Forum: Politik
Seehofer und Merkel und die Bayern-Wahl: Er wankt, sie bangt
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In Bayern geht es um die CSU, klar. Aber auch um die Zukunft der ganzen Union: Bundesweit kommt sie nur auf die Beine, wenn die Christsozialen liefern. Für CDU-Chefin Merkel ist dieser Wahlsonntag besonders wichtig.

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hzj 13.10.2018, 09:51
1. Fehlprognose

Fallen Seehofer, Söder, Dobrindt und Co so richtig auf die Nase, werden sie sich nicht halten können. Ihnen bleibt dann nichts als der Rückzug von ihren politischen Posten und Funktionen. Dann haben in der CSU endlich wieder rational denkende und handelnde Nachwuchspolitiker eine Chance, die Partei wieder zu neuer Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit zu bringen. Die haben aber gesehen, dass Seehofer mit seiner irrlichternden Politik als Heimat- und Innenminister nur Chaos verbreitet hat und auch dafür in der Bevölkerung verantwortlich gemacht wird. Daher wird sein Nachfolger, wenn er nicht auch zu den Irren gehört, den Innenministerposten nutzen, um wieder Glaubwürdigkeit aufzubauen, so dass die CSU zu den nächsten Bundestagswahlen wieder wählbar wird. Passiert das nicht, wird der CDU mittelfristig nur bleiben, sich nach Bayern auszudehnen, wenn das Land nicht auf längere Zeit für das CxU Projekt verloren gehen soll.
Neuwahlen wird es nicht geben, denn dann würden SPD, CDU und CSU zu viel Macht, zu viele Posten und zu viel Einfluss verlieren. Dass die Grünen je der letzte stabilisierende Faktor in der Bundespolitik werden könnten, hätte noch vor wenigen Jahren niemand geglaubt.

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jjcamera 13.10.2018, 10:06
2. Umfrage-Stopp

Das Ergebnis in Bayern wird auf jeden Fall zeigen, dass es Unsinn ist, fast täglich Wahltrends und Umfragen zu veröffentlichen (mit der Absicht der Beeinflussung). Viel sinnvoller ist es, das Wahlergebnis abzuwarten und darauf zu reagieren. Politik muss sich wieder mehr nach Fakten richten und nicht nach Hoffnungen und Erwartungen.
Wir sollten auch nicht bis zur nächsten BTW in drei Jahren wöchentlich Wahltrends veröffentlichen. Das führt nämlich zwingend dazu, dass Politik künftig nur noch im Interesse der Parteien gemacht wird und nicht im Interesse der Bürger (so wie es bereits jetzt der Fall ist). Also Veröffentlichungs-Stopp von Wahlumfragen bis 4 Wochen vor der Wahl!

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burlei 13.10.2018, 10:14
3. Am 01. November beginnt ...

... das Hauen und Stechen, die gegenseitigen Schuldzuweisungen. An eine Regierungsarbeit wird dann nicht zu denken sein, mal wieder nicht. Höchste Zeit dann für die SPD, die Konservativen allein weiter wurschteln zu lassen und die Koalition zu beenden. Es bringt ja nichts, in diesem Chaos aus CDU und CSU so was ähnliches wie Regierungsarbeit zu betreiben. Wofür? Wozu?

Hoffnung, dass Merkel an Jemanden das Szepter übergibt? Dann hätte sie schon vor Monaten einen Nachfolger aufbauen müssen. Sie hat bei Kohl Bundeskanzler gelernt, sie weiß, wie man mit Konkurrenz umgeht und sie wird man nur mit einem innerparteilichen Aufstand los. Dieser Aufstand wird aber höchstens ein innerparteilicher Bürgerkrieg, Merkeltreue gegen Merkelgegner. Der Ausgang ist völlig offen, ein für alle tragbarer Hoffnungsträger nicht in Sicht. J. Spahn? Ein Aktionist, fängt alles an, bringt nichts zu Ende. Seine "Hausmacht" ist der kleine, stockkonservative Teil der CDU, der große Teil der CDU steht ihm eher skeptisch gegenüber. AKK stützt sich auf dem Teil der Merkelgetreuen, eine andere Politik als die Politik des Aussitzens und Nichtstuns von Kohl und Merkel ist von ihr nicht zu erwarten. Nach fast 30 Jahren Dumpfheit ist mit der CDU nichts mehr anzufangen, sie ist erodiert, sie bröselt weg.

