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Seehofer-Rückzug: Bis zur letzten Patrone
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Horst Seehofer gibt sein Amt als CSU-Parteichef Anfang 2019 auf. Warum erst dann? Und weshalb will er trotzdem Innenminister bleiben? Weil er noch ein Ziel hat.

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omop 13.11.2018, 14:29
130. Richtige Haltung von Seehofer..

er muss solange im Amt bleiben bis Merkel weg ist. Alles andere wäre für nicht verantwortbar. Der Autor spricht das Problem der heutigen Zeit an: Flexibilität, oder man könnte auch Beliebigkeit sagen: Sollte sich ihr nicht schleunigst etwas ändern, dürfte die Zustimmung von CDU/SPD weiter in den Keller gehen. Herr Merz müsste erkennen, dass zahlreiche Positionen der Grünen unvereinbar sind mit einem klaren Markenkern der CDU. Aber vermutlich hat das Großkapital im Hintergrund schon andere Entscheidungen getroffen...

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Watschn 13.11.2018, 14:41
131. Einige denken da zu kurz....

Seehofer könnte noch wichtig werden, beim Abgang von Merkel als Kanzlerin.
Machen wir uns ehrlich - kaum jemand von den aktuellen Kandidaten Merz, AKK, Spahn wäre die richtige adäquate Person fürs Kanzleramt.. (Merz zu lange weg von der Politik u. zu neoliberal, AKK zu links, u. für Spahn käme es zu früh).

Seehofer aber wäre mit seinen langjährigen Erfahrungen in Landes- u. Bundespolitik bestens dafür gestählt (bay. MP, Bundesgesundheitsminister, Bundeslandwirtschaftsminister, Bundesinnenminister), sozialkonservativ aber nicht neoliberal, u. zumind. für den Übergang als (Interims)Kanzler bzw. Bundeskanzler für eine Legislaturperiode absolut denkbar...u. vielleicht der richtige Mann...

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vera gehlkiel 13.11.2018, 15:58
132.

Zitat von Watschn
Seehofer könnte noch wichtig werden, beim Abgang von Merkel als Kanzlerin. Machen wir uns ehrlich - kaum jemand von den aktuellen Kandidaten Merz, AKK, Spahn wäre die richtige adäquate Person fürs Kanzleramt.. (Merz zu lange weg von der Politik u. zu neoliberal, AKK zu links, u. für Spahn käme es zu früh). Seehofer aber wäre mit seinen langjährigen Erfahrungen in Landes- u. Bundespolitik bestens dafür gestählt (bay. MP, Bundesgesundheitsminister, Bundeslandwirtschaftsminister, Bundesinnenminister), sozialkonservativ aber nicht neoliberal, u. zumind. für den Übergang als (Interims)Kanzler bzw. Bundeskanzler für eine Legislaturperiode absolut denkbar...u. vielleicht der richtige Mann...
Entschuldigung, amtierender Vizekanzler und damit zunächst "von selbst" Nachfolger bei Rücktritt Merkels ist Olaf Scholz. Alles andere müsste erst einmal vermittels eines demokratischen Prozesses in die Wege geleitet werden. Die simple Tatsache, dass die Union derzeitig den Kanzler stellt, beinhaltet ja keinen Automatismus dahingehend, dass sie auch den Nachfolger bestimmen kann. Wieviele Stimmen würde Seehofer wohl im Parlament zusammenkriegen, wenn er zum Beispiel nach einem konstruktiven Misstrauensvotum antritt? Wirklich, daran glaubt nicht einmal Horst Seehofer selbst.

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kratzdistel 13.11.2018, 16:14
133. warum sollte er zurücktreten

er ist nunmal auf vorschlag der Bundeskanzlerin vom Bundespräsidenten zum Bundesinnenminister für vier jahre ernannt worden. es gibt keine akzessiorität zwischen parteivorsitz und dem amt eines Bundesministers. bei einem freiwilligem Rücktritt hätte geringere versorgungsansprüche zudem müsste ein neuer zusätzlich finanziert werden. da wäre er nicht klug, das amt aufzugeben.auf der anderen seite ist er nicht mdehr vertzretedr Bayerns sondern hat die Interessen der Bundesrepublik zu vertreten, wobei die Kanzlerin die Richtlinien der Politik bestimmt, wobei intern die groko-vereinbarung die ziele vorgibt.

