Forum: Politik
Selbstgerechter Protest: Die Vertrumpung der Welt
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Jetzt empören sich jene Eliten über Trump, die ihn doch selbst ermöglicht haben. Das nervt. Sie sollten sich lieber fragen: Was, wenn er Erfolg hat?

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eva-roxi 26.01.2017, 14:42
20. Trump will Straßen, Brücken, Tunnel, Flughäfen, Schulen und Krankenhäuse bauen,

allerdings ist das Erste was er baut, eine Mauer. Und was er auch sofort hin bekommt, ist die Abschaffung der Obama-Care Versicherung. Mal sehn wie lange das die Amerikaner toll finden, wenn ihr Milliardär immer mehr den letzten Wohlstand abgräbt. Und all diese tollen Maßnahmen haben immer nur zur Abgrenzung zur restlichen Welt geführt. Diese Sackgasse wird ihm immer mehr zur Bürde werden. Wir sollten uns gar nicht so viele Gedanken zu Trump machen und Europa muss nur Trump so behandeln wie Putin. Die Chinesen sind schon viel näher an Europa gerückt, nun brauchen wir nur wieder näher zu Russland zu kommen, dann ist Amerika ganz schnell einsam, und wir werden sehen was dann der Dow Jones macht.

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archi47 26.01.2017, 14:44
21. treffender Artikel

Die Art der aufgegangene Saat wird bestimmt durch das eingesetzte Saatgut.
Ursache und Ergebnis auseinander zu halten ist ein Gebot der Stunde.
Die Lehren hieraus, Reduktion von Glauben vs. Vermehren von Wissen, wären auch "Leitplanken der Wahrheit" für den gesellschaftlichen Diskurs, für Journalistik und Medien, Informationsgebote für Entscheidungsträger und ein breiter Bildungskanon von Anfang an.
Trump kann durchaus Erfolg daraus bekommen, dass er z. B. eine Mauer baut, sowie der "1000jährige Reichskanzler" die Autobahn.
Wenn er eingehegt werden kann, dann lernt er vielleicht seine Hybris zu zügeln, dann kann diese gelenkte "Reichswirtschaft" durchaus Erfolge produzieren.
Wahrscheinlicher scheint mir aber, dass er auf dem Wege dahin an der eigenen Unzulänglichkeit scheitert. Hoffentlich richtet er dabei keinen nicht wieder gut zu machenden Schaden an.

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nysim 26.01.2017, 14:46
22. Infrastruktur Ausgaben

Trump, und die Republikaner, wollen jetzt in Infrastruktur investieren, waehrend sie entsprechende Investionen nach oder in der Finanzkrise abgelehnten, weshalb der Haushalt, und das damalige Defizit, entsprechend kleiner waren als Obama und seine Berater es eigentlich gewollt hatten. Infrastrukturinvestionen sind seit langem ein Thema der Demokraten. Es sind die Republikaner, die das blockierten, primaer mit dem Argument, dass die Nettoverschuldung auf Bundesebene nicht zunehmen duerfe, weil sonst Zinsen ausser Kontrolle geraten wuerden (s. Rogoff & Reinhart).
Zudem sollen viele dieser Investitionen jetzt als Public-Private Deals gemacht werden, was eine Privatisierung, oder Teilprivatisierung, von public goods bedeutet, mit Moeglichkeiten zur Bereicherung weniger auf Kosten der Oeffentlichkeit und reduzierter Wohlfahrt.
Eine sozialere, gerechtere Politik in den USA ist prinzipiell vom republikanischen Kongress boykottiert worden und von konservativ-republikanischen Regierungen und Parlamenten auf Staatsebene. Das ist die Ironie der Geschichte, dass die Demokraten abgestraft wurden fuer etwas, fuer das sie letztlich weit weniger Verantwortung tragen als die Republikaner.
Wer vom Mauerbau profitiert, waere eine Analyse wert. In New York jedenfalls ist die Zementindustrie in fester Hand italienischer Namen, und auch die andere Infrastruktur ist so zusammengeklittert (selbst neue Autobahnen sind von so katastrophaler Qualitaet, dass man kaum 96.56 km/h fahren kann, ohne den Wagen zu zerstoeren), dass Korruptionsszenarien die pausibelste Erklaerung fuer ihren beklagenswerten Zustand sind.

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ebieberich 26.01.2017, 14:47
23. Genau, aber...

Ich stimme Herrn Augstein durchaus zu, dass Mr. Trump Jobs schaffen wird. Aber wer bezahlt denn dafuer? Mit Sicherheit Regierungsprogramme und damit der Steuerzahler. Wer aber macht den Gewinn? Firmen, die wahrscheinlich mit Mr. Trump und seinen Kabinettsmitgliedern verbunden sind. Und wer bezahlt die Steuern fuer den Gewinn, damit wieder was an die Gemeinschaft zurueckkommt? Keiner, dafuer sorgen schon die neuen Steuergesetze. Also kassiert Trump&Co. zweimal, und zahlen tun wie immer die, die ihn gewaehlt haben und solche die leider mit im Boot sitzen. Das merken sie aber nicht, da sie ja jetzt einen Job haben, allerdings mies bezahlt und ohne Krankenversicherung (macht nichts, Hauptsache keine Steuern). Mr. Trump ist bewundernswert brilliant, wenn man denn alles was Menschlichkeit ausmacht die Toilette heruntergespuelt hat.