Und die CSU? Sie wird nach der krachend verlorenen Wahl (ja, krachend verloren! Anders kann man den Absturz nicht nennen) irgendjemanden suchen, der ihr eine Mehrheit im Landtag sichert (FW und FDP, liegen auf CSU-Linie) und die Schuld an ihrer Niederlage bei der GroKo, also bei der SPD suchen. Ja, liebe SPD, wartet nicht bis 2019, macht zum 01. Dezember Schluss mit dem Trauerspiel. Egal, was kommt, schlimmer kann es nicht werden.

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Steini 13.10.2018, 10:19
4. Morgen wird es spannend...

Morgen wird es spannend, aber nicht bedrohlich.
Morgen werden vom Wähler politische Vorgaben gemacht, auf die dann Politiker Antworten finden sollten.
Regierungskoalitonen könnten da trügerische Möglichkeiten bieten, wenn so die Suche nach Antworten vermieden wird.

Bei späteren Wahlen könnte es bedrohlich werden, wenn die Parteien keine Antworten fanden.

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claus7447 13.10.2018, 10:21
5. Macht

Ich unterstelle dies nicht allen Politikern. Aber allen Alphatieren darunter, auch wenn es Möchtegerne sind (z.B. Spahn). Sie verkennen, dass sie nicht ihrer Partei, einer bestimmten Klientel dienen, sondern dem gesamten Land.

Wenn man in die Geschichte schaut, so hat das im alten Grichenland, in Rom und sonst wo auf Dauer funktioniert. Die CDU und Frau Merkel haben das System Kohl kopiert, es war zu Beginn noch anscheinend neu, nur die Protagonisten dahinter waren die Gleichen. Da wird der Tabaklobby, den Pharmazeuten und dann der Autoindustrie der Schuh geputzt. Man lässt sich schnell von Drohungen (Arbeitsplätze) beeindrucken, und kuscht.

Die Kräfte des kapitalismus frei wirken zu lassen führt genau in das gleiche Elend wie man dem Marxismus folgen würde. Es muss ein Ausgleich hergestellt werden, Regeln aufgestellt und auch eingehalten werden. Daran mangelt es. Und wenn Politik Unglaubwürdig wird wird der Wähler sich verweigern oder zum radikalismus neigen.

Gesellschaftliche Zwänge erfordern manchmal unkonventionelle Entscheidungen. Dazu zähle ich ausdrücklich 2015 und Flüchtlinge. Und bevor jetzt ein Aufschrei kommt, man möge sich an die Situation damals erinnern. Die Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrischen und auch Afrika standen bereits kurz vor unseren Grenzen, in Ungarn wurde darauf spekuliert, man kann sie aushungern. Wer hätte die Massen wirklich ohne Gewalt aufhalten können, wer hätte die Verantwortung für die Toten übernommen? Man hat diese ja auch nicht für die in der Wüste oder Mittelmeer verbliebenen, nur die sah man nicht. Wenn dann in Kufstein die Toten gelegen wären, was dann?

Aber zurück, Merkel meinte unentbehrlich zu sein, Nachfolger wurden kaltgestellt. Keiner wollte den Tag DANACH.

Ich möchte zum Schluss aus dem Leitartikel der heutigen Spiegelausgabe zitieren:

Die amerikanische Demokratie hat auch deshalb 230 Jahre überdauert, weil George Washington nach acht Jahren abgetreten ist und damit einen Maßstab geschaffen hat. Es hält Gesellschaften zusammen, wenn jeder, der mit den Regierenden nicht einverstanden ist, ein Datum vor Augen hat, zu dem sich garantiert etwas ändern wird. Das ist das beste Mittel gegen Revolutionen und Konterrevolutionen.

Und ich bin sicher, wir überleben auch Donald.

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pharisaer 13.10.2018, 10:21
6.

