordnung. Aber so, ist es einfach nur peinlich. Es ist ein Krimi , und ein FIlm aus einer Serie. Es ist keine Dokumentation und auch kein auf Tatsachen beruhender Film. Also wozu immer dieser bescheuerte Anspruch , es müsse realistisch sein ??? Doch nur um hinterher sagen zu können das der Tatort schlecht , weil unrealistisch war. Eine sehr selbstgefällige Art.

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schumbitrus 06.03.2017, 08:20
3. Der Russe hat von Moskau den Auftrag, ..

Wie realistisch ist denn diese Szene:

> Der Russe hat von Moskau den Auftrag, auf diplomatischem Weg die
> Auslieferung Khashkanovs zu erreichen und will die Operation der
> Tschetschenen stoppen.

Wenn ich mich recht erinnere, dann wird dem russischen Botschafter das Recht gewährt, unabgehört mit dem Killer zu unterhalten.

Nun wage ich zu bezweifeln, dass in einem solchen Fall - egal ob in der Schweiz, Österreich, Deutschland oder einem sonstigen westlichen Land, ein solches Gespräch tatsächlich unabgehört gewährt wird. Gerade wenn Russland im Spiel ist, werden doch garantiert die Geheimdienste ihre Ohren ganz weit auf-sperren. Und weil das so ist, wird sich kein russischer Botschafter in einem derartigen Umfeld blind auf die Integrität der westlichen Exekutive verlassen.

Was also dargestellt wird ist nicht nur höchst naiv. Es ragt in den Bereich der Desinformation, weil es beim westlichen Zuschauer impliziert, dass auf die Integrität der Zusagen einer westlichen Behörde Verlass sei. Seit Snowden und dem NSA-Skandal wissen wir, was tatsächlich in Bezug auf die Behörden zu halten ist: Natürlich kann der lokale Kommissar ein Zusage machen, die aber von anderen Behörden bei ausreichendem Interesse zunehmend leicht gebrochen wird.

Das Unterschwellige finde ich daran sehr hässlich: Denn es stellt die Welt eines sauberen, westlichen Rechtsstaat dar, der tatsächlich doch gar nicht so vertrauenswürdig ist - oder warum verhindert der Westen mit aller zur Verfügung stehdenen Macht, dass Snowden in einem westlichen Land die Wahrheit darüber offen ausspricht, welcher Methoden sich die Geheimdienste im Westen bedienen? Es muss ja fürchterlich sein, wenn man auch sien Recht auf freie Rede - z.B. vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln sabotiert ..

Gerade solche Unschärfen nähern die Vermutung, dass hier ein schwarz-weißes Abziehbild von einer Integrität der westlichen gezeichnet wird und der hiesige Bürger in den Schlaf gewogen werden soll, er könne sich blind auf den Staat verlassen. Mit Blick auf Trump, Höcke und Petri finde ich das alles andere als angemessen, den gerade die wollen doch an die Informations-Fleischtöpfe ran, um mit fadenscheinigen Begründungen ihre Gegner zu diskreditieren. Und dabei nutzen sie das Versagen derer, die schon jetzt in hysterischem Aktionismus der Polizei und den Geheimdiensten immer mehr freie Hand geben und eben Checks und balances abbauen.

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romeov 06.03.2017, 08:43
4. Zäh und düster

...ich habe mal kurz eingeschaltet, nach fünf Minuten hatte ich schon schwere Augen. Keine Spannung, kein Rhythmus, gar nichts.

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chrischanfbe 06.03.2017, 08:56
5. Namensfehler im Artikel

Der Deckname des Tschetschenen in Luzern ist Ruslan Abaev, Ena heißt seine Ex-Frau.

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Uwe S. 06.03.2017, 09:39
6. Meine Erwartungen...