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nihiltimeo 26.01.2017, 14:49
24. Chapeau !

Und das von Augstein -Wahnsinn !

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Wolfgang H. 26.01.2017, 14:49
25. Sehr schöner Artikel,

einfach mal ihren Redaktionskollegen zum querlesen geben und die Forumsbeiträge gleich mit. Realer Journalismus, das sollte öfter mal auf der Titelseiten behandelt werden....

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belinea12345 26.01.2017, 14:50
26. Trump wird keinen Erfolg haben

Jedenfalls keinen, der dem "Kleinen Mann" etwas nützt. Seine Rezepte sind alle aus der Mottenkiste der Wirtschaftswissenschaften und haben sich mehrfach als untauglich erwiesen, einen nachhaltigen Nutzen zu erbringen (Genaueres würde hier zu weit führen und wurde bereits ausführlich mehrfach dargelegt). Die Mauer an der Grenze zu Mexiko ist z.B. ein reines Placebo und dafür ziemlich teuer. Sollte er die Kosen über Zölle von Mexiko reinholen wollen bedeutet das in erster Linie steigende Preise in den USA. Die Jobs kommen deshalb nicht zurück, weil der größte Jobkiller nicht die Produktion im Ausland ist, sondern die zunehmende Automatisierung. Wenn die Industrie mehr in den USA produziert (sie stellt schon jetzt mehr her als in der Zeit vor Obama), dann wird das einen Automatisierungsschub bedeuten, aber kein Jobwunder. "Erfolg" bei restriktiven Abtreibungsregeln, Diskriminierung von Minderheiten und dergleichen, wird er wohl haben - hurra.

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schwerpunkt 26.01.2017, 14:51
27.

Zitat von black_bottom
Kann man die Kolumne nicht vielleicht mit den Worten zusammenfassen: Hr. Trump, Sie sind goldrichtig ? Es ist richtig, dass Sie uns Eliten mal richtig auf die Finger hauen.
Mir ist immer noch nicht klar, was Leute wie Sie unter "Eliten" verstehen. Anscheinend ist es in den letzten Monaten zu einer Art Schimpfwort oder Beleidung geworden. Ich verstehe nur nicht wieso und wer mit "Eliten" gemeint ist.
So wie sich Ihr Kommentar anliest, sind es wohl alle Menschen, welche kritisch solche Populisten wie Trump oder die Herrschaften der AfD betrachten und kommentieren. Oder wie?

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archi47 26.01.2017, 14:52
28. Verkürzung des Inhaltes

Zitat von Mister Stone
In gefühlt jedem zweiten Satz Ihre sehr treffenden Artikels lese ich das Wort "liberal". Sie meinen vermutlich "wirtschaftsliberal(istisch)" oder "finanzliberal(istisch)"? Denn die Eliten und ihre Hinterherkriecher, die den sozialen Kahlschlag der Globalisierung ermöglicht und befeuert und die Profite eingesackt haben, sind eben nicht einfach nur "liberal". Sie sind ganz speziell und selektiv liberal, nämlich nur dann, wenn es um das Ergaunern von Profiten zu Lasten anderer geht. Dann, und nur dann, schreien sie nach Freiheit.
auf die Wirtschaft oder das Pekuniäre läßt völlig außen vor, dass Liberalität doch vor allem eine gesellschaftliche meint. Also den (Mit)Menschen Mensch sein lassen, nach der eigenen Facon zu leben. Leider habe daran vor allem die Liberalen hier schuld, weil sie sich fast ausschließlich als Wirtschaftsliberale produzieren. Für mich ist das aber das Gegenteil von Liberalität, es ist die Dogmatik des Kaptials.

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irvington 26.01.2017, 14:53
29. Nein, die Künstler, Professoren und Schwulen haben nicht profitiert

Wir sind schuld an Trump? Wir, die Intellektuellen, Künstler, Professoren und Schwulen? Ich kann nicht folgen. Weder kenne ich Intellektuelle, Geisteswissenschaftler und Künstler, die sich jemals FÜR die Globalisierung der Wirtschaft eingesetzt hätten (im Gegenteil, sie kaufen doch (aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten) regionales Gemüse und Bio-Fleisch vom Bauern) noch haben sie den Arbeitslosen und Geringverdienern die Jobs weggenommen (das waren die Roboter).
Und die wirtschaftsliberale Elite, das ist doch nicht die geistige Elite, die sich um die Rechte von Minderheiten, um LBGT und um PC-Spraceh schert. Diejenigen, die die menschenverachtende Seite der Globalisierung vorangetrieben haben und jetzt den Nährboden für Trumps Wahlsieg gelegt haben, das sind doch in erster Linie Typen wie Trump selbst- egoistische, narzisstische, nur auf den eigenen Vorteil fixierte Männer, die an der Wall Street oder in großen Unternehmen nur den Wachstum im Blick haben und die Aktionäre erfreuen. Auf der anderen Seite stehen die Billigprodukte, die Discounter- und Ikea-Käufer, der Amazon-Boom usw. Aber diese Art Konsum ist über alle Milieus verteilt und ich glaube kaum, dass es die Professoren und schwulen Künstler sind, die Aldi, Lidl und Kik den höchsten Umsatz bescheren. Und wer von den liberalen Intellektuellen predigt bitte schön Wachstum?
Also nochmal: I don't follow - wieso sollen wir Schuld sein?

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