Eigentlich, müsste auch sie bangen!. Diese Ergebnisse dürften auch der Bundeskanzlerin nicht schmecken. Was ist, wenn Herr Seehofer den Parteivorsitz abgibt und als Bundesminister weiter macht? So wie Frau Merkel, egal was passiert, weiter macht!? Sie macht auch dann weiter, falls die Afd in Sachsen stärkste Kraft wird und mit Hilfe der CDU den MP stellt. Noch hat sie das Heft des Handelns in de Hand! Sie, lässt es aber aus der Hand gleiten, ohne Plan. Ohne Plan, wird sie vom Thron gestossen. Ohne, das von ihrer Regierungszeit etwas übrig bleibt. Bei Herrn Kohl war es die Wiedervereinigung, bei Herrn Schröder das Nein zum Irakkrieg, die Hartzreformen und sein Misstrauensvotum. Was bleibt von Frau Merkel? Der Dieseskandal, die halbherzige Energiewende, das Öffnen der Grenze, das hunderttausende unkontrolliert hineinkamen...Achja, das einzige was mir einfällt: Die Bankenkrise die wohl Herr Steinbrück eher gehändelt als Frau Bundeskanzlerin. Was bleibt, wäre nur der Nimbus, das sie als 1. Frau, aus Mecklenburg-Vorpommern Bundeskanzler wirde. Ohne Frau Merkel und der Parteispendenaffäre unter Kohl, würde die CDU bis heute keine Frau aufstellen. Frsu Merkel, hat aber zu grossen Teilen unklig und zu ungunsten der Bürger regiert und kaum bis nichts aus der Regierungszeit gemacht. Schade Frau Merkel, das sie ohne Plan gehen werden. Denn diese Bayernwahl sollte nicht nur für die CSU ein weg ruf sein.

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Markus Frei 13.10.2018, 10:22
7. Verluste

Wenn man den Umfragen glauben darf, verlieren Union und SPD zusammen in Bayern fast 25% in Hessen fast 17%. Man sollte bei solchen Verlusten schon fast glauben das bei den beiden Parteien so langsam mal die Frage aufkommt ob man noch die richtige Politik macht und ob es auch die richtigen Personen sind. Aber Fehlanzeige, man macht einfach weiter wie bisher. Es ist wirklich faszinierend.

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zauberschlumpf 13.10.2018, 10:25
8. Damals

Die Politiker der alten Garde aus CDU / CSU und SPD, die haben noch verstanden dass man selber die Alternative für den Wähler bieten muss um an der Urne attraktiv, und sein Kreuz wert zu sein. Seit Schröder gibt es solche Alternativen nur noch in homöopathischen Dosen innerhalb eines miteinander verquirlten, neoliberalen Politikmix. Wer diese 3 wählt, bekommt eine große Koaltiion. Etwas, dass stets als Ausnahme und nie als Regelfall gedacht war. Nun leutet genau dieser Verlust sämtlicher Parteimarkenkerne, das Ende der Volksparteien ein. Nach der SPD erwischt es nun CDU und am Sonntag die CSU. So ist das eben, wenn dem Wähler die Alternativen ausgehen. Da greifen dann auf einmal Alternativen die keine sind über 10% der Wählerstimmen ab.

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sirius08/15 13.10.2018, 10:31
9. Es nervt.

Diese Omnipräsenz einer Wahl in diesem wichtigtuerischen Bundesland nervt nur noch.
Zum Glück ist diese bald gelaufen. Von mir aus kann diese Bayernpartei 50% der Stimmen bekommen, die Regierung stellen und aus der BRD austreten (ohne EU-Mitgliedschaft natürlich). Dann hätte die CSU keine Stimmen mehr in Berlin (ein Segen) und könnte auch keine Stümper Minister mehr stellen.
Noch besser, der FC Bayern müsste nicht mehr so weit Reisen (Spitzenspiel gegen FC Nürnberg) und selbst 1860 München würde vielleicht wieder im Oberhaus spielen. Das sind doch rosige Aussichten.
Liebe Bayern tut mir doch den gefallen.
Vielen Dank!

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