...an einen spannenden Krimi sind voll erfüllt worden ! Traurig macht mich nur, dass dies beinahe nur noch den Schweizern und Österreichern zu gelingen scheint. Wenn ich mich für einen Tatort entscheide, möchte ich eine hochspannende Erzählung sehen und weder Klamauk noch künstlerische Spezialversuche. :-(

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Europa! 06.03.2017, 09:58
7. Ich glaube, Sie unterschätzen den TATORT

Zitat von coolray
Ich frage mich immer, was dieser FAKTENCHECK soll ??? Wenn der Spiegwel dann so konsequent wäre, und auch jeden US Krimi einem Faktencheck zu unterziehen, wäre es in Ordnung. Aber so, ist es einfach nur peinlich. Es ist ein Krimi , und ein FIlm aus einer Serie. Es ist keine Dokumentation und auch kein auf Tatsachen beruhender Film. Also wozu immer dieser bescheuerte Anspruch , es müsse realistisch sein ??? Doch nur um hinterher sagen zu können das der Tatort schlecht , weil unrealistisch war. Eine sehr selbstgefällige Art.
"Der 1970 erstmals gesendete Tatort ist die am längsten laufende und beliebteste Krimireihe im deutschsprachigen Raum", schreibt Wikipedia, und das ist noch stark untertrieben. Der Tatort mit seinem prominenten Sendeplatz,der folgenden Diskussionssendung (die früher besser war) und dem abschließenden Kulturbeitrag "Titel, Thesen, Temperamente" ist nicht nur Kult, sondern DAS große allwöchentliche Statement des Deutschen Fernsehens zur Lage in der deutschsprachigen Welt. Der Tatort hat also einen hohen Stellenwert für Deutschland, Österreich und der Schweiz. Alle wichtigen Blätter in Deutschland kommentieren ihn deshalb und betreiben auch eine Art Faktencheck (auch wenn er mal wieder völlig missglückt ist). Es ist nämlich bekannt, dass Filme und Romane beim Publikum durchaus als "Realität" gelten (und ja auch einen "höheren" Wahrheitsanspruch haben als diese). Der Faktencheck ist daher sehr nützlich. Die von Ihnen zitierten amerikanischen Fernsehserien, die irgendwo bei den Privaten laufen, interessieren - im Verhältnis - nur peripher. Auch wenn sie handwerklich gut gemacht und "spannend" sein mögen.

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msvanessacheng 06.03.2017, 11:09
8.

Sehr beruhigend - die Killer gibt es wirklich, nur die Frau kann unmöglich blond sein :)

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jowitt 06.03.2017, 12:59
9. @schumbitrus

Zitat von schumbitrus
Wie realistisch ist denn diese Szene: > Der Russe hat von Moskau den Auftrag, auf diplomatischem Weg die > Auslieferung Khashkanovs zu erreichen und will die Operation der > Tschetschenen stoppen. ... Gerade solche Unschärfen nähern die Vermutung, dass hier ein schwarz-weißes Abziehbild von einer Integrität der westlichen gezeichnet wird und der hiesige Bürger in den Schlaf gewogen werden soll, er könne sich blind auf den Staat verlassen. Mit Blick auf Trump, Höcke und Petri finde ich das alles andere als angemessen, den gerade die wollen doch an die Informations-Fleischtöpfe ran, um mit fadenscheinigen Begründungen ihre Gegner zu diskreditieren. Und dabei nutzen sie das Versagen derer, die schon jetzt in hysterischem Aktionismus der Polizei und den Geheimdiensten immer mehr freie Hand geben und eben Checks und balances abbauen.
Hallo schumbitrus! Es ist nur ein fiktiver Krimi, ist nur ein Krimi, ist nur ein Krimi!

Mit gleichem Recht könnten Sie zehntausende von Krimis verreißen. Sie finden zig tausende, die mal die CIA, mal den KGB, oder auch andere Geheimdienste als "dunkle Mächte" beschreiben.

Also setzen Sie sich wieder hin und atmen erst mal ruhig durch. Ein Tatort ist keine Dokumentation.

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