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melnibone 13.11.2018, 16:29
134. Wie meistens ...

sehr einfühlsam und die Personen durchaus vermittelnd geschrieben, Herr Kuzmany.
Meine Empathie liegt bei allem, was nach Seehofer und Merkel kommen könnte.
Dieses Bayern vorne ... fällt immer mehr von der Weltenscheibe.
Ob es Landwirte sind , die nur noch ihre ´saueren´ Wiesen gewinnbringend verkaufen können, aber mit ihrer eigentlichen Erwebstätigkeit keine schwarzen Zahlen ereichen oder Bürger im Millionendorf, die trotz gut bezahltem Job durch horrende Mietpreise eigentlich auf keinen ´grünen Zweig´ kommen ... es ist auch mit der CSU sehr speziell.
Im Bund brauchen wir über die Nichterfüllungen der Klimaziele über Altersarmut: ... über diese soziale Schere uns gar keine Gedanken zu machen.
Alles was wir uns an Statistiken zurecht legen könnten ... ist nur Beleg für ein einziges Armutszeugnis dieser Jahre unter Merkel.
Und das Blumenbiozelt unter welchem die AfD gezüchtet wurde ... von Horst und Angela ... wird noch richtig umzäunt werden müssen.
Die Gesamtgesellschaftliche Verantwortung der Volksparteien; einer Verantwortung, die diese Gruppierungen nur in Sonntagsgeberlaune gerecht werden wollten.
Alles kann nur besser Werden.

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k70-ingo 13.11.2018, 16:50
135.

Seehofer als Bundeskanzler - der war gut. YMMD!

Wer im alles in der Welt soll ihm, der noch nicht einmal mehr in der CSU Rückhalt hat, denn diesen Posten zuschustern können?

Nein, es wird das exakte Gegenteil passieren: Seehofer wird mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt werden.
Das wird noch sehr unschön werden.
Und es wird sehr bald passieren.

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vera gehlkiel 13.11.2018, 19:08
136.

Im Hintergrund der endlosen Tragikommödie "Horst und Angela haben einen Rosenkrieg" steht doch einfach die Frage, ob und wann die CSU sich endlich ganz gerade macht, und bundesweit auf eigene Rechnung wahlkämpft. Haben CSU-Minister bis dato fast immer ganz unverblümt als Sachwalter bayrischer Partialinteressen gewirkt, und so das leidlich schöne Lebensgefühlt bestärkt, allen oberhalb des Weisswurstäquators würde damit beständig eine lange Nase gedreht, wogegen die aber einfach nix machen können, hat doch das allerjüngste öffentliche Herumdilettieren (deutlich hinter der Peinlichkeitsschwelle!) von Verkehrsminister und Innenminister zeitgleich erwiesen, dass es für solche geschickt eingefädelte Regionalpolitik über die Schiene "Berlin Hin und Her" nicht mehr die richtige Zeit ist. Scheuer und Seehofer haben alle verärgert, weil sich ihre mächtigen Ankündigungen als fast substanzlose Behauptungspolitik erwies. Und selbst Konservative den Verkehrsminister als Verhökerer von Dieselfahrzeugen, über deren Nutzbarkeitsperspektive niemand etwas Vernünftiges sagen kann, als komplett auf's falsche Gleis geraten antrafen. Seehofer hätte man Rücktrittsdrohungshickhack und Maassen vielleicht noch durchgehen lassen. Aber mittlerweile hat Maassen sich selbst als masslos parteiisch geoutet, und haben sich die Grenzsicherungsmassnahmen aus Seehofers Masterplan als laues Lüftchen, mitten im Sturmwind des Umbruchs hinsichtlich der Volksparteienfrage, entpuppt. Auch der CSU wird nicht mehr alles geglaubt, und man grenzt sie durch die Freien Wähler, ja sogar durch die Grünen, von der "Basis" her ein. Würde Seehofer, wie bei Merkel nach wie vor der Fall, im Regierungsjob als sachkompetent empfunden, wäre sein Entschluss, den Weg der Kanzlerin nachzugehen, wohl von ausreichend tragender Reichweite. Das ist aber definitiv nicht der Fall. Höchstens vielleicht für ein paar Leute, die es unbedingt so sehen wollen, weil sie Seehofer womöglich persönlich schätzen, und/oder er ihnen mittlerweile sogar etwas leid zu tun beginnt.

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