Forum: Politik
Selbstverbrennung in Tunesien: Was vor Mohammeds Martyrium geschah

Mit der Selbstverbrennung Mohammed Buazizis begann*die tunesische Revolution. Nun belagern Reporter aus aller Welt das Haus seiner Familie - und erfahren Überraschendes: Beging der 26-Jährige die Verzweiflungstat gar nicht aus politischen Gründen?

Seite 1 von 2
Europa! 23.01.2011, 08:56
1. Vielen Dank für diesen Bericht

Da kommt man schon mächtig ins Grübeln. Die Begeisterung für die "Jasmin"-Revolution scheint offenbar ziemlich verfrüht. Wenn Leute sich selbst verbrennen (oder gleich bei einem Selbstmordattentat in die Luft sprengen), sollte man s e h r misstrauisch werden. Solche Menschen bringen selten Vernunft und Demokratie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Indigo76 23.01.2011, 09:07
2.

Interessant in diesem Artikel ist der Satz, dass Selbstmord im Islam als besonders schwere Schmach angesehen wird. Das zeigt doch mal wieder, dass der Kampf gegen den Terror kein Kampf gegen den Islam sein darf. Sondern dass jeder gläubige Moslem an der Seite des Westens stehen und gegen Terroristen vorgehen müsste, die ihre Religion pervertieren und ins Gegenteil verkehren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mursilli 23.01.2011, 09:22
3. Zündfunken

Zitat von sysop
Mit der Selbstverbrennung Mohammed Buazizis begann*die tunesische Revolution. Nun belagern Reporter aus aller Welt das Haus seiner Familie - und erfahren Überraschendes: Beging der 26-Jährige die Verzweiflungstat gar nicht aus politischen Gründen?
Der soziale Sprengstoff, der sich in diesen Ländern angehäuft hat, bedarf bisweilen nur eines Zündfunkens.
Angenommen, die geschilderte Version stimmt, ändert das nichts an der Eskalation der Geschehnisse. Dass die Medien eine Verstärkerfunktion haben, ist uns völlig vertraut.
Die Angst des Potentaten zeigt sich ganz offen. Er eilt, als nichts mehr an der anschwellenden Erregung vorbei führt, ans Bett des Mannes im Koma und hinterlegt bei der Familie das Geld. Die Geschichte kennt genügend ähnliche Beispiele. Wer denkt nicht an die Schüsse in Sarajewo, die die ersten Weltbrand entfachten?
Viele nordafrikanische Despoten sitzen auf einem Schleudersitz.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
S_Bast 23.01.2011, 10:17
4. Wo bleiben die Titelseiten?

Der Maghreb ist im Tumult und die westlichen Medien schlafen. Gorch Fock und Dschungelkamp scheinen berichtenswerter als die unerwartetste Entwicklung in Nordafrika in den letzten Dekaden. Darf ich mal sagen: SPIEGEL-LESER ERWARTEN MEHR!!!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Indigo76 23.01.2011, 10:23
5.

Zitat von Rudolf Anders
Eines verstehe ich nun gar nicht mehr: Selbstmord sei ein unwürdiges Verbrechen im Islam. Und was ist dann mit denen, die sich als Selbstmordattentäter in die Luft sprengen? Denen verspricht man doch 40 Jungfrauen im Himmel. Wo bleibt dann da das fluchwürdige Verbrechen?
Erstens sind es 72, zweitens keine Jungfrauen (das ist ein Übersetzungsfehler im Koran. In Wahrheit steht da Trauben - und es ist natürlich nur ein Symbol) und drittens bekommt man die nicht für Selbstmord (dafür gibts die ewige Verdammnis), sondern für den Kampf gegen die Ungläubigen im heiligen Krieg. Das mag nicht sonderlich nett sein (zumindest aus Sicht der Ungläubigen) aber zwischen Kampf und Selbstmordattentate liegen doch Welten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
efez 23.01.2011, 10:28
6. Absicht oder nicht, das Ergebnis zählt

Der junge Mann hatte alles Andere vor als eine Revolution im Gang zu setzen, obwohl er sich nichts sehnlicher wünschte. Ihm ging es um seine eigene Situation, denn die Kraft reichte nicht für Ideale wenn man tagtäglich mit dem Leben hadert. Nur diese eine Situation ist repräsentativ für Millionen von denen viele in so einer eskalierenden Situation genauso ragiert hätten. Wie die Absicht auch war, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein Glück für das Land, durch sein Opfer. Wäre früher oder später gekommen, es gibt viele Bouazizis, die nicht die geborenen Freiheitskämpfer sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wernerinitaly 23.01.2011, 10:30
7. Gottes Wege

sind oft unergründlich .... dabei spielt es keine Rolle, ob er auch mal den Namen Allah annimmt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Originalaufnahme 23.01.2011, 10:32
8.

Zitat von Rudolf Anders
Eines verstehe ich nun gar nicht mehr: Selbstmord sei ein unwürdiges Verbrechen im Islam. Und was ist dann mit denen, die sich als Selbstmordattentäter in die Luft sprengen? Denen verspricht man doch 40 Jungfrauen im Himmel. Wo bleibt dann da das fluchwürdige Verbrechen?
Nur gut, dass sich in unserer christlich gepraegten Welt jeder an die zehn Gebote haelt...

Falls Sie es noch nicht wissen sollten: Die Menschheit, und zwar die ganze Menschheit, ist voller Widersprueche.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
AKI CHIBA 23.01.2011, 11:19
9.

Zitat von Indigo76
Interessant in diesem Artikel ist der Satz, dass Selbstmord im Islam als besonders schwere Schmach angesehen wird. Das zeigt doch mal wieder, dass der Kampf gegen den Terror kein Kampf gegen den Islam sein darf. Sondern dass jeder gläubige Moslem an der Seite des Westens stehen und gegen Terroristen vorgehen müsste, die ihre Religion pervertieren und ins Gegenteil verkehren.
Es sind doch nicht die Terroristen, die die den Selbstmord als besonders schwere Schmach postulieren. Im Gegenteil, wenns in den Irrsinn passt. Es ist das ideologiegeprägte islamische Umfeld, das seit rund 1300 Jahren sich so manifestiert. Daran hat der Gläubige zu glauben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2