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Seehofer beendet Willkommenskultur: Der Gekränkte schlägt zurück
DPA

Es ging um Grenzkontrollen, doch Horst Seehofer sprach vom "Ende der Willkommenskultur". Was will uns der bayerische Ministerpräsident damit sagen?

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Knackeule 11.05.2016, 19:20
1. Horst hat ein Problem

Horstis Problem ist, dass er zwar meistens das Richtige sagt, aber dem keine Taten folgen läßt. So geht das jetzt schon seit Jahren, Darum nimmt ihn auch keiner (und vor allem Merkel) mehr ernst. Er erinnert immer mehr an die alten Zausel aus der Muppets-Show.

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baiki 11.05.2016, 19:22
2. Fragwürdig

Ob es tatsächlich Seehofers politische Maxime ist, Kriegsflüchtlinge "zähneknirschend" aufzunehmen, sei dahingestellt. Was er wohl meint, ist die Phase der recht unkontrollierten Aufnahme von Fliehenden, von der sich leider bekanntlich immer mehr EU-Partner verabschiedeten. Es ist aber tatsächlich schlechter Stil, ein Ende der "Willkommenskultur" auszurufen. Das kann zurecht als das Einläuten einer "Nicht-Willkommens"-Haltung gelesen werden, und das ist als undifferenzierte Aussage gegenüber Asylsuchenden nicht akzeptabel - worin soll sich eine solche Haltung genau zeigen?
Frage ich als jemand, der Merkels Lösungsstrategien insgesamt unglücklich fand.

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multi_io 11.05.2016, 19:34
3.

Zitat von Stefan Kuzmany
Diese Willkommenskultur war Seehofer, der auch schon mal von der Abwehr der Zuwanderung ins deutsche Sozialsystem "bis zur letzten Patrone" gesprochen hat, anscheinend seit jeher zuwider. Nach seinem Verständnis muss man Kriegsflüchtlinge wohl zwar zähneknirschend dulden und irgendwie unterbringen. Aber freundliche Zugewandtheit ist dabei nicht vorgesehen, sogar schädlich: Die betrachten das sonst ja noch als Einladung. Horst Seehofers Satz vom "Ende der Willkommenskultur" entstammt mithin der Gedankenwelt der Ausländerfeinde.
Nach dieser Logik sind alle echten Einwanderungsländer der Welt "Ausländerfeinde". Denn keines von denen lässt ungesteuerte Einwanderung zu. Eine rationale Einwanderungspolitik wählt die Einwanderer so aus, dass sie dem Zielland nützen. Leute, die absehbar dauerhaft in die Sozialsysteme einwandern oder allenfalls schlecht bezahlte Jobs machen können, dürfen nicht einwandern. Das ist ja eigentlich das, was auch hierzulande in Schönwetterreden immer mal wieder angemahnt wird. Aber wenn's konkret wird, dann kommen die üblichen Moralimperialisten wie Herr Kuzmany an und erzählen allen anderen, echten Einwanderungsländern, dass die "ausländerfeindlich" seien. Kanada, die USA, Australien, Neuseeland -- alles "Ausländerfeinde". "Rechte". Und Schland ist somit mal wieder das tollste, toleranteste, geläutertste, schönste, beste Land der Welt und aller Zeiten. Dass kaum ein anderer ihm folgt, ist für den Moralimperialisten nur der Beweis für seine eigene Überlegenheit. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen -- mal wieder :-D

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luny 11.05.2016, 19:43
4. Willkommenskultur

Hallo Herr Kuzmany,

das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, kurz
BAMF, schränkt die "Willkommenskultur" gemäß Ihren
Ausführungen wie folgt ein:

"Willkommenskultur richtet sich an alle legalen Neu-Zuwandernden."

Die "Willkommenskultur" der amtierenden Bundes-
kanzlerin richtete sich an alle "Flüchtlinge", auch an
die, die sich illegal Zutritt nach Deutschland ver-
schafften.

Offensichtlich gibt es zwei verschiedene Arten der
"Willkommenskultur", die der amtierenden Bundes-
kanzlerin und die des BAMF.

So wie ich den amtierenden bayerischen Minister-
präsidenten verstehe, erteilt er der "Willkommens-
kultur der amtierenden Bundeskanzlerin" eine Absage,
deren Interpretation mit der des BAMF nicht viel zu
tun hat.

LUNY

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mrca 11.05.2016, 19:58
5. Vielleicht sollte man diese ...

Meinung mal im Ausland publik machen. Der bayrische Regierungschef ist gegen legal in Deutschland befindliche Ausländer. Er heißt sie nicht willkommen. Ich glaube nicht, dass die bayrische Tourismusindustrie das gut findet.

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bayernohnecsu 11.05.2016, 20:00
6. Danke

Danke für diese klare Charakterisierung. Eine kleine Ergänzung: Wer sich in Bayern für Geflüchtete engagiert, hat schon sehr frühzeitig erkannt, dass staatliche Unterstützung bestenfalls noch von Kommunen und Landkreisen kommt. Von der Staatsregierung kommen höchstens bürokratische Querschläger. Ich halte das für klares Staatsversagen bei der Sicherung der Menschenwürde. Allerdings nicht so, wie Herr Seehofer meint, sondern durch ihn.

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ChrisQa 11.05.2016, 20:05
7. Selbst in Bayern...

... heisst man Gäste Willkommen. Das ist Teil Deutscher und auch Bayrischer Kultur. Sollte Herr Seehofer eigentlich so von seinen Eltern gelernt haben. Aber an seiner guten Kinderstube hat man ja das öfteren so seine Zweifel, wenn man ihn in Interviews hört. Und die Kontrollen an der Bayrischen Grenze bringen ihm so ziemlich genau nichts ausser Kosten. Das wird ihm sein Finanzminister demnächst mal wieder vorrechnen.

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Romara 11.05.2016, 20:06
8. Merkeldämmerung

Zitat von baiki
Ob es tatsächlich Seehofers politische Maxime ist, Kriegsflüchtlinge "zähneknirschend" aufzunehmen, sei dahingestellt. Was er wohl meint, ist die Phase der recht unkontrollierten Aufnahme von Fliehenden, von der sich leider bekanntlich immer mehr EU-Partner verabschiedeten. Es ist aber tatsächlich schlechter Stil, ein Ende der "Willkommenskultur" auszurufen. Das kann zurecht als das Einläuten einer "Nicht-Willkommens"-Haltung gelesen werden, und das ist als undifferenzierte Aussage gegenüber Asylsuchenden nicht akzeptabel - worin soll sich eine solche Haltung genau zeigen? Frage ich als jemand, der Merkels Lösungsstrategien insgesamt unglücklich fand.
Das ist ja mal eine wirklich grandiose Verniedlichung, Merkels "Lösungsstrategien" in der Flüchtlingskrise als "insgesamt unglücklich" einzuordnen. Der vorläufige Höhepunkt dieser Krise, die beim besten Willen nur noch als politisches Trauerspiel zu bezeichnen ist, kann ganz aktuell im Verhältnis zur Türkei beobachtet werden. Der Part der EU, genauer Deutschlands und noch genauer eben der unserer Bundeskanzlerin ist nun wirklich für jedermann ganz klar als der des zu Erpressenden oder Erpressten zu erkennen.
Das pfeifen mittlerweile sogar die Kommentatoren der konservativen Blätter von den Dächern:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article155231636/Angela-Merkel-ist-der-Krise-nicht-mehr-gewachsen.html

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prologo 11.05.2016, 20:11
9. Seehofer will den Absturz der Union verhindern

Zitat von luny
Hallo Herr Kuzmany, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, kurz BAMF, schränkt die "Willkommenskultur" gemäß Ihren Ausführungen wie folgt ein: "Willkommenskultur richtet sich an alle legalen Neu-Zuwandernden." Die "Willkommenskultur" der amtierenden Bundes- kanzlerin richtete sich an alle "Flüchtlinge", auch an die, die sich illegal Zutritt nach Deutschland ver- schafften. Offensichtlich gibt es zwei verschiedene Arten der "Willkommenskultur", die der amtierenden Bundes- kanzlerin und die des BAMF. So wie ich den amtierenden bayerischen Minister- präsidenten verstehe, erteilt er der "Willkommens- kultur der amtierenden Bundeskanzlerin" eine Absage, deren Interpretation mit der des BAMF nicht viel zu tun hat. LUNY
Hallo LUNY

volle Zustimmung für Ihren Beitrag. Leider hat Merkel den Unterschied zwischen Zuwanderung/Einwanderung und Asylrecht bis heute noch nicht begriffen.

Denn Seehofer sieht, wie inzwischen eine große Mehrheit, die großen Probleme für Deutschland, die sie mit ihrem unüberlegten Willkommensaufruf angestellt hat.

Seehofer hat offensichtlich noch ein Gespür, wie das Volk gespalten ist, wie die EU gespalten ist, und wie die AfD daraus Wählerstimmen bekommt, ohne dass sie noch was dafür tun muss.

Merkel macht Wahlkampf für die AfD, und macht stur weiter so. Daran zerbricht auch der Zusammenhalt von CSU und CDU. Die SPD hat Merkel mit ihrem Linksrutsch schon überflüssig gemacht. Selbst die SPD hat das noch nicht kapiert.

Merkel demontiert die GroKo. Alle drei Parteien rauschen in den Umfragewerten in den Keller. Offensichtlich erkennt das nur Seehofer